Man hatte lange nichts mehr von ihm gehört, war beinahe geneigt zu sagen: Was, der hat noch gelebt?
Der Grund, dass es so still um Jean Ziegler geworden war, war nicht der bekannte Linke.
Sondern die Tatsache, dass er sich mit seinem Engagement für Gaddafi dermassen unmöglich gemacht hat, dass er aus dem Abseits nicht mehr hat zurückfinden können.
Ich glaube aber, Ziegler hat sich nicht so sehr für Gaddafi eingesetzt, sondern hat alle und alles unterstützt, was gegen den Imperialismus der USA ging.
Und in der Einschätzung der USA wiederum gibt ihm gerade die aktuellste Entwicklung 100 Prozent recht.
Der Genfer Soziologieprofessor hat einen Begriff geprägt, der wie kein anderer den entfesselten Kapitalismus nach den 1980er Jahren mit Reagen und Thatcher auf den Punkt brachte:
Casino-Kapitalismus.
Ziegler war ein Intellektueller, Gelehrter, einer, der nachgedacht hat. Und als solcher einer der ganz wenigen, die sich kompromisslos für eine einmal gewonnene Überzeugung einsetzten.
Er hat dafür ein Auge geschlossen und sich zum Beispiel auch für Hugo Chávez eingesetzt.
Für uns Ethnologiestudenten war Ziegler Ende der 1970er Jahre ein Vorbild und deshalb mitverantwortlich für unsere Zerrissenheit und konkreten Überlegungen, die Universität zu verlassen und uns revolutionären Bewegungen anzuschliessen.
Die einsetzende, einheimische Revolution von damals, die Zürcher 80er-Bewegung, hat uns vielleicht davor bewahrt, uns in „fremde“ Konflikte einzumischen.
Auch Jean Ziegler hat zum Glück nie zur Waffe gegriffen, auch wenn sein Idol bis zum Schluss Ernesto „Che“ Guevara geblieben ist, der, so Jean Ziegler, ihm durch eine persönliche Begegnung 1964 „sein Leben gerettet“ habe.
Als Sonderberichterstatter der UNO und unermüdlicher Kämpfer gegen Hunger und Ausbeutung, ebenso in seinem bedingungslosen Einsatz für die Menschenrechte, konnte er weiter unser Idol bleiben.
Was Ziegler so sympathisch machte: Er hatte Humor. In der Dokumentation, die SRF ihm zu Ehren noch am Abend seines Todestages ausstrahlte, kommt dieser in kleinen Bemerkungen immer wieder zum Vorschein.
Er und seine Frau Erica Deuber fahren im Taxi durchs nächtliche und dunkle Havanna. Sie sagt:
„Es sieht düster traurig hier aus.“ Er: „Wunderbar“. Sie: „Das ist das Resultat der Mangellage und der Misere hier in Kuba.“ Er: „Es ist wurscht wieso, Hauptsache es ist wunderbar.“
Das ist nicht genau wörtlich, aber es zeigt, dass er einen Humor voller Poesie hatte.
Mir ist klar, dass eine Würdigung des linken Intellektuellen hier ungewöhnlich, ja beinahe riskant ist.
Doch ich bin mir fast sicher: Einer der vehementesten Gegner von ihm würde mir in meiner Einschätzung und Würdigung sogar beipflichten: Christoph Blocher.
Aus verschiedensten Gründen: Weil auch Blocher Respekt vor intelligentem Engagement hat, weil auch der SVP-Tycoon Humor hat.
Und weil gerade Blocher solche Gegner braucht, um selber zu Höchstform aufzulaufen. So gesehen ist Christoph Blocher der Jean Ziegler der Rechten.
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Angeblich hatte Blocher einst über Ziegler gesagt: „Ich mag ihn halt.“
Ziegler war ein grossartiger Mensch. Ein absoluter Spinner, schon klar. Aber sein Engagement für die Schwachen, war wenigstens ehrlich. Das er ab und zu dabei übers Ziel hinausschoss, verzieh man ihm.
