Im Gegensatz zu Zumikon, Maur und anderen Gemeinden informiert die Küsnachter Exekutive in Hinblick auf die Budget-Gemeindeversammlung immerhin über die Hochrechnung des laufenden Jahres.
Knapp und zurückhaltend, und auch nicht ganz vollständig. Die „Good news“ wird aber gleich wieder mit einem warnenden Fingerzeig relativiert.
Anstatt eines Defizits von knapp 3,5 Millionen sei ein Überschuss von 9,5 Millionen zu erwarten, so die Meldung aus dem Gemeindehaus: Somit fast 13 Millionen besser.
Das sind ziemlich genau 6 Steuerfuss-Prozente. Fast die Hälfte davon geht auf wesentlich höhere Grundstückgewinnsteuern zurück:
33 Millionen anstatt wie budgetiert nur 27 Millionen.
Die Erfolgsrechnung ist aber nur der eine Teil des Viertel-Milliarden-Haushalts der Goldküstengemeinde.
Geschwiegen wird über die Entwicklung in der Investitionsrechnung, nachzulesen in der Finanzplanung bis 2030.
Nur rund 18 Millionen werden gemäss Prognose im laufenden Jahr realisiert werden können. 8,5 Millionen weniger als budgetiert.
Die Gründe sind wie üblich mannigfach: Zu ambitioniertes Budgetieren, Projektverzögerungen, Rechtsstreitigkeiten.
Werden die beiden Abweichungen zusammen gezählt, resultiert ein verbesserter Cash-flow von 21 Millionen.
Viel Geld, das unter dem Strich den Steuerzahlenden gehört. Die Ausgangslage für das nun anstehende Budget 2027 ist somit wesentlich besser als dargestellt und beschrieben.
Die Hinweise auf Risiken und Unvorhergesehenes stehen beim freisinnig dominierten und präsidierten Gemeinderat im Vordergrund.
Einer vorsichtigen Budgetierung ist grundsätzlich nichts entgegen zu halten. Aber auch in Küsnacht hat sich die Übervorsicht der Exekutive zum System entwickelt.
Überschüsse und Geldschwemme verlocken dann vielfach zu neuen „Nice-to-have“-Projekten abseits des gesetzlichen Auftrags.
Sparmassnahmen werden hinausgeschoben oder landen vollends in den Schubladen der Verwaltung. Die politische Verantwortung für die Finanzen liegt bei der freisinnigen Pia Guggenbühl.
Im Hauptjob Chefin des Verleger-Verbands.
Auf Listenplatz 3 steht ihr bei den bevorstehenden Kantonsratswahlen den Sprung in das Zürcher Parlament bevor.
Zuerst könnte es für die Finanz-Chefin und Gemeindepräsident Markus Ernst aber zu einem Showdown über die Höhe des Steuerfusses an der Gemeindeversammlung kommen.
Im Gegensatz zu Zumikon (Antrag auf Senkung auf 70 Prozent), dem ewigen Rivalen oben am Berg, soll die steuerliche kommunale Belastung unten am See unverändert bei 73 Prozent verharren.
Auch die, in der Aussenwirkung personell überdotierte, neunköpfige Rechnungsprüfungs-Kommission sieht dies so. Die Stimmberechtigten als Korrektiv sind einmal mehr gefragt.


Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Kann man die Finanzverantwortliche mal zum Austausch nach Zollikon schicken? Unser Budget ist eine Katastrophe. Eigentlich müssten der Steuerfuss erhöht werden.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ist’s Eigenleistung? Eher nicht! Für die Lage am See können die ja nichts.