Wird Raphael Guggenbühl der nächste Michel Péclard? Beide Gastronomen gelten in der Zürcher Szene als Rebellen.
Das Etikett kriegt man in der Limmatstadt allerdings schnell. Guggenbühl tischt zum Beispiel nur Schweizer Weine und Fische vom Zürichsee auf.
In einer spektakulären Kampfwahl gelang ihm vor fünf Jahren der Sprung in den Vorstand von Gastro Stadt Zürich.
Ein mächtiger Verband; über 1’500 Betriebe sind ihm angeschlossen.

Guggenbühls bekanntestes Restaurant ist der Rechberg 1837 in der Zürcher Altstadt (15 GaultMillau-Punkte). Beef, Gemüse und Knödel für 45 Franken.
Die Fachwelt ist vom 38-Jährigen tief beeindruckt: Grösstes Service-Talent, kreativer Rebell, perfekter Gastgeber.
Dass der Rocker eine Wirtschaft führen kann, hat er bewiesen; ob er auch wirtschaften kann, steht auf einem anderen Blatt.
Seine 2015 gegründete BarKaffeFeldhof GmbH ging diesen Sommer konkurs. „Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Forderungsausfälle führten zum Konkurs“, schreibt Guggenbühl.
Alle Löhne seien termingerecht bezahlt worden.

Brisanter sind die Nebengeräusche um die Gartski AG, das Dachunternehmen von Guggenbühl. Die Firma wurde erst vor drei Jahren gegründet.
Ein Beteiligter schreibt von „massiven Betreibungen“ und eingeschriebenen Briefen, die als nicht zustellbar retourniert würden.
„Es handelt sich um sehr wenige offene Rechnungen“, sagt Guggenbühl. „Die Gartski AG hat das operative Geschäft abgegeben.“
Ein verdächtiger Ausdruck. Musste man um Ratenzahlungen verhandeln? „Es wurden Zahlungsvereinbarungen, Verrechnungen und Schuldenrabatte vereinbart.“
Hat der brutale Sturz des Überfliegers Auswirkungen beim Gastroverein? „Ein Rücktritt in diesem Zusammenhang steht nicht zur Diskussion.“ Anders als beim soeben zurückgetretenen Dirk Hany.
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Wer nichts wird, wird Wirt.
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Ich bin empört !
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Interessant. Alle paar Jahre ein Konkurs?
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Verschachtelte Firmenkonstrukte sind mit Vorsicht zu geniessen, besonders, wenn eine Einzelperson dahintersteckt.
Und mit Gault Millau-Punkten verdient man bekanntlich kein Geld. Trotzdem ist seine Gastro top, also empfehlenswert, solange es diese noch gibt.
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Wer als Gastro-Unternehmer Corona ueberstanden hat, muesste eigentlich mit einem Verdienstorden ausgezeichnet werden. Aber dass in dieser Zeit die Wirte ihre Ruecklagen aufgebraucht haben, liess sich vermutlich nicht verhindern. Wer trotzdem danach einen Neustart wagt, ist dann halt zum schnellen Erfolg verdammt, der nicht immer klappt.
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Konkurs hier, Konkurs da
Die Schweiz ein Land voller Vers.