UBS entlässt Hunderte Direktoren im Backoffice

Kündigungen exklusiv an MDs und Hochbezahlte – Tom Naratil räumt auf in Investmentbank und Corp-Center.

„Accelerate“ heisst die Strategie der UBS. Beschleunigt geht’s jetzt auch bei den Jobs runter.

In diesen Tagen stellt die Grossbank Hunderte von Betroffene auf die Strasse. Sie stammen vom Corporate Center und der Investmentbank rund um den Globus.

Die Kündigungen folgen auf Tausende von Entlassungen und Abgänge, die zuvor im Rahmen des grossen Umbaus passiert sind.

Die entscheidende Weichenstellung war im Herbst 2012 mit dem Rückbau des Trading-Business. Seither bleibt kein Stein auf dem anderen.

Die UBS wird im ersten Quartal erstmals weniger als 60’000 Mitarbeiter weltweit ausweisen. Bis 2015 könnte der Personalbestand gegen 55’000 sinken.

Soviel hat das Management unter CEO Sergio Ermotti als Zielgrösse bei der Ankündigung des Bremsmanövers vor anderthalb Jahren als Marke angekündigt.

Die Bank wollte sich offiziell nicht zur laufenden Kündigungswelle äussern. Aus Kreisen der UBS wurde die Massnahme bestätigt.

Der blaue Brief geht diesmal ausschliesslich an Kader. Davon hat die UBS weltweit geschätzte 10’000.

Hochbezahlte Managing Directors, Executive Directors und Directors verlieren in den kommenden Monaten ihren Job. Die internen Personalverbände sind informiert, der Sozialplan gilt.

Opfer der jüngsten Massenentlassung in der Finanzindustrie sind neben vielen global tätigen Managern auch altgediente und langjährige Seniors in der Schweiz.

Ihr Job ist mit dem Rückzug in Teilen der Investmentbank der UBS überflüssig geworden. Auf den Abbau an der Front folgt das Ausmisten im Backoffice.

Sowohl in der Investmentbank als auch im Corporate Center – der eigentlichen Produktionsstätte der Bank – braucht es nach dem Rückzug aus Big Trading viele Kontroll-, Operations- und Stabsstellen nicht mehr.

Hinzu kommt das laufende Milliarden-Sparpaket.

Bis 2015 will die UBS im Vergleich zu 2012 mehr als 5 Milliarden Franken eingespart haben. Weil neue Aufwände hinzukommen, sind es netto knapp 4 Milliarden – jährlich wiederkehrend.

Der grösste Kostenfaktor im Banking sind Löhne und Boni. Am meisten davon gibt’s ganz oben, bei den Managing Directors und übrigen Topkadern.

Entsprechend setzt Finanzchef Tom Naratil das Messer dort an.

Vor allem in seinem zweiten Kommandoraum, dem Corporate Center, das Naratil per Anfang Jahr von Vorgänger Ulrich Körner übernommen hat, räumt der Amerikaner jetzt auf.

Das Corporate Center ist mit 24’000 Stellen personalmässig der grösste Bereich der Bank.

Die Investmentbank und die Vermögensverwaltung sind deutlich kleiner, das Asset Management – wo Körner neu das Zepter schwingt – ist vergleichsweise ein Zwerg.

Naratil nutzt den Bonus des Neulings. Er schleift Manager-Bollwerke und kehrt mit eisernem Besen, ungeachtet alter Seilschaften und interner Lobbies.

Zeichen für dieses neue Agieren ist, dass der Amerikaner bei den Managing Directors aufräumt.

Diese bilden bei Grossbanken oft eine Art Kaste, welche sich gegen „Angriffe“ von internen Kostenschlächtern erfolgreich wehrt.

Bei UBS-Rivalin Credit Suisse geht schon lange um, dass der Kosten- und Stellenabbau einseitig zulasten der Mannschaft verlaufe. Die oberen Bereiche und insbesondere die 2’000 Managing Directors der CS würden hingegen oft verschont.

Das führt zu sinnlosen Organigrammen, in denen Managing Directors an andere Managing Directors rapportieren.

Während Mitarbeiter in den unteren Rängen längst entlassen oder verschoben sind, überleben die Hochrangigen und Gutbezahlten alle Streichkonzerte – so der Tenor.

Die CS hatte Ende 2012 allerdings 300 Kaderstellen in der Vermögensverwaltung abgebaut. Im Rahmen des Programms „Alpha“ strich sie Hierarchiestufen und legte Führungsaufgaben zusammen.

