In dieser Nacht endet die Sommerzeit. Die Uhr wird zurückgedreht – man gewinnt folglich am Morgen eine Stunde, kann länger im Bett bleiben.
Beziehungsweise verliert abends eine Stunde zum, sagen wir, Golfspielen, weil es früher dunkel wird.
Mit anderen Worten: Schlaf ist auch eine Sache des Status, respektive es gibt „Klassenunterschiede“ (Financial Times-Kolumnistin Sarah O’Connor) diesbezüglich.
Wer zur sogenannten Arbeiterklasse gehört, steht ungefähr um 6 Uhr auf, weil er spätestens um 7.30 Uhr in der Fabrik oder im Lagerhaus sein muss.
Während Bürotage später beginnen und Geschäftsleute, Mitglieder der Mittelklasse und oberen Mittelklasse, länger liegenbleiben (denkbarerweise sind sie noch müde vom Golf am Vorabend).
Diese Herleitung töne veraltet? Einverstanden, es sind Befunde einer amerikanischen Studie, fussend auf Erhebungen zweier Soziologen in einer Kleinstadt in Indiana – aus dem Jahr 1925.
Als darüber gestritten wurde, ob die Sommerzeit eingeführt werden soll (die Business-Klasse obsiegte, allerdings achtzig Jahre später: daylight saving time gilt erst seit 2005 im ganzen Staat. Jüngst, nebenbei, drängte Präsident Trump darauf, die Sommerzeit ganzjährig zu machen, dem abendlichen Golfspiel zuliebe).
Andererseits hat sich an der Ausgangslage nicht viel geändert in hundert Jahren.
Zeitumstellungen fordern unsere innere Uhr weiter heraus, finden nicht bloss Forscher, auch Eltern kleiner Kinder erleben es wenigstens zweimal jährlich, zu Beginn und am Ende der Sommer zeit.
Oft erzählt, falsch dennoch ist hingegen die Behauptung, der Mensch passe seine zirkadiane Rhythmik über die Zeit an – nur weil einer Nachtschicht schiebt, wird er nicht zur Eule, 97 Prozent bleiben im angestammten Schlafwach-Rhythmus, sind also tagsüber wach(er) respektive nachts müde(r).
Mit Folgen für den Blutdruck und das Immunsystem: Nachtarbeit ist wahrscheinlich krebserregend (Quelle: Weltgesundheitsorganisation).
Und schliesslich, um den Bogen zur Klassen-Story der FT-Kollegin zu schlagen, je höher einer auf der Sozialstatus-Leiter hochsteigt, desto mehr darf er seine Arbeitszeit selbst festlegen:
60 Prozent der Manager bestimmen ganz oder mehrheitlich darüber, wann sie zur Verfügung stehen, wohingegen 80 Prozent der Geringstqualifizierten/-verdienenden unverschiebbare Arbeitspläne haben.
So weit, so praxisfern. Drum zum Feldversuch in Zürichs Kreis 8: Wenn ich morgens aufstehe und aus dem Fenster sehe, brennt im Mehrfamilienhaus mit zwölf Parteien gegenüber meist noch kein einziges Licht.
In dem Neubau links scheint in einem Viertel der 24 Wohnungen der Arbeitstag bereits angefangen zu haben und in dem rechts sogar in fast jeder zweiten Einheit.
Gemäss der Theorie müssten die Bewohner des letztgenannten Hauses am wenigsten Ausbildung haben respektive Einkommen erzielen, der untersten und darum am frühesten aufstehenden Klasse angehören.
Tatsächlich ist es aber umgekehrt: Wo in zwölf von zwölf Wohnungen ausgeschlafen wird, dem erstgenannten Altbau, ist die Miete am niedrigsten (drei Zimmer für unter 2500 Franken/ Monat).
Links davon, mit einem Drittel early birds, zahlt man für Zürich mittlere Neubaumieten (bis Fr. 3500.–/Mt.), und rechts (zeitige Tagwacht für 50 Prozent) gibt’s Eigentumswohnungen ab 1,5 Millionen respektive sind die Mieten hoch, bis 4500 Franken.
Wer oder was ist schuld, wenn das richtige Leben der reinen Lehre widerspricht? Mindestens zwei Gründe fallen ein: die Work-Life-Balance plus staatliche Umverteilung sowie damit verbundene Entlastung bis in die Mittelklasse.
Wer Teilzeit arbeitet und’s lieber easy nimmt, dafür weniger schick wohnt – einverstanden. Die Entwicklung der vergangenen Jahre hierzulande aber, bei der die Allgemeinheit und besonders Leistungsträger zunehmend für die Kosten hoher Lebensqualität anderer mit tiefem Einsatz aufkommen müssen, geht in die falsche Richtung.
Wer nun darauf hinweist, zwei Punkte seien noch offen, hat recht: Ihr Kolumnist steht um 6.15 Uhr auf.
