Michael Bär wird am Sonntag 64. Der Geburtstag fällt in eine düstere Zeit.
Die Schlinge um Bärs Kopf zieht sich immer schneller zu. Er und weitere Topshots der MBaer Merchant Bank könnten in einer grossen Strafuntersuchung landen.
Eine entsprechende Anzeige von Anonym ist vor Wochenfrist bei der Zürcher Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte eingegangen.
Ebenso bei der Bundesanwaltschaft in Bern. Es gilt für alle die Unschuldsvermutung.
Die Anzeigeerstatter schreiben, weitere Briefe an die US-Finanzermittlerin FinCen und andere Behörden in den USA seien in Vorbereitung. Eine FinCen-Untersuchung hatte das Ende der MBaer vor 4 Monaten eingeläutet.
Die beiden Schweizer Strafbehörden halten sich bedeckt. „Wir können Ihnen dazu keine Auskunft erteilen“, meinte gestern ein Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft.
Bei der Bundesanwaltschaft hiess es, „die Kommunikationssituation hierzu“ habe sich „seit Anfang April 2026 nicht verändert“.
Damals gab der Chef der nationalen Strafbehörde bekannt, dass die Bundesanwaltschaft gegen die MBaer aktiv geworden sei.
Die jetzt abgeschickte Strafanzeige der unbekannten Anzeigeerstatter hat eine brisante Beilage: Einen USB-Stick mit Audio-Files.
Dieser sei „beim Aufräumen eines (ehemaligen) Arbeitsplatzes in den Räumen der MBaer Merchant Bank aufgefunden“ worden, steht in der Strafanzeige.
Die aufgezeichneten Gespräche von Michael Bär und fünf weiteren hochrangigen MBaer-Chefs würden den Verdacht erwecken, dass die Verdächtigten kriminelle Grenzen überschritten hätten.
Geldwäscherei, Sanktionsumgehung, Urkundenfälschung und GwG-Pflichtverletzungen stehen im Raum.
Auf den Audio-Files sind neben der Stimme von „Mike“ Bär auch jene seines langjährigen Private-Banking-Chefs, der Finanzchefin, des obersten Compliance-Verantwortlichen, des Chief Operating und der Risk Chefin zu hören.
Letztere wurde wenige Monate nach den Gesprächen, die auf dem Stick sind, CEO der MBaer. Es handelt sich um Annett Viehweg.
Der Stick umfasst vier Audio-Files aus der Zeit vom 9. bis 13. Juli 2024. Damals war eine erste intensive Untersuchung durch eine Anwältin von Wenger Vieli über die Bühne gegangen.
Die Juristin sass auch im VR der MBaer. Als sie sich mit ihren Forderungen dort nicht durchsetzte, trat sie Ende 2024 zurück. Auf Basis ihrer Arbeit schlug ein Jahr später die Finma zu.
Der Bankenaufseher schloss kurzerhand die Zürcher Privatbank mit ihren 60 Leuten und 5 Milliarden Kundenvermögen. Ende Februar dieses Jahres war Schluss.
Die Gespräche der obersten MBaer-Chefs drehten sich um Viktor Vekselberg und dessen Vermögen bei der MBaer. Vekselberg war auf der schwarzen Liste der Amerikaner gelandet und hatte keinen Zugang mehr zu seinem Geld bei den Banken.
Mike Bär und seine MBaer-Kollegen halfen Vekselberg mit einer Geheimkonstruktion. Es gab eine Verbindung mit einer russischen Bank, bei welcher die MBaer Geld in eigenem Namen hielt – ein sogenanntes „Nostro“-Konto.
Umgekehrt galt in Zürich bei der MBaer die Russen-Bank als Kontoinhaberin; im Fachjargon und aus Sicht der MBaer ein „Vostro“-Konto.
Von diesem floss dann das Geld zur Ehefrau von Vekselberg.
„Ein Konstrukt, das nicht schön ist“, meinte Paul von Mérey, der damalige Private Banking-Chef der MBaer und engste Vertraute von Mike Bär.
Jetzt, im Sommer vor 2 Jahren, gabs dringenden Handlungsbedarf: Die russische Bank war ihrerseits ins Visier der Amerikaner geraten.
Gemeinsam suchten von Mérey, Bär und die übrigen Genannten am 9. Juli 2024 im grossen Sitzungszimmer der MBaer in Zürich nach einer Lösung, diesen Setup für den US-sanktionierten Oligarchen schnell aufzulösen.
Ohne verrräterische Spuren zu hinterlassen.
