Einer meiner Freunde, nennen wir ihn Sergio, erzählt schon länger von der „Alpenrepublik“.
Ein politisches Gebilde, eine kühne Idee, die es verdient, genauer betrachtet und darüber nachgedacht zu werden.
Sergio kommt aus der Finanzbranche, war lange Jahre im In- und Ausland als CFO und CEO von zum Teil grösseren, international tätigen Unternehmen in Verantwortung.
Diese Jahre haben ihn geprägt. Heute ist er selbstständiger Berater und betreut grössere Unternehmen bei Restrukturierungen und Optimierungen der Unternehmensabläufe.
Sergio gehört zu einem immer grösser werdenden Kreis an Führungspersönlichkeiten, die sich mit alternativen politischen Modellen beschäftigen.
Und zwar mit Leuten, die sich unter anderem mit der Alpenrepublik beschäftigen, die sich als zukunftstragende Idee etablieren könnte.
Sergio ist nach eigenem Bekunden seit früher Jugend an Politik interessiert. In die Politik ist er final eingestiegen anlässlich der Unruhen in den USA rund um den Fall „Rodney King“ in den frühen Nullerjahren, als er in Los Angeles arbeitete.
Parallel zu seiner Tätigkeit in der Lokalpolitik verfolgte er auch die internationale Politik und hatte dadurch die Möglichkeit, mit zahlreichen politischen Akteuren und Entscheidungsträgern Gespräche zu führen.
Dabei hat er immer wieder festgestellt, dass viele Menschen (in der Politik) zunehmend in einem Schwarz-Weiss-Schema denken.
Seiner Ansicht nach sollte die Politik nicht darin bestehen, Menschen in Lager einzuteilen, sondern darin, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen, Gemeinsamkeiten zu finden und tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.
Er ist weder ein unüberlegter Wutbürger noch ein ideologisierter Zeitgenosse. Er ist einfach nicht mehr einverstanden mit dem Politbetrieb wie wir ihn heute kennen.
Seit 2011 hat er an keiner Wahl mehr teilgenommen. Bei Sachabstimmungen hingegen beteiligt er sich weiterhin, weil er davon überzeugt ist, dass konkrete politische Fragen unabhängig von Parteizugehörigkeit beurteilt werden sollten.
Die zunehmende Polarisierung und der globale Aufstieg extremistischer Positionen beschäftigen ihn sehr. Genau deshalb hat er – wie einige weitere – nach einer anderen, neuen Idee gesucht.
Einer Vision, die nicht in klassischen Kategorien von links und rechts denkt, sondern die Frage stellt, wie wir in 20, 30 oder 50 Jahren leben werden.
Die Strukturen dazu müssen wir heute schaffen, damit unsere Kinder und Enkel diese Zukunft gestalten können. Doch lassen wir Sergio selbst zu Wort kommen:
Die Welt verändert sich immer schneller. Kriege, geopolitische Verschiebungen, die Weltwirtschaft.
Dann Migration, technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz und der zunehmende Wettbewerb zwischen globalen Machtzentren werden unsere Gesellschaften tiefgreifend umstürzen.
Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass viele demokratische Systeme vor allem reagieren, anstatt zu gestalten.
Erst wenn ein Problem offensichtlich geworden ist, wird ein neues Gesetz geschaffen oder eine kurzfristige Massnahme beschlossen. Was mir fehlt, ist eine langfristige Strategie.
Ich bin überzeugt, dass Europa in seiner heutigen Form in 20 oder 30 Jahren nicht mehr existieren wird. Ob dies gut oder schlecht ist, möchte ich gar nicht vorwegnehmen.
Sicher ist für mich jedoch, dass die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Europas einem tiefgreifenden Wandel unterliegen.
Auch die Schweiz kann sich dieser Entwicklung nicht dauerhaft entziehen.
Ich sehe deshalb die Zukunft der Schweiz nicht in einer reinen Insellösung. Die Schweiz ist klein, verfügt nur über begrenzte natürliche Ressourcen und ist wirtschaftlich sowie technologisch stark mit der Welt verbunden.
Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahrzehnten Teile unseres Know-hows, unserer wirtschaftlichen Stärke und unserer strategischen Unabhängigkeit aufgegeben oder durch politische und regulatorische Entscheidungen geschwächt.
Die Frage lautet deshalb für mich nicht: Wie können wir die Schweiz möglichst unverändert erhalten?
Sondern: Wie können wir die Werte, welche die Schweiz erfolgreich gemacht haben, in eine neue Zukunft übertragen?
Aus diesem Gedanken heraus entstand meine Idee der Alpenrepublik.
