SNB sucht Praktikanten für Devisenhandel

SNB-Kritiker Marc Meyer berichtete gestern von der GV der Schweizer Nationalbank – gefühlskalt sei der Anlass gewesen, ja gar einer Gerichtsverhandlung ähnlich, und Meyer kritisierte zudem ihr ominöses Studienzentrum Gerzensee mit sieben Millionen Kosten pro Jahr.

Doch die SNB kann durchaus kreativ und sparsam sein, wie ein Stelleninserat (in diversen Universitäten publiziert) vermuten lässt. So sucht sie nun einen Praktikanten für den Devisenhandel mit Bachelor- oder Masterabschluss.

Das Praktikum, auf eine Dauer von 12 Monaten ausgerichtet, ermöglicht nicht weniger als das „Mitwirken bei der operativen Umsetzung der Geldpolitik“ und bietet einen „einmaligen Einblick in die Umsetzung der Geldpolitik und in die Analyse der Finanzmärkte“ in einer Zentralbank.

Und ganz entgegen der üblichen Beamtenmentalität wird eine Nachteule gesucht, die auch für Abendeinsätze zur Verfügung steht.

Trader-Ausbildung bei der SNB? In der aktuellen Finanzsituation wird so etwas Realität. Genauso verrückt wie der Fakt, dass zur Zeit jeder an der Börse nur gewinnen kann – Schweizer Aktien, europäische, amerikanische, Emerging Markets, Government Bonds, Corporate Bond, Gold, ja selbst Euro und Dollar: Es geht nur aufwärts.

Dementsprechend entwickelt sich die SNB zu einem Perpetuum Mobile – einem Goldesel, der solange billig Geld kreieren und für sich arbeiten lassen kann, bis ihm die ganze Welt gehört.

Können Bäume also doch in den Himmel wachsen? Wir werden sehen.

(Extrakt für Inside-Paradeplatz-Leser; Originalartikel mit Kommentar „Longterm-Investor“ und weitere Investmentsdetails, siehe Longterm-Investor.)

Kommentare

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  1. Einen Praktikanten? Die meinen wohl eher einen erfahrenen Bitcoin Spekulanten…das reicht bei der SNB völlig aus…

  2. Soweit kommt das noch, das die SNB gerade Praktikanten eintellt.
    Was für eine schweinerei. Ausnützung auf allen Stufen.

  3. Sehr geehrter Herr Bischof,

    Sie schreiben:
    „Dementsprechend entwickelt sich die SNB zu einem Perpetuum Mobile – einem Goldesel, der solange billig Geld kreieren und für sich arbeiten lassen kann, bis ihm die ganze Welt gehört.“

    Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, eine Zentralbank kann nicht die ganze Welt aufkaufen.

    Die SNB kann zwar prinzipiell auf eine unbegrenzte Menge Schweizer Franken zugreifen, kauft sie aber zu üppig ein, verringert sich die Kaufkraft des Schweizer Franken.

    Sollten die Personen, die Schweizer Franken halten, diese gegen Devisen verkaufen, dann kommt die SNB sogar sehr schnell in die Situation, dass sie Devisen verkaufen muss, um den Schweizer Franken zu stützen.

    Es ist den Zentralbanken nicht möglich, „die ganze Welt aufzukaufen“. Auch die SNB kann das nicht.

    Freundliche Grüße!

    PS: Eine Zentralbank kreiert kein Geld. Wir haben es mit Staatsgeld zu tun. Staatspapiergeld.

    • @Hardy, der Student

      Sehr geehrter Hardy

      Darf ich mich hier kurz in die Diskussion einschalten?

      Ich bin sehr froh, dass Sie nun auch meine seit Jahren vertretene Ansicht akzeptieren, dass eine Notenbank nicht die ganze Welt aufkaufen kann.

      Herr Jordan suggeriert solche Märchen mit seiner Behauptung, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ – also ohne Schulden – schaffen. Bzw. aus seinem Märchen ginge das hervor.

      Der erste Teil Ihres Kommentars hier ist korrekt.

      Der zweite Teil basiert aber leider immer noch auf Ihrer ganz persönlichen eigenen Theorie, wonach es eine ominöse Staatspapierkammer gäbe, welche „Staatspapiergeld“ kreiere und es der SNB Kredit gewähre.

      Dem ist nicht so. Legen Sie das doch endlich ab. Es sind die Banken, welche der SNB Kredit geben. Bitte schauen Sie beispielsweise im Geschäftsbericht der CS 2015 /16. Da finden Sie auf S. 472 den Posten „Forderungen aus übertragenen Zentralbankeinlagen“. Der Posten stieg von 123 auf 135 Milliarden im vergangenen Jahr.

      Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei überwiegend um Forderungen der CS gegenüber der SNB handelt. Die CS hat somit einen grossen Teil der Devisenkäufe der SNB finanziert (12 Milliarden von 67 Milliarden).

      Es ist also nicht eine ominöse Staatspapierkammer, wie Sie diese seit Jahren bezeichnen, sondern es sind die Banken, welche der SNB kreditgeben, um Devisen zu kaufen, u.a. CS.

      Bitte um Kenntnisnahme.

      Mit freundlichen Grüsse

      Marc Meyer

    • Danke. Dies ist (zumindest für mich) so klar, dass ich mir diese Ironie erlaubt habe, ohne auf diesen Punkt hinzuweisen.

    • Prima, Herr Bischof, dann ist ja alles klar.

      Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      klar doch, ich diskutiert immer wieder gerne mit Ihnen.

      Sie schreiben:
      „Ich bin sehr froh, dass Sie nun auch meine seit Jahren vertretene Ansicht akzeptieren, dass eine Notenbank nicht die ganze Welt aufkaufen kann.“

      Da hatten wir noch nie einen Dissens, Sie werden keinen Text von mir finden, wo ich behaupte, dass eine Zentralbank die ganze Welt aufkaufen kann.

      Sie schreiben:
      „Herr Jordan suggeriert solche Märchen mit seiner Behauptung, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ – also ohne Schulden – schaffen. Bzw. aus seinem Märchen ginge das hervor.“

      Richtig, Herr Jordan hat es noch nicht richtig verstanden.
      Nicht die SNB kann Geld ohne Schulden schaffen, sondern es ist der Staat, der das kann.

      Einbuchung beim Staat:
      Kasse an Eigenkapital

      Und diese gut gefüllte Kasse stellt der Staat der SNB auf den Tisch und gestattet der SNB, darauf per Kredit zuzugreifen.

      Vergleichbar, als wenn mein Vater mir eine gut gefüllte Geldkiste auf den Tisch stellt und mir gestattet, darauf per Kredit zuzugreifen.
      Der Staat hat allerdings den Vorteil, dass er seine Geldkiste beliebig mit neu gedrucktem Geld auffüllen kann.
      Das kann mein Vater mit seiner Geldkiste natürlich nicht.

      Sie schreiben:
      „Der erste Teil Ihres Kommentars hier ist korrekt.“

      Nicht nur der erste Teil…

      Sie schreiben:
      „Der zweite Teil basiert aber leider immer noch auf Ihrer ganz persönlichen eigenen Theorie, wonach es eine ominöse Staatspapierkammer gäbe, welche „Staatspapiergeld“ kreiere und es der SNB Kredit gewähre.“

      Ja, genau so ist es. Die Schulden, die uns die SNB unter „Notenumlauf“ zeigt, sind in Wahrheit Schulden beim Staat.

      Sie schreiben:
      „Dem ist nicht so. Legen Sie das doch endlich ab. Es sind die Banken, welche der SNB Kredit geben. Bitte schauen Sie beispielsweise im Geschäftsbericht der CS 2015 /16. Da finden Sie auf S. 472 den Posten „Forderungen aus übertragenen Zentralbankeinlagen“. Der Posten stieg von 123 auf 135 Milliarden im vergangenen Jahr. “

      Den Kredit, den die Banken der SNB gewähren, zeigt uns die SNB unter „Giroverbindlichkeiten“.

      Unter „Notenumlauf“ zeigt uns die SNB keine Schulden bei den Banken, sondern Schulden beim Staat.

      Sie schreiben:
      „Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei überwiegend um Forderungen der CS gegenüber der SNB handelt. Die CS hat somit einen grossen Teil der Devisenkäufe der SNB finanziert (12 Milliarden von 67 Milliarden).“

      Richtig, die Banken sind z.Zt. Fremdkapitalgeber der SNB.
      Die SNB ist aber auf das Fremdkapital der Banken nicht angewiesen, denn die SNB kann jederzeit umschulden.
      Wenn die Banken die Auszahlung von Schweizer Franken verlangen, dann zahlt die SNB diese Schweizer Franken aus. Danach sind die Schulden bei den Banken getilgt.

      Neu entstanden sind der SNB dann die Schulden beim Staat, diese Schulden zeigt sie uns unter „Notenumlauf“.
      Die SNB zahlt (wie jede Zentralbank) Staatspapiergeld aus.

