Pierin Vincenz und Beat Stocker: Zwei Männer, ein Jahrzehnte-Prozess, ein Richter mit „Schnappatmung“.
Weil Vincenz sich an Firmen beteiligte, ohne dies der Raiffeisen offenzulegen – und die Geheimnistuerei mit „Unerfahrenheit“ begründete.
Darauf erklärte sich das Ex-Aushängeschild von Swiss Banking nach seinem grossspurigen Auftreten zu Prozessbeginn nur kleinlaut.
Umso weiter holte Vincenz-Buddy Stocker bei seiner Befragung aus. Medien berichten von erstaunlicher Erinnerungsfähigkeit bis hin zu den kleinsten Details.
Solches kann helfen, die Oberrichter von Zürich im Zweitrunden-Prozess zu überzeugen. Nur: Vor lauter Zahlen und Erklärungen scheint Stocker nicht zu bemerken, wie er sich in einen grossen Widerspruch verwickelte.
Bei ihm geht es allein um Geschäftliches – im Unterschied zu Vincenz, der in diesem Prozess auch mit Privatissima-Frauenstorys für Furore sorgte.
Bei seiner gestrigen Befragung sagte Stocker, der langjährige Ex-CEO des Raiffeisen-Gemeinschaftswerks Aduno, zunächst:
„Viele können sich anscheinend nicht vorstellen, wie riskant diese Übernahmen waren.“

Will heissen: Die Vorab-Investments von ihm und Vincenz in Firmen und ein Private Equity-Vehikel waren unternehmerisches Handeln.
Du kannst viel gewinnen, aber auch alles verlieren.
Darauf folgte eine andere Aussage von Stocker. „Ich dachte damals, so lange alle gewinnen, kann es kein Interessenkonflikt sein.“
Was soll schon Verbotenes hinter der Nicht-Offenlegung stecken, wenn doch alle Beteiligten profitierten und keiner zu Schaden käme, so seine jetzige Aussage.
Was gilt: Unternehmerisches Risiko oder gesicherter Gewinn im Voraus?
Vor dem Obergericht zeigte sich Stocker reuig. „Heute weiss ich: Achtung Interessenkonflikt, Finger weg Beat!“
Ein Strippenzieher, der Millionen-Deals für seinen offiziellen Arbeitgeber Aduno getätigt hatte und gleichzeitig hinter dem Rücken des Unternehmens für sich selbst Geheim-Transaktionen realisierte, mit denen er reich wurde und das Risiko der Aduno übertrug:
Dass hier ein Konflikt bestand, will Stocker erst heute realisiert haben?
Zur Entschuldigung führte er vor dem Gerichtspräsidenten einen Satz aus, der es in sich hat. „Das ist etwas meine schwache Seite, diese Geheimhaltung.“
Genau das ist der Kern der ganzen Causa Vincenz. Der bekannte Bündner, vermeintlich letzter Gutbanker des Landes, und sein Buddy und Hirn der Deals agierten von A bis Z im Dunkeln.
Mit Vertrauensanwälten, mit Zuger Briefkastenfirmen, mit geheimen Treuhand-Verträgen – im Vertrauen darauf, dass das Schweizer Bankgeheimnis sie vor dem Licht der Öffentlichkeit schützen würde.
Als ihre Vorab-Investments dann publik wurden, drohten sie dem Überbringer der Nachricht – es handelt sich um den hier Schreibenden – mit unerbittlicher Vergeltung.
Doch dann passierte gar nichts – jedenfalls so lange, wie Vincenz und Stocker von Raiffeisen, der 25-Prozent-„Tochter“ Aduno und der Aufseherin Finma verschont blieben.
Erst als nach einer Aduno-Strafanzeige die Zürcher Justiz aufmarschierte, die ganze Mauer zum Einsturz brachte und die zwei Freunde in U-Haft steckte, legten diese ihre Zurückhaltung ab.

Jedenfalls Stocker: Der hetzte dem Journalisten die Staatsanwaltschaft auf den Hals.
Als der Berater und Investor nichts mehr zu verliern hatte, war die in seinen Augen erfolgte Bankgeheimnis-Verletzung plötzlich ganz schlimm.
