Der Bundesrat darf stolz auf sich sein.
Mit seinem Entscheid in Sachen UBS hat er einem der grössten Schweizer Konzerne einen Tagesverlust an der Börse von rund 3 Milliarden Franken eingebracht.
Das ist kein Kleingeld. Hunderttausende von Schweizern, ihre Pensionskassen samt AHV-Fonds, haben einen Teil ihrer Vermögen während Minuten verloren.
Die Anleger in UBS-Aktien müssen nun sehen, wie sie wieder zu ihrem Geld kommen.
Einer der bedeutendsten Partner der Schweizer Wirtschaft wurde zum Stolpern gebracht. Von einer Frau, FDP-Finanzministerin Karin Keller-Sutter, die als Heldin des Schweizer Finanzplatzes in die Geschichte eingehen möchte.
Die Margaret Thatcher der Schweizer Liberalen, mit den Stimmen der Sozialdemokraten in die Schweizer Regierung gebracht, will verhindern, dass das Schweizer Volk für mögliche kommende Verluste der Grossbank künftig haften muss.
Sie nimmt den Untergang der Credit Suisse als Ausgangspunkt für ihre brutalen Forderungen, die das Wachstum der Bank in Zukunft begrenzen sollen.
Es geht rasch in Vergessenheit, dass es der UBS-Konzern war, der die Reste der Credit Suisse einsammelte, die von Zürcher und anderen Schweizer „Top“-Managern in den Ruin getrieben wurde.
Eine unglückliche Rolle spielten bis zuletzt einige bekannte, wenn auch sonst wenig einflussreiche bürgerliche Politiker.
Angeführt von Thierry Burkart, der das Präsidium der FDP Schweiz fluchtartig verlassen hatte, weil der Partei die straffen Zügel des Herrenreiters aus dem Aargau nicht gefielen, stellten sie sich ihren eigenen Bundesräten in den Weg.
Das im Kern sinnvolle Anliegen der bürgerlichen National- und Ständeräte scheiterte an der mangelnden Unterstützung durch ihre eigenen Parteien. Es scheiterte auch am nervigen Verhalten der beiden UBS-Spitzenmanager Colm Kelleher, VR-Präsident, und Sergio Ermotti, Konzern-CEO.
Kelleher, ein Ire mit US-Hintergrund, fand nie den Zugang zur Schweizer politischen und wirtschaftlichen Elite. Sergio Ermotti, hohe Boni erwartend, präsentierte sich als Spielmacher gegen die Anliegen des Bundesrats.
Die Übung schlug fehl.
Seit der Übernahme der CS-Group fand die UBS keinen Weg in die Herzen der Schweizer, vor allem auch nicht einen Weg in die Herzen der Politiker und Parteivorstände.
Bekanntlich gibt es nur einen Weg in die Herzen der Schweizer: Cash oder grosszügiges Sponsoring. Das war in der „alten UBS“ nicht anders.
Eine schreckliche Koalition von FDP- und SP-Bundesräten gab den Ton vor. Niemand im Bundesrat wagte es, das Ruder herumzuwerfen.
In der Schweiz verdichten sich jetzt und in den kommenden zehn Jahren die Herausforderungen. Nichts ist mehr sich,r und das Geld wird in den Kassen von Bund und vielen Kantonen knapp.
In dieser Situation einen der grössten Steuerzahler der Schweiz zu schwächen, ist mehr als Dummheit. Es ist ein Verbrechen.
Mit einer solchen Politik schwinden alle Aussichten, die Steuern könnten wieder einmal gesenkt werden. Aus den Goldenen Jahren des Finanzplatzes ist längst ein Aschehaufen geworden.
Adieu reiche Schweiz und wohlhabende Schweizer.
Sergio Ermotti wird sich die Chance nicht nehmen lassen, die Bank mit eiserner Hand an die Spitze zu führen. Seine Aktionäre erwarten dies. Warum sollte er noch Rücksicht nehmen, wo die Landesregierung keine nimmt?
Warum sollte er die Kreditzinsen senken, wenn er hohe Gewinne machen muss, weil eine ehemalige Diplomübersetzerin dies verlangt?
Von der SP Schweiz und der FDP Schweiz ist aus der Parteileitung kaum Unterstützung zu erwarten.