RIP. Wir brauchen wieder mehr solche ehrlichen Spinner in der Politik. Egal welcher couleur…
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@Schwamendinger Biertrinker
„Ehrlich“ ist schon arg übertrieben. Eher einer der auf Staatskosten seinen Lebensunterhalt „bestritten“ hat.
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Meinen sie das wirklich “ ehrlich”
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Es ist dem Autor offenbar nicht bekannt, dass Blocher Jean Ziegler persönlich als Mensch mochte. Obwohl er in fast allem anderer Meinung war. Es gibt auch eine Dok-Film-Szene wo sie sich glaubich im Bundeshaus begegnen und Blocher ihn herzlich begrüsst, nannte ihn glaubich Jeannot (was Zieglers Spitzname war).
Persönlich hielt ich nie etwas von dem Mann und v.a. seinen – kommunistischen – Ansichten. Dass der Hans sich Jean nannte, sagt einiges aus, der Mann gefiel sich v.a. in seiner Rolle. In meinen Augen ein Nestbeschmutzer, der sich dem Ausland und Diktatoren andiente.
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Salon Kommunist war er !
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Ich hätte es Jean Ziegler gegönnt zu erleben, dass kein Mensch mehr hungern muss. Leider blieb das ein Traum.
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Ziegler hat nie auch nur den kleinen Finger dafür gekrümmt, dass es weniger Hunger gab auf dieser Welt. Nur grosse Klappe und warme Luft.
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Und das ist auch gut so , dass das ein (Alp) Traum bleibt.
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Jean Ziegler stand sogar links von Badran&Juso.
Das muss man erst mal erreichen!
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Ziegler mit Blocher zu vergleichen ist eine üble Beleidigung gegen Blocher.
Ziegler war ein Showman, dem es vor allem darum ging zu provozieren mit abstrusesten Ideen um sich selber in Szene zu setzten.
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Blocher ging es immer um Lösungen.
Darum ging es Ziegler nie.
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Die Medien lagen Ziegler zu Füssen, weil er dauernd „Güle“ über die Schweiz ausgoss.
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Blocher kommt im traktor anhänger ins zelt gefahren. Klar OPA überhaupt nicht polemisch. 😂 Ein Bauer vertraut einem
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Mehr Polemiker als Intellektueller. Mehr Aktivist als Wissenschaftler. Freund der linken Diktatoren. Einer, der besessen davon war, die Schweiz im Ausland schlechtzumachen. Das lieben unsere Linken und die Franzosen.
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Den Reagan (nicht Reagen) und die Thatcher mit einem Trump in den gleichen Topf zu werfen, ist eindeutich fehlendes Fachwissen…
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Hat er ausser Medienpräsenz mit ständigem lautstarken Klamauk auch etwas substantiel Handfestes erreicht oder nur sein Geplärr verbreitet?
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Hans Ziegler ein Intellektueller? – Wohl eher ein irregeleiteter Selbstdarsteller, der seine falschen Behauptungen gut verkauft hat, und den Erlös auf das Berteibungamt tragen musste. Er war so stier wie die von ihm bewunderten sozialistischen Gesellschaften
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War nicht Hubacher der Blocher der Linken? Hubacher und Blocher konnten auf Augenhöhe gegeneinander fighten. Als Nicht-Linker mochte ich den direkten und weniger verkopften Hubacher lieber als den Selbstdarsteller Ziegler.
Ich konnte nie verstehen, weshalb der ach so fiedliebende Menschenfreund Ziegler sich nie von kommunistischen Diktatoren, Terroristen und Menschenschlächtern distanziert hat, insbesondere von seinem ehemaligen Studienkollegen Pol Pot. Nein, Ziegler war für mich nie ein Vorbild, weder in den 80ern noch heute.
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Die Linken haben in den letzten 100 Jahren 200 Millionen Menschen ermordet: 100 Millionen in Rot-China, 60 Millionen im Gulag in der sozialistischen Sowjet-Union, der Rest läppert sich weltweit zusammen.
Hat sich irgendeinmal nur 1 Roter dafür entschuldigt?