Die Hub-Panzertüre ist entriegelt

Der Airbus A321 XLR ermöglicht Interkontinental-Flüge ab Zürich ohne Drehkreuz. Der Flughafen-CEO zeigt Interesse.

Das Geschäftsmodell der Swiss basiert darauf, die zur Auslastung ihrer weit überdimensionierten Langstreckenflotte fehlenden Lokalpassagiere als Umsteigepassagiere aus ganz Europa zu Dumpingpreisen nach Zürich zu holen.

Die Swiss leistet sich mit 31 Grosstransportern das unberechenbar hohe Risiko einer pro Kopf der Bevölkerung dreimal grösseren Langstreckenflotte als diejenige der Lufthansa und ist damit sehr wohl mitverantwortlich an ihrer Krisensituation, wie damals die Swissair mit ihrer Hunter-Grössenwahnstrategie.

Rund ein Drittel der abgefertigten Passagiere sind heute Umsteiger und verursachen unnötigen Mehrverkehr und zusätzliche Pandemierisiken für die Schweiz.

Mit der Entwicklung des Airbus A321 XLR (Extra Long Range) eröffnen sich für die Swiss und den in vielen Belangen überlasteten Flughafenbetrieb Zürich ganz neue Möglichkeiten, den bisherigen betrieblichen und bevölkerungsrelevanten Problemen erfolgversprechend zu begegnen.

Dauerthemen wie Verspätungen, Sicherheit, Spitzenkapazität, ZFI (Zürcher Fluglärm-Index), Lärmschutz, Flugrouten und Pistenwechsel könnten effizient und nachhaltig entschärft werden.

Der A321 XLR ist die Langstreckenversion des A321 Neo und hat mit rund 9’000 Kilometern die grösste Reichweite aller Single-Aisle Schmalrumpf-Maschinen.

Kleine Langstreckenjets für viele Direktverbindungen (Americanairlines.com)

Er ist dank modernster Leichtbautechnik und kleiner Baugrösse geradezu prädestiniert, die meisten der heute weniger frequentierten Langstreckendestinationen der Swiss für die Bedürfnisse des Schweizer Heimmarktes, ohne Umsteigepassagiere, effizient zu bedienen.

Die Sitzkapazität zum Beispiel bei First/ECO-Bestuhlung liegt mit 180 bis 190 rund 30% tiefer als der Durchschnitt der heutigen Swiss Langstreckenmaschinen A330/A340/B777.

Eine besonders komfortable und abstandsaffine 3-Klassen-Bestuhlung mit 102 Sitzen (bei 3- Klassenbestuhlung, fully lie-flat bei First und Business) setzt American Airlines in ihrem A321-Transcontinental ein.

24 Airlines haben bereits 450 Bestellungen und Absichtserklärungen für den A321 XLR platziert. PWC-Experten berechneten Kosteneinsparungen von rund 25% gegenüber bisherigen Grossraumflugzeugen.

Die Vorteile des Einsatzes kleinerer Langstreckenmaschinen sind für die Bedürfnisse der Schweiz einleuchtend und vielversprechend:

1. Die internationale Anbindung der Schweiz gemäss Vorgaben des Lupo-16-Berichtes kann gewährleistet und massgeschneidert werden, ohne einschneidende Abhängigkeit von Umsteigepassagieren.

2. Der Zubringerverkehr und damit die Anzahl Flugbewegungen werden eingegrenzt, was parallel dazu auch die Schweizer Klimabilanz verbessert und die Pandemie-Verbreitung in die Schweiz reduziert.

3. Viele Faktoren würden das bisherige Verspätungspotential abbauen. Ein heimmarktorientierter Direktflugbetrieb ohne massgeblichen Umsteigeanteil hätte keine Anschlussprobleme zu bewältigen.

Die heutigen sechs umsteigebedingten An- und Abflugwellen in Zürich mit immer höher geforderter Bewegungs- Spitzenkapazität (heute 66) wären obsolet.

Bei gleichmässiger Verteilung der Flüge auf die 17 Stunden Betriebsdauer reduziert sich die benötigte Stundenkapazität auf 44, was sogar der heute erreichbaren Kapazität beim problematischen Bisenkonzept genügen würde.

Damit stünden pro Slot 50% längere Zeitreserven zur Verfügung, und die bestehende Infrastruktur des Flughafens würde auf Jahrzehnte hinaus genügen.

