Francesco Maisano, dem das Ableben von 70 Herz-Patienten am Universitätsspital Zürich (USZ) vorgeworfen wird, geht in die Gegenoffensive.
In der NZZ am Sonntag droht er Thierry Carrel, dem bekanntesten Schweizer Herz-Chirurgen, der in Zürich nach Maisanos Ära zusammen mit Paul Vogt übernommen hatte.
„Meine Anwälte prüfen seit dem Erscheinen seines Interviews die Einreichung einer Klage wegen Verleumdung“, sagt jetzt Maisano.
Carrel warf Maisano zuvor „Betrug der schlimmsten Art“ vor. Es ging um Videos, die „so geschnitten worden waren, dass negative Ergebnisse und Komplikationen nicht gezeigt wurden“.
Der öffentliche Konter von Maisano überrascht. Der Herzchirurg giesst damit selber Öl ins Feuer.
Sein Cardioband steht im Zentrum des Zürcher Herz-Skandals. Mit diesem wurden Maisano und die übrigen Aktionäre der israelischen Entwicklerfirma namens Valtech reich.
Laut Maisano hat auch die mit dem Spital verbundene Universität Zürich daran verdient.
„Die Universität selbst erhielt einen Anteil an den Einnahmen aus meinen Kooperationen mit der Industrie“, sagt Maisano im NZZ-Interview.
Als Klinikdirektor des USZ war Maisano gleichzeitig Inhaber des Lehrstuhls für Herzchirurgie an der Universität Zürich.
„Diese Beziehungen waren einer der Gründe, warum man mich nach Zürich geholt hatte.“ Alle seien von Anfang an im Bild gewesen über sein Interesse am Cardioband.
„In meiner Bewerbung stellte ich ausdrücklich das Cardioband-Projekt vor, das sich damals in der präklinischen Phase befand“, so Maisano.
„Die USZ-Leitung war sich von Anfang an sowohl meines Profils als auch der Tatsache voll bewusst, dass innovative Verfahren Teil der klinischen Praxis sein würden.“
Maisano war 2013 aus Mailand vom Deutschen Volkmar Falk an die Zürcher Herzchirurgie geholt worden. Die beiden kannten sich: Falk war bei der Entwicklung des Cardiobands früh dabei – als Berater.
2014 übernahm Maisano von Falk die Leitung der Klinik. Er implantierte das Cardioband bei Patienten mit dem Ziel einer raschen Zertifizierung.
Als er diese hatte, verkauften er und die übrigen Valtech-Aktionäre das Cardioband an US-Pharmamulti Edwards.
Dieser blätterte Anfang 2017 340 Millionen US-Dollar auf den Tisch, mit der Aussicht auf weitere 350 Millionen, abhängig vom Erfolg des Cardiobands.
Das Berner Inselspital unter Thierry Carrel hatte damals auf den Einsatz des Cardiobands für die sogenannte Mitralklappe verzichtet. Die Methode sei zu riskant, so der Befund der Berner.
In Zürich hatte Maisano da bereits die andere Klappe, genannt Trikuspidal, fürs sein Cardioband ins Visier genommen.
Eine von der USZ-Leitung im September 2016 als Video verbreitete Mitteilung sprach von Weltpremiere mit dem erstmaligen Einsatz des Cardiobands in dieser Klappe.
„Mit dem weltweit erstmaligen Einsatz des Cardiobandes an der Trikuspidalklappe, der am USZ entwickelt, geplant und durchgeführt wurde, stärkt das Universitäre Herzzentrum seinen Ruf als Pionier in der Herzklappen-Medizin“, jubelte das USZ.
Was damals keiner wusste: Das Video war aus zwei Sequenzen zusammengesetzt. Die Stelle, als es beim Einsetzen des Cardiobands zu schweren Komplikationen gekommen war, fehlte.
Der Draht, der die Klappe zusammenzog, war während der gefilmten Operation gerissen. Gezeigt im Video wurde dann der zweite Anlauf.
Diese Zusammenschnipseln meinte Thierry Carrel mit seinem Vorwurf, es handle sich um „Betrug der schlimmsten Art“.
Nicht lange nach der Jubelmeldung der USZ-Führung kam es zunächst zu den 340 Millionen US-Dollar von Edwards für die Mitralklappen-Anwendung des Cardiobands.
Und im 2018 dann, nach erfolgter Zertifizierung des Cardiobands auch für die Trikuspidal-Klappe, zu weiteren 50 Millionen US-Dollar von des US-Pharmakonzerns an die Eigentümer der Valtech.
Mit dabei Francesco Maisano. Wer sonst noch?
Am USZ sass damals mit Martin Waser ein ehemaliger Zürcher Stadtrat von den Sozialdemokraten auf dem Stuhl des Präsidenten des Spitalrats. Bei diesem handelt es sich um eine Art Verwaltungsrat des wichtigsten Krankenhauses des Millionen-Zürich.
Entscheidender war der „Schattenmann“ im Spitzengremium des USZ: Urs Lauffer.
Der Freisinnige gehörte seit Jahren zum Inner Circle, er gilt in den Augen vieler Beobachter als zentrale Figur der damaligen Zeit im USZ.
Als Waser Ende 2020 seinen Rücktritt verkünden musste, nachdem der Skandal um Francesco Maisano geplatzt war, trat auch Urs Lauffer als Vize-Präsident des USZ ab.
Lauffer gehörte seit 2015 dem Spitalrat an. Jetzt verabschiedete er sich durch die Hintertür, statt die Stellung zu halten, nachdem ein Whistleblower die Affäre um Maisano ins Rollen gebracht hatte.
