Die öffentliche Ausschreibung der Pumpstation ist weit mehr als ein Streit zwischen der Stadt Zürich und Gastronom Michel Péclard.
Sie markiert einen Bruch mit einer Vergabepraxis, die über Jahrzehnte als wenig transparent galt.
Während etablierte Gastronomen wiederholt von Direktvergaben oder Vertragsübernahmen profitierten, blieben viele kleinere Betriebe aussen vor. Mit dem neuen Vergabereglement verspricht die Stadt nun mehr Wettbewerb und gleiche Chancen.
Ob dieser Anspruch tatsächlich eingelöst wird, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.Michel Péclard ist das bekannteste Gesicht dieses bisherigen Systems.
Vor rund dreissig Jahren erhielt er den Zuschlag für die Pumpstation. 2004 folgte der Hafen Riesbach, 2010 übernahm er den Campingplatz mit Gastronomie „Fischer’s Fritz“ – jeweils ohne dass die Standorte später nochmals öffentlich ausgeschrieben wurden.
Folgt die Stadt künftig konsequent ihrer neuen Vergabelogik, dürften deshalb auch der Hafen Riesbach und der Campingplatz in absehbarer Zeit öffentlich ausgeschrieben werden.
Über Jahre hinweg wurde deshalb immer wieder Kritik an der Vergabepraxis laut. Beobachter sprachen von einer Bevorzugung etablierter Gastronomen oder warfen zumindest Fragen zur Chancengleichheit auf.
Inzwischen wurden die zuständigen Gremien personell erneuert. Heute entscheidet bei den Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ) ein drei- bis vierköpfiges Gremium unter der Leitung von Teamleiter Martin Scheidegger über die Vergaben.
Mit dem neuen Vergabereglement, das sich am europäischen und schweizerischen Binnenmarktrecht orientiert, sollen städtische Gastronomiebetriebe künftig nach transparenten Kriterien und in regelmässigen Abständen öffentlich ausgeschrieben werden.
Péclard ist allerdings nicht der einzige Gastronom, der von direkten Vergaben profitierte. Auch Urs Keller, ehemaliger Inhaber der Familienmetzgerei Keller, übernahm den Kiosk am Hafen Enge ohne öffentliche Ausschreibung von seinem Vorgänger.
Unter seiner Leitung entstand daraus die „Hafen Enge Beiz“. Sein Konzept scheint überzeugt zu haben:
Für 2026 erhielt er auch den Zuschlag für den Kiosk am Bürkliplatz – diesmal allerdings im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung.
Ein weiteres Beispiel ist Reto Candrian. Nach der Übernahme der ehemaligen Silberkugel im ShopVille erhielt er später auch das Bauschänzli.
Und jetzt, nachdem das Projekt „Brasserie Süd“ von Nenad Mlinarevic und Valentin Diem gescheitert ist, kehrt der Standort mit Zustimmung der SBB zu den Candrian-Betrieben zurück.
Zudem wird Candrian künftig die Gastronomie auf den Zürichsee-Schiffen übernehmen. Kritiker sehen auch hier eine auffällige Konzentration attraktiver Standorte auf wenige bekannte Namen.
Diese Beispiele dürften kleinere und innovative Gastronominnen und Gastronomen kaum ermutigt haben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das neue Vergabereglement.
Es soll nicht nur für mehr Transparenz sorgen, sondern auch klären, welche Rolle grosse Gastronomiegruppen und Kettenbetriebe künftig spielen sollen.
Für viele blieb schwer nachvollziehbar, weshalb die Filetstücke der städtischen Gastronomie über Jahre hinweg fast ausschliesslich an etablierte Unternehmen oder besonders gut vernetzte Bewerber gingen.
Diese Praxis steht auch im Spannungsfeld zum politischen Selbstverständnis der rotgrünen Mehrheit im Stadtrat, die regelmässig betont, insbesondere kleinere Akteure und sozial Schwächere fördern zu wollen.
Anders präsentiert sich die Situation bei den Gastronomiebetrieben des Sportamts der Stadt Zürich. Bereits unter Altstadtrat Filippo Leutenegger wurden bestehende Pachtverträge schrittweise öffentlich ausgeschrieben – allerdings nicht immer mit überzeugenden Resultaten.
Glaubt man den Online-Bewertungen, konnten die neuen Betreiber der Badi-Restaurants Tiefenbrunnen, Letzigraben oder des Restaurants im Mythenquai die Erwartungen vieler Badegäste bislang nicht vollständig erfüllen.
Immerhin sind beim Sportamt die Vertragslaufzeiten jetzt klar geregelt: Die Pacht wird zunächst für drei Saisons vergeben. Anschliessend kann sie im gegenseitigen Einvernehmen höchstens zweimal um jeweils fünf Jahre verlängert werden.
Danach ist eine öffentliche Neuausschreibung zwingend vorgesehen. Überträgt das Finanzdepartement diese Logik konsequent auf seine Betriebe, dürften in den kommenden Jahren mehrere prominente Gastronomiestandorte neu ausgeschrieben werden.
Mit den neuen Vergabe- und Betriebskonzepten will die Stadt den Wettbewerb stärken und für mehr Dynamik sorgen – ähnlich den wettbewerbsrechtlichen Grundsätzen der EU.
Ob damit tatsächlich das Ende der immer gleichen „Fischknusperli“ eingeläutet wird und neue gastronomische Konzepte eine Chance erhalten, bleibt abzuwarten. Die Hoffnungen vieler innovativer und kleinerer Gastronominnen und Gastronomen sind jedenfalls gross.
