Am 28. August forderte Kyrylo Budanov, der ehemalige Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) und heutige Leiter des Präsidialamtes, im ukrainischen Fernsehen die monatliche Rekrutierung von mindestens 30’000 Soldaten (Ukrinform).
Am 17. September bezifferte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk im polnischen Parlament die monatlichen ukrainischen Verluste auf 27’000 Tote oder Verwundete.
Dies sind unvorstellbare Zahlen. Ein Schweizer Beobachter kann personelle Angaben aus der Ukraine durch 2,5 dividieren und erhält damit ungefähr mit der Schweiz vergleichbare Werte.
Dabei werden die unterschiedliche Demografie und der allgemein schlechtere Gesundheitszustand der ukrainischen Bevölkerung berücksichtigt.
Somit müsste die Schweiz hochgerechnet etwa 144’000 Soldaten jährlich rekrutieren, um eine ähnliche Mobilisierungsquote zu erreichen.
In der Schweiz werden bei einer international rekordhohen Militär-Tauglichkeitsquote von 70 Prozent jährlich etwa 25’000 neue Soldaten ausgebildet.
Die Ukraine muss somit in jedem Kriegsjahr das Wehrpotenzial von fünf bis sechs Jahrgängen ausschöpfen. Dies ist eine unhaltbare Situation.
Nach bald fünf Jahren Krieg und der Mobilisierung von vermutlich deutlich über zwei Millionen Soldaten ist das Wehrpotenzial des Landes weitgehend erschöpft.
Dies erklärt die aktuellen Diskussionen, vor allem in Grossbritannien und einzelnen EU-Staaten, über eine mögliche Entsendung von Soldaten zur Unterstützung der Ukraine im Rahmen einer „Koalition der Willigen“.
Eine Überlegung besteht darin, diese Soldaten in „unterstützenden“ Funktionen abseits der Front einzusetzen. Genannt werden beispielsweise Aufgaben in der Logistik oder der Fliegerabwehr.
Der Plan wäre, dass die ukrainischen Streitkräfte dadurch Kräfte aus rückwärtigen Funktionen an die Front verschieben können.
Der Vorteil für die entsendenden Staaten wäre, dass die eigenen Verluste niedrig gehalten werden könnten, da diese Aufgaben deutlich risikoärmer als ein Fronteinsatz sind.
Dahinter verbirgt sich jedoch eine falsche Einschätzung der Lage.
Die Ukraine hat keinen Personalmangel in der nachgelagerten Logistik. Sie zwingt auch Männer bis zum Alter von 60 Jahren und mit schwacher Gesundheit zum Militärdienst.
Zudem werden in solchen Funktionen genesene Verwundete eingesetzt, die nicht mehr an der Front eingesetzt werden können.
Es wäre denkbar, Spezialisten wie Geräte- und Motormechaniker, Lenkwaffensoldaten, Nachrichtendienstler oder Spezialisten der elektronischen Aufklärung aus ihren bisherigen Funktionen abzuziehen und an die Front zu schicken und ihre bisherigen Aufgaben durch Nato-Soldaten zu übernehmen.
Dies würde jedoch aufgrund von Sprachbarrieren und des Verlusts an Expertise wahrscheinlich eher zu einer sinkenden Kampfkraft des Gesamtsystems führen.
Die Ukraine benötigt motivierte und gut ausgebildete Soldaten für den Einsatz an der Front oder im frontnahen Bereich.
Selbst der FPV-Drohnenkrieg ist vollständig von motiviertem und gut ausgebildetem Frontpersonal abhängig.
FPV-Drohnen haben nur eine geringe Reichweite. Sie müssen von spezialisierten Infanteristen möglichst nahe an die Front gebracht und dort gestartet werden.
Die physischen und psychischen Anforderungen an die Drohneninfanterie sind beträchtlich. Diese Soldaten müssen in schwierigem Gelände autonom agieren und zusätzlich zur normalen Ausrüstung – Splitterschutzweste, Verpflegung und persönliche Waffe mit Munition – noch 20 bis 30 Kilogramm Drohnen tragen.
Das ist mit Schweizer Aufklärer oder Panzergrenadier vergleichbar.
Die Ukraine befindet sich an den meisten Frontabschnitten in einer statischen Verteidigung. Die Stellungen werden systematisch von russischen Verbänden mittels Drohnen von der Versorgung abgeschnitten, mit einer Kombination aus überlegener Artillerie und FAB-Bomben aufgelockert und anschliessend von kleinen, zwei- bis dreiköpfigen Stosstrupps im Nahkampf genommen.
Taktisch ist eine solche Situation für die Verteidiger aussichtslos. In einer statischen Verteidigung werden Stellungen systematisch zermürbt, was zu enormen personellen Verlusten auf Seiten der Verteidiger bei gleichzeitig deutlich geringeren Verlusten des Angreifers führt.
Die moderne Verteidigung wurde massgeblich durch Erich von Manstein (1887–1973) als „elastische Verteidigung“ entwickelt und nach dem Zweiten Weltkrieg in die US-amerikanischen und NATO-Doktrinen integriert.
