Föderalismus ist grundsätzlich etwas Gutes. Er steht für Nähe, Eigenverantwortung und kantonale Freiheit.
Doch er hat auch eine Kehrseite: Er schafft Unterschiede. Und im falschen Moment werden daraus Risiken.
Das Wallis ist dafür gerade ein bitteres Beispiel. Denn der Kanton fährt im Brandschutz einen anderen Kurs als viele andere Kantone – stark vertrauensbasiert.
Die Tragödie in der Bar „Le Constellation“ erschüttert das Land zu Beginn eines neuen Jahres.
Die Tragödie ist unvorstellbar, das Leid unermesslich.
Offiziell heisst es derzeit: tragischer Zufall, Unglück, Verkettung widriger Umstände. Doch genau hier beginnt das Problem.
Die Brandschutzregeln sind in der Schweiz überall gleich – doch im Wallis wird stärker auf Eigenverantwortung gesetzt als auf systematische Kontrollen.
Der Vollzug ist weniger präventiv, Kontrollen erfolgen oft anlassbezogen. Ähnliche Modelle gibt es in Uri und Obwalden – allerdings ohne die hohe Event- und Tourismusdichte des Wallis.
Vieles hängt davon ab, dass Umbauten, Nutzungsänderungen oder Installationen korrekt gemeldet werden. Das ist politisch legitimiert, administrativ akzeptiert – und wirtschaftsfreundlich.
Aber es ist auch riskant, gerade in einem Kanton mit hoher Eventdichte, vielen Nachtbetrieben, temporären Installationen und ständig wechselnden Nutzungen.
In anderen Kantonen, vor allem in der Deutschschweiz, wäre ein solches Modell in dieser Form untypisch. In Zürich, Bern oder Aargau gelten Bars und Clubs als Hochrisikobetriebe.
Dort wird nicht darauf vertraut, dass alles korrekt gemeldet wird – dort wird präventiv kontrolliert. Periodisch, fachlich, konsequent.
Nicht aus Misstrauen, sondern aus Erfahrung. Weil man weiss, dass Vertrauen dort endet, wo Menschenleben beginnen.
Das Wallis hingegen vertraut darauf, dass Umbauten korrekt deklariert werden und Dekorationen keine neuen Risiken schaffen.
Brisant ist in diesem Zusammenhang dieser Artikel: „Le Constellation“-Facebook gelöscht: Weil Pics leicht entzündbare Decke zeigten?“
Demnach war auf früheren Fotos des Lokals eine Akustikdämmung aus Polyurethan-Schaumstoff an der Decke zu sehen gewesen.
Ein günstiges, hoch brennbares Material, das in Gastrobetrieben in der Regel unzulässig ist. Wäre strenger kontrolliert worden, hätte eine solche Decke kaum lange Bestand gehabt.
Entscheidend ist, ob diese Änderung überhaupt gemeldet und abgenommen wurde. Das Walliser System funktioniert, solange Betreiber korrekt handeln, Änderungen melden und Verantwortung ernst nehmen.
Es wird fragil, sobald sich Nutzungen schleichend verändern oder sicherheitsrelevante Anpassungen nicht mehr angezeigt werden.
In Graubünden werden bei sensiblen Betrieben häufiger externe Brandschutzexperten beigezogen, im Tessin gelten bei Nachtbetrieben strengere kantonale Einzelentscheide.
Zudem publizieren diese Kantone mehr Kennzahlen zu Kontrollen und Prävention. Das Wallis tut dies deutlich weniger – kein Beweis für schlechteren Vollzug, aber für geringere Nachvollziehbarkeit.
Diese Tragödie zwingt den Kanton Wallis zu einer unbequemen Frage: Will man weiter am bisherigen, stark vertrauensbasierten System festhalten – oder ist es Zeit, mit anderen Kantonen mitzuziehen?
Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser. Und wer das nach diesem Unglück nicht erkennt, setzt darauf, dass es beim nächsten Mal wieder nur ein tragischer Zufall war.

Wallis halt. Vertrauen ist gut, schmieren ist noch besser – vor allem wenn dann wirklich mal ein Kontrolleur vorbeischauen sollte.