4. Die markant kleinere Lärmemission an der Quelle und der Wegfall vieler Zubringerflüge hätten entscheidenden Einfluss auf die Reduktion des umstrittenen ZFI-Wertes.

5. Bei Einsatz des A321 XLR wäre die Familien-Kommunalität für die Besatzung gewährleistet, da sie bei Swiss schon durch andere Typen der A320er- Familie eingeführt ist.

Fazit: Ohne Hubzwang eröffnen die neuen technischen Fortschritte im Flugzeugbau dem Flughafen Zürich und der Swiss die Möglichkeit, erstmals die im bundesrätlichen LUPO-16-Bericht für die Wirtschaft geforderte internationale Verkehrsanbindung des schweizerischen Luftverkehrs und die Bedürfnisse der Bevölkerung nach Erhalt ihrer Lebensqualität auf einen Nenner zu bringen.

Im Klartext heisst dies: Die Swiss passt ihre Langstrecken-Flottenpolitik an – hin zu kleineren Maschinen für Langstrecken-Direktflugverbindungen ohne Umsteigepassagiere.

Die Swiss müsste dazu ihren Bestand an übergrossen Langstreckenflugzeugen A330/A340/B777 zurückfahren auf eine Zahl, welche die Hauptverbindungen benötigen, die heute schon ausschliesslich mit lokalen Passagieren gefüllt werden können.

Im Gegenzug braucht es Neuanschaffungen beziehungsweise Umbestellungen hin zum kleineren Langstreckentyp A321 XLR.

(Zur Zeit hat die Swiss Bestellungen für Mittelstreckenflugzeuge A321 Neo mit Auslieferung bis 2024 laufen. Gemäss Aviatikinformationen zeige sich Airbus offen für Bestell-Updates innerhalb der gleichen Baureihe, sodass es für die Swiss vorteilhaft wäre, diese Chance hin zum A321 XLR wahrzunehmen.)

Eine infolge Insolvenz von der Schweiz übernommene Swiss hätte bei Ausrichtung auf eine effiziente Direktflugstrategie gute Chancen, als nationale Fluggesellschaft, unabhängig von der Einbindung in den Lufthansa-Konzern, erfolgreich und nachhaltig die internationale Anbindung der Schweiz zu gewährleisten.

In Zeiten des Viren-Hotspots Flugzeugkabine und der Missachtung der Abstandsregeln an Bord der Swiss ist Gigantismus im Luftverkehr dank Steuerbefreiung und Hubbetrieb nicht mehr sakrosankt.

Dies scheint auch Stephan Widrig, CEO der Flughafen Zürich AG, im Bilanz-Interview 5/20 erkannt zu haben, wenn er erklärt:

„Ich könnte mir vorstellen, dass Airlines mit dem neuen Airbus A 321 XLR neue Direktflugverbindungen eröffnen – unser Ziel ist ja nicht, möglichst viele Tranferpassagiere durch den Flughafen zu schleusen, sondern viele weltweite Zentren angebunden zu haben. Bisher geht das nur via Hub der Swiss. Wenn es aber zu Verlagerungen kommen sollte, müssen wir umdenken.“

Umdenken sollte auch die Swiss. Die Hub-Panzertüre ist entriegelt.

Kommentare

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  1. „… ist damit sehr wohl mitverantwortlich an ihrer Krisensituation, wie damals die Swissair mit ihrer Hunter-Grössenwahnstrategie.“

    Daher auch der Name „Versager-Rat“.

    Hat Mario Corti eigentlich seine 12,5 Mio. mittlerweile zurückgezahlt ?

    • Corti versuchte sich als Retter des sinkenden Schiffes SWISSAIR, wieso sollte er was zurückzahlen?
      Wenn dann sollte Philippe Bruggisser als Treiber der Expansionsstrategie zur Verantwortung gezogen werden…

      Ps: kenne die Geschichte um die Gegenwart zu verstehen 😉

  2. „… und ist damit sehr wohl mitverantwortlich an ihrer Krisensituation, wie damals die Swissair mit ihrer Hunter-Grössenwahnstrategie.“

    Die westliche Boomer-Generation hat die mit Abstand beste Wirtschaft und den mit Abstand höchsten Lebensstandard DER GESAMTEN MESCHHEITSGESCHICHTE gesehen. Und wie hat diese Generation diese GLÄNZENDEN Ausgangsbedingungen genutzt?

    Die Swissair ging (vor 9/11) pleite …

    Ich glaube die heute Jungen können sich das gar nicht mehr vorstellen.

