Es ist eine Rochade der Superlative: Die UBS verlässt ihren angestammten Bau am Paradeplatz 6 und zieht in den einstigen CS-Palast an der Nummer 8.
Wo die Bank das Feld räumt, soll der Jetset einziehen, wie verschiedene Medien schon gemeldet hatten.
Gil Glasenberg, DJ und Sohn des früheren Glencore-Bosses Ivan Glasenberg, bringt mit Matsuhisa das nächste globale Luxuslabel mitten nach Zürich.

Während Gault-Millau bereits in Ekstase gerät, fragen sich Insider, ob Zürich wirklich noch mehr teuren Sashimi in einer sterilen Banken-Umgebung braucht.
Wo früher diskret Millionen verschoben wurden, soll es jetzt jung, dynamisch und weltstädtisch zugehen.
Und wer könnte diesen Geist besser verkörpern als Gil Glasenberg?
Der Filius des Rohstoff-Milliardärs Ivan Glasenberg, der Glencore gross gemacht hatte, tritt unter dem Pseudonym Gil Glaze auf.
Am Regler an den Mischpulten von Ibiza bis St. Moritz.
Wie aber stehen seine Chancen im Hospitality-Fach?
Mit seiner Firma Glaze Hospitality hat er sich die Filetstücke im Erdgeschoss des von Herzog & de Meuron renovierten einstigen Bankverein-Hauptquartiers in Zürich gesichert.
Das Konzept Matsuhisa ist die noch exklusivere Schiene des Nobu-Imperiums, das vor Jahren von Robert De Niro und Nobuyuki Matsuhisa gross gemacht wurde.
Der Name steht im Japanischen für Vertrauen – eine ironische Note an einem Ort, den die UBS zugunsten des CS-Untergangs-Kommandopostens räumt.
Doch am Paradeplatz zahlt man künftig nicht für Geschichte und Herkunft, sondern für das Gefühl, Teil einer globalen Elite zu sein.

Nur: Zürich ist nicht Mykonos. Es stellt sich die Frage, ob der Laden zur neuen Kantine für die Goldküsten-Prominenz wird, die zwischen Porsche-Service und Pilates-Lektion ein wenig Black Cod pickt.
Oder ob es zum reinen Touristen-Nepp verkommt, den sich der normale Zürcher nur aus der Ferne ansieht.
Dass ausgerechnet Gil Glasenberg den Zuschlag erhielt, sorgt in der Zürcher Gastro-Szene für hochgezogene Augenbrauen.
Sicher, der Name Glasenberg bürgt für Liquidität, und die Verbindung zum Badrutt’s Palace in St. Moritz ist eng.
Doch Kritiker bezweifeln, ob ein DJ-Lifestyle und Papas Millionen reichen, um einen Hochkaräter dieser Grössenordnung am schwierigsten Pflaster der Stadt rentabel zu führen.
Die UBS verspricht eine Öffnung zum Platz. Mit Quadratmeterpreisen pro Jahr, die im fünfstelligen Bereich liegen dürften, ist klar:
Hier wird nicht für das Volk gekocht.
Es ist ein Hochpreis-Experiment, während die Bank nebenan im Lichthof versucht, die CS-Altlasten zu verdauen.
Während Glasenberg im Hintergrund agieren will, wirkt das Projekt wie der logische nächste Schritt für die nächste Generation der Rohstoff-Dynastie:
Ein prominenter Platz an der Sonne der Bahnhofstrasse, an dem man zeigt, dass man nicht nur mit Kupfer und Kohle, sondern auch mit Lifestyle-Konzepten am Puls der Zeit ist.
Ob der Fisch am Paradeplatz tatsächlich besser schmeckt als sonst wo, wird sich 2027 zeigen.
Bis zur Eröffnung bleibt das Projekt vor allem das ultimative Symbol für den neuen Paradeplatz-Vibe.
Wo man früher Geld zählte, wird es jetzt verputzt. Zürich verliert seine Banker-Seele und verwandelt sich in eine glitzernde Dining-Destination, in der das Sashimi am Ende wohl wichtiger ist als der Zinssatz.
🍣 Der Paradeplatz verkommt zur Bühne für jene, die Substanz mit Oberflächenbehandlung verwechseln.
Die Banker waren wenigstens effizient in ihrer Gier. Die neue Jetset-Fraktion ist nur laut, teuer und erstaunlich leer wie ein Sashimi-Teller, der nach drei Bissen 50 Franken kostet und trotzdem keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Wer nichts wird, wird Wirt. Wer denkt er wird was wird Banker und wird dann nach der Entlassung zum Sozialfall.
Wenn er nichts wird, wird er Sprücheklopfer. Und selbst das klappt nur mittelmäßig.
Man merkt, dass du viel Zeit hast. Andere müssen ja arbeiten.
Und der Filius des Ex-GlencoreBosses,
natürlich eröffnet er eine Edelbeiz im UBS-Bau wo sonst könnte man so elegant kaschieren, dass man nicht Unternehmer ist, sondern lediglich der Endverbraucher eines gigantischen Erbes. Ein bisschen Interior-Design, ein paar Signature-Gerichte, und schon darf man so tun, als hätte man sich irgendetwas selbst erarbeitet.
Genau.