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Lieber in der Kronenhalle ein paar Scampi geniessen.
Man lebt nur einmal.
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Du bist weder Loomit noch das Original. Such Dir einen originelleren Namen, falls Dich das nicht überfordert.
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Für den ürkliplatz haben sich über 60 Gastronomen beworben, Keller hatte lustigerweise schon am ersten Tag der Ausschreibung sein Dossier zusammen und man vermutet, er wurde gebrieft vorher von der lieben Stadt. Und da die Hafenbeiz weichen muss, bekommt er halt den Bürkliplatz als Deal. Durch und durch eine Vetterliwirtschaft und die fleissigen Bewerber werden verarscht
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GIG und wann kommt Redo in die Limmatstadt? GIG
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Ich habe eine ganz leise Ahnung, dass auch jeder andere Gastronom am Standort Pumpstation Fischchnusperli und Bratwurst servieren wird.
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Im Leben geht’s nur um’s Fressen und F…..
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Oder was war gemeint?
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Ja, das ist gut, dass es öffentliche Ausschreibungen und ein transparentes Vergabeverfahren gibt.
Als Nächstes bitte die „Stazione Paradiso“ im Letten ausschreiben.
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Paradiso/Gump von Maag kam ja über eine Ausschreibung rein… die langjährigen Betreiber dort nervten sich, dass die grosse Maag den Zuschlag erhielt… auf der anderen Flussseite wurde das Panama durch die neue Lettenbadi-Gastro abgelöst, die gerade Platz 9 im Gault Millau Ranking der Badi-Beizen holte…
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„…Heute entscheidet bei den Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ) ein drei- bis vierköpfiges Gremium unter der Leitung von Teamleiter Martin Scheidegger über die Vergaben…“
Und wieso lässt man nicht die künftigen Kunden darüber abstimmen, an wen die Beiz neu gehen soll?
Zu viel Demokratie?
Oder könnte es den Zürchern gefallen, wenn sie nicht von einem Beamten-Gremium gezwungen werden, das zu besuchen, was der Beamten-Apparat will?
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Früher, zu meiner aktiv Time, liessen sich hier die Beamten (Vergeber-Governance/Head) noch Kunstbilder & zT. Couverts mit Barem schenken. Hatten zT. grad auch noch eine grosse Vino Villa, in der Toscana @ Pizzeria etc. Das war’s noch relativ analog & simpel. Heute wird da sicher anders, viel moederner gepumpt, fuer die Pumpstationen? In der Velo & Vogel Volieren-on wheels ParadeCity. Gruss von der Langzeitbaustelle A283/7ZH/45-776/Q5/L078/B334
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Grundsätzlich ist es sehr zu begrüssen, dass die Pachtverträge periodisch neu ausgeschrieben werden.
Wenn Péclard konkurrenzfähig ist, muss er sich von einer Ausschreibung nicht fürchten. Bei der Ausschreibung sollte aber nicht das gastronomische vorgeschriebenen werden. Fischknusperli sind beliebt und befriedigen einen breiten Publikumsgeschmack.Es liegt nicht an Beamten, dem Bürger vorzuschreiben, was er essen solle. Der Markt bestimmt.
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Wie willst du den einen Anständigen Betrieb aufbauen und Investieren wenn alle paar Jahre wieder gewechselt wird? Das ist wiedermal eine Idiotenidee von Gutmenschen die keinerlei Ahnung haben vom Betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Das gerade Etablierte Betriebe mit anderen Standorten viel eher den Betrieb laufen lassen können ist ja jetzt nicht was unerklärlich ist. Wieviele der kleinen Beizen überleben den 5 oder 10 Jahre? Klar ist ein Standort ein Vorteil aber wer will den Investieren für 3 oder 5 Jahre.
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Die Pump Station wäre die ideale Inside Paradeplatz Bar um über Finanzthemen zu fachsimpeln.
Lukas, diversifizieren. Gib dir eine Ruck.
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Der Autor erwähnt halt den wichtigsten Fall nicht, nämlich die Badi Utoquai mit mehrjährigem Rechtsstreit nach der Vergabe an neue Betreiber…. das wirkte ziemlich abschreckend…
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Dann gibts noch den Anbieter Abreise im Unteren Letten, auch zwei Jahre im Tiefenbrunnen, bevor Tiefenentspannt übernahm, und jetzt neu beim Chatzensee, dort gibt’s jetzt auch eine Matcha-Limo für 8 Stutz.. dafür auch einen feinen Brunch mit Zopf und Käse.
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Badi Beiz führen bei diesen Klima Schwanckungen, Gender Vorschriften, Hygiene Guidelines, Gastro GAVs, interkulturellen Anspruechen & ideologischen Vorstellungen, ev noch Risiko Bade Aufsicht, im Vollgemänge, Salmonellen & Legionellen. Das Gastronomie Business war auch schöner.
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bei allem Respekt, aber der Fischknusperlikönig mit seinen Eglis aus dem Zürisee verkauft vermutlich 5 Tonnen pro Saison, obwohl der See nur 5kg hergibt. Da sollten die Schreibtischtäter der Stadt mal wegen unlauterer Werbung hinschauen.
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Mitleid mit Peclard ist unangebracht resp. zynisch (MA arbeiten unter Mindestlohn)! Gut gemacht Stadt Zürich!