Und um diese Zeit sind die meisten Apartments des Hau es, in dem ich wohne, schon hell erleuchtet (egal, ob Sommer- oder Winterzeit). Es ist das Haus mit dem höchsten Business-Klasse-Bewohner-Anteil der Strasse.
Dieser Text erschien zuerst in der „Weltwoche“. Mehr vom Autor auf seinem Substack.
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Ich finde es geil. So muss ich erst um 9:00 Uhr aufstehen! Und ihr zahlt mir dazu noch den Job 🙂
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muss man sich täglich über die SP hier entnerven
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Der „lukrative Präsentismus“ beschreibt eine ganz bestimmte sozioökonomische Realität: das Verhalten eines Arbeitnehmers, der seine physische Präsenz im Unternehmen (oder bei der Telearbeit) maximiert – mit dem direkten Ziel, finanzielle Vorteile zu erlangen oder beruflich voranzukommen, oft auf Kosten seiner tatsächlichen Produktivität oder seiner Gesundheit.
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@Jackson
Die 40-Stunden-Woche ist ein Relikt der Industriegesellschaft. Geld als Schuld ein Fundament unseres Finanzsystems.
Wir optimieren Anwesenheit statt Produktivität und tauschen Lebenszeit gegen Einkommen, um Verpflichtungen zu erfüllen.
Ist es nicht Zeit, Arbeit, Geld und Wohlstand neu zu denken?
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@2.Säule
Es ist dringend notwendig, Arbeit, Geld und Wohlstand neu zu denken – dafür plädiere ich seit zwei Jahrzehnten. Für die einen ein „Alien“, für die anderen ein „Marxist“. Dabei bin ich ein Produkt des Kapitalismus: Ex-Finanzier, Whistleblower und Makroökonom, der es leid ist, andere von dieser Dringlichkeit zu überzeugen.
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Für den Forscher und Wissenschaftler Dennis Meadows (Club of Rome – 1971 – und Autor von „Die Grenzen des Wachstums“ – 1972) gilt: „Sich zu weigern anzuerkennen, dass Wachstum begrenzt ist, verurteilt die Menschheit dazu, einen plötzlichen Zusammenbruch zu erleiden, anstatt den Übergang zu einem Zustand dauerhaften Gleichgewichts zu wählen.“ Während des WEF in Davos im Jahr 2016 plädierte Joseph Stiglitz für eine Weiterentwicklung der Messinstrumente für wirtschaftliche Aktivität – ebenso wie Paul Krugman nach 2008 –, forderte eine bessere Verteilung des Wohlstands und Ähnliches. Ohne Erfolg!
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Auch wenn die „Geldschöpfung aus dem Nichts“ (*ex-nihilo*) zweifellos ein verhängnisvoller Mechanismus bleibt, ist es vielleicht angebracht, daran zu erinnern, dass die „Vollgeld-Initiative“ – inspiriert vom „Chicago-Plan“ von Irving Fisher und Henry Simons (1929) – letztlich von 75,7 % der Schweizer Stimmenden abgelehnt wurde; nicht zuletzt aufgrund der Lobbyarbeit der SVP.
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@Jackson
Warum wurden Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben, während die Personenfreizügigkeit gleichzeitig ausgebaut wurde? Warum teilen Euro-Staaten eine Währung, über deren Geldpolitik sie nicht souverän entscheiden können?
Und welche Rolle spielte die Agenda 2010? Deutschlands Lohnzurückhaltung und Arbeitsmarktreformen stärkten seine Wettbewerbsfähigkeit – mit Folgen für Arbeitnehmer und wirtschaftliche Ungleichgewichte in Europa.
War das europäische Projekt wirklich ein gemeinsamer Wohlstandsweg – oder wurden strukturelle Vorteile auf Kosten anderer geschaffen?
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2.3. In Deutschland erfolgten die Anpassungen durch eine auf Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtete Lohndeflation – mittels der Hartz-Reformen (Niedriglohnsektor bzw. „Minijobs“) und eines auf die USA und China ausgerichteten Exportmarktes (begleitet von einer haushaltspolitischen Orthodoxie, in der Verschuldung – ganz im Sinne der lutherischen Theologie – als Verfehlung betrachtet wird). Dies führte zu Handelsbilanzüberschüssen, aber auch zu einem Ungleichgewicht der Handelsbilanzen; eine Häresie =>3
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@2.Säule
1.3. Gemeinsamer Markt = freier Verkehr von Personen, Kapital, Waren und Dienstleistungen (Globalisierung). Dies findet jedoch vor dem Hintergrund asymmetrischer Volkswirtschaften statt, in denen die Überschüsse der einen zwangsläufig mit den Defiziten der anderen einhergehen. Zudem schließt eine gemeinsame Währung jegliche Anpassung über die Geld- oder Fiskalpolitik aus (das „unmögliche Dreieck“ von Robert Mundell) =>2
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@2.Säule
Können Sie meinen Punkt 3.3 lesen?🤔
Denn ich sehe ihn schon wieder nicht auf meinem Bildschirm (wurde er etwa erneut im Ausland zensiert, sobald ich ein EU-Thema anspreche?😤)
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Ich gehe für das Patriarchat nicht arbeiten. Die Patrons können mir einen ☝️
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Ein bisschen mehr Recherche könnte manchmal helfen:
Daylight Saving Time (DST)
also known as „War Time“ during its implementation in World War II
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Die Praxis erklärt sich einfach: Im Haus mit den relativ preiswerten Wohnungen wohnen Genossen, die maximal 9 to 5 arbeiten, aber höchstens an 3 Tagen die Wochen. Ergänzt durch ihre liebsten Wähler: Jene, die nicht selbst arbeiten, sondern arbeiten lassen, auch bekannt unter Sozialhilfe.
