Laurent Freixe war wie die unerwünschte Fee bei den Gebrüdern Grimm. Der Franzose tauchte einfach auf der Party auf und liess sich nicht verjagen.
Bis jetzt. Kürzlich hat Freixe sein LinkedIn angepasst. Endlich nennt sich der Franzose dort nicht mehr CEO von Nestlé.

Das ist er seit dem 1. September des letzten Jahres nicht mehr. Doch auf Linked tat er, als ob ihn das nichts anginge.
Er hielt einfach am tollen Titel fest. Rauswurf? Mir egal, ich bin der Chef.
Mit rechtlichen Folgen. Auch im Handelsregister kam nämlich zum Vorschein, dass der Food-Multi aus Vevey seinen Ex-Spitzenmann nicht so leicht loswerden würde.

Freixe blieb nämlich Verwaltungsrat. Einfach nicht mehr als Delegierter, sondern als einfaches Mitglied.
Das konnte der Rat in Eigenregie beschliessen, für den Rausschmiss hingegen benötigt die oberste Führung den Segen der Aktionäre.
Hintergrund der eigenartigen „Show“ dürfte der Fight um die Abfindung sein. Nestlé betonte stets, dass Freixe keinen Rappen mehr erhalten würde.
Seine gesperrten Boni? Die würden verfallen, so die Botschaft.
Er habe dem Unternehmen mit seinen internen Liebesbeziehungen schweren Schaden zugefügt, lautete der Vorwurf der Nestlé-Chefs an die Adresse von Freixe.
Nicht per se wegen der internen Amours foux, sondern weil er diese offenbar dementiert hatte.
Sein Präsident und Langzeit-Weggefährte Paul Bulcke stürzte ebenso über die Affäre. Wenige Wochen nach dem Freixe-Eklat musste auch Bulcke von der Brücke abtreten.
Im Unterschied zum abgehalfterten CEO gabs für den Präsidenten lobende Worte. Am Fakt, dass er nach einem Leben für Nestlé innert weniger Tage History war, änderte das nichts.
Für die Nachfolger ist das LinkedIn-Update von Laurent Freixe ein Segen. Kapitän Pablo Isla und Konzernchef Philipp Navratil können ohne dunkle Freixe-Wolke das Schiff aus dem Sturm steuern.

Die Frage, zu welchem Preis, wird wohl erst in einem Jahr, im Geschäftsbericht 2026, beantwortet. Dann muss Nestlé offenlegen, was die Firma ihrem verwünschten CEO nachschmiss.
Gerüchteweise könnte es sich um eine Summe handeln, die alle Abgangsentschädigungen in den Schatten stellt – sogar jene von Daniel Vasella. Der hatte 2013 von der Novartis für seine arme „Renten“-Zeit über 70 Millionen eingestrichen.

Bei LinkedIn ist weniger schon lange mehr. Vielleicht möchte er bei der Blufferei einfach nicht mehr mitmachen.
Und selbst, Luki?
Ich finde Freixe ganz nett.
Einen Nahrungsmittel Weltkonzern wie Nestle ins Elend zu stürzen.
Aber der Durschnitts-fiat-Anlageberater zu seinen Kunden, wie bei der CS; diesen grundsoliden Titel müssen Sie im Depot haben.
Mir tun die Aktionäre nicht leid.
Wer, wie bei der CS, Aktien eines Unternehmens hält dessen Führung das Wort Integrität nicht mal kennt, verdient nichts Anderes.
Gut – solange er auf dem Papier noch angestellt ist, ist er noch angestellt. Auch wenn er freigestellt ist. Ist ganz einfach.
Dummerweise hat man ihm einen Sitz im VR gegeben, wohl als Zückerchen. Genützt hat es nichts. Jetzt, im VR, dürfte es ihm immer noch besser gehen als 98% seiner F-Landsleute. Und wenn die Aktionäre den Rausschmiss bestätigen, gibt es keinen Grund, dem Mann dann noch Millionen nachzuwerfen.
Hier findet zeitnah eine Offenbarung statt.
Frühere Werte von Nestle unter H. Maucher werden weiter brabeckisiert.
Wann hört endlich diese schamlose Abzocker auf? Habe bald keine Zeit mich über all diese Idioten aufzuregen. Und erfahren tun wir sowieso nicht die Wahrheit. Bezahlen müssen wir aber. Wenn der Bettler ans Reiten kommt, mag ihm der Teufel nicht nach.