Während er sie zuvor zwei Jahre nolens volens akzeptiert hatte – in der Hoffnung, die Affäre zu „überleben“.
Meine Schwäche, diese Geheimhaltung – die Aussage bringt den Fall auf den Punkt:
Warum wollten die Strippenzieher hinter den Millionen-Deals, also Stocker und Vincenz, unbedingt unerkannt bleiben?
Die Deals hatten sie persönlich reich gemacht. Wird einer reich, wird ein anderer arm, normalerweise. Wollten sie sie deshalb nicht offenlegen?
Wenn einer CEO werden will, fragen ihn die Berater: Welche Leichen, von denen die Welt unter keinen Umständen erfahren darf, haben Sie im Kleiderschrank?
Vincenz war nicht irgendein CEO. Sondern der jahrelange Chef der Raiffeisen, einer Genossenschaftsbank mit Millionen von Kunden und Eigentümern.
Ein Geldhaus, da für die Kleinen, die Normalos. Herr und Frau Schweizer, die ein Sparbuch und eine Hypothek brauchten.
Vincenz wollte – just zur Zeit, als seine Schattenseite publik wurde – sogar Präsident der Bankiervereinigung werden.
Oberster Bankier im Land.

Zuvor, Ende 2012, hatte er zusammen mit seiner Bündner „Freundin“, alt-Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf, das alte Schweizer Bankgeheimnis beerdigt.
Die Väter, Bundesrat Leon Schlumpf und Gion Clau Vincenz, waren einst verbündete Polit-Tycoons, welche die Schweiz aus dem Bergkanton heraus prägten.
Spätestens ab seinem Vorstoss gegen das Schwarzgeld-Bankgeheimnis galt Vincenz als Bilderbuch-Banker des helvetischen Finanzplatzes.
Der Raiffeisen-Chef tingelte durch TV-Shows, trat an Events auf, immer als Spitzen-Wirtschaftsmann mit Witz und Charme.
Wenn einer kein Verbrecher war, dann dieser Vincenz.
So dachten alle. Derweil schmiedete sein Kompagnon ein Konstrukt nach dem anderen – alles im Versteckten.
Es ist auch diese Ent-Täuschung, die dazu geführt hat, dass die Causa Pierin bis heute derart stark zu reden gibt.
Hintergründe zum Skandal in „Don Pierin: Wahre Geschichte“ (Inside Paradeplatz PDF-Kurzbuch, 9.90 Franken)

Von diesen Typen werden wir noch die nächsten 20 Jahre lesen. Da passiert nix. Alles Leerlauf.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Beauftragen Sie einfach Deloitte mit einer Stellungnahme zum „Fair Value“ – zahlen Sie ihnen genug, und jede Übernahme ist großartig!
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Das Ende der Geschichte: Freispruch. Die beiden Schlaumeier kommen garantiert davon.
Netflix könnte über den Skandal eine Serie drehen.
Der Bündner Bock wird mir immer symphonischer. Er hat die Lücken bei der Raiffeisen bewusst ausgenutzt. Selbst Schuld, wenn Raiffeisen solche Lücken lässt.
Die wirklich Schuldigen welchen aber nicht auf der Anklagebank sitzen sind alle die welche bewusst weggesehen haben. Es kann mir niemand erzählen, das der VR & Restmänätschnent von Vinzenz“s Exkapaden nichts mitbekommen hat.
Die Wegseher gehören eigentlich ebenso vor Gericht.
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@Pierin: Danke für die Show welche du geboten hast. Klasse Unterhaltung. Hollywood würdig. Chapeau, aber wirklich.
Wenn du einmal in Pattaya bist, dann komm in die Soi6 und frag nach Loomit. Sogar du kannst noch etwas dazu lernen ;).
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Das Gericht muss jetzt nur noch abwägen:
Ehrlich währt am längsten?
Deutsches Sprichwort
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Das Geheimhaltungsargument ist eine klassische Schutzbehauptung wie sie im Bilderbuch steht. Auch viele andere Vincenz-Stocker-Behauptungen (z.B. Gescäfte im Rotlichtmulieu, Ferienreisen etc.) gehen in die gleiche Richtung.