Das erklärt den Sozialismus am besten: Man lebt wunderbar vom Geld deren, die man nicht ausstehen kann, also den Kapitalisten. Das funktioniert übrigens in allen Schweizer Städten prima.
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Ich schlage vor Sommerzeit & mit ihr gleich die EU zu entsorgen. Wird noch ein Weilchen dauern, aber kommt scho.
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Ein Typ beobachtet andere durchs Fenster. Creepy.
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Fragt mal die Tiere zu diesem Mist?!
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Wozu? Ich weiss auch selber, dass es Mist ist.
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So unnütz wie die Sommerzeit, ist auch dieser Artikel.
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Nö nö, der hat sehr wohl was wahres. Ich kenne keinen unternehmer, der um 08:00 aufsteht
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Frühaufsteher mit Brett vor dem Kopf?
Rentner und Schichtarbeiter mit Spät- und Nachtschichten vergessen? Z.B. Gesundheitswesen, Sicherheitsbranche und diverse Notfalldienste, Gastgewerbe, Live-Unterhaltungsindustrie, Verkehrsbetriebe.
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06:15 Frühaufsteher? Um die Zeit bin ich längst am Sport machen, nachdem ich ausgiebig News gelesen habe.
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Spielt mir als Rentner keine Rolle
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Rentner spielen sowieso keine Rolle.
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Leistungsträger ist auch so ein Jargon denn die Deutscheinwanderer nutzen, um der Swica täglich Rechnungen in höhe von CHF 500’000 übers Jahr zu schreiben.
Wenn gönnd ihr ändlich zrugg?
-Schweizer Medizinstudent
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Das checke ich voll nicht
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Ha, Sie meinen Deutsche Zuwanderer verursachen 182’500’000 Kosten pro Jahr im Gesundheitswesen?
Das gäbe ja auf den Einzelnen Deutschen (von Total 330’000) runtergerechnet ~ CHF 555 p.a. Da die Gesamtgesundheitskosten bekannt sind, könnten Sie selber ausrechnen ob diese Belastung überproportional ist.
Interessanter: Bei gewissen Nationen ist es in der Schweiz verbreitet, dass der ärztlich-tätige Landsmann nicht erbrachte Leistungen abrechnet und Kick-backs gibt. DAS wäre mal wert investigativ aufzubereiten.
Die Dummen sind stets die Schweizer welche wahrlich mit Blindheit geschlagen sind
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Für die GenZ unter den Lesern…Die CH hat damals die „Zeiteinführungsumstellung“ deutlich abgelehnt. Aus pragmatischen Gründen, Zugverbindungen in Basel nach D und F und andere Gründe…z.B. durften wir dann halt bereits um 19.00 Uhr Derrick, Denver oder Dallas….aber wenn die Themen ausgehen, dann muss sogar der üblicherweise von mir geschätzte Marc sich noch politisch äussern…
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Nun ja, mit der Zeitumstellung auf die Winterzeit, kehrt man zurück zur Normalzeit, wann man das so nennen mag. Das könnte auch durchaus so bleiben. Warum muss der Mensch hier reinpfuschen?!
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Fun Fact: 2011 hat Präsident Medvedev in Russland per Erlass die Zeitumstellung abgeschafft und dauerhaft Sommerzeit eingeführt. Das gab dann Proteste wegen den lange dunklen Wintermorgen. Darauf hat 2014 Präsident Putin den Beschluss korrigiert, so dass seither dauerhaft Winterzeit herrscht.
In der EU eiert man seit Jahren an der Abschaffung der Zeitumstellung herum. Und die Schweiz eiert wie gewohnt hinterher.
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Als ob alle Golf spielen würden…
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Ein „Journalist“, welcher seine Almosen bekommt, indem er irgendwelche Firmenmagazine verfasst, welche eh niemand liest, spricht über Leistungsträger! Selten so gelacht!
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Der Kolumnist verdient wahrscheinlich genug. Die Ausschlafenden arbeiten wahrscheinlichin Restaurants oder hatten sonst Nachtschicht (d.h. unflexible Arbreitszeiten, nicht so wie die Buissnessleute oder der Kolumnist!).
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Die soziale Hängematte finanziert mir der dumme Stadtzürcher Steuerzahler. Aufstehen um 10 Uhr dann ab zum Chinagarten zum weiter relaxen.