      Derjenige, der das Staatspapiergeld in seinen Händen hält, ist kein Gläubiger der SNB.

      Sie schreiben:
      „Es ist also nicht eine ominöse Staatspapierkammer, wie Sie diese seit Jahren bezeichnen, sondern es sind die Banken, welche der SNB kreditgeben, um Devisen zu kaufen, u.a. CS.“

      Staatsschatzkammer (so ist die von mir empfohlene Bezeichnung).
      Die Banken gewähren der SNB nur den Kredit, den sie unter „Giroverbindlichkeiten“ ausweist.
      Der Kredit, den die SNB unter „Notenumlauf“ ausweist, kommt nicht von den Banken, sondern vom Staat.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Nein die SNB hat Schulden bei den Banken – nicht beim Staat.

      MfG

    • @Michael Bischof

      Guten Morgen

      Wenn man gesunden Menschenverstand hat, so ist klar, dass die SNB nicht die ganze Welt aufkaufen kann.

      Erschreckend ist aber, dass die SNB behauptet, sie könne unbeschränkt Geld drucken und damit unbeschänkt Euros kaufen.

      Daraus folgt, dass die SNB auch unbeschränkt Dollars kaufen kann usw. bzw. dass die SNB die ganze Welt aufkaufen kann.

      Und unsere Politiker sind so dumm und glauben der SNB.

      freundliche Grüße

      Marc Meyer

  4. Herr Dr. Marc Meyer

    Das Geld entsteht aus Bank- Schulden und Investitionen und wird erst wieder vernichtet wenn es zum Bankschuldner zurückfliesst oder die Bankinvestitionen verkauft oder abgeschrieben sind!

    Die Geldschöpfung als Grundlage zu einer Verpflichtung, können Sie scheinbar, geistig nicht unter Ihren Hut bringen? Zu abstrakt?

    Das Geldsystem ist darum im Bankensystem einverleibt! Das Buchgeld wird bei bankübergreifenden Transaktionen mit der Manöveriermasse Zentralbankgeld (gesetzliches Zahlungsmittel ohne Delkredererisiko) im Hause SNB nur hin und her geschoben (Schneeballsystem)! Dieses Geld geht nicht verloren, weil der Staat die gesetzliche Währungshoheit hat!
    Eine Währungsreform wird auch vom Staat verordnet! Die einseitige Verteilung des Besitzes (Kehrseite der Geldmedaille) muss irgendwann folgen? Die wenigsten Menschen werden dabei verlieren, es ist alles gebaut!

    Ich kritisiere die gesetzliche Möglichkeit, dass das Bankensystem mit ihrer eigenen Geldschöpfung im Schuldengeldspielwarenmarkt teilnehmen dürfen! In einer freien Marktwirtschaft ein „no go“!
    Warum brauchen die Banken Aktienkapital, wenn sie das Geld doch selber schöpfen (nicht getilgte Schulden Dritter), zur gesetzlichen Risikozuordnung, wenn das Risiko systemimmanent ist! Nur für die Gewinnverteilung zugunsten der Kapitalisten? Auch das Buchgeld könnte bis zu einer vernünftigen Höhe ohne Delkredererisiko bestehen!

    Die Form der Genossenschaft als einzig richtige Ordnung!

    Herr Dr. Marc Meyer
    Wie entsteht das Bankgirokontoguthaben bei den Zentralbanken? Nicht mit Einlagen, weil das Buchgeld existiert nicht!

    Synapsen erneuern als Tipp!

  5. @Michael Bischof

    Guten Morgen

    Danke für den Hinweis.

    Dieser neue Praktikant ist also der neue Hoffnungsträger für die SNB.

    Man kann nur hoffen, dass er wenigstens zwischen Vermögen und Schuld der Nationalbank unterscheiden kann.

    Freundliche Grüße

    Marc Meyer

    • Herr Dr. Marc Meyer

      Die Nationalbank schöpft das Guthaben der Geschäftsbanken in ihrem Hause aus dem Nichts, mittels Devisen- und Geldmarktoperationen!
      Sie schöpft das Geld, welches in ihrem Hause von GB zu GB hin und her geschoben wird!
      Sie kann daher die Verpflichtungen immer erfüllen! Es besteht kein Delkredererisiko WZG!

      Der Wettbewerbsvorteil im Markt ist zu bemängeln! Darf nicht sein!

      Meine EMail: georg.bender at hispeed.ch
      Ein persönlicher Dialog kann Denkfehler besser ausmerzen!
      Vielen Dank! MFG Georg Bender