Nun geht die Schonzeit der Managing und Executive Directors bei der UBS zu Ende. Das macht Naratils „Execution“ deutlich.

Während das Aufräumen in den oberen Etagen überfällig scheint, ist es im Einzelfall einschneidend.

Vor allem in der Schweiz hat die UBS viele gestandene Kaderleute, die seit Jahren oder Jahrzehnten für die Bank arbeiten und diese am Laufen halten.

Sie müssen sich nun umorientieren.

Oft über 50 Jahre alt, sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gering. Am Ende landen sie auf dem Arbeitsamt.

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68 Kommentare zu “UBS entlässt Hunderte Direktoren im Backoffice

  1. @agamemnon
    Ich muss schon bitten, agamemnon. Bitte hacke jetzt nicht so an der Controllerzunft, und speziell am Herrn Obercontroller herum. Das sind halt auch nicht die hellsten.

  2. hohoo, die werden entlassen u. spazieren dann als teure externe berater wieder rein – weil angeblich nicht verzichtbar. Selber erlebt im corp center/IT der ubs. Kenne mind. 5 dieser faelle. Das spiel sollte dann der herr obercontroller schon durchschauen – sonst nuetzt der rote filzstift dann nichts….

  3. ich habe mich auch auch aus der Finanzbranche verabschiedet. Wo, möchte ich jetzt nicht schreiben, aber diese Einrichtung wird hier auf dieser Webseite doch recht häufig erwähnt
    Grund für mich waren das realitätsferne und zynische Management und natürlich das Arbeitsklima, das wohl auch mit dem realen Leben nichts mehr zu tun hat. Von Lebensfreude ist in Bankinstituten keine Spur. Viel zu viel Fokusierung darauf, den eigenen Wert und die erhoffte Wertschätzung als Mensch am Geld ( Gehaltsstufe und Bonus) festzumachen. Bei nicht wenigen nimmt das wohl pathologische Züge an.
    Es gibt interessantere Dinge im Leben, als sich mit Wichtigtuern und Hohlköpfen über ihre Karrierepläne und Konsumwünsche zu unterhalten.
    Das Arbeitsklima ist wohl nachhaltig und auf Jahre hinaus verdorben und auch reichlich unlebendig.

    Eine lange Phase des Niedergangs findet statt. Diese Branche ist nichts mehr für geistreiche und empathisch denkende Menschen.

    • @Abschied genommen,

      wie recht Sie haben. Ich kann Ihnen dazu nur gratulieren. Glauben Sie mir, die Branche ist Tod! Was wir jetzt erleben, sind die letzten Zuckungen eines Systems. Im Grunde, sind das alles Symptome einer tiefgreifenden Krise.

      Eine Krise gibt es ausschließlich in dem System, das den permanenten Finanztransfer nach oben antreibt. Unser Geldsystem vermag diese Funktion kaum noch zu erfüllen, denn die Umverteilung hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr aufrechterhalten lassen. Nun zieht man den Strick um den Hals der Steuerzahler immer enger und beseitigt ganz nebenbei den Rechtsstaat, um das Leben dieses auf lange Sicht mathematisch ohnehin zum Scheitern verurteilten Systems noch so lange wie möglich zu verlängern.

      Kooperation statt Konkurrenz! Miteinander statt Gegeneindander! Leider verstehen weniger als 3 Prozent der Menschen das herrschende Geldsystem, deshalb gehe ich davon aus, dass es noch eine Weile dauern wird.

      Alles Gute
      Zerschlagung!

    • Vielen Dank für den Kommentar. Die Situation tiefer Zinsen und dem Verlust des Bankgeheimnisses wird dazu führen, dass viele Häuser mit schlechter Führung nach und nach eingehen werden, wenn sie sich nicht radikal verändern.

      Ich weiss auch, wie es ist Vorgesetzte zu haben, die unbedingt über den Luxus angeben müssen, den sie sich leisten – vor Kollegen die es nicht können.

      Das alles wäre vollkommen in Ordnung, wenn diejenigen ausserordentliche Leistungen erbringen würden, oder viel gute Kundschaft bringen.

      Es ist aber leider überall so, dass sich konspirative Zirkel wo auch immer Bonustöpfe zu riechen sind.

      Die Aktionäre und die einfachen Angestellten zahlen den Preis.