  3. Sie spielen sich als Kenner auf, sehen aber das tatsächliche Business-Modell der Swiss nicht.

    Über die SWISS brachte LH ihre Gewinne nach Hause. Darum war SWISS so erfolgreich. Man hat schlicht preisgünstige Tickets in ganz Europa verkauft und die Passagiere dann via Zürich geflogen. Konzernintern hat man dafür hohe Schweizer Preise bezahlt und schon sind die Gewinne nicht mehr in Belgien, sondern in der Schweiz zu verbuchen. Daneben hat man die Schweizer mit hohen Ticketkosten gemolken. Jetzt wo die LH keine Gewinne mehr verteilen kann, werden wir sehen, wie SWISS in dieses Konzept passt.

    • hm…, gut möglich, einiges deutet darauf hin; z. B. dass sowohl die Swiss als auch die Lufthansa regelmässig auf den einschlägigen Portalen First- und Businessclass Flüge mit Ausgangspunkt irgendwo in Europa aber via Frankfurt, München oder Zürich zu Schleuderpreisen verhökert. Z. B. ab Warschau via Zürich nach Singapore, Hong Kong etc. So lassen sich natürlich Gewinne dorthin verschieben wo es ein attraktives Steuerregime gibt. allerdings ist das branchenüblich; auch Birtish Airways, SAS, Finnair etc. sind diesbezüglich aktiv. Das deutet im Umkehrschluss ebenso darauf hin, dass grundsätzlich zuviel Kapazität im Markt ist, die nur über den Preis an den Mann gebracht werden kann. Im übrigen kommen derartige Steuerverschiebungen dem berüchtigten „Double Irish with a Dutch Sandwich“ Steuerspar-Modell nahe; ob das ev. auch noch ein Fall für die Bundesanwaltschaft wird, bleibt abzuwarten, vor allem wenn da noch irgendwelche Finanzierungs-/ Leasinggesellschaften auf den Marshall Islands, Cayman Islands oder so beteiligt sind. Allerdings besteht wohl derzeit für die Akteure keine grosse Gefahr, da ja bekanntlich Bundesanwälte voll ausgelastet sind mit Reisen, Arbeitsessen, Meetings etc. mit involvierten Akteuren!

  4. Dass der Flughafen-CEO Interesse zeigt, ist für die SWISS ein schwaches Argument! Und in welcher Krise ist die SWISS, welche alle andern Airlines durch die Pandemie-Hysterie nicht auch haben? Die Swiss operierte vor der Pandemie sehr profitabel -trotz 31 „Grosstransportern“, deren Kauf von der Lufthansa abgesegnet werden musste!
    Hr. Schiltknecht ist ein notorischer „Flugbewegung-Gegner“! -Jetzt kommt er mit einem Vorschlag, der vielleicht dem inner-amerikanischen Ferienverkehr genügt,
    aber bestimmt nicht dem schweizerischen! Er bedenkt auch nicht den Cargo-Load eines „Grosstransporters“, der mit viel Geld zu Buche schlägt! Ein Airbus A321XLR hat beträchtlich weniger Cargo-Kapazität (sprich bares Geld), denn der Lower Cargo-Raum ist mit rund 47cm bedeutend tiefer konzipiert! Argumente wie „Slot’s“ oder „Verspätungen“ haben mit dem A321XLR überhaupt nichts zu tun, die Schweiz ist mit dem überfliegenden Luftverkehr „überdeckt“! Da hilft auch ein neuer Flieger nichts!

    • Da muss die Swiss über Nacht aber gewaltig Like- Stimmen aus dem Schlaf mobilisiert haben, um eine Handvoll Likes auf 47 zu katapultieren.

  5. …bei den „Lärm-Gegnern“ ist wie auch bei den „Umwelt-Freunden“ jeweils immer Vorsicht geboten, denn sie haben sich darauf spezialisiert, in sozialistischer Weise, unter falschem Vorwand jeweils eine Dividende herauszupressen, s. Lärmbeschwerden in Zeiten des Lockdowns!

  6. Gratuliere zum Artikel! Hoffen wir einfach, dass Corona nicht Verstand und Vernunft der Verantwortlichen geschädigt hat. Bzw hoffen wir, dass die bisherige Denke dank Corona tempi passati ist.

