Mein letzter akademischer Abschluss liegt schon über ein Vierteljahrhundert zurück. Matura hiess der.
Seitdem habe ich keine Weiterbildung absolviert, obwohl das doch so wichtig wäre.
Seit letzter Woche ist mein Lebenslauf etwas interessanter. Ich habe mit Erfolg einen Kurs für Arbeitslose besucht.
Der Kurs dauerte 16 Tage und bescheinigt mir Fortschritte in der Resilienz. Ich kann nun Botschaften „klar, wirkungsvoll und adressatengerecht vermitteln“.
Werner (*) wird das freuen. Er war einer der fünf Kursleiter.
Zu Beginn jedes Kurses stand er vor den Arbeitslosen und sagte: „Heute wird ein guter Tag“. Dann setzte er sich wieder hin und tat nichts mehr.
Werner war früher etwas sehr Hohes im Militär. Er befehligte über 600 Männer, sagte er einmal. In Afrika sah er tote Menschen auf der Strasse.
Dann war er lange selbstständig und floppte mit einer Brause. Werner hat sich nach den Kämpfen und der Limonade der Spiritualität zugewandt.
Jeder zweite Satz war eine Weisheit von Konfuzius oder Schiller. Nur manchmal blitzte der Drill von früher wieder auf.
Einmal vergass ich die Tür zur Toilette zu schliessen. Es gab – völlig zu Recht – einen Anschiss von ihm. Und einmal schlug er mir leicht auf den Nacken, weil ich kurz einschlief.
Das passierte mir bei Rüdiger, einem anderen Kursleiter. Der erzählte am letzten Tag, was ihn so alles im Leben beschäftigte.
Von Rüdiger weiss ich gar nichts. Nur, dass er der stellvertretende Kursleiter ist. Sonst sahen wir Arbeitslose ihn nur hinter dem Computer.
Hauptdozentin war Nina. Eine junge Frau, die sehr viel Expertise im Autoverkauf und Job-Coaching hat.
Eigentlich redete allein sie. Die anderen vier Dozenten sassen still hinter ihren Bildschirmen.
16 Tage können ziemlich lange dauern. Wir lernten viel über Lebenslauf, Bewerbungsgespräche und Storytelling.
Langweilig war mir zum Glück selten. Das hat mit Nina zu tun, die laut und super schnell redete.
Wir Führungskräfte lernten von ihr, wie man sich im Gespräch korrekt verhalten muss. Zum Beispiel:
Bei der Bewerbung sind der CEO, der direkte Vorgesetzte und eine HR-Frau anwesend. Wen begrüsst man zuerst?
Die Antwort ist individuell.
Eine andere heikle Frage: Beim Bewerbungsgespräch steht eine Flasche Wasser auf dem Tisch. Darf man sich selber einschenken, oder muss man auf die HR-Frau warten?
Ich kenne die Antwort, möchte hier aber nicht mein ganzes Wissen kostenlos teilen.
Wir kriegten 15 Franken pro Tag. Häufig gingen wir in der Pause mit dem Sold trinken.
Einmal waren wir zu lange im Biergarten. Die Nina tobte vielleicht! Das geht gar nicht.
Sie guckte uns eiskalt an. Sogar mich.
Ich glaube, mich mochte sie. Denn ich öffnete mein Maul während den 16 Tagen nur spärlich und nickte immer freundlich, wenn sie, Rüdiger und Werner mich anguckten.
Ich wollte unbedingt wieder einmal ein Diplom erwerben. Meine „sozialen Kompetenzen und Problemlösungsfähigkeit“ sind nun endlich auf dem Level, die in der Arbeitswelt gefordert werden.
Der Vierte im Bund war Kevin. Er war der jüngste Kursleiter.
Ihn konnte Nina wenig gebrauchen, glaube ich. Kevin strahlte uns trotzdem 16 Kurstage an.
Auch er stellte sich erst am letzten Tag vor. Er war auf dem Bau und zerstörte beide Knien. Jetzt ist er Job-Coach.
Die fünfte Kursleiterin war Inge. Sie war ziemlich feministisch unterwegs und schimpfte über die Männer.
Aber auch sie hielt sich fast immer zurück. An manchen Tagen sagte sie gar nichts.
Inge und Nina heulten am letzten Tag. Wir Arbeitslose sassen im Kreis und mussten über den Kurs etwas sagen.
Die Manager zerfetzten den Kurs in alle Details. Das war gar nicht schön.
Denn manchmal gab es auch Lichtblicke. Nebst den fünf Kursleitern, die immer anwesend waren, besuchten uns auch externe Experten.