      Es ist zudem eine Illusion, dass diejenigen mit immens hohen Salären diese aufgrund ihrer Leistung oder ihres Wissen verdienen.

      Systeme wie Aktiengesellschaften ermöglichen eben solche Dinge.

  4. Ich kann mir zwar über die UBS keine qualifizierte Meinung bilden und finde es auch immer schlimm wenn so etwas gemacht wird…. aber meine Erfahrung bei einer anderen Bank sagen mir, dass zumindest da wo ich bin das auch durchgeführt werden sollte. Seit Beginn der Finanzkrise hat man immer nur das „Fussvolk“ für die Fehler des mittleren und oberen Managements bluten lassen. Sehr steile Hierarchien sind anzutreffen und das einzige was wirklich noch wichtig ist, ist es sich mit denjenigen zu arrangieren, die die Personalentscheidungen beeinflussen. Personal ist eben leicht austauschbar bei dem „üppigen“ Personalangebot. Das führt meiner Ansicht nach dazu, dass unliebsames Personal und solche die ihre Meinung sagen, oder solche die „zu gut“ bzw. ehrgeizig und erfolgreich sind, schnell auf die Abschussliste kommen und dann bei der nächsten Kündigungswelle rausgespült werden. Wie viele Jahre habe ich versucht sinnvolle und Kundenorientierte Verbesserungen einzubringen, die dann von machtpolitischen Interessen zunichte gemacht wurden. Bei dem derzeitigen Betriebsklima im Finanzsektor wird es sich auch nicht bessern. Die vielen Privatbanken die sich am Markt tummeln sollten sich wirklich überlegen, ob es nicht besser ist sich zusammen zuschliessen. Diese Branche ist und bleibt im Niedergang – sich dann auch noch Konkurrenz zu machen ist einfach ruinös.

    Für die gekündigten bei der UBS die besten Wünsche bei der Jobsuche!

    Es tut mir leid das zu sagen aber viele anderen Banken in der CH und in Liechtenstein (!) sollten auch mal nachschauen wie steil ihre „Pyramide“ ist und ob es wirklich notwendig ist, die unteren Ränge so zu bevormunden mit Vorgesetzten, die eventuell überflüssig sind.

    Wenn das mal erledigt ist, könnte man vielleicht das Potenzial des „Fussvolkes“ ausschöpfen, was meiner Ansicht nach durch inkompetente Führung und falsche Anzeize blockiert wird.

  5. Ich kann das kaum glauben.

    Ich wage eine Prognose:
    Wut im Bauch und auch Gewuehl,
    schaerft bei MDRs das Sprachgefuehl.

    Wir werden noch mehr erfahren, was da laeuft.

  6. Viele der sog. „altgedienten CH Seniors“ hielten die UBS noch zusammen und deren Compensation ist oder war noch relativ vernuenftig verglichen mit den US oder GB Kollegen. Die Raenge, so schoen sie auch toenen moegen, sind reine Augenwischerei. Vor 20 Jahren hatte ein Prokurist mehr Kompetenzen als ein heutiger MD. Aber durch die Ranginflation toent alles als waeren die grossen Abzocker betroffen. Die Betroffenen bei dieser Uebung sind wohl eher die die noch am Karren gezogen haben und eine eigene Meinung vertreten. Dies ist leider nicht mehr erwuenscht und so werden nur noch brainwashbare Ja-Sager ueberleben bis zum naechsten Desaster. Zahlen tut auf jedenfall der Staat durch ALV und Einkommenssteuerausfaelle und die Allgemeinheit durch den negativen Multiplikatoreffekt. Keine sorge – ganz oben wird weiterhin abgezockt und die Summe der Enschaedigungen wird sich relativ gesehen weniger reduzieren als der Personalbestand.

  7. Gottseidank hat die Arbeitslosenkasse versicherte Obergrenzen (mit denen sich durchaus leben lässt); so lernen entlassene gierige Banker plötzlich, wie mit Geld tatächlich umzugehen ist.

  8. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. In der UBS hat es doch unglaublich viele „Pseudo-MDs“ – keine oder nur kleine Personaverantwortung, kein Engagement, kaum Verantwortung, dafür ein dickes Gehalt.
    Es wird Zeit, dass nicht mehr nur die einfachen Mitarbeiter bluten müssen.
    Aber für die Betroffenen natürlich nicht einfach: Kaum einer von denen wird jemals realistischerweise wieder eine ähnlich gut bezahlte Stelle finden…

  9. Normale Bank-Mitarbeiter mit einer Entschädigung von über 150’000/Jahr ist bei Grossbanken normal.
    Da erstaunt es wenig, wenn Vorgesetzte über 200’000/Jahr verdienen „müssen“ – geschweige die Personalabteilung, die Schwerstarbeit leistet!
    Neid hin oder her: was diese Leute koennen oder leisten ist fraglich:
    Ich wurde noch nie richtig beraten bei der Bank.

