Eine staatlich finanzierte Marketing-Agentur kassiert jedes Jahr 60 Millionen vom Bund und schliesst die Bücher mit einem „Minderaufwand“ von 25’134 Franken.
Praktisch eine Null. Rekordverdächtig, geschafft von Schweiz Tourismus. Die Tourismus-Förderin des Alpenlandes nutzt dafür zwei Hebeln.
Die sind schon einzeln kreativ, in Kombination aber für den Steuerzahler richtig teuer.
Ihr Name: Rückstellungspolitik und Fonds-Äufnung.
Hebel eins: die Marketing-Rückstellung. Per Bilanzstichtag werden 7,4 Millionen Franken für „Marketingaufwand des Folgejahres“ passiviert.
2024 waren es noch 6 Millionen. Macht ein Plus von 1,4 Millionen. Innerhalb eines Jahres.
Begründung im Anhang der Rechnung: keine.
Wie das funktioniert, ist im Prinzip simpel. Kurz vor Jahresende schaut der Finanzchef, was das Ergebnis bringt.
Droht ein Plus? Kein Problem. Man „antizipiert“ Verpflichtungen fürs nächste Jahr, bucht sie heute als Aufwand – und schon schmilzt der Gewinn weg.
Authentisch wirken die Buchungen, weil sie teilweise belegbar sind: Verpflichtungen für Fachmessen im Folgejahr wie IMEX oder ITB.
Steht man andererseits mit einem dicken Polster da, kann man die Rückstellung „auflösen“: zack, Ertrag aus der Vergangenheit, das laufende Jahr sieht plötzlich rosig aus.
Die Bezeichnung dafür gibt’s seit Jahrzehnten: stille Reserven. Im Privatsektor heisst das Ergebnisglättung.
In einer staatlich alimentierten Organisation bedeutet der Vorgang: Der Bundesbeitrag fliesst durch eine schwarze Box, deren Pegel niemand von aussen kontrollieren kann.
Eine schwarze Box, die durch den dunklen Röhreneingang zu Schweiz Tourismus an der Zürcher Morgartenstrasse beinahe symbolisiert wird.
Die Revisionsstelle Ernst & Young hat keinen Vorbehalt angebracht. Selbstverständlich nicht.
EY prüft, ob die Buchung formal korrekt ist. Nicht, ob die Höhe wirtschaftlich gerechtfertigt ist.
Ob 7,4 Millionen „richtig“ sind oder 4 oder 9, das beurteilt EY nicht. Das beurteilt niemand.
Hebel zwei: der Fonds, der nie leer wird.
Formell die Rückstellung für „Ausserordentliche Ereignisse Destination Schweiz“. Stand Ende 2025: 8 Millionen Franken.
Plus eine Million im Jahr. Letzte Entnahme: während Corona.
Seither – Funkstille. Jedes Jahr eine Million drauf. Keine Auslöseschwelle, kein Plafond, kein Zeithorizont.
Auch kein öffentlich zugängliches Reglement. Wenn ein Notfallfonds nach dem Notfall stetig wächst statt zu schrumpfen, dann ist das kein Fonds, sondern ein Sparkonto.
Auf Rechnung des Taxpayers. Für diesen sieht das Geschäftsmodell wie folgt aus:
Schritt 1: 60 Millionen Bundesgeld kommen rein. Das ist gesetzt.
Schritt 2: Droht am Jahresende ein Überschuss, also genau jenes Geld, das eigentlich an die Bundeskasse zurückfliessen müsste oder im Folgejahr den Beitrag senken könnte, fährt der Buchhalter die Rückstellung hoch.
Marketing-Verpflichtungen „für nächstes Jahr“. Keiner prüft wirklich. Vertraglich korrekt, heisst es. Schön.
Das begründet die Position dem Grunde nach. Die Höhe begründet es nicht.
Schritt 3: Was die Rückstellung nicht abräumt, wandert in den „Notfallfonds“. Der wächst und wächst.
Und liegt einsatzbereit, falls man ihn dereinst, ohne Rückfrage beim Bundesparlament, für ein Lieblingsprojekt einsetzen will.
Schritt 4: Das ausgewiesene Jahresergebnis: 25’134 Franken. Niemand kann sagen, der Bund habe zu viel überwiesen. Es bleibt ja nichts übrig. Auf dem Papier.
Das Ergebnis: Der Steuerzahler überweist 60 Millionen. Jahr für Jahr. Was effektiv für Tourismuswerbung ausgegeben wird, was geparkt wird und was als Reserve für späteren Spielraum gehortet wird:
Das weiss er nicht. Der Parlamentarier, der den nächsten Bundesbeitrag bewilligen soll, weiss es auch nicht.
Der sieht eine schwarze Null und einen prall gefüllten Fonds. Beides spricht auf den ersten Blick für eine sparsame, gut geführte Organisation.