Die waren sauteuer (bis zu 3’900 Franken pro Tag), aber brachten etwas Abwechslung in die stetige Wiederholung von Lebenslauf, Bewerbungsgespräche und Storytelling.
Auffallend viele externe Dozenten haben früher beim SRF gearbeitet und sind nun auch Job-Coaches.
Einer war Hauptmann beim Militär, das freute Werner ganz besonders. Der SRF-Offizier hat aber nie Leichen in Afrika gesehen.
Er simulierte Bewerbungsgespräche mit uns. Er war sehr gut, denn er gab mir ein tolles Feedback. Ich habe laut und deutlich gesprochen, lobte er mich.
Auch Nina fand mich super. Sie führte ebenfalls ein Gespräch mit mir. Dabei hämmerte sie wie blöd mit dem Kugelschreiber auf den Tisch.
Das war ein cleverer Trick. Sie testete meine Resilienz und Problemlösungsfähigkeit. Das macht man anscheinend bei Einstellungsgesprächen.
Am liebsten wäre ich ihr natürlich an die Gurgel gegangen. Aber so bin ich nicht mehr. Der Arbeitslosenkurs hat meine sozialen Kompetenzen enorm gestärkt. Wer will mich nun?
* Namen geändert

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Sagt man im Aargau Biergarten? Ich kenne nur die Schassen.
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Der Frenkel meint dass die Matura ein akademischer Abschluss ist. Nein ist kein akademischer Abschluss.Bei der Matura (bzw. der Eidgenössischen Maturität oder dem Abitur) handelt es sich um einen höheren Schulabschluss der Sekundarstufe II. Einbildung ist auch eine Bildung.
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Richtig. Eigentlich sagt er damit dass es bei ihm nicht für ein Studium gereicht, oder er eines abgebrochen hat.
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Für den Biergarten während des Kurses hat es aber beim BF gereicht. So viel Selbstdarstellung ist er sich wert.
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Die Verschwendung in den RAVs ist geradezu biblisch. Diese Kurse sind allesamt unbrauchbar.
Kann man alle ersatzlos streichen.
Dafür sollte man jeden Tag persönlich irgendwo in der Stadt um 7:30 und 15:00 auf einen Knopf drücken müssen, damit es Taggeld gibt.
Damit könnte man all die Schmarozer und Betrugsfälle wirksam bekämpfen.
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Teil 1: einverstanden.
Teil 2: was soll mit dem Drücken eines Knopfes erreicht werden?
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hahahaha, köstlich! ist das masslos übertrieben, oder werden unsere Steuergelder wirklich in dieser Weise vebraten?
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Ich sehe, IP hat bereits zugeschlagen.
Und Frenkel zahlt für sein Volontariat. Vorbildlich.
Bis in drei Monaten im Kurs … .
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Wer das RAV, und besonders solche Kurse, nicht erlebt hat, wird nicht glauben, dass es das gibt!
Das RAV ist jedoch humaner geworden als früher.
Meine Kursleiter haben nicht mitbekommen dass die Credit Suisse untergegangen ist, obwohl sie in der Nähe von Sihl City waren. (Die allermeisten Firmen haben den Untergang der CS nicht mitbekommen. Stattdessen wird man als Totalversager angeschaut.)
Das RAV-Programm hört sich in der Theorie perfekt an. Allerdings muss man selber erleben, dass die Realität weit davon entfernt ist.
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Die Schweizer Regierung hat viele Millionen für die Entwicklung dieser Schulung an Deloitte gezahlt. Es freut mich, dass Sie sie als so wertvoll empfunden haben.
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Leider werden in den nächsten Jahren noch viel mehr Matura-Abgänger (und auch Studienabgänger) zum RAV gehen müssen (Robotik + KI lässt grüssen)…
– wohl zusammmen mit den „Fachkräfte-Zuzügern“ aus dem Ausland
Jeder Politiker, der 70 als Pensionsalter fordert, soll aufzeigen wo die Arbeitsplätze sind…
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Nina, Rüdiger, Inge, Werner, Kevin. (Namen geändert, gelle?). Kleiner Anfall von passiver Aggresivität, Herr Frenkel? Âber im Biergarten auf passiver Promille hat alles gut funktioniert beim IP-Schreiben, nicht wahr…
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Aus dem Leben eines Taugenichts…
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Frenkle arbeitslos:-) 😉 er hat früher bei René Zeyer Bettreiber von http://www.zackbum.ch eine seite über Medien Kuba und ercm aber dann Rausschmiss (warum. Herr Frenkle ,??)
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geh woanders stören