    Da hatte wohl mein Grossvater Recht: Das beste Geschäft mit der Bank, ist keins zu mit ihr zu machen!

    • Wo haben Sie denn bitte diese Zahlen her Susi. Ich bin ein „normaler Bänker“ im unteren Kader, 28 Jahre alt und arbeite in einer Grossbank. Ich kann Ihnen versichern, dass ich INKL. BONUS bei weitem keine CHF 150’000.- verdiene im Jahr. Bevor Sie solche Aussagen von sich lassen, arbeiten Sie doch selbst einmal in einer Bank.

    • @Susi: Das ist doch Quatsch, was Sie da erzählen. Die meisten „normalen“ Bankangestellten verdienen, je nach Alter, Erfahrung und Ausbildung ein Basissalär von zwischen CHF 65’000 und CHF 120’000 (p.a.). Und die tollen Bonuszeiten sind für die grosse Masse der Bankangestellten schon seit Jahren vorbei. Wenn es noch für einen 10% Bonus-Zustupf im März reicht, dann ist das bereits erfreulich. Also, bitte nicht einfach nachplappern, was Ihnen andere erzählen oder was andere meinen, zu wissen.

    • Ich war 25 Jahre bei der Bank angestellt – mit Personalverantwortung (für ca. 60 FTEs).
      65“000: So wenig hat nicht mal ein Berufs-Einsteiger nach der Lehre erhalten!

    • @PJ: stimme der Lohnbandbreite 65-120k absolut zu!
      @Susi: das müssen wohl 60 MDs gewesen sein

  10. Als Betroffener schaut das Ganze nicht so aus wie in den vielen Kommentaren geschrieben wurde. Aber das glaubt ja sowieso niemand. Aber es macht schon traurig wie sehr der Neid in unserem Land vorhanden ist und dadurch die Menschlichkeit auf der ystrecke bleibt. Man könnte meinen alles definiert sich durch das Geld!!!

    • @Rene.
      Es ist schon etwas stark an die „Menschlichkeit“ zu appellieren wenn man vorher dieselbe nirgends gelebt hat (sprich die UBS). War nach der Fusion selbst betroffen und habe die Arroganz der neuen „Basler-Clique“ mit voller Härte erfahren. Wenn es nun die Basler und vor allem auch die selbstverliebten Anglosachsen trifft, umso besser.

    • @Rene
      Ich gebe Dir uneingeschraenkt recht.
      Es ist der Neid, der uns auffrist, und die Gier nach Geld, die so viel kaputtmacht.
      Die sogenannten „Eliten“, die die falschen Werte vorleben und sich ueber die Moral und Ethik, die fuer den Zusammenhalt in der Gesellschaft wichtig sind, durch ihr Verhalten lustig machen.
      Ich habe noch nie so viele kaputte Menschen und zerstoerte Lebenswege gesehen wie bei der CS. Ich denke bei der UBS ist es nicht viel anders, die schenken sich da nichts.

      Wieviel Lebensqualitaet geht verloren mit dieser verdammenswerten Gier nach finanziellem Erfolg bzw. nach dieser kranken Sucht nach vermeintlicher Anerkennung durch finanziellen Erfolg.

  11. Peinlich, dass diese Leute nicht einmal 1/3 Drittel von dem werdienen werden, wie sie bei der UBS als Entschädigung bekommen haben: D&ED.
    Die Leute werden grösstenteils nie mehr eine Anstellung in der Privatwirtschaft finden: ED&ED.
    Grundlagenwissen, Freude and der Arbeit, Engagement und Können fehlt oft gänzlich – bis auf oberster Stufe!

  12. Hoffe mal sehr, dass bei dieser Aktion auch das UBS Industrialization Biotop aufgeräumt wird, das ist wohl teilweise auch ein Altersheim für Ex-CS MDs, die zuvor von der CS entlassen wurden…

  13. Schon erstaunlich, dass Sie jetzt jammern die überbezahlten Manager. Es war ja absehbar, dass Eermoti nicht besser ist als all seine Vorgänger. Wenn er jetzt auf seinen Bonus verzichten würde, würde er ei starkes Signal setzten.