Auf den zweiten Blick spricht es für etwas Anderes: Dass die Bewilligung des nächsten Beitrags auf Basis von Zahlen erfolgt, die das Management selbst gesteuert hat.
Jetzt wird’s pikant. Das Seco kommt ins Spiel. Mit einer am Ende 2023 unterzeichneten Vereinbarung zwischen dem Wirtschafts-Bundesamt und Schweiz Tourismus.
Sperriger Titel: „Vereinbarung über das politische Controlling Reporting und Monitoring“, Januar 2024 bis Dezember 2027.
Die Fonds-Äuffnung – die Million pro Jahr, die seit der Pandemie ungestört in den „Notfall“-Topf wandert – passiert nicht heimlich. Sondern mit dem Plazet der Aufsichtsbehörde.
Dem Seco. „In einem Geschäftsjahr nicht eingesetzte Bundesmittel, die nicht transitorisch abgegrenzt werden, werden per Ende des Geschäftsjahres zweckgebunden zurückgestellt und dem ‚Fonds für ausserordentliche Ereignisse Destination Schweiz‘ zugeführt.“
Steht wörtlich in der Vereinbarung, die der Autor unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte.
Eine Vereinbarung jener Stelle, die im Auftrag des Bundes prüfen soll, ob 60 Millionen Steuergeld bei Schweiz Tourismus richtig eingesetzt werden.
Die gleiche Stelle beantwortet die Medienanfragen zum Geschäftsbericht von Schweiz Tourismus.
Das Konstrukt sieht so aus: Schweiz Tourismus äufnet den Fonds. Das Seco nickt. EY prüft die Buchung.
Niemand prüft die Frage, ob das Ganze überhaupt Sinn macht.
Drei Instanzen, drei Häkchen. Keiner fragt: Wieso wächst ein Notfallfonds nach dem Notfall?
Das ist die Mechanik, in der aus Steuergeld stille Reserven werden.
Eine Behörde deckt die andere, am Schluss steht eine Zahl in der Bilanz, die niemand begründen muss – weil ja alle zugestimmt haben.
Für den Steuerzahler heisst das: Der vermeintliche Schutzmechanismus – die Aufsicht – ist selbst Teil des Systems.
Wer hofft, das Seco werde im Namen des Bundes auf die Bremse treten, hofft vergeblich. Das Seco hat den Fuss auf dem Gaspedal.
Wer eine Millionenaufgabe ohne Ausschreibung zugeschanzt bekommt, darf sich Reserven schaffen, soviel er mag.
Dabei nicht erklären zu müssen, wie viel und wofür er das tut, ist in der freien Wirtschaft Ok. Dort herrscht Wettbewerb.
Swiss Tourismus ist das Gegenteil.
Die problematischste Information steht nicht im Anhang. Sie steht zwischen den Zeilen einer Seco-Medienauskunft.
Der Fonds werde „transparent ausgewiesen“ und sei früher von der Finanzkontrolle geprüft worden.
Übersetzt heisst das wohl: Wir haben das so beschlossen. Diskussion beendet.
Pikant? Schlimmer. Es ist das klassische Schweizer Aufsichtsversagen im Kleinformat – nicht spektakulär wie bei der CS, sondern leise, langjährig, mit Stempel und Unterschrift.
60 Millionen jährlich, gut verpackt, breit abgesegnet, dünn erklärt – im Jahresbericht 2025 von Schweiz Tourismus.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Mittleres Management halt
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Da reicht es höchstens für Debitoren – oder Kreditoren-Buchhaltung.
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Finanzakrobatik war schon immer die Kunst der Meister und Könner. Wer es sich leisten kann die Erfolgsrechnung vom hinten gewünschten Resultat her zu gestalten hat es definitiv geschafft.
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Man muss wissen wie Spiel- und Hohlräume optimal eingesetzt und genutzt werden können.
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Vielleicht könnte man den Notfallfonds anzapfen um den Ruf des Wallis wieder aufzupolieren?
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Da ist nichts mehr zu reparieren. Hopfen und Malz verloren, schade um jeden Rappen, der dafür investiert würde.
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Darum zahle ich keine Steuern mehr in diesem korrupten Staat! Mit diesen Mafia-Politiker…
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Die Kohle bringen nichts, abschaffen, subito
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Bald wird dieser Organisation auch noch Geld für den Kampf gegen „Over“-Tourismus gegeben.
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Wir leiden alle unter Dichtestress und Overtourism und müssen zuschauen, wie dieser Selbstbedienungsladen Jahr für Jahr mit Millionen überschwemmt wird.
Es ist zum Haare raufen, freundlich gesagt.