Im Kern stehen lokale Rückzüge in Kombination mit lokalen Gegenangriffen, die sich vor allem gegen die Kommunikations- und Nachschublinien des Angreifers richten.
Dieser Ansatz führt in der Verteidigung zu deutlich besseren Ergebnissen als eine statische Verteidigung und kann selbst gegen einen personell und materiell überlegenen Gegner zu erstaunlich guten Ergebnissen führen (siehe z. B. die Schlacht von Charkow 1943).
Eine rein statische Verteidigung wird dagegen letztlich in einer vollständigen Niederlage mit enormen eigenen Verlusten enden.
Für ein solches Vorgehen benötigt die Ukraine dringend eigene Offensiv-Kapazitäten, also motivierte und taktisch gut ausgebildete Infanterie. Ebenso braucht sie die Fähigkeit zur lokalen Schwerpunktbildung, damit Gegenangriffe Wirkung erzielen können.
Die aktuelle taktische und strategische Position ist aus militärischer Sicht unhaltbar. Die Ukraine wird durch umfangreiche finanzielle Unterstützung wirtschaftlich am Leben gehalten.
Daraus entsteht keine Perspektive auf einen Sieg. Stattdessen werden die Verluste weiter erhöht und eine vollständige Niederlage lediglich verzögert.
Es ist moralisch verwerflich, die ukrainischen Soldaten in der aktuellen militärischen Lage zu belassen.
Nur zwei Optionen bleiben: Entweder entsenden die europäischen Nato-Staaten direkt Soldaten an die Front und sind auch bereit, die damit verbundenen Verluste zu tragen.
Dadurch wären eine effektive dynamische Verteidigung und zumindest lokale Offensiven wieder möglich.
Oder sie setzen alle Kräfte darauf, für die Ukraine auf politischer Ebene einen dauerhaften Frieden zu erreichen.
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Eine Entsendung von Soldaten in die Ukraine wäre die ultimative Eskalation des Krieges, welche die entsprechenden Staaten zu legitimen Zielen von Russland machen würde und trotzdem nichts bewirken würde.
Deshalb: No boots on the ground!
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„Rekrutierung“? Nennen wir die Dinge doch beim Namen! Wenn Männer gegen ihren Willen auf offener Strasse aufgegriffen und zum Militärdienst gezwungen werden, ist das keine freiwillige Rekrutierung, sondern Zwangsmobilisierung.
Und jetzt soll das Kanonenfutter offenbar aus der EU kommen? Wie lange wollen europäische Politiker noch über die Entsendung fremder Söhne und Väter diskutieren, während sie selbst und ihre eigenen Kinder sicher zu Hause bleiben?
Wer unbedingt weitere Soldaten in diesen Krieg schicken will, soll doch selbst mit gutem Beispiel vorangehen – gemeinsam mit den eigenen erwa
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Russland wirbt nicht nur mit hohen Einmalzahlungen und Sold, sondern setzt laut aktuellen Berichten auch Druck und Täuschung ein. Gemeldet wurden Männer, die auf der Strasse oder am Arbeitsplatz festgehalten und zu Rekrutierungsstellen gebracht worden seien; dort hätten sie teils unter Drohungen oder Gewalt Militärverträge unterschrieben. Besonders gefährdet sind Menschen in schwierigen sozialen oder finanziellen Verhältnissen und nichtrussische Ethnien. Auch Wehrpflichtige und Studierende werden Berichten zufolge zum Vertragsabschluss gedrängt
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Natürlich ist das Potenzial der Ukraine an Personal, Ausrüstung, Munition und Information beschränkt. Umso mehr muss Russland mit massivst wirkenden westlichen Sanktionen und Waffenlieferungen derart getroffen werden, dass der Angriffskrieg wirtschaftlich und innenpolitisch schwerste Schäden respektive eine wachsende Opposition erzeugt. Die statische Verteidigung mit gezielten Angriffen reduziert personelle Verluste, erhöht jedoch die russischen Verluste.
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So viel zu „Russland verliert“!
Russland wird alles bekommen, was es will.
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Werter Clausewitz, setzen Sie Ihre Pickelhaube auf und ziehen Sie selbst an die Front!
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Es ist verwerflich einen russischen Troll alias HD Witz publizieren zu lassen. Die Lage in der Ukraine kennt dieser russiche Propagandist nicht. Die Russen werden mit autonomen Robotern oder Fahrzeugen zurückgedrängt.
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Genau, und von Regenbogeneinhörnern mit Feenstab
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Es wäre manchem dienlich andere als die Westmedien zu lesen.
Ein solcher Schwachsinn habe ich selten gelesen.
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Geschätzter Oberexperte.
Bitte, lassen Sie uns doch auch teilhaben an Ihrer faktenbasierten, detaillierten Widerlegung.
Merci!