  7. Alles sehr schön überlegt. Doch wird das die Swiss nicht am Leben erhalten. Die Mehrheit der Schweizer spart beim Fliegen. Also hätte die Swiss ohne weitere Umsteigepassagiere nur einen verschwindend kleinen Erstklassmarkt (und Businessmarkt). Zusätzlich müsste sie selber Zubringerflüge organisieren, nach Frankfurt, London… da sie auf keinen Fall jede vom Markt gewünschte Langstreckendestination anbieten kann.

    Lasst sie doch einfach nach eigenem Gutdünken den Markt bearbeiten und ihre ziemlich grossen Stärken dort ausspielen.

  8. Da wird unter dem Titel „Fluglärm“ ein populistisches Zerrbild der vereinigten Gegner der Luftfahrt, dem effizientesten aller ÖV postuliert

    Die Tatsachen:

    Der Kanton Zürich verfügt auf 1729 Km2 über 1,52 Mio Ew (880 EW/Km2) und ist somit 12x dünner besiedelt als New York City

    Das unselige Nachtflugverbot in Kloten wurde zu Zeiten der Caravelle und Coronado, den wirklich sehr lauten Jets der ersten Generation eingeführt

    New York City verfügt auf 800 km2 Landfläche über 8,4 Millionen Einwohner (10600 EW/Km2)
    sowie 4 Flughäfen und im Zentrum von Manhatten zusätzlich über einen Heliport und diese haben KEINE Nachflugverbote:

    https://de.wikipedia.org/wiki/John_F._Kennedy_International_Airport (kein Nachtflugverbot)
    https://de.wikipedia.org/wiki/LaGuardia_Airport
    https://de.wikipedia.org/wiki/Newark_Liberty_International_Airport 17 km vom Zentrum von New York City entfernt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Teterboro 16 km vom Zentrum von New York City entfernt
    https://de.wikipedia.org/wiki/Downtown_Manhattan_Heliport

    Wertvolle Hintergrundinformationen betreffend Wettbewerbsverzerrungen infolge Nachtflugverboten:
    https://www.fluglärm-portal.de/laerm-vermeiden/betriebsbeschraenkungen/

    Auf der globalen Karte lassen sich die Detailinformationen durch Anklicken abrufen,
    New York, Atlanta, Istanbul, Dubai kennen KEINE generellen Nachtflugeinschränkungen

    • Wer einmal das 24-Stunden-7-Tage-die-Woche-Dauergedröhne im Umfeld vom z.B. Dubai mitbekommen hat, wird sich bedanken. Wo Scheichs und sonstige Potententaten (Erdogans neuer Airport in Istanbul) das letzte Sagen haben, wird der erholsame Schlaf durch die Habacht-Stehung beim Stehen im Schlaf ersetzt.

    • Tja, ich lebe hier, weil ich eben nicht in NY leben möchte. Uebrigens im Elternhaus, welches vor der Klotener Schotterpiste stand.

  9. Und dass dies auch eine Chance für Genève Cointrin sein könnte, geht hier ganz vergessen. Aber für allzu viele Deutschschweizer hört halt die Schweiz kurz vor Fribourg auf.

  10. Interessant Herr Schiltknecht. Sie sind aber hier am falschen Platz. Herr Widrig kann wünschen aber nicht wählen. Unterbreiten Sie diese Vorschläge der Geschäftsleitung der Lufthansa! Warum wohl hat die Swiss Boeing 777 angeschafft oder anschaffen müssen?

  11. An´s Werk, Herr Schiltknecht! Zögern Sie keine weitere Minute, gründen Sie heute noch eine Airline. „No-Hub Air“ oder so ähnlich. Bitte nicht vergessen, die Internet Domain rechtzeitig zu reservieren, ohne die geht es heutzutage nicht mehr! Das nötige Geld für Ihr Unternehmen ist per Crowdfunding leicht zu beschaffen, den Rest gibt es billig bei den Banken. Die sind sogar froh um jeden Franken, den ihnen einer als Kredit abnimmt. Dann bestellen Sie bei Airbus einige dieser Wunderflieger und legen los. Da kann ja nichts mehr schiefgehen. Und ich freue mich auch, wenn es endlich Konkurrenz für die Swiss gibt.

  12. Das Thema mit der Pandemie zu vermischen ist peinlich.
    Dass es die Swiss nicht braucht, damit in Zürich niemand auf seinem Koffer sitzen bleibt wissen wohl alle: jede Fluggesellschaft mit ökologischen und leisen Maschinen darf Zürich, Basel, Bern, Sion, Lugano, Altenrhein…bedienen.
    Das spart einige Milliarden und löst auch diversen bilateralen Knatsch.