Es wäre langsam Zeit die Walliser an der kurze Leine zu nehmen, auch weil sie fast 1mrd pro Jahr als Steuerausgleich von anderen Kantone erhalten.
Schlamperei im Wallis.
Die Tragödie ist unvorstellbar, das Leid unermesslich. Und Ukraine? – täglich!
Dann fehlten klar Sprinkler-Anlagen, bei so stark belegten Räumen.
Schlamperei pur.
Wie hätte das Ausblenden der Nachrichten aus der Ukraine die Katastrophe von Crans-Montana vermeiden können?
Wau, was für ein Kommentar
Flaschen mit Kerzen in die Höhe Strecken……unglaublich die Leute…Saufen und die Sau loss lassen….
Die SVP schreit nach mehr Eigenverantwortung. In Crans-Montana sehen wir wie tödlich dies endet.
Was für ein jämmerlich misslungener Versuch, diese Tragödie der SVP anzulasten.
Wie tief kann ein Mensch sinken…
Was für ein dämlicher Kommentar
Eigenverantwortung bedeutet Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen – in diesem Fall die Behörden und die Besitzer des Lokals. Ich hoffe auf eine Lückenlose Aufklärung von diesem sehr tragischen Fall.
Meier, Sie sind wirklich Trostpreis, sorry.
Wenn Sie schon die SVP nennen, mit der Umsetzung der MEI wären die Betreiber gar nicht dort gewesen.
Weitere dämliche Argumente?
Richtig! Parmelin muss die politische Veranwortung übernehmen als Bundespräsident und per sofort zurücktreten!
Benko nannte es ein Freundl System, wir sprechen hier gern vom Säuhäfliprinzip.
Anderswo nennt man es einfach Korruption
Was heist Einzelfall auf Walliserditsch?
Sprachwitze sind in dieser Situation sehr unangebracht.
🇸 marotzer 🇻 erband 🇵 öschwies
An Crans Montana hat man nun gesehen, wie stark das Vertrauen und die Hoffung der Politiker und Beamten in das Volk ist. Wer ausser erfahrenen Krisenführern könnte durch solch eine Tragödie besser führen?
Die Zukunft gehört der Schweiz und ihren Sicherheitsmassnahmen.
Und der bedingungslosen Verblödung, messbar and Kommentarniveau
Wenn man im le Walä hinschauen würde, würden die dortigen Politiker ja ihrer Kernaufgabe, dem Wegschauen für Freunde, nicht mehr nachkommen können.
Die Schweiz kennt klar definierte Brandschutzregeln – wobei das Wallis mehr auf „Eigenverantwortung“ setzt.
Das führt zu einer weit höheren „Pflicht“ des Immobilien-Inhabers wie ev. Bar-Pächter „Le Constellation“.
„Eigenverantwortung“ beginnt bei der bestehenden Installation wie Not-/Fluchtausgänge – bei Umbauten, Nutzungsänderungen oder Änderungen der Installationen. Erfolgten Meldungen „ordnungsgemäss“ an die Baubehörde??
Rasch kann Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud – die vorhandenen Not-/Fluchtausgänge einsehen. Bestehen «Mängel», dann ist „umgehend Untersuchungshaft“ anzuordnen.
Macht sie aber nicht. Ihr Mann ist Weinhändler und beliefert Gastronomen wie das Ehepaar M.
Auch der kontrollverantwortliche Feuerpolizist und seine Vorgesetzten gehören in Untersuchungshaft!
In Nordmazedonien gab es im März ebenfalls einen Brand in einer Diskothek mit Rund 60 Toten.
Die Katastrophe von Kočani (ausgesprochen Kotschani) war ebenfalls die grösste des dortigen Landes.
Schweiz = Nord-Mazedonien?!
Wikipedia zu Koĉani nightclub fire 🔥
https://en.wikipedia.org/wiki/Ko%C4%8Dani_nightclub_fire
Ja dann, von nuit!!
Leider müssen wir uns den Vergleich gefallen lassen! Wallis sei Dank…
An der gestrigen Pressekonferenz, die übrigens von sehr vielen ausländischen Journalisten besucht war, hätte man zumindest folgende Aussage erwartet: „Die letzte feuerpolizeiliche Kontrolle fand am …. statt und war ohne Beanstandungen. Die Betreiber befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, damit kein Beweismaterial abhanden kommt.“
Aber wir sind in der wirtschaftsfreundlichen Schweiz und zudem noch im Wallis.
