Eine Tragödie ungeahnten Ausmasses ereignete sich gestern Nacht in Andalusien.
Die drei letzten Waggons des Hochgeschwindigkeitszugs Málaga-Madrid des privaten italienischen Bahnbetreibers IRYO scheren bei einer Geschwindigkeit von 200km/h in einer schnurgeraden Strecke aus und kollidieren mit einem in entgegengesetzter Richtung fahrenden Zug Madrid-Huelva der spanischen Staatsbahnen der Marke Alvia.
Die Strecke Málaga-Madrid bin ich persönlich sehr oft gefahren. Man hatte sie liberalisiert. Neue Züge von Italiens Frecciarossa, die zu Hitachi gehört, sowie Züge der staatlichen französischen Bahnen SNCF unter dem Markennamen OUIGO und die staatlichen spanischen Bahnen RENFE mit dem „Bullet“-Train AVE von Siemens konkurrenzieren sich auf derselben Strecke.
In 2 Stunden 30 Minuten erreicht man in komfortablen Zügen für geringes Geld Spaniens Hauptstadt. Sowohl Flugzeug wie Auto wurden obsolet.
Fortschritt und Bequemlichkeit, ausserdem umweltgerecht und für den Fahrgast ökonomisch attraktiv.
Wäre alles ideal, sofern der allgegenwärtige Pfusch und die endemische Korruption der Regierenden nicht existierten.
Soweit bekannt, hatte die dem Transportministerium unterstehende Betreibergesellschaft der Eisenbahninfrastruktur ADIF die Strecke des Unglücks vor Kurzem für 700 Millionen Euro renovieren lassen: also rund eine Million Euro pro Bahnkilometer.
Die Eisenbahner-Gewerkschaft sprach von einer Low cost-Renovierung des Hochgeschwindigkeits-Bahntrassées, das von 1992 stammt und Unmengen an Korruptionszahlungen an die damalige Regierung von Felipe Gonzalez generierte.
Tatsächlich, ich kann mich perfekt erinnern, wie vor einem Monat genau in der Nähe des jetzigen Unglücksortes jeweils aufgrund der plötzlichen Ruckbewegungen des Waggons sämtliche Wasserfläschchen von den Tischen fielen.
Aus diesem Grund verlangte die Eisenbahner-Gewerkschaft seit Monaten einen Audit der durchgeführten Bahntrassée-Renovierung.
Doch nichts geschah, und die Hochgeschwindigkeitszüge bretterten genau dort mit bis zu 250 Sachen durch die Gegend.
Aufgrund der Liberalisierung in höherer Kadenz und mit gewichtsmässig immer schwereren Zugskompositionen – auch dies wurde von der Gewerkschaft bemängelt.
Spaniens Regierung schien die Prioritäten anders zu setzen. So wurde der ehemalige Minister für Infrastuktur wegen schwerer Korruption inhaftiert (ein Novum), eine Verwaltungsrätin der staatlichen Bahninfrastruktur-Gesellschaft ADIF folgte ihm ins Gefängnis.
Dafür hatte der Minister 247 Millionen Euro Entwicklungshilfe für die Schienennetze von Marrokko und Usbekistan gesprochen. Man darf sich vorstellen, wieviel von diesem Geld in private Taschen zurückfindet.
Seit dem landesweiten Elektrizitäts-Blackout letzten Frühling aufgrund des forcierten, massiven Ausbaus alternativer Energien und den mörderischen Überschwemmungen der Region Valencia stellt man fest: Spanien ist nur Fassade. Hinter der Fassade ist es morsch.
Danke für den gelungenen Artikel.
Und was ist so rund um den Paradeplatz das Gerücht des Tages ?
Diesen Titel schreiben wir in der Schweiz, noch keine 3 Wochen nach einer Tragödie mit 40 Toten. Ich schäme mich für die Schweiz, dass so etwas vorkommen musste. Warum wurde so ein Barbetrieb akzeptiert und nicht verboten? Und jetzt urteilen Schweizer über einen Verkehrsunfall in Spanien – war es wirklich ein Unfall?
Crans Montana war auch ein Unfall. Ursache war ein Wirt aus der EU. Klar, durch Unterlassungen wurde der Wirt nicht gestoppt. Aber es ist wie wie bei einem Raserunfall, der Raser ist die Urasache eines Raserunfalls und nicht die Kontrollbehörde.
Alles Symptome einer verfehlten sozialistischen Politik. Eisenbahn forcieren bis zum Crash, erneuerbarer Strom bis zum Blackout.
Nicht Spanien versagt, die Roten tun es, wie sie es überall tun, mit ihren auf Sand gebauten Luftschlösser. Im erzkatholischen Spanien. Haben wohl auch da Geld mit der Giesskanne verteilt und Wähler gekauft, diese Linken.