Eine Gastro-Franchise kaufen: Einfach. Gastro-Betrieb aufbauen und Geld verdienen: Knochenarbeit.
Der Paradeplatz wird damit endgültig zum Museum der Bedeutungslosigkeit.
Die Banker waren wenigstens Zyniker mit System. Die neue Jetset-Fraktion ist bloss ein Haufen gelangweilter Erben, die glauben, ein Signature Dish könne die Leere füllen, die entsteht, wenn man alles hat ausser einer eigenen Geschichte.
Der heutige Lifestyle und die woke work-life-balance wird diesen Generationen noch gewaltig um die Ohren fliegen. Zurich hat heute schon genug überteuerte Bowl, Sushi, Vegi, Libanesen und Thai Restaurants. Bezahlen tun auch heute hauptsächlich immer noch die Babyboomers und ihre Vorfahren, welche noch gespart hatten. Kenne praktisch keine Familie, wo die „Alten“ nicht unterstützen. Vererbt wird bald auch immer weniger.
Ein Paradeplatz, der aussieht wie eine Luxusfassade, hinter der nichts mehr passiert. Banker waren wenigstens effizient in ihrer moralischen Flexibilität. Die neue Jetset-Fraktion ist bloss die dekorative Variante derselben Leere hübsch angerichtet, geschmacklich belanglos, und nach fünf Minuten hat man wieder Hunger auf Substanz.
Nepo Baby.
Ich mach auch einen Franchise und hol die Langosteria!
Oder die Beef Bar.
Für genau solches Zeugs gibts in Zürich genug Nachfrage. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Gäste gesehen werden können.
Und wie wollen sie sich das genau leisten?
UBS Paradeplatz = Angestammter Bau?
Der Hauptsitz war und ist an der Bahnhofstrasse. Der erwähnte Bau war einst der Sitz vom Schweizerischen Bankverein.
Zeit, sich von der alten SBG zu verabschieden, lieber Urs. Tempi passati. Das UBS Management hatte keine Skrupel, es zu tun. Von Ethik keine Spur mehr. Und wenn Vorzeige-Ermotti weg ist, kennen wir kaum noch einen dieser ausländischen Manager auf Zeit.
Zeit hingegen, die EK-Unterlegung dieser Risikogesellschaft zu erhöhen.
Da gehört eine Shisha Lounge hin.
Das ist es das gleiche Geschäftsmodell wie früher: Geldwäscherei.
Und parckeplatz vür leasing BMW M3
Not in defense of Züri
Wer die Entwicklung der Stadt Zug erlebt hat, wundert sich nicht.
Aus der einstmals schweizerisch geprägten und innovativen Kleinstadt ist ein anonymes multinationales lebensfeindliches Monstrum geworden.
Dieses Schicksal wird auch die Stadt Zürich erleben.
Wetten, dass …?
Völliger Blödsinn, was Sie über Zug schreiben.
@ Hans Bleuer
Sie haben völlig recht Herr Bleuer. An der Bahnhofstrasse finden sich heute die gleichen seelenlosen Luxusgeschäfte wie in anderen „Prachtsmeilen“. Völlig langweilig und auch lebensfeindlich, wie Sie das richtig auf den Punkt bringen.
Ich verstehe hier einmal mehr die Negativität nicht. Weshalb wird hier rumgemotzt, wenn einer einen Sushi-Laden eröffnet? Hauptsache die Immobilie wird genutzt, der monatlich zu entrichtende Obolus an die Eigentümer dürfte hier nicht in Gefahr sein.
Oder wollt ihr eine weitere städtische Planungswirtschaft, die vorschreibt welche Gastronomiekonzepte genehm sind? Was darf es denn sein? Cordon-Bleu (Schwein, ist günstiger), Grill (die Bratwurst wird aus St.Gallen importiert), Fondue (extra pfiffig-frecher Käse!) oder doch lieber ein Irish-Pub?
Der junge Glasenberg ist keineswegs blöd 👍..Für die Dubai Flüchtlinge wird der Schuppen ein Hit 😄
banker und filius.
wo ist da der unterschied?
beide braucht man nicht mehr.
ist und bleibt ein inhaltsloser Platitüden-Drescher.
Cool, dass gibt Lukas die Möglichkeit sich endlich neu zu erfinden und aus Inside Paradeplatz wird ein Food-Blog
Was soll denn das heissen, „DJ-Lifestyle“? Das ist knallharte Arbeit für diejenigen, die das längerfristig erfolgreich und beruflich machen. Ich meine nicht die Influencer und TikTok-Clowns, sondern richtige DJs. Im Musikbusiness wird einem nichts geschenkt.
Zudem wird er ja das Restaurant kaum selber führen, sondern tritt als Investor auf. Und ein japanisches Restaurant an diesem Ort ist sicher besser für Zürich als Büroräume oder wenn es leer steht.
Der Paradeplatz hiess früher Schweinemarkt, wo Grösse, Glanz und Grunzen wichtig war. Dann hiess er Neumarkt, schliesslich Paradeplatz.
Wo kann ich bei meiner Einkehr mein Lastenvelo parkieren?
Auch wenn ich ein (zu) hochpreisiges Kettenrestaurant (Franchise) besuche, so bin ich nicht kurzfristig De Niro und meine Begleiterin nicht Gwyneth Paltrow.
Da können die heutigen Metropol-Gäste hin.