SP-Co-Präsident Cédric Wermuth ist ohnehin gegen alle Formen des Kapitalismus. Die SP ist längst eine bürgerliche Partei geworden, die in erster Linie Staatsangestellten, Lehrern, Professoren und Künstlern dient.
Susanne Vincenz-Stauffacher, Co-Präsidentin der FDP Schweiz, ist mehr eine linke Kampagnen-Emanze. Ihr Verlegenheits-Co-Präsident Benjamin Mühlemann, Ständerat des verarmenden Kantons Glarus, hat bisher nichts von Format gezeigt.
Jürg Grossen, der bald zehn Jahre die GLP führt, ist seither als „grüner Unternehmer“ erfolgreich, weniger als grüner Politiker. Seine Parteimitglieder leben von der Hoffnung.
Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen, ist eine glatte Fehlbesetzung. Die Schweizer haben heute andere Sorgen als die Erhaltung der Umwelt. Sie kämpfen um die eigenen Einkünfte.
Die A-Schweiz der Konzerne hat sich längst gelöst von der B-Schweiz jener Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die ihr Heil im Hellebardenland suchen.
Christoph Blocher regiert die SVP seit drei Jahrzehnten, länger als Viktor Orban und Tayyib Erdogan. Die von ihm eingesetzten Parteipräsidenten haben mehr oder weniger gute Jobs gemacht.
Im Ganzen gesehen funktioniert der SVP-Parteiapparat aufgrund seiner Kontinuität besser als alle anderen.
Nach einem SVP-Wahlsieg im Herbst 2027 werden sich die Schweizer nicht in einem neuen Anker-Paradies wiederfinden, sondern in der harten Wirklichkeit sie umgebender, tendenziell unfreundlicher Staaten.
Ganz wie es den Brexit-Engländern geschehen ist, die ohne EU-Mitgliedschaft nur eine Richtung kennen: den Weg in die Armut.
Grossartige Unternehmer und Politiker haben die Schweiz und dessen Volk reich gemacht. Jetzt hat die Zeit der Rattenfänger begonnen. Das bürgerliche UBS-Fiasko muss erst noch verarbeitet werden.
Die UBS ist eine Gefahr für die Schweiz.
Gerne nach Amerika auswandern.
Wer 5.8 milliarden boni im jahr auszahlen kann, hat genug geld, sein EK stufenmässig zu erhöhen. Eigentlich relativ einfach.
Die UBS-Aktie pendelt seit geraumer Zeit um die 30 Fr. und war auch schon tiefer als 10. Richtig Geld verloren hatten diejenigen, welche damals vor diesem Absturz während der Finanzkrise in UBS investiert waren. Jetzt sind es lediglich Spekulanten, welche kurzfristig auf höhere Kurse gesetzt haben und denen KKS einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Heutiger Schlusskurs Fr. 32.62. Mein Beileid hält sich in Grenzen.
M.E. wird sich die vorgegebene Ausstattung der Bank mit Eigenkapital und die damit einhergehende Sicherheit langfristig auch positiv auf den Aktienkurs auswirken.
Die Auseinandersetzung ist viel zuwenig differenziert. Es geht ausschliesslich um das hochrisikoreiche Ertrags- wie auch grenzenlose Verlustpotential beim „Gamblerbanking“.
Die direkten wie indirekten Steuerleistungen der UBS können das durch die Schweiz zu deckende Ausfallriko niemals auch nur ansatzweise kompensieren. UBS zeigt keinerlei Bereitschaft mögliche Ausfallkosten für den Teilbereich vom weltweit bewirtschafteten Hochrisikbanking selbst zu tragen. Also bleibt der Schweiz nichts anderes übrig als sich reglementarisch abzusichern. Selbst US-Senatoren haben diesbezüglich Vorbehalte.
Stöhlker sägt mit jedem seiner Artikel an den tragenden Säulen der Schweiz.
Er propagiert ein JA zum vorliegend abstimmungsreifen EU-Unterwerfungsvertrag von 2000 Seiten.
Zudem soll die UBS von der Schweiz Vollkaskodeckung zugesichert erhalten damit die Bank den Teilbereich des hochrikoreichen Gamblerbankings ungeschmälert grenzenlos bewirtschaften kann.