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Da hat Fr. Budliger wohl einigen Leuten einen Gefallen getan mit dieser Vereinbarung und es vereinfacht natürlich einiges. Sie ist halt eine richtige Teamplayerin und Engagiert sich gerne für ihre Leute. Sie wird ja auch an später gedacht haben. Sie ist ja seit dem 1.August 2022 im Amt und will das ja wohl auch noch eine Weile bleiben. Zum Glück Wissen wir nicht was sonst alles noch so läuft. Wir können es uns nur Denken und Vermuten. Es sei den wir dürften mal in ihre Finanzakrobatik reinschauen.
Aber das wird leider nie passieren, denn ansonsten würde es evtl. unangenehm für sie werden.
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Und zum Dank warnen die Verbände der Wirte und Hoteliers lautstark vor der angeblichen ‚Chaosinitiative‘, weil sie ja ohne immer neue ‚Fachkräfte‘ aus der EU die mit subventionierter Werbung angelockten Touristen gar nicht bedienen könnten…
Zweimal den Stecker ziehen, es reicht jetzt.
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Betrachten wir Themen Dichtestress, Touristen in Vorgärten für Foto-Sessions, Eintritt in Selfi-Hotspots, Verkehrs- und ÖV-Überlastung, dann ist das Vorgehen schlicht ein Hohn. Aber jeder weiss: nicht verbrauchtes Budget des Vorjahrs wird im Folgejahr gekürzt. Also, Kohle raus oder verbuchen.
Schlimmer ist, dass die Buchprüfer dies dulden. Bspw. sind wiederkehrende Messen klassisch laufende Kosten, Verträge für ein Folgejahr dito.
Aber wer beisst schon die Hand, die einen füttert?
Das ist formalisierter Schwindel, gepaart mit Schlendrian vom Eigentümer, bezahlt vom Steuerzahler.
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Der Autor hat wohl 17 Jahre seines Lebens mit unsinnigen Tätigkeiten sein Leben verschwendet. Zum Glück kann er jetzt seine Pension-bezahlt durch Swiss Tourismus – geniessen. Wenigstens ein erfreulicher Lebensabend in Thailand nach einem sinnlosen Berufsleben
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Wäre sehr interessant zu erfahren, wer genau „die Hohle Hand macht“ und sich am Millionentopf bereichert.
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Korruption, Vetternwirtschaft, Kickbacks sind an der tagesordnung, da macht die Schweiz kein Unterschied, obwohl die Schweiz gerne mit dem Finger auf andere Staaten zeigt bzw. Personen von dort die in der CH leben und diese vorverurteilt, z.B. vom Balkan. Politiker und staatl Institutionen die eigentlich für den Bürger da sein sollten, haben immer mehr die Ansicht das die Bürger für die da sind. Das Politiker die von fremder Leute Geld bezahlt werden die das erst erwirtschaften müssen, das man ihnen dann mit Steuern regelrecht raubt, wird verplempert.
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60 Millionen jedes Jahr und vermutlich ist das Departement Keller Sutter verantwortlich. Diese Bundesrätin will doch sparen. So macht es den Eindruck. Hier kann sie das. Nur zu, Frau Bundesrätin. Und abgesehen davon: 2024 hatten wir die nutzlose Bürgenstockkonferenz. Die kostete etliche Zehnmillionen Eine Schweiz-Tourismusaktion erster Güte, sonst nichts. 2024 also über 100 Millionen !
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🍇🍇🍇🍒🍑🍋
Laeuft das nicht grundsaetzlich bei allen nationalen Organisationen so? Genau gleich?zBsp. Staedtische Liegenschafts Bewertungen, u.a der unzaehligen Heimatschutz altImmos? Immos in geologisch kritischen Regionen? Wer bewertet dort wann & wie? Big Window mit div CH-Dressings zur Auswahl.
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Und wenn ich so etwas mit meiner kleinen Bude mache, dann kommt der Fiskus und schreit mich an, so etwas sofort zu unterlassen.
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60 Millionen wozu? Einige Herrschaften führen mit diesem Geld sicher ein angenehmes Leben. Aber eine Million für Roger Federer als Botschafter für Schweiz Tourismus einzusetzen wäre 60mal wirksamer als routiniert all die Jahre Steuermillionen für nutzlose Aktionen verdampfen zu lassen.
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Jammern nützt nichts! Wer wäre bereit, Unterschriften zu sammeln zwecks Abschaffung von CH-Tourismus?
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Das SECO unterstützt auch Projekte für Firmen über die bereits der Konkurs eröffnet wurde, so zB die Phänomena AG die zehn Tage vorher noch den Namen in Fanema AG gewechselt hat und dann pleite ging (Sommer 2025) und im noch im März 2026 hat das SECO 1.7 Mio dieser Firma – auch im Zusammenhang mit Schweiz Tourismus – zugesprochen. Ein Trauerspiel wie Steuergelder vom SECO ungeprüft verschwendet werden. Mehr zu lesen unter https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Standortfoerderung/Tourismuspolitik/Innotour/Gefoerderte_Projekte/2024_2027/phaenomena.html