  13. Greta würde jetzt Fragen wie es mit der Umweltbelastung, Kerosinverbrauch pro Passagier oder Kopf aussieht?

    Was meint die ETH zu folgenden Thesen: Der beste Flug ist der, der gar nicht stattfindet? Man sollte grundsätzlich alle Interkontinental Flüge verbieten? „Billig Flüge“ sollte es grundsätzlich nicht geben (den jemand bezahlt immer den Preis)? Ist Fliegen überhaupt noch zeitgemäss, auf dem Weg zur klimafreundlichen Postwachstumsgesellschaft?

    • Zuerst einmal: Wer ist Greta?

      Ich bin jedenfalls nicht die ETH, aber aufgrund persönlicher Berührungspunkte mit dieser Schule kann ich Ihnen versichern, dass Ihre Suggestivfragen nicht Ihrer Erwartung entsprechend beatwortet würden.

      Die ETH ist Bannerträger der Globalisierung, ein Teil der «A-Schweiz». Die Nobelpreise, mit denen sich diese Schule rühmt, wurden grösstenteils an Ausländer verliehen. Selbst das Hauptgebäude stammt aus der Hand eines Baumeisters, der in seiner Heimat steckbrieflich gesucht war und hier Asyl gefunden hat.

      Die ETH wirbt seit jeher weltweit um die talentiertesten Köpfe und Sie können sich ja denken, dass der Student aus Shanghai, der Doktorand aus Brisbane, der Posdoc aus Buenos Aires oder der Professor aus Pune kaum zu Fuss zum Semsterstart antraben werden.

      Ja, selbst unsere deutschen Nachbarn, die reichlich an der ETH vertreten sind, nehmen lieber den Flieger – wer tut sich schon Deutsche Bahn an, wenn man nicht muss?

      Auch das Singapore ETH Centre (SEC) in, wo sonst…, Singapur bedingt eine entsprechende Mobilität mit dem Flugzeug, welches für den ETH-Angehörigen nunmal wie für jeden anderen Menschen ein ganz normales Verkehrsmittel ist; überdies schnell, sicher und effizient.

      Das Flugzeug ist gekommen um zu bleiben, die Entwicklung der Drohne wird neue Formen der Luftfahrt ermöglichen. Ganz im Gegenteil, die Mobilität hoch zu Luft hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgespielt. Und zwar schon deshalb, weil Luftfahrt Mobilität zu Land substituieren kann.

    • Ach so, noch etwas:

      Der anthropogene also «menschengemachte» Anteil an den CO2-Gesamtemissionen beträgt 3,3%, und 2,5% von diesen 3,3% gehen auf die Kappe der Luftfahrt. Da ist schlicht nichts.

      Es zeigt sich letztlich, dass Flugzeughasser lieber an einem Phantom laborieren, um sich nicht ihren eigentlichen Ängsten stellen zu müssen.

      Denn der Hass auf Flugzeuge fundiert auf dem Gefühl der Bedrohung durch Objekte in der Luft, die dem Menschen schon eigen war, als er noch vollbehaart und jagend durch die Lande zog und dabei den ersten Raubvogel erblickte.

      Diese Urangst haben Menschen teils heute noch und ist z.B. Ursache dafür, dass manche in der Gegenwart einer harmlos herumschwirrenden Hobbydrohne Panik schieben.

    • @Burkart Schramm – Ich bin entsetzt für wie dumm Sie die ETH halten. Also auf ihre von Interessenvertreter getürkte Statistik fällt auch die ETH nicht herein.

  14. Was ein komischer Artikel. Klar der XLR füllt eine Marktlücke, aber für CH ist der Heimatmarkt zu klein und es wird definitiv eine Kapazitätsanpassung im Bereich WB geben, aber Swiss hat die letzten Jahre gut gezeigt, das es sich um ein tragfähiges Modell handelt.

    Sollten die Fluglärm Gegner doch die Zeit geniessen… Wer in der Nähe eines internationalen Flughafens eine Immobilie kauft, der braucht sich den Fluglärms nicht wundern.

    Vorschlag: Es wäre besser Abstimmungen bezüglich des Flughafens Schweiz-weit zu machen, um der Bedeutung gerechnet zu werden.