Die Alpenrepublik wäre nicht einfach eine Vergrösserung der heutigen Schweiz und auch kein klassischer Nationalstaat. Sie wäre vielmehr der Versuch, einen neuen, politischen und gesellschaftlichen Raum zu schaffen, der sich an gemeinsamen Werten orientiert.
Dazu könnten Regionen und Nachbarstaaten gehören, die kulturell, historisch, gesellschaftlich und politisch gewisse Gemeinsamkeiten mit der Schweiz aufweisen.
Entscheidend wäre dabei nicht die heutige Staatsgrenze, sondern die Frage, welche Gesellschaften langfristig gemeinsame Werte und Vorstellungen von Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Eigenverantwortung, Sicherheit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit teilen.
Eine solche Alpenrepublik könnte eine ausreichende Grösse erreichen, um wirtschaftlich, technologisch und geopolitisch selbstständiger auftreten zu können, ohne ihre kulturelle Identität aufzugeben.
Selbstverständlich müsste sie gleichzeitig mit anderen Staaten und internationalen Organisationen zusammenarbeiten.
Klarerweise bedeutet dies für mich nicht Isolation. Im Gegenteil: Je stärker die eigene Grundlage, desto souveräner kann man Kooperationen eingehen.
Der Gedanke lässt sich auch auf andere Regionen der Welt übertragen.
Afrika ist dafür ein besonders interessantes Beispiel. Viele heutige Staatsgrenzen entstanden während der Kolonialzeit und nahmen wenig Rücksicht auf bestehende kulturelle, sprachliche und gesellschaftliche Strukturen.
Völker und Gemeinschaften wurden in Staaten zusammengefasst oder getrennt, ohne dass ihre historisch gewachsenen Beziehungen berücksichtigt wurden. Die daraus entstandenen Spannungen wirken bis heute nach.
Gleichzeitig beobachten wir in verschiedenen Teilen der Welt, dass Menschen beginnen, bestehende politische Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen und nach neuen Formen des Zusammenlebens zu suchen.
Vielleicht liegt genau darin eine Chance.
Wir sollten uns nicht darauf beschränken, die bestehenden politischen Systeme zu verwalten. Wir sollten den Mut haben, darüber nachzudenken, ob diese Systeme überhaupt noch die richtigen Antworten auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts liefern.
Die Alpenrepublik ist deshalb zunächst keine fertige politische Forderung. Sie ist eine Denkrichtung.
Eine Einladung, über Grenzen hinwegzudenken. Eine Einladung, nicht mehr nur darüber zu diskutieren, ob links oder rechts die bessere Antwort hat, sondern welche Werte und Strukturen für die nächste Generation tatsächlich funktionieren.
Eine Einladung, Politik wieder langfristiger zu denken. Und vor allem eine Einladung, heute damit zu beginnen.
Denn wenn wir Verantwortung für die künftige Generation übernehmen wollen, dürfen wir die Gestaltung ihrer Zukunft nicht den Problemen von morgen überlassen.
Wir müssen heute darüber diskutieren, welche Welt wir ihnen übergeben wollen – und den Mut haben, dafür neue Wege zu denken.

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Der Artikel skizziert die Idee einer «Alpenrepublik», in der sich die Schweiz mit ähnlich ausgerichteten Nachbarregionen oder Staaten zusammenschliesst, um wirtschaftlich und geopolitisch stärker zu werden. Im Zentrum stehen gemeinsame Werte wie Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Eigenverantwortung sowie mehr Unabhängigkeit von grossen Machtblöcken. Die Vision ist spannend, bleibt aber vage: Konkrete Pläne zur politischen Umsetzung fehlen.
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Bayern, Deutschweiz, Voralberg
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Keine gute Idee. Bayern ist doppelt so gross wie die Deutschschweiz. Wir brauchen keinen Söder hier. Vorarlberg ginge jedoch, ist ja auch winzig klein.
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AHA! Back to the roots. Die Alemannen trennen sich wieder von den Germanen und den Römern; ganz so wie in uralten Zeiten. Die alemannischen Dialekte wären ja immer noch vorhanden.
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zuerst müsste Remedur geschaffen werden. Alle Schwarzen raus, ganzer Balkan raus, ganze Ukraine raus und dann von neuem Schlange stehen. Eintrittsgebühr und Job-Nachweis, ansonsten Gute Weiterreise. So Staatsgebilde wie wir sie heute haben sind reine Selbstbedienungsläden für die Gutmensch-Industrie. Braucht niemand.
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Presta würde ich auch rausstellen.
Dann kann er fernab der Schweiz weiterhin davon träumen Sergio kennengelernt zu haben.