Die beiden Angeklagten sind nicht glaubwürdig und die verteidigenden Anwälte kennen keine Berufsethik. Eine üble Bande und hoffentlich schliesst sich das Gericht nicht dieser Bande an!
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@Rudolf: Wenn du einmal per Zufall wegen des warmen Wetters in Thailand bist, dann weisst du ja wo du mich findest.
Wir könnten gut zusammen fachsimpeln.
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Einarbeitung und Aktenstudium bei solchen Monster-Prozessen erfordern schon eine etwas besondere atmosphärisch geprägte Vorbereitungs-Zeit – Schnappatmungen inbegriffen.
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Juristen-Gefechte.
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Viele Juristen- viele Meinungen – Fortsetzung garantiert.
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Ist doch herrlich, wie sich die zwei wenig g’scheiten Protagonisten vor dem „Prinzen“ regelrecht demontieren und sich einmal mehr vor der gesamten Öffentlichkeit der Lächerlichkeit und ihres Unvermögens sowie Totalversagens preisgeben? Was für juristische Berater und „Nulpen“ habe diese zwei „Löli des Jahres“ bloss?
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Kann es sein, dass ihr zu einem Artikel mal keine Meinung absetzen müsst?
Denkt ihr, ihr schafft das?
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Meinungsfreiheit muss garantiert bereichernd bunt bleiben.
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Mit Konsorten meinen Sie wahrscheinlich deren alter egos.
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Mein Tag ist gerettet. Die zwei Nulpen schreiben wiederum heftig.
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Kleine Freuden für einen ganzen Tag!
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Es gibt noch hunderte solcher Typen in diversen Branchen in der Schweiz, auch Beamte. Die Gier ist unersättlich, wenn sie dann so enden fühle ich eher Fremdscham als Mitleid.
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Die meisten Boomer sind nicht mehr im Arbeitsprozess – aber es gibt ausreichend gebildete Nachfolgen.
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Wer bezahlt für all die Ganoven und Banausen für die juristischen Verschleppungen und den Schlendrian an den staatlichen Scheingerichten?
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Und wer hat die Bündnerin damals in den BR befördert, als der Verteidiger des Bankkundengeheimnis mit plötzlicher Herzattacke hospitalisiert wurde?
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Grosses Kino… Die Ausreden der zwei Mannen erinnern immer mehr an die Trump-Administration und ihre abstrusen Schutzbehauptungen.
Und einmal mehr:
Danke IP für die Hartnäckigkeit….Pulitzerpreiswürdig.
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Wer Trump und Stocker / Vinzenz im gleichen Satz bringt, dabei die Neutralität und Schweizer Probleme aber nicht erwähnt und kritisiert, hat die völlige Kontrolle über sein Leben verloren, oder hat die Medizin heute noch nicht genommen………..bin nicht sicher, würde ich meinen…………….
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Kein Schaden, alle profitierten:
Dieser Satz ist Augenwischerei. Die Unternehmen hätten zu diesem Preis nicht an Dritte verkauft werden können. Der zu hohe Preis = Schaden.
Juristen welche nichts von Bezriebswirtschaft oder Marktpreisen von KMUs verstehen sehen das leider nicht.
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„Ich dachte damals, so lange alle gewinnen, kann es kein Interessenkonflikt sein.“
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣
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Früher hätte man gehängt.
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zur zeit von vincenz haben sich die erfolgreichen manager sich auch grosszügig bedient.
heute ist es nicht anders. sogar noch schlimmer und noch schlimmer ist es, dass es heute meistens loser, q frauen usw.
sind, die keinen mehrwert mehr bringen, sogar noch verluste.
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vincenz hat damals das gemacht, was alle erfolgreichen manager gemacht haben.
heute machen es die manager immer noch so und schlimmer. einfach, besser verpackt.
und heute verdienen die manger mehr, für viel weniger leistung, z.t. sogar für verluste.
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Lügen Lügen Lügen
Oberpeinlich wie die 2 hier versuchen ihre eigenen geglaubten Lügen zu präsentieren, das nennt man wohl Narzismus.