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Lasst euch gesagt sein, dass die Russen noch nichts ernsthaftes begonnen haben. Die RUS führen tatsächlich eine SMO und keinen Krieg, und das mit stark angezogener Handbremse. Aus russ Sicht ist das ein Krieg gegen die Nato auf ukr Boden und kein Krieg gegen die UA. Sollte das eskalieren, wird es kein Atom Krieg, die RUS sind der Nato in koventioneller Hinsicht an Qualität und Quntität haushoch überlegen, und an Munition um das X-fache. Der Krieg gegen Europa würde ganz ander aussehen und viel schneller ausgehen, und zwar wie Israel/USA vs. Iran. Nur Raketen. Und da sind die RUS unschlagbar.
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Gemäss der NZZ, Blick und Co. läuft der Krieg doch super. Die Ukraine steht quasi vor Moskau. Alle sind Top-motiviert.
Unklar ist nur, warum die Social Media voll von Videos ist, wie Ukrainer über die Grenze flüchten oder von Schlägern in Autos gezerrt werden.
Wer so rekrutieren muss, der ist sicher nicht am gewinnen.
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„…Nach bald fünf Jahren Krieg und der Mobilisierung von vermutlich deutlich über zwei Millionen Soldaten ist das Wehrpotenzial des Landes weitgehend erschöpft…“
Das hat Russland auch festgestellt. Die Ukraine wird ausgeblutet.
Der EU-Sekte ist es sowieso egal, denn die will den Untergang Europas, mit oder ohne Hilfe Putins.
Und die Nato hat panische Angst vor dem Bündnisfall, weil es einen „Flächenbrand“ geben könnte.
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„…Im Kern stehen lokale Rückzüge in Kombination mit lokalen Gegenangriffen, die sich vor allem gegen die Kommunikations- und Nachschublinien des Angreifers richten…“
Das müssen sie der ukrainischen Militär-Führung schreiben.
Ich frage mich schon lange, wieso nicht dynamischer verteidigt wird, und damit z.B. Kessel-Schlachten erzwungen werden.
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Gab es nicht mal einen anderen Diktator, der plötzlich aus seinem Bunker weit weg von der Front als Generalissimus militärisch sinnlose Haltebefehle raus gab.
Ideologisch war der glaube ich der heutigen ukrainischen Führung ziemlich nahe.
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In der Schweiz gibt es > 70k ukrainische Staatsbürger mit Schutzstatus S. Mit diesem Kontingent wäre die halbe Jahresmobilisierung erreicht. Was mich zudem stört. Warum wird immer nur von Männern gesprochen. Frauen wollen Gleichberechtigung. Dann soll das auch in diesem Fall gelten.
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Fúr was soll eine solche Kolumne gut sein? Demoralisierung der Ukraine, Motivation Putins zu noch brutalerem Vorgehen, Eskalation? Momentan siehts auf Seiten der Ukraine gar nicht schlecht aus, Russlands Armee ist unter Druck, musste in den vergangenen Wochen mehrere Schlappen einstecken. Was Europa tun müsste, ist endlich die russischen Öl- und Gasimporte auf Null runterfahren. Es darf doch nicht sein, dass man Putin mehr Einnahmen beschert, als dass man der Ukraine Waffen liefert.
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Wem nützt eigentlich dieser Krieg? Da wird militärische Eloquenz eingesetzt, um den ganzen Irrsinn ein Mäntelchen von Rationalität umzuhängen?
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Auch wenn es hier auf IP nicht danach aussieht, so kann nach ukrainischen Angriffen auf drei der neun grössten russischen Rechenzentren ein deutlicher Rückgang der Bot-Aktivitäten in den sozialen Medien verzeichnet werden. Diese Angaben werden von Cloudflare bestätigt: der bekannte russische Bot-Datenverkehr aus dem russischen Internetsegment ist nach den ukrainischen Angriffen auf 0,4 Prozent zurückgegangen – von zuvor enormen 84,5 Prozent. Dies bedeutet, dass Russlands Informationskrieg im digitalen Raum faktisch zum Erliegen gekommen ist.
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Wie würde für die Ukraine auf politischer Ebene ein dauerhafter Frieden aussehen? Und was hat Putin über seine Ziele bezüglich der Ukraine gesagt?
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Schlechtreden der Ukraine ist ja voll im Trend hier auf IP und bringt wegen den vielen Putintrollen eine Menge Clickbaits. Aber rein objektiv betrachtet hat sich das Kräfteverhältnis seit Beginn des Krieges viel mehr zu Gunsten der Ukraine verschoben. Sie ist militärisch deutlich leistungsfähiger und kampferprobter, als zu Kriegsbeginn. Russland dagegen hat an Schlagkraft eingebüsst.
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Endlich mal wieder ein Artikel zu dem Thema von Jemandem, der Ahnung hat.
Es ist in der Tat erschütternd. Es ist nur noch ein Massaker, man sieht das von Weitem, wenn man etwas Ahnung hat. Überall die Sprache der Niederlage mit Durchhalteparolen, wie Ende 1944.
Die Ukrainer haben genug gelitten, dieser Krieg muss jetzt enden. Egal wie.
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Wir haben schon lange Frieden mit
Putin kaufen seit 2022 Erdgas und
Rohöl für Milliarden jedes Jahr!!
Nicht zu vergessen die Milliarden
Konten von reichen Russen mit
Putin hier !!