  14. Endlich wird dieser Laden einmal richtig ausgemistet. Denn bis jetzt wurden nur die Bauern geopfert, die Königsetage war nicht antastbar. Die ED und MD Inflation bei der UBS über die letzten 10 Jahr war die höchste seit es die UBS gibt. Befördert wurde nur noch, um an den grossen MD-Bonustopf zu gelangen. Knapp über 30-jährige Bubis, meistens angelsächsischer Herkunft, wurden zuhauf zu ED’s und MD’s gekürt, ohne irgendwelche Führungsaufgaben übernehmen zu müssen. Wo es die UBS hingeführt wissen wir ja. Sie wurde ausgeweidet und fast in den Bankrott getrieben. Für mich steht die UBS noch immer auf Feld 1, denn es braucht noch viel mehr, damit die Bank wieder zu dem wird, was sie einmal war. Mit dem aktuellen Management wird das kaum gelingen, weil es genau so gierig und schamlos ist, wenn es um Bezüge geht.

  15. Was mich wirklich wunder nimmt sind folgende Kennzahlen: Anzahl in der Schweiz tätige D + ED + MD = X; Anzahl in der Schweiz zu entlassende aus X ist Y. Anzahl Angelsachsen aus X ist V. Anzahl Angelsachsen aus Y ist W. Nun wäre es spannend ein wenig sehr einfache Mathe. anzuwenden. Und zwar folgende: 100 geteilt durch X multipliziert mit V = P1. 100 geteilt durch Y multipliziert mit W = P2. Ich würde relativ viel verwetten, dass P1 grösser ist als P2 – sprich, dass der prozentuale Anteil Angelsachsen bei den Entlassenen kleiner ist als der prozentuale Anteil Angelsachsen beim Gesamtpool, aus welchem entlassen wurde. (Sorry, Angelsachsen, das ist nicht gegen Euch, sondern gegen „unser“ Management.)

  16. Ich habe ueber jahre in der ubs gearbeitet in der it und war immer erstaunt ueber die hochbezahlten mds, eds, ds. Wenn man dann noch die ausbildung und deren koennen anschaute waren die hohen salaere umso erstaunlicher: altgediente sesselkleber die ueber beziehungsdelikte an diese positionen kamen. Also wirklich unglaublich. Was bringt heute noch einer der 15 jahre in der gleichen firma „karriere politik“ betrieben hat? In den heutigen hochagilen maerkten? Genau. Nichts.

  17. An all die welche Schadenfreude zeigen:
    Gute verdienende Banker kosten nur die Bank, der Staat profitiert mit Steuereinnahmen. Das stört eigentlich nur Neider!

    Entlassene Banker welche keinen Job finden (und das gibt es bei älteren Spezialisten sehr gerne) kosten dann Staat (wie Arbeitslosenentschädigung) und damit auch all die Neider die Schadenfreude zeigenden Kommentarschreiber (wenn diese Steuern bezahlen und nicht nur dumm labern).

    Also – lacht nur! Ihr bezahlt ja nun auch dafür!

    Denken bevor man Blödsinn schreibt!

    • Da gibt es noch die bankeninterne Sicht und da wäre es in der Tat höchste Zeit, dass mal auf D-MD Ebene ausgemistet wird – so wie auf unterster Stufe all die Jahre.
      So die Sichtweise: „Ja keine MD’s entlassen, weil die dann ALV beziehen, respektive die dann mehr viel Steuern bezahlen“ hinkt schon etwas.
      So wie mit der arbeitenden „Unterschicht“ bei CS/UBS in den letzten Jahren umgegangen wurde, ist es nun wirklich Zeit, dass da im Powerpoint-Layer mal kräftig rausgeschruppt wird. Das hat nun wirklich nichts mit Neid und Missgunst zu tun.

    • Mir geht es darum wen es kostet:
      Kosten all die MDs ’nur‘ die UBS, dann stört das ’nur‘ den Aktionär. Bei Entlassungswellen bezahlen wir alle aber jeweils mit.
      Abbau kann auch sanfter ablaufen – über Pensionierungen, Schritt für Schritt Salärabbau, etc.

      Eine Massenentlassung ist eigentlich nichts anderes als ein äusserst schlechtes Zeugniss ans Management weil offenbar Kostensenkungen in den letzten Jahren nicht geschafft wurden.

