Bald lodern die Höhenfeuer wieder, und so manche Festredner kümmern sich bereits um die Ansprache bei Bierdunst und Bratwurst-Kulinarik.
Dabei haben die wenigsten eine Ahnung von den wirklichen Wurzeln der Eidgenossenschaft.
Das ist nicht mal ihre Schuld: Die Historiker sind es, die es verpassen, die richtigen Fragen zu stellen.
Weil sie in der Regel nichts von Finanzen verstehen. Denn auch hier gilt: It’s the Money, Stupid.
Wenn die behäbige Historikerzunft nämlich vom Geld etwas verstünde, würde sie zuerst einmal einen wichtigen Player unter die Lupe nehmen, der auf der mittelalterlicher Bühne mächtig Staub aufwirbelt:
Werner von Homberg, Graf von Rapperswil.
Der Voralpen-Adlige legt zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine steile Karriere hin. Er steigt vom Provinzgrafen zur Nummer zwei im Deutschen Reich Römischer Nation auf.
Im Jahre 1313, auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, ernennt ihn König Heinrich VII. zum Reichsvikar der lombardischen Provinz und zum Generalkapitän der neugebildeten ghibellinischen Liga.
Der Graf wird damit vom Rang her zum mächtigsten Mann in Italien, und er führt den Oberbefehl über ein Bundesheer, das sich aus deutschen und französischen Kriegsleuten zusammensetzt.
Das ist doch nicht schlecht für einen „Schweizer“, oder? Der Graf vom oberen Zürichsee – ein Schwergewicht im Europa des Mittelalters.
Haben Sie das schon einmal im Geschichtsunterricht gehört? Hier könnte der Krimi beginnen, wenn die Historiker ein bisschen neugieriger wären und die Finanzströme um diesen Mann herum unter die Lupe nähmen.
Damals gilt natürlich: Ein Kommando über ein starkes Heer führt nur, wer über eine volle Schatztruhe verfügt und damit Waffen und Soldaten berappen kann.
Fakt ist: Der Rapperswiler Graf ist arm, wenn nicht gar für adlige Verhältnisse mausarm. Das ist bestens dokumentiert.
Seiner Mutter Elisabeth, die früh ihren ersten Gatten, den Grafen Ludwig I., verliert, wird Misswirtschaft nachgesagt. Urkundlich belegt ist dieser wirtschaftliche Niedergang im Zeitraum 1290-1300 mit Akten von zahlreichen Verkäufen und Verpfändungen:
Veräusserung aller Güter in Uri ans Kloster Wettingen für 428 Mark, Verkauf des Eigenguts zu Merenschwand an Gottfried II. von Hünenberg für 320 Mark lötigen Silbers.
Dann noch Verpfändung der Herrschaft Greifensee, Besitzungen zu Dübendorf und solche bis Kaiserstuhl und Baden für 600 Mark an Hermann von Landenberg.
Die brennende Frage also: Wer ist dieser Mann. Und vor allem: Wie schafft er diesen politischen Aufstieg ohne Gold und Silber?
Die Historikerzunft hüllt sich vornehm in Schweigen. Das liegt vielleicht auch daran, dass an dieser Frage ein Rattenschwanz von anderen, narrativ-störenden Fragen hängt.
Zum Beispiel auch jene nach der Rolle, die dieses politische Schwergewicht bei Morgarten spielt. Es ist auf jeden Fall nicht zu erwarten, dass ein in Italien höchst gefürchteter Feldherr auf dem Gebiet seiner Ahnen zum braven Mauerblümchen mutiert.
Nun, Tatsache ist offenbar, dass die Historikerzunft nicht zu beantworten vermag, auf welcher Seite der Graf bei Morgarten kämpft.
Und so kriegt man den Eindruck, dass man in akademischen Stuben gar nicht so unglücklich darüber ist, dass sich die Spur des Grafen nach 1320 irgendwo in Italien verliert. Der Kerl ist ja sowas von „unschweizerisch“.
Und überhaupt, Geschichte ist sowieso nicht mehr angesagt. Es gibt doch so viele andere Probleme in der heutigen Schule, wen kümmert es da noch, dass allenthalben ein falsches Gründungsdatum gelehrt wird und etwas von einem Rütlischwur geschwafelt wird, der so wohl nie stattgefunden hat.
Quelle: Schneider, Jürg: Die Grafen von Homberg. Genealogische, gütergeschichtliche und politische Aspekte einer süddeutschen Dynastie (11.-14. Jahrhundert). Baden: Argovia: Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, Band 89, 1977.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Der Ruetlischwur ist belegt. Aber die Linken, die sowieso anstelle des Schweizer Kreuzes lieber einen Doppeladler aufhängen, wollen unsere ganze Geschichte umschreiben.
Für die hat es nie eine Schweiz gegeben, da wo wir sind, war für die immer EU.
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Ach Boomer
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Die Schlacht vom Morgarten ist so erfunden wie der Rütlischwur und Wilhelm Tell.
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Für die Alten voll wichtig
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Ja, vieles, was die Historiker nicht beantworten, wird behauptet. Und was sind jetzt die richtigen Antworten?