    • So so, ein tragfähiges Modell?
      Wenn beim Flug über den Atlantik links neben mir ein Holländer aus Amsterdam und rechts neben mir ein Deutscher aus Berlin sitzt und mir sagt was er jeweils für den Flug inklusive Zubringerflug! bezahlt hat kommen mir die Tränen. Aber wir Schweizer sind ja dumm genug die höchsten Ticketpreise in Europa zu bezahlen, damit sich das Geschäftsmodell der Swiss lohnt.

    • Ausser seine Vorfahren hatten die Immobilie schon gekauft, als noch nicht einmal eine Sandpiste bestand. Soso, sie hätten also die Immobilie verkaufen und irgendwo anders hinziehen können. Jaja, nach Herrliberg.

    • Als Hausbesitzer seit 1973 in der Südanflugschneise geniesse ich tatsächlich die Stunden ohne Fluglärm.
      So fühle ich mich wie bei den Baden-Würthenbergern, die uns die Beschallung eingebrockt und an uns delegiert haben. Übrigens von unserer Regierung per Notrecht (siehe Corona)
      sanktioniert.

    • die aggressiven und abwertenden kommentare zeigen deutlich, dass hier offenbar ein wunder punkt getroffen wird. die belastung der regionen um den flughafen zürich sind eine zumutung für die bürger, jetzt im lockdown merkt man erst richtig, welche opfer hier von hunderttausenden von anwohnern ab 06:00h früh bis spätabends erbracht werden, damit die komsumverwöhnten billigfliegermassen die touristenhotspots auf dieser welt zur sau machen, und das mit freundlicher unterstützung des bundes. hub heisst offensichtlich nichts anderes als sich freiwillig tausende unnötige naturzerstörende starts und landungen in zürich aufzuladen. danke für die erhellung herr schiltknecht!

  15. Höchst beachtenswerter Artikel. Jetzt versuchen sogenannte DEUTSCHE SWISS-Befürworter diesen Beitrag schlechtzuschreiben. Keine Bange: Auch der Schreibende aus St. Gallen hat eine grosse Airline-Erfahrung und weiss, dass ein Neustart als rein schweizerische NEUE SWISSAIR durchaus überlegenswert ist!

    • bevor swissair als reine schweizer airline wieder realisiert wird starten von altenrhein stadler spaceships @cafiträsch

    • Die „ewig-Gestrigen“ sterben scheinbar nie aus. Keep on dreaming. Die Luftfahrt-Branche funktioniert heute nach anderen Kriterien als noch zu Zeiten der „fliegenden Bank“, die ja auch mit leeren Kassen in die Wand flog. Die A321 XLR bietet sicherlich interessante Möglichkeiten. Aber damit eine neue „nationale“ Airline (zwangsläufig mit dem Namen „Swissair“..!?) zu kreieren entbehrt jeglichem Sinn zur Realität. Airline business geht anders. Vielleicht nochmal einen Espresso bestellen und nochmal scharf nachdenken.

    • @Sam Suffit

      „… als noch zu Zeiten der „fliegenden Bank“, die ja auch mit leeren Kassen in die Wand flog.“

      Der Begriff „fliegende Bank“ für die Swissair kommt nicht etwa von der guten Kapitalisierung selbiger, wie viele meinen, sondern daher:

      https://www.youtube.com/watch?v=s9rVKWsMv_g

      Die Swissair war „home-carrier“ für Gold & Edelsteine ins Banken-Paradies Schweiz.

  16. Ich denke, auch pensionierte Professoren sollten einen finanziellen Beitrag zu den von ihrer Generation verursachten Probleme leisten und den Coronageschädigten helfen, z.B. durch eine um 25 % verringerte Pension, statt sich zu sachfremden Themen zu äussern. Ich warte darauf, dass jemand wie Schiltknecht dies für bedürftige Studenten und Unimitarbeiter tut.

    Der Wohlstand der Schweiz ist auch darauf aufgebaut, dass das Land gut vernetzt ist. Dem Professor mit seiner horrend hohen Pension ist das natürlich egal. Er träumt von einer Schweizer Swiss mit „effizienten“ Direktflügen. Klar den pensionierten Professoren reicht es für ihre 6-10 Ferienflüge pro Jahr.

    • Der Blick und 20 min. hat am lautesten noch Lockdown geschriehen! Durchschnittalter der Redaktion.
      Sehr deutlich unter 40 Jahren.