„Ich mache denn schon Creative accounting, damit es funktioniert“, meinte die Finanzchefin der MBaer zwei Tage später in der folgenden Sitzung zum offenbar heiss diskutierten Verkselberg-Thema.
Als Lösung war ein „Internal netting“ vorgesehen. Durch Hin und Her-Bewegungen, einem unter Banker als „Kompensieren“ bekannten Vorgang, würde das Geld vom Konto der Russen-Bank endgültig zur Vekselberg-Partnerin fliessen.
Dann könnte MBaer – husch-husch – das „Nostro“-Konto in Moskau schliessen. Ausradiert, wie nie dagewesen.
Einige Chefs äusserten Zweifel.
„Dies ist eigentlich etwas, was man nicht macht“, meinte der Compliance-Chef, ein Herr namens Frank Grundler, der ebenfalls zur langjährigen und verschworenen Truppe rund um Mike Bär gehörte.
„Dies macht man nicht, es ist ‚messed up'“, befand auch die Finanzchefin der Privatbank mit Sitz in unmittelbarer Nähe zur Zurich Versicherung und der Swiss Life am linken Seebecken der Little Big City.
Bank-Namensgeber Mike Bär beruhigte: „Früher hat man das so gemacht, das war normal und erklärt Netting.“
Compliance-Chef Grundler pochte darauf, dass nichts zum ganzen Vorgang und den wechselseitigen Konti in Moskau und Zürich protokolliert würde.
„Nein, besser kein (russischer Bankname) in den Minutes, da es ein Konto ist, das wir gar nicht so haben“, dozierte Grundler.
„Was soll ich jetzt machen?“, fragte darauf die Protokollführerin. „Nichts schreiben“, befahl Grundler, und meinte dann, seine Compliance könne mit dem gewählten Vorgehen „umgehen“.
Also jener Mann, der gegenüber der Finma sauberes Banking sicherstellen sollte. Zwei Tage später waren dann alle happy.
Insbesondere Paul von Mérey, der entscheidend war fürs Konstrukt.
„Wir machen einen Operational loss bei der (Name der russischen Bank) in Russland und überweisen den Betrag in zwei Tranchen an eine nicht-SDN (*) Person, (Name der Frau von Viktor Vekselberg).“
„Und durch die Spesen decken wir den Operational loss.“
Annett Viehweg, die spätere CEO, die damals noch für Risk zuständig war, meinte – lachend – mit Blick hinüber zu Compliance-Chef Grundler:
„Als Head Compliance, würdest Du dieser Lösung zustimmen?“ Dann fügte sie an: „Die Lösung ist nicht schick.“
Grundlers Antwort fiel kurz aus: „Nichts protokollieren.“
Ein Sprecher der MBaer hatte im April rund um die erstmalige Berichterstattung zum Nostro-Vostro-Russen-Konstrukt Folgendes gesagt:
„Tatsächlich wurde im Sommer 2024 entschieden, keine weiteren Transaktionen über die betreffende Bank zuzulassen und die Geschäftsbeziehung geordnet zu beenden.“
„Die internen Diskussionen beschränkten sich auf die regulatorisch saubere Rückführung bestehender Guthaben.“
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Das Buch der“ Bär und das Schweigen“ zeigt auf wie gewisse Bären fuhrwerkten. Es zeigt auch auf, wie die Bundesanwaltschaft und die FINMA Strafverfahren oder Untersuchungen eröffnen und diese bei erster Gelegenheit einstellen oder versanden lassen. Das schadet dem Finanzplatz Zürich massiv und es wird noch weiteren Schaden geben für den Steuerzahler.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wenn die MBaer in den Jahren nach 2020 noch so obvious krumme Deals mit Vekselberg machte, welche Risiken schlummern bei den anderen Schweizer Bänkli?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Hoffe die Mbaer haben nicht nur den schwarzen Gurt im „kreativern Banking“ sondern auch den schwarzen Gurt in Karate.
Viel Spass beim Grenzübertritt. Die Auslieferung und US Gefängnisse lassen grüssen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Mbaer ist ein Einzelfall.
Einer dieser vielen Einzelfälle die man erwischt hat und noch erwischen wird.
Da gibt es garantiert noch weitere Banken die jede rote Linie bei den Geschäften mit den Russen (und Ukrainer) überschritten haben.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Egal liebe MBaer Führung, ihr habt den US Behörden ins Genick geschi….! So sollte es auch sein. Nicht wie die dauernde Kuscherei von den schweizer Politikern. Ist es nicht kriminell, diskriminierend und rassistisch einfach Vermögen von Russischen Staatsangehörigen einzufriere?