      Und eine Massenentlassung ist wenig innovativ. Das kann wirklich jeder…. Das einzige was es braucht ist Unfähigkeit ein Unternehmen voraussehend zu steuern. Denn bei sorgfältiger Planung der Zukunft kann das graduell erfolgen.

      Macht das Sinn?

  18. Als junger Trainee habe ich der Bank öffentlich empfohlen, das Direktorium zu entlassen. Das war natürlich das Ende der Karriere 🙂
    20 Jahre später wird das oberste Management der UBS für die Umsetzung meines Vorschlages einen Bonus in Millionenhöhe bekommen.

    Unglaublich, aber wahr.

    • Wenn ich deinen Kommentar lese, habe ich irgendwie das Gefühl, dass deine Karriere nicht nur an dieser Empfehlung gescheitert ist.

  19. Liebe Kommentarschreiber bzw. Neider: Ich bin selber in einer Grossbank in komfortabler Stellung mit einem sehr guten Salär das ich niemals in einer anderen Firma erhalten werde. Zudem habe ich ausgezeichnete Sozialleistungen und es geht mir grundsätzlich richtig gut. Nun frage ich Euch liebe Neider, was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Bleiben und sich freuen oder künden da es ja so ungerecht ist, einen hohen Lohn zu beziehen?

    • Neid ist nicht mein Gebiet, zum Glück!
      Ich habe aber die Lösung für Sie: spenden Sie ein Drittel Ihre Einkommen und arbeiten Sie 10 – 20 % Ihre Zeit für freiwillige gesellschaftliche Ziele.
      Man muss immer sich fragen: woher kommen diese Privilegien und wieso gerade ich, deswegen privilegierte Leute müssen mehr leisten! Wenn Sie glücklich und zufrieden (ohne Medikamenten) sind, dann ist für alle Gut.

    • In erster Linie würde ich mich fragen, ob ich den Lohn, den Bonus, die Arbeit und die Bank mit meinem Gewissen verantworten kann. Bei der UBS müsste ich das klar verneinen und kündigen!

  20. Wenn jemand etwas falsch macht oder Geld verliert, dann verstehe ich, dass man ihn vorwarnt, bzw. entlässt. Meine Frage ist: trifft es (nur) die Richtigen? Wenn Ja, dann ist es Gerechtigkeit. Wenn Nein, ist Schadenfreude richtig am Platz?

    Trifft es Back Office Leute, die nie Geld verspielt haben ist es kaum gerechtfertigt: Fremde Leute Unglück zu wünschen? Sind wir besser und werden nie älter? Wie wär’s wenn jede/r von uns so etwas erleben würde. Bedanken wir uns b. Vorgesetzten, wenn alles ohne Vorwarnung geschieht?

    Und wenn ihr nicht mehr rentiert, ist es auch richtig?…

    Menschen sind k. Wegwerfartikel. Beim Xten Bahn-Personenunfall sollte es langsam klar werden. Der Lokomotivenführerverein dankt!

  21. Aufgepasst: Titel bei der UBS sind vielfach nur Scheintitel. Der Director mit ‚c‘ ist das unterste Level vom Kader und hat mit solchem wenig zu tun. Ein Massentitel. Das sind auch nur kleine Würstchen, die weit weg von den Honigtöpfen sind und eben allenfalls mit dem Scheintitel bei Laune gehalten werden. Und wenn jetzt nur wieder da gefeuert wird, dann hocken die fetten Maden/ Skilehrer-MDs nach wie vor im Speck und stossen sich gesund. Und es hat sich wieder nichts geändert. Wie immer bisher…

    • Bildkorrektur „von innen“. Hier die Klärung, da der Beitrag von Observer4711 nur halbrichtig ist. Ein Managing Director (MD) ist ein Direktor (mit „k“). Ein Executive Director (ED) ist ein Stellvertretender Direktor. Und ein Director (mit „c“) ist ein Vizedirektor. Natürlich gibt es viele Directors, doch die tiefste Kaderstufe ist das nicht. Es gibt da ja noch den Prokuristen, etc. – übersetzt, z.B., mit „Authorized Officer“.

    • Sparen ist ja schon gut.
      Wenn man aber weiss, dass Leute entlassen werden und gleichzeitig offene Stellen besetzt werden, dann fragt man sich schon wo die Logik ist.

      Personalentwicklung ist bei UBS ein Fremdwort. Es ist viel einfacher Mitarbeiter zu „entsorgen“ und gleichzeitig neue/jüngere MAs anzustellen – das kann jeder.