Dieser Ausschnitt aus dem 20Min. Newsticker lässst schon mal übles vermuten:
Wurde die Sicherheit der Bar untersucht?
«Es gibt die Regel, dass solche Bars und Restaurants jedes oder alle zwei Jahre untersucht werden müssen», erklärt Gemeindepräsident Féraud. «Wir müssen die Frage stellen, ob sich die Besitzer diesen Untersuchungen gestellt haben.»
Probleme bekannt und alle schauen weg. Hauptsache der Rubel rollt. Von den lokalen Gemeinebehörden bis zum Kanton. Keiner will die Investoren vergraulen. Und die Investoren? Man baut mit billigstem Material eine Bar um und danach Champagner für CHF 250.– pro Flasche an gutbetuchte Klientel zu verkaufen. Sagt auch viel über das Verantwortungsbewusstsein der Besitzer aus.
Und zahlt den Mitarbeiter den niedrigsten Lohn der per Gesetz noch möglich ist. Maximierung des Gewinnes und Minimierung der Kosten.
Ich war schon in ein paar Clubs gewesen, im Mittelland, nur über eine Treppe zu erreichen, kein Brandschutzplan und kein zweiter Ausgang. Da habe ich schon damals gedacht, wie das möglich sein kann. Auch habe ich Tank Shops gesehen, wo neben den Zapfsäulen ein Aschenbecher stand. Oder Tank Shop wo keine Liste geführt worden ist, betreffend der Einhaltung der Kühlkette. Und die Thermometer für die Überprüfung Temperatur nicht zertifiziert waren. Keine Verbandskästen in den Supermärkten usw
Im Blick kommt grad ein junger Mann aus Crans-Montana zu Wort, der sagt, er sei überrascht, dass es so lange ging, bis etwas passierte. Es ist auch an uns allen, hinzusehen und offensichtliche Missstände zu melden. Aber das brauch halt Courage und Commitment. Im Nachhinein ist alles billig.
„Der Rubel rollt“ die überbezahlten Funktionäre, ( immer mehr in dieser Schweiz)
Sorgen sich um mehr Sozialismus statt ihren Verpflichtungen nach zu gehen.
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser. Das gilt insbesondere im Wallis und für die Walliser, die schon immer das Gefühl hatten was aus der „Uesserschwiiz“ komme gelte nicht für das Wallis. Ich hatte beruflich und im Militär viel mit Wallisern zu tun und weiss von was ich rede. Man muss nur ein paar Beispiele aus dem Fussball (FC Sion, FIFA…) nehmen um das zu untermalen. Ich entschuldige mich bei meinen vielen flotten Walliser Kameraden, die wissen von was ich rede und gerade deshalb nicht mehr dort leben wollen…
Vertrauenbasiertes System, aber jedes Jahr kommen etwa Hunderttausend aus Ländern in die Schweiz, wo eine Kontrollkultur herrscht. What could go wrong….
Das mit der sog. „ Eigenverantwortung“ wird hierzulande von liberalen und libertären Kreisen dauernd zelebriert.
Funktioniert aber in einem auf Renditemaximierung ausgerichteten Wirtschaftssystem nicht.
Das weiss eigentlich jeder, der ehrlich zu sich selber ist. Betrifft auch andere Sachgebiete.
Das System Wallis funktioniert, so lange man sich wirklich kennt. Und so lange die soziale Kontrolle spielt. Sobald aber der erste kommt, den man nicht kennt, der nicht in diesem System sozialisiert wurde, bricht es zusammen. Denn ab diesem Zeitpunkt werden nur noch Kosten minimiert und der Gewinn maximiert.
Der Artikel ist absolut tendenziös und kann keine Fakten liefern. Das tragische Ereignis wird als Beweis genommen um Verhältnisse zu beschreiben, faktenfrei, vom „Hörensagen“.
IP ist unerträglich geworden, danke für die guten Berichterstattungen der letzten Jahre.
Diese Diskussionen sind nichts mehr für mich, ich lese lieber Fakten als Aussagen mit Fragezeichen.
Adieu.