Wer etwas mit Signalfarbe Rot wählt, braucht sich nicht zu wundern, wenn nicht mehr weitergeht.
Im Unterschied zur Tragödie in Crans liegt ein Tag nach diesem furchtbaren Unglück noch nichts Konkretes zu den Ursachen vor. Und bereits wird ganz Spanien kaputtgeschrieben.
„…Spanien ist nur Fassade. Hinter der Fassade ist es morsch…“
Schweiz do.
Schon immer.
Man kann Fr. Villalon nur 100% Recht geben. Nur, in Spanien gibt man mehr oder weniger zu dass die Korruption allgegenwärtig ist (“son todos chorros”). In der Schweiz ist man furchtbar beleidigt wenn z.b. Italien die Schweiz der Korruption bezichtigt. Hier ist man auch korrupt aber mit “elegante Nonchalance” 😂😂😂
Bei uns heisst es Beziehungen und Vetternwirtschaft. Nicht das Können zählt, sondern der eigene, finanzielle Vorteil
Wie soll es auch anders sein, wenn die „Intelligenz“ abwandert? Gelle?
Sie meinten vielleicht, wenm kompetente, hochstudierte Fachkräfte (zu Millionen dlüber die offenen Grenzen) zuwandern?
Formidable billet 👍👏
Alle links geführten Länder ver/behindern die Privatwirtschaft, was zum Verfall führt.
Alemania
Drei (!) verschiedene private Anbieter auf dem Gleis! Sind Sie begriffsstutzig?
Sehr geehrte Frau Vilaon, herzlichen Dank für ihren Artikel der zeigt das auch (Herr Trump…) Frauen (manchmal besser sorgar) besser schreibern (manchmal gleich) wie Männer. meine frauen hat früher (vor allem in asien) auch in newspaper (Zeicgungen) geschrieben (besser oder gleich wie Männer) bittwe weiter so Hans Gerhard
Frau Vilalon for president of the usa! Auch Frauen (Mister Trum!!) können das!
Das mit der Privatisierung war eben auch keine so gute Idee… siehe auch England… sorry liebe Marktgläubige….
Terrorstorm?
(Alex Jones)
Woher will diese Villalon das wissen? Gar nichts weiss sie; niemand weiss bisher etwas. War‘s der Zug oder die Schiene, das Tempo oder das Gewicht, die Streckenbeanspruchung oder die Wartung? Heisse Luft! Dafür mit Lästermaul und vagen Unterstellungen.
Deutschland ist wohl das beste Beispiel, wie die sogenannten Eliten, die eigentlich keine Ahnung haben,was die Welt zusammenhält, ein ganzes Land an die Wand fahren können. Milliarden werden in unsichere Alternativenergien investiert, die viel zu teuer sind. Die Sozialsysteme werden ausgebaut, bis niemand mehr arbeitet, weil es sich gar nicht lohnt. Vieles läuft in die falsche Richtung, Vernunft und Realität sind nicht mehr gefragt. Europa wird überflutet mit Zuwanderung,die Regierenden finden es gut obwohl die Bevölkerung leidet.
Regieren auch in der ganzen Elends-Union via Brüssel.
Fuhr letztes Jahr durch ganz Spanien und es war wunderbar.Würden in der Schweiz alle Zugreisende beim Einsteigen so kontrolliert wie in Tortosa, wäre Bahnreisen auch hier sicherer.
Aber momentan läuft bei allen Neubaustrecken ( wie Koralm ) ein Idiotenrennen, weil viele Privatinvestoren einen Fuss in die Türe stellen.
Dank Crans und Spanien gibt’s jetzt Denkpause
Pfusch und Korruption?
Gut das darüber hier berichtet wird.
Kennt man hier ja sonst nur aus dem Alltag.
Oder jeder Firma.
Oder jeder Interaktion mit einem zwangsfinanzierten Arbeiter mit übergrossem Geltungsbedürfnis.
Allgemein kann man festhalten, dass das Modell sich ‚pushing the limits‘ nennt. Aufgrund des Profitstrebens der privaten, gewinnorientierten Unternehmen werden immer mehr Risiken eingegangen, bis das Limit überschritten wird und es kracht. Die Mentalität von „Bis hierher ging’s gut, also kann man noch weitergehen“ ist sehr verbreitet. Individuen, die für den Staat oder Aufsichtsorgane arbeiten, sehen in der Regel weg, aus welchen Gründen auch immer.
Allerdings kommen Unfälle auch unter den besten Bedingungen und bei Einhaltung aller Regeln vor.
Was hier der Fall war, wissen wir noch nicht.
In Italien stürzen Brücken ein, in Deutschland auch, in Spanien entgleisen Züge, in der Schweiz brennt es, Tragödien gehören zum leben, niemand versprach euch Vollkasko bei der Geburt