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thinking outside the box, sicher ein richtiger ansatz.
nur ist das problem nicht die politik sonder die tatsache das die politik bzw. das politisieren von akademikern jeder couleur gekapert wird. eine gruppe die sich dem ordinären wähler moralisch überlegen fühlt und überzeugt davon ist das der ordinäre wählerpöble erzogen werden muss, denn er kann unmöglich wissen was gut ist für ihn.
auch eine alpenrepublik wird das problem der class academique nicht lösen. da hilf nur der geldhahn abdrehen. keine subventionen für unis mehr. jeder zahlt seine höhere ausbildung selber!
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Einfacher wäre es, der Schweiz eine funktionierende und durch Politiker nicht aushebelbare Demokratie aufzuzwingen.
Ich würde das gerne machen.
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Die Idee kommt ein paar Jahrzehnte zu spät, wäre aber früher gut gewesen.
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@ Thalmann
Es lässt sich immer noch machen.
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Roland: Wahlen in Israel. Nethanyahu und Eisenkot haben beide nicht die Mehrheit um eine Regierung zu bilden. Die Palästinenser mit israelischem Pass muss einer der beiden mit in die Regierung nehmen, wenn die beiden Streithähne nicht zusammenfinden. Ein Kommentar dazu in der Jerusalem Post: Entweder nehmen wir den Palästinenser die israelische Staatsbürgerschaft oder werden eine Diktatur um zu überleben. Es ist mit der westlichen Denkweise halt alles nicht mehr einfach und mit dem Multikulti hat sich vieles verändert.
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Lieber Herr Presto sie und herrr René Zeyer sind mein Liebelingsautor hier auf http://www.insideparadeplatz.ch (eine Seiote). Ich mag wie sie und RZ schrieben und viel Humor UND wissen (weas ist das 20millisekunden.ch 🙂 ) sie sind auch etwas äletr und haben viel gesehen ich auch bitte weiter so nie nie aufhören Hans Gerhard
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Hans Gerhard for Müllhalde 😃
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Kulinarisch sehe ich da auch Vorteile: Vorarlberg; Bayern (bis München), Piemont und etwas Toscana.
Und wirtschaftlich sind genau diese Regionen auch stark.
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Sergio kann und sollte man nur unterstützen. Es ist ein grosses Dilemma dass unsere Politiker keine Visionen haben, auf Probleme erst reagieren wenn sie schon da sind und meist keinen Plan B oder C haben. Leider ist dies vor allem ein intellektuelles Problem. Bildung sollte weit mehr gefördert werden, was allerdings von den „Führenden „ nicht gewollt ist, sehr schnell würde erkannt wie unbrauchbar sie sind. Bildung bedeutet ebenfalls nicht in ein Denkschema gepresst zu werden. Visionen sind gefragt, denn nur sie werden ein gesichertes Morgen ermöglichen.
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Ein idealistischer Artikel, wenig konkret und als Handlungsanweisung deshalb unbrauchbar.
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Die Umliegenden Länder werden nicht freiwillig einen Teil ihres Territoriums abgeben.
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Lieber Herr Presta
Wir brauchen nicht in erster Linie neue Staatsvisionen, sondern den mündigen Bürger. Denn ohne mündige Bürger kann keine liberale Demokratie überleben – egal, wie kühn die Idee ist.
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Mit wem will man sowas durchsetzen gegen innen und mit was gegen aussen. Gegen innen sind die Globalsten und Zentralisten dagegen. Für sowas gäbe es max. 15-20% der Rest hat Angst Privilegien zu verlieren. Und dann kommen wir wieder zum Atomknopf den ein solches Gebilde braucht um sich unabhängig zu halten gegen aussen, sonst hat man in kürzester Zeit einfach die Grenzen etwas verändert aber es muss weiter gehöselet werden, Alpen ohne Seeanstoss bringen nichts, aber auch dieser hilft nicht gegen Marktabhängigkeiten, ohne Ressourcen geht es nicht. Alles undurchführbare Ideen von Finanzheinies.
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Schön, dass dieses Thema einen Artikel wert ist. Die wirtschaftliche Regionalität um die Schweiz ist längst ein Faktum (‚Blaue Banane‘, Dreiländereck etc.). Diese Räume sind zusammen eine wirtschaftliche Grossmacht. Betreffend das politische Szenario ist jedoch der Wunsch Vater des Gedankens. Würden sich solche wirtschaftsstarken Regionen (wie z.Bsp. Mailand) politisch entkoppeln, riskiert dies den Absturz ganzer Nationalstaaten. Die wirtschaftliche Vernetzung wird sich darum vermutlich weiter verdichten, die nationale Autonomie hingegen mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht.
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Die Menschen die für so ein Projekt geschaffen wären, müssten noch erfunden werden. Der gutgemeinte Sozialismus hat und wird auch nie funktionieren.