Der langjährige FDP-Politiker, der als Zürichs „graue Eminenz“ mit seiner PR-Firma höchste Wirtschaftskapitäne beriet, hätte schwerwiegende Fragen beatworten müssen.
Diese blieben ihm durch seinen Rücktritt erspart. Lauffer, eine spielbestimmende Figur im ganzen USZ-Drama, geriet in Vergessenheit, kaum hatte im Mitte 2021 der vom Triemli Stadtspital eingewechselte André Zemp das Zepter übernommen.
Mit Maisanos Gegenattacke, wonach die Universität Zürich, also nicht das Unispital, einen „Anteil an den Einnahmen aus meinen Kooperationen mit der Industrie“ erhalten hätte, gerät Lauffer ins Visier.
Wofür kriegte die Uni von Maisano Geld? Wohin floss dieses?
Das USZ hatte schon früher gesagt, es habe nichts von Maisanos Cardioband gekriegt. Die Frage ist, ob Geld an anderen Orten landete.
Die USZ Foundation war wiederholt ein Thema rund um Maisanos „Innovationen“. Dort sitzt mit Thomas Wellauer ein langjähriger Wirtschaftskapitän und enger Verbündeter von Urs Lauffer. Dieser reagierte nicht auf Fragen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Agriff ist die beste Verteidigung. Und am Spital ist niemand daran interessiert, gegen diesen Arzt vorzugehen. Es könnte ja ein Bumerang werden. Besser ist es, alles so lange wie möglich zu verzögern. Es winkt die Verjährung.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wir sollte die Verjährung abschaffen… sich hinter dem zu verstecken ist einfach einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Operieren die eigentlich auch am Oberstübchen? Wo kann ich mich mit Palfner anmelden?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Oberstübchen‑OP, die machen nur ambulant: Deckel auf, Luft raus, fertig.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Gier auf Kosten von Menschenleben.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wann lässt du dich endlich abklären?!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Dass Anwälte eine Verleumdungsklage prüfen, heißt noch nichts. Sie können immer noch zum Schluss kommen, dass sie keine Chance auf einen Sieg vor Gericht haben.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Und jetzt, wo’s brennt, zeigt er plötzlich auf alle anderen Carrel, Uni, Spital, Politik. Ein Cardioband für die Mitrisse wäre vielleicht tatsächlich nötig gewesen.
Aber gut: Wer jahrelang Videos schneidet, weiss natürlich, wie man eine Geschichte so montiert, dass die eigenen Komplikationen nicht mehr sichtbar sind.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Bei jedem Skandal mischelt noch ein FDP-Heini mit, der noch einen Anteil für sich abzweigen oder zumindest gross rauskommen will. Hat irgendwie System in unseren staatsnahen Betrieben.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die FDP kennt nur Gewi$$en
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Das Gewissen dieser Leute ist so gross wie das Cardioband nützlich ist.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Maisano ist unter Druck, er schlägt um sich, die Aussagen sind völlig jenseits. Und es kam ja auch noch zu Schraubenausrissen, die unerwähnt blieben. Maisano ignoriert die Fakten und geht in den Gegenangriff. Der Anfang vom Ende. Die Frage ist nun wen er noch mitnimmt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In jedem Fall trägt aus meiner Sicht die Zürcher fakultäre Ernennungskommission (Medical School Nominations Commission) 99 % der Verantwortung in dieser Angelegenheit.
Es wäre sinnvoll, die Interessen der verschiedenen Mitglieder zu analysieren, die damals in dieser Ernennungskommission waren. Man sagt auf FRA „il n’y a pas de fumée sans feu“.
USZ hat auch das Geld der Qualität der Versorgung vorgezogen = vollständig verantwortlich. Es wird Jahre dauern, bis Klarheit geschafft wird („remettre les pendules à l’heure“ sagt man auf FRA.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wenn die Zürcher Ernennungskommission 99 % der Verantwortung trägt, dann hat sie sich damals offenbar eher an Eigeninteressen orientiert als an Kompetenz. „Il n’y a pas de fumée sans feu“ und hier war’s ein Flächenbrand.
Das USZ hat derweil gezeigt, dass Versorgungsqualität problemlos hinter Budgetoptimierung zurückstehen darf. „Remettre les pendules à l’heure“ wird dauern vorausgesetzt, jemand traut sich überhaupt, sie wieder aufzuziehen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Typisch Italiener, er verspricht Berge und liefert Maulwurfshügel aber mit Presslufthammer‑Lautstärke
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wie die Gummihälse aus dem grossen Kanton, die können sich eben sehr gut verkaufen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Sein Auftritt ist lauter als alles, was er je zustande gebracht hat.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Apropos Italiener, Kurz gesagt: große Klappe, kleiner Output, aber beim Heimgehen plötzlich die Effizienz eines Hochgeschwindigkeitszugs.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Überstunden waren für manche italienischen Kollegen so exotisch wie ein seltenes Tier: Man hat davon gehört, aber gesehen hat’s keiner. Dafür war der Feierabend heilig wie ein religiöses Ritual.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ich sehe einen Zusammenhang zwischen den Skandalen Unispital, Credit Suisse, Swissair, Bundesgericht, Hildebrand Nationalbank, Crans-Montana etc….
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Na ja, die vielen Toten werden nicht wieder lebendig, also was soll’s. Einfach unter den Teppich kehren und die Sache ist erledigt, wie so oft.