Die staatliche Kontrollwut in der Schweiz kennt keine Grenzen. Sie schafft Erwerbsmöglichkeiten durch Kontrollgebühren, Renovationszwang und Korruptionsmöglichkeiten. Der Unfall ist eine Steilvorlage für die Kontrollmafia.
Auf Eigenverantwortung setzen mehrere Kantone. Dies ist hochproblematisch.
Das Feuerschutzamt verweist jeweils
auf die Vorschriften und Reglemente.
Diese sind umfangreich und komplex.
Bauherren sind keine Brandspezialisten
und die Verlockung von Einsparungen
ist gross. Die entspr. Kantone müssen über die Bücher. Bauten müssen
von Spezialisten geprüft und abgenommen werden.
Nichteinhalten der Vorschriften
muss hart gebüsst werden.
Eigenverantwortung für Brandschutzvorschriften? Absoluter Blödsinn! Wer kennt welche Brandschutzangaben? Genau dafür haben wir Behörden doch auch da fehlen die Fachkräfte!
Hier ist sie wieder, die vielgelobte „Eigenverantwortung“, welche uns Rechte, Liberale und Unternehmerverbände immer so gerne verkaufen wollen.
Dabei heisst „Eigenverantwortung“ doch nur eines, nämlich dass jene, die sie predigen, eben gerade keine Verantwortung wahrnehmen wollen und schon gar nicht durch Gesetze und Kontrollen dazu gezwungen werden wollen Verantwortung wahrzunehmen.
Es handelt sich also um ein inhaltsleeres Tarnwort. Denn die Konsequenzen tragen ja eben gerade nicht die „Eigenverantwortlichen“, sondern die Opfer. Also weder „eigen“ noch „Verantwortung“.
Bergkanton.
Mehr muss leider nicht gesagt werden.
Volltrottel
Mehr muss mann zu dir nicht sagen…
Für einen durchschnittlich vernünftigen Menschen lässt sich die Ursache aus dem vorhandenen Bild- und Video-Material schlüssig ableiten. Hier wurden offensichtlich Vorschriften und Pflichten in grobem Mass missachtet. Eine unverzügliche Untersuchungshaft (Betreiber, Beamte) wäre angebracht. Die Staatsanwältin überzeugt absolut nicht.
Gleiches Szenario Feuerwerk+Pu-Akustikschaum:
Colectiv (RO, 2015): Wunderkerzen entzündeten PU-Schaumstoff; Feuer erreichte Ausgang in <30 Sek.; 64 Tote.
Kiss (BR, 2013): Pyrofackel entzündete PU-Decken-Schaum; 242 Tote
Lame Horse (RU, 2009): Pyrotechnik setzte PU-Decke in Brand; giftiger Rauch und Trümmer; 156 Tote.
Wuwang (CN, 2008): Bühnenshow entzündete PU-Deckenmaterial; 43 Tote.
República Cromañón (AR, 2004): Leuchtfackel entzündete Netz und PU-Dämmung; 194 Tote.
The Station (US, 2003): Bühnenpyro entzündete brennbaren PU-Schaumstoff; schneller Flashover; 100 Tote in Rhode Island.
Das nennt sich natürliche Selektion. Wir haben eh schon Überbevölkerung. Und das ist mein voller Ernst.
Ich erwarte vom Bundesrat, dass er eine ausserkantonale Staatsanwaltschaft zur Untersuchung der Brandursache und den genehmigten Umbaubewilligungen des Clubs betraut. Die Walliser Generalstaatsanwältin Pilloud ist nicht unabhängig. Das zeigten schon ihre Antworten bei der Pressekonferenz.
Ich frage mich wie lange es noch geht bis man die Betreiber von diesem Lokal verhaftet
Mit Chf 900 Mio. Zuschuss pro Jahr aus dem Finanzausgleich muss such das Wallis nicht anstrengen. Schlicht eine Fehlkonstruktion.
Das Wallis fährt auch beim Hochwasserschutz eine eigene Linie.
Das ist das Ergebnis unserer Vollkaskomentalität. Warum zahlt die staatliche Zwangsunfallversicherung SUVA für Risikosportunfälle wie Skifahren und Grümpelfussball? Wer im Brandfall filmt statt flüchtet ist selber schuld.