  17. Die „überdimensionierte“ Langstreckenflotte sei mitverantwortlich für die „Krisensituation“ der SWISS. Totaler Stuss! Unsinn! Einzig verantwortlich für die derzeitige Krise ist die Coronavirus-Hysterie und das von Politikern befohlene Grounding, was innerhalb weniger Tage zu 99% weniger Umsatz führte. Die SWISS ist mit ihrem Geschäftsmodell und dem Zürich-Hub das „Filet-Stück“ der Lufthansa-Gruppe, das weiß jeder (außer die Lärm-sensiblen Neuzuzüger). Auch die Lufthansa ist im internationalen Markt ein Vorzeige-Modell und finanziell außerordentlich robust. Dass Reserven bei einem faktischen Flugverbot relativ schnell schwinden ist ja wohl klar.

  18. Interessant, wie Non-Aviatik Experten jeweils detailliert versuchen, einer Airline das Geschäft zu erklären.

    • Und dabei erst noch ausblenden, dass die Umsteiger eben auch im Interesse des Flughafens sind – mehr Passagiere, mehr Umsatz in den Shops…die werden das nicht kampflos aufgeben wollen – nein, es bedeutet eher weiter wie bisher und zusätzlich neue Direktverbindungen die bis anhin auch mit Umsteigepassagieren nicht profitabel sein konnten… also mehr Flüge anstatt weniger…

    • @ Ansicht: Offenbar passt Ihnen nicht, dass immer öfters eine rein schweizerische Lösung (ohne die hierzulande höchst unbeliebte Lufthansa) als durchaus chancenreich angesehen wird!

    • @ ansicht

      ebenfalls interessant, wie sehr ihre aviatikexperten auf das
      geld des sogenannten dummvolks angewiesen sind.

    • Geiger, Stöhlker etc. sind nur Plauderis, ich mag nur LH, der einzige, der draus kommt und im Dreck wühlt.

    • …ich kenne Umsteiger, die gleich einen Zwischenhalt machen und in Zürich anständig Geld ausgeben und auch sonst, z.B. mit ihrer Persönlichkeit eine Bereicherung für uns sind.

  19. Gegen dieses Konzept wird sich die Lufthansa zur Wehr setzen. Sie will ihre Langstreckenflugzeuge füllen mit Passagieren, die sie auch in Zürich abholt.

    • Selbstverständlich würde sich die Lufthansa wehren. Genau deshalb sollte man ihr jetzt keinesfalls Geld geben, sondern die Assets einer konkursiten SWISS günstig übernehmen und das vorgeschlagene Konzept umsetzen.

  20. Ist IP nun eine Propagandabühne für Airbus? Kein einziger Schweizer Flughafen ist überlastet. Das Problem liegt vielmehr darin, dass durch das Nachtflugverbot die Infrastruktur nicht optimal genutzt werden kann.

    • Oh, hier spricht der Fachmann. Musik in meinen Ohren. Hoffentlich findet der Fachmann auch ein Ohr jener, die im gleichen Stil fortfahren wollen und verneinen, dass es in der Post-Pandemie auch eine Post-Fluggesellschaft geben wird, welche die Wachstumsgesellschaft in Frage stellt. Es kann und wird nicht so weiter gehen.
      Jene Kurz- und Mittelstrecken-Flüügerli, die schon in der Wüste stehen, werden wohl nach Afrika verramscht oder eingeschmolzen werden müssen.

    • Mein Kommentar ist leider am falschen Ort gelandet.
      Zu Kurt Müller: Dank dem Nachtflugverbot wird die Gesundheit der Anwohner nicht kaputtgeflogen. Die Zukunft sieht nicht schlecht aus. Eine heilende Selbstregulierung ist in Sicht. Es wäre denn, Fluggesellschaften (oder Kreuzfahrtsschiffsbetreiber) würden als Zombieunternehmen durch den Steuerzahler durchgefüttert.

  21. Die kürzeste Route zwischen Zürich und Singapur beträgt laut Routenplaner 13.821,84 km.

    Somit wäre diese Distanz als Direktflug schon einmal nicht möglich mit dem A321 XLR (maximale Reichweite 9000 km)

    • @ appzähler

      das schräge dabei ist, man ist diese distanz ^ab kloten^ schon zu grossmutters zeiten geflogen…die leute verblöderei kennt keine grenzen.

      kloten wie schwechat haben sich lufthansa verkauft, wie und was angeflogen wird entscheidet alleine die anglofinanzmetropole frankfurt und nicht die
      dorfschreier aus wien oder zürich.