  22. Sind wir doch einmal ehrlich: Dass es jetzt das sogenannte „Kader“ auf ganzer Breitseite erwischt, hatte sich längst schon abgezeichnet! Man kann nicht auf unterster Stufe (dort wo wirklich gearbeitet wird und die Wertschöpfung entsteht, täglich) massenhaft sich von gestandenen Mitarbeitern sang und klanglos trennen, ohne auf mittlerer und oberer Managements Ebene nicht auch mit dem Besen tüchtig zu räumen! Es ist völlig richtig, in der Lohnetage von CHF 200‘000.00 und massiv höher konsequent Entlassungen vorzunehmen! Was mich lediglich erstaunt an diesem Tatbestand ist, dass das Top Management doch noch soo lange die jetzt geschassten Herren, klebend auf ihren Ledersesseln und spesenreitend noch überhaupt so lange beschäftigte….. Diesen Schritt hätte man schon 2008 radikal durchsetzen können- wenn man denn auch wirklich gewollt hätte! Gerüchten zufolge soll ein oberstes Kadermitglied schon vor 4 Jahren darauf gedrängt haben, diesen Schnitt vorzunehmen, da aus den Zahlen der einzelnen Geschäftsfelder schon längst ersichtlich war- für Alle, dass das mittlere und obere Segment deutlichste überbesetzt war und massenhaft Doppel- oder gar Dreispuhrigkeiten an’s Tageslicht kamen! Das Gerücht sagt auch weiter, dass es Sergio Ermotti persönlich gewesen sein soll, der diesem Drängen Einhalt geboten haben soll….. Man weiss von alten Seilschaften zu berichten…..

  23. Auf dem Arbeitsamt und suf dem Konto Hunderttausende Fränkli und in der PK 1,5 mio oder mehr mit ca 50… Hallo? Reicht ja längst. Nur muss mann vielleicht die Drittwohnung in Davos oder in Ascona verkaufen.. Oh die Armen. Hab kein Mitleid, sorry

    • Das gilt auch für den Ort an dem sie arbeiten! Vermutlich haben sie diesen Kommentar um 14:55 am Arbeitsplatz geschrieben!

  24. Selber in der Branche tätig begrüsse ich diesen Schritt. Höchste Zeit die unproduktiven Elefantenbabies, wohl genährt aber nicht wirklich produkutiv zu bereinigen, welche in den Boom Jahren Unterschlupf bei den Grossbanken gefunden haben. Am Ende bezahlt der Kunde all deren Löhne – und die sind teilweise schlicht jenseits.

  25. Eine Schande, dass man langjährige loyale und auch ältere Mitarbeiter einfach auf die Strasse stellt! Ich kenne einen Fall, da kam ein „Bubi-Amerikaner“ zu einem langjährigen gestandenen Direktor und hat ihm mitgeteilt, man brauche ihn nun nicht mehr und das war’s dann auch! Dieses unprofessionelle Verhalten der Bank wird sich rächen und den Bezug zu den ausländischen Mitarbeiter sicher nicht fördern. Die UBS wie die CS haben jahrelang für deren Ausland Eskapaden bezahlt und Geld verloren, was nun auf denjenigen, welche immer für die Bank da waren, lastet. Die Strategie der vergangenen Jahre war massiv falsch und so sollte das oberste Kader an die Kasse kommen!

    • Und wieviele von den loyalen MA waren einfach nur Sesselkleber mit hohen Gehältern?? Von solchen wie schon erwähnten Leerläufen hat es weiss Gott genug in der Bank. Nichts mehr gross machen bzw. leisten.
      Aber trotzdem von der Bank fürstlich entlöhnt werden. Kenne einige.

  26. Wer über 10 Jahre Executive Director oder MD war bei UBS, CS, Bär oder Deutsche und nicht gespart hat ist selber Schuld. Das Arbeitsamt ist für Loser.

    • Das Arbeitsamt = ALV ist eine obligat. Versicherung wie die Haftpflicht beim Auto und da war schon mancher einer froh darüber wo nie gedacht hätte dies je einmal zu benötigen!

