Marcelo Kayath war über zwei Jahrzehnte in führenden Positionen der Credit Suisse, leitete das Investment Banking in Brasilien und das Aktiengeschäft der Bank für ganz Lateinamerika.
2016 verliess er die CS, erlebte das Grounding also nicht mehr.
Hingegen den Hype, den die Grossbank um Lateinamerika nach 2000 veranstaltete, noch initiiert durch den damaligen CEO Lukas Mühlemann.
Die Bonanza endete jäh mit der Finanzkrise 2008. Vor dieser brauchte es zwei Real für einen Franken, heute steht das Verhältnis bei 6:1.
Kayath weibelt inzwischen für die QMS Capital Partners, die eine exklusive Klientel berät und sich auf geschlossene Kreise und strategische Nischen im Finanzbusiness spezialisiert hat.
Exklusiv waren auch die Gäste, die der Ex-CSler zum Treffen mit dem möglichen neuen Präsidenten Brasiliens eingeladen hat:
Die ganze Finanz- und Wirtschaftselite des Landes, allen voran die wichtigsten und grössten Banken – Itaú, Santander und Bradesco.
Gemäss CNN offenbarte Bolsonaro, was die meisten Populisten dieser Welt auszeichnet: Viele Versprechen und kein fundiertes Wirtschaftsverständnis.
Um seine fehlenden Kenntnisse zu überspielen, musste seine Wirtschaftsberaterin Daniela Marques in die Lücke springen.
Der Versuch von Bolsonaro, Unterstützung für seine Kampagne ausserhalb der politischen Basis seiner Familie zu finden, ist damit fehlgeschlagen.
Marcelo Kayath und die Landeselite wollten mit dem Treffen ausloten, ob für den rechten und konservativen Teil Brasiliens Bolsonaro die richtige Alternative zum linken Lula da Silva ist.
Eigentlich würden sie Tarcísio de Freitas, den Gouverneur von São Paulo, bevorzugen, weil sie dort ihr Geld in sichereren Händen glauben.
Doch auch in Brasilien bleibt es für Praktiker schwer, gegen polternde Ideologen anzukommen.
Von Marcelo Kayath ist keine Wahlempfehlung zu vernehmen. Er dürfte die gleiche Taktik anwenden, wie seine CS selig einst in den USA: Ein bisschen spenden hier und ein bisschen da.
Was dann meint: es sich mit niemandem verscherzen zu wollen. In der Schweiz heisst dieses Prinzip „Neutralität“.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Selbst im fernen Brasilien dürfen sich die Leute nur dann politisch betätigen, sich treffen, ein Geschäft aufmachen, sich des Lebens freuen, (man bilde gerne weitere Beispiele) sofern es der zürcher Toni goutiert. Aber wirklich nur dann.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wer kennt sie nicht die Copacabana mit ihrem „Help“ Club?
Alleine für diese Institution gehört Brasilien einen Orden verliehen.