    • Da hat der „Kläffer“ aus Appenzell aber eine ganz üble Kehlkopfentzündung eingefangen. Flugzeuge fliegen entlang sog. „Grosskreise“ (http://www.brefeld.homepage.t-online.de/grosskreisentfernung.html, d. h. auf der kürzest möglichen Luftlinienverbindung. Es kommt zwar miunter vor, dass aus politischen Gründen Umwege geflogen werden müssen, was sogar zusätzliche Zwischenlandungen notwendig macht; aber das ist nicht der „courant normal“. Zürich Kloten – Singapore Changi hat eine Grosskreisdistanz von 10’294 km. Für die Berechnung der notwendigen Treibstoffmengen sind, nebst anderen Faktoren, diese Distanzen relevant.

    • @Observer, aka. Klugscheisser: aber ist es nicht so, dass auch 10’294 mehr ist als 9’000?

  22. Oekologie – ja
    Effizienz – ja
    Effektivität – ja
    gut weltweite Anbindung – ja

    Die Hub-Funktion hat im Umkehrschluss den tollen Vorteil, dass fast jede Europäische Hauptstadt in max. 2,5Std. ab Zürich ein- bis mehrmals bedient wird. Das ist sehr angenehm.

    Das Argument der Pandemie ist billig, peinlich und simpel. Jeder ÖV (Zug, Bus, Tram) ist eine Bakterien-Schleuer. Das ist alt.

    Fazit: der Ansatz ist interessant, aber nicht zu Ende gedacht.

    • gedacht wir erst am wirklichen ende, der rest ist grosses klimbim @ olli

    • Viren- Hotspot Flugzeugkabine
      Jean-Pierre Schiltknecht hat mit seinem Artikel Recht. Er zeigt den Verantwortlichen des Flughafens auf, was kluge Strategie bedeutet. Die auch vom Bundesrat befürwortete Hub-Strategie für den Flughafen Zürich bringt wegen dem übersteigerten Wachstums- und reinem Finanzdenken verantwortungslose Gesundheits-, Finanz- und bevölkerungspolitische Risiken für unser ganzes Land. Die von der Flugindustrie verursachten Umweltschäden sind leider in den Jahresrechnungen des Flughafens und der einzelnen Fluggesellschaften nicht verbucht, weil sie als nicht existent betrachtet werden. Es werden Phantom-Gewinne ausgewiesen und an die Aktionäre in Form von Dividenden ausbezahlt, obwohl die Gewinne gar nicht existieren, würde man die verursachten Klimaschäden wirtschaftlich korrekt buchen. Das Corona-Virus ist nur noch das Sahnehäuptchen. Die globalisierte und umweltschädliche Flugindustrie ist für die durch die rasante und weltweite Verbreitung über die Flugwege der Corona-Pandemie entstandenen Milliardenschäden ursächlich verantwortlich. Jedermann und jede Frau weiss das und niemand spricht es aus. Ohne die Verbreitung über die Flugkabinen hätte das Corona-Virus für die weltweite Verbreitung Jahre gebraucht. Kein Spital wäre überlastet gewesen, die panikähnlichen Reaktionen wären ausgeblieben. Sakrosankte Verfassungsrechte hätten nicht über Nacht als nicht mehr gültig erklärt werden müssen, mit grosser Wahrscheinlichkeit wäre der Impfstoff vor weltweiter Verbreitung vorgelegen. Und da verbreitet ein Kommentar die Mär, das Hauptproblem liege in der Verbreitung der Seuche im Zug-, Bus- und Tramverkehr und erwähnt den Flugverkehr mit keinem Wort.
      Heidi Zgraggen

  23. Ich sage, hmm, let’s try it.

    PS: Ich nicht mag klein Flug. Hast du Arschkarte gezogen, wenn ganz am Schwanz hinten, sind „nicht empfohlene“ Sitze! Eeek! Nein, hab kein Bock auf so kleine Flügerlis.

    • neben den banken unser milliardengrab schlechthin @charles

      die mutter lufthansa, eine der ertragreichsten fluglinen,
      muss vom A.CH.D. steuerzahler aus der versenkung gerettet werden.

      ihr in$ide horizo…äh hub in ehren

  24. Guter Artikel Herr Schiltknecht an ihnen ist glatt ein Airlinemanager verlorenen gegangen. Schade dass sie Fluglärmgegner geworden sind.

    • Echt jetzt? Offensichtlich und nach Ihrer Auffassung braucht es nicht viel um „Airlinemanager“ zu sein. Dieses Metier ist nach meiner Erfahrung etwas anspruchsvoller als von der Tribüne Ratschläge zu geben. ABE.