    • @trudi: Sie sind ein armer mensch! Ihr ungerechtfertigter hass auf alle banker frisst sie von innen auf. Argumente haben sie keine, nur mutmassungen und anschuldigungen. Sie tun mir leid…

    • @hans lustig
      Geben Sie auf Google einfach mal UBS und Untersuchung ein, da haben Sie genug Argumente und sollte Ihnen diese nicht reichen, dann machen Sie dasselbe nochmals mit CS. Und genau diese Leute meint Trudi und nicht den rechtschaffenen Schalterangestellten oder den Retail-Kundenbetreuer.

  27. Wenn die Ihre Boni nicht blödsinnig rausgehauen haben, können die sich ja ein schönes Leben machen. Aber vermutlich haben die auch über ihre Verhältnisse gelebt. Leid tun die mir nicht.

    • Ja Trudi, Dein ewiges Gewäffel hinterfrage ich auch. Hast Du persönlich sooo fest gelitten wegen irgenwelchen Bänklern?
      Ueberhaupt: wen interessiert dieser Schlagabtausch und diese Aufzählungen von Vorwürfen? Glaubt jemand, das beeinflusse die Handlungsprozesse positiv?

  28. endlich! durchschnittliche hc kosten von über 250-300tsd geht einfach nicht. diese müssen deutlich unter 200tsd sinken. das geht nur wenn 2-3 org. ebenen konsequent gestrichen werden.

  29. Das wurde aber auch Zeit. Die Pyramide stimmte schon lange nicht mehr. Viel zu viele Hochbezahlte und Bonifresser haben wir in der Bank. So werden auch alte Seilschaften gebrochen. Respekt an Naratil, dass er dies durchziehen konnte (oder wer auch immer beteiligt war) Ich finde dies gut für unsere UBS.
    Bravo

    • Genau, und wenn es im Herbst die unteren Ränge trifft, was sagen Sie dann?
      Klar gibt es viele grossmäulige Pfeiffen, die 80% ihrer Arbeitszeit fürs Networken und ihren Spass aufwänden. Trotzdem gibt es viele andere, die sich massiv für ihre Leute und die Arbeit eingesetzt haben und jetzt auch raus müssen.
      Diese tun mir sehr leid.

  30. Grundsätlzlich finde ich es gut wenn es auch mal die „Chefen“ erwischt. Die wurden für das Risiko auch fürstlich entlöhnt… Was bei den „einfachen“ MA nicht zutrifft…

    • Den Steuerzahler nicht!
      Steuerausfälle von hohen Einkommen und potentielle Kosten durch ALV

    • hättet ihr Neider früher in der Schule besser aufgepasst, dann könntet ihr jetzt auch einen fetten Bonus kassieren… etwa selbiges Niveau reflektiert ihr doch mit euren nicht fundierten Beiträgen. Die heutigen medialen Mittel eignen sich bestens, um solche Abzockergedanken zu schüren – Minder sei Dank! Es gibt immer schwarze Schafe und Unstimmigkeiten – auch innerhalb eines Bäckereibetriebes oder einer Schuhsohlenfabrik. Dass UBS auch die nächste Zeit als Spucknapf hinhalten muss ist schade aber kaum vermeidlich; da helfen alle Massnahmen nicht – solange jeder meint, es besser zu wissen und auch noch mitreden zu müssen, so lange dauert die Polemik an.

    • ich finde es genau richtig, dass mehr Leute mitreden, was in den Banken passiert. Schon vergessen, im Jahr 2008 hat ein Investmentbanking Problem, also ein Bewertungsproblem, das falsch gehandhabt wurde, die Realwirtschaft (für die Scheinweltbewohner: das ist der Ort, wo echte Werte geschaffen werden) fast zum Absturz gebracht. Nur das Eingreifen des Staates, in den USA aber auch in der Schweiz,aber auch sonst in allen Industrieländern) konnte das Schlimmste verhindern. Warum ist das passiert? Weil ein paar Bonibesoffene Banker den Hals nicht voll genug bekommen konnten. Mindestens genauso schlimm sind aber die gesellschaftlichen Auswirkungen der Geldgier, weil sie das Klima vergiftet und die Menschen davon abhält, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu haben.
      Sorry aber die Kollateralschäaden, die manche Banker anrichten (bzw. die zur Verwaltung der Geldströme ausgebildet wurden) sind einfach zu gross, als das man nur zuschauen könnte und unerfreuliche Ereignisse und Entwicklungen als Naturereignisse hinzunehmen.
      Ich für meinen Teil möchte das jedenfalls nicht sondern auch mitgestalten, und das sogar ohne dass ich Tag und Nacht übers liebe Geld nachsinniere, wie das manche Zeitgenossen tun.