Swatch-Chef Nick Hayek und seine Schwester Nayla geraten immer stärker unter Beschuss. Gestern gaben über 80 Prozent der Nicht-Familien-Aktionäre der Swatch einem US-Rebellen die Stimme.
Der will in den VR, Hayeks legen sich quer. Die Wagenburg in Biel hielt nur noch knapp – Stimmrechtsaktien sei Dank. Die Familie kontrolliert mit wenig Geld fast die Hälfte des Uhren-Riesen.
Grund für die Rebellion der „Kleinen“ ist der Geschäftsgang. Der zeigt nach unten. Seit Jahren, zuletzt beschleunigt.
Jetzt wollen Nick der CEO und Nayla die Präsidentin das Steuer mit einer Neu-Kreation herumreissen. Die Idee klingt auf dem Papier fast genial.
Swatch flirtet mit der Welt von Hype, Internetkultur und Kryptoästhetik. Dazu der Name Audemars Piguet, Royal Oak, künstliche Verknappung, digitale Communities, Spekulation.
Eigentlich perfekte Zutaten für einen globalen Coup.
Eigentlich.

Denn je näher der Launch rückt, desto deutlicher zeigt sich das eigentliche Problem: Niemand spürt irgendeinen Puls.
Keine echte Community. Keine Dynamik. Keine kulturelle Explosion. Kein digitales Feuerwerk.
Vor allem: keine Gesichter.
Heute verkauft niemand mehr einfach nur eine Uhr. Man verkauft Zugehörigkeit, Identität, Meme-Kultur, Status auf TikTok und Instagram. Genau dort wirkt die gesamte Kampagne erstaunlich alt.
Fast nostalgisch.
Als sässen die Marketingabteilungen noch immer irgendwo im Jahr 1997 und glaubten, ein paar Teaserbilder auf Social Media würden automatisch globale Begehrlichkeit erzeugen.
Tun sie nicht.
Die MoonSwatch funktionierte damals nicht nur wegen der Uhr. Sie funktionierte wegen des Chaos. Wegen der Schlangen. Wegen der künstlich erzeugten Hysterie.
Die Leute wollten Teil eines Moments sein. Hier fehlt genau dieser Moment.
Und genau deshalb wirkt das Projekt bereits vor Verkaufsstart seltsam leer.
Die Krypto-Welt lebt von Communities und Ambassadors. Solche Projekte brauchen Figuren, Gesichter, Narrative.
Menschen, die das Produkt tragen, aufblasen, emotionalisieren und digital multiplizieren.
Jetzt: Funkstille.
Natürlich kosten Stars wie Justin Bieber oder Dua Lipa Millionen. Doch Aufmerksamkeit entsteht heute auch günstiger: K-Pop-Creator, Influencer, Internetfiguren.
Im Notfall sogar mit Vitalik Buterin. Stattdessen macht die PR praktisch nichts. Genau das erstaunt.
Eine globale Marke tritt kommunikativ auf wie im Jahr 1998. In der heutigen Hype-Ökonomie ist das verspieltes Geld.
Moderne Marken bauen Ambassadors auf. Sie erschaffen kulturelle Figuren rund um ein Produkt. Sie investieren in Communities, Creator, digitale Identitäten und Internet-Hype.
Swatch wirkt weiterhin wie ein Konzern, der glaubt, seine historische Marke allein reiche noch aus, um globale Aufmerksamkeit zu erzwingen.
Das funktioniert vielleicht noch bei klassischen Sammlern. Nicht aber bei einer Generation, die täglich zwischen Meme-Coins, Streetwear-Drops und viralen TikTok-Trends lebt.
Swatch steht vor entscheidenden Monaten. Die Marke versucht modern zu wirken, kommuniziert aber weiterhin wie ein Industriekonzern aus der Vor-Social-Media-Zeit.
Viel Produkt. Wenig Kultur. Viel Pressemitteilung. Wenig Internetgefühl. Der Hype bleibt künstlich. Das Produkt könnte interessant sein. Die Vermarktung wirkt es bislang nicht.
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Ich lese gerade da Buch „The Innovator‘s Dilemma“, das beschreibt, warum etablierte Unternehmen, Innovationen im Markt oft nicht erkennen und umsetzen können und warum neue Anbietern dies gelingt. Darin wird Nicolas Hayek zitiert:
„But we had huge problems beyond technology. There were problems of strategy, structure and management. Das Problem war nicht nur technologischer Natur, es war ein Problem der Strategie, der Struktur und des Managements. Die Schweizer Uhrenindustrie war gefangen in ihrem Wertesystem.“
Ich hoffe, man ist heute vorbereitet.
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Die Moonsswatches waren innovativ und cool. Dir Käuferschicht reichte vom betuchten Uhrensammler bis zum Teenager der davon träumt eines Tages eine richtige Omega Speedmaster zu besitzen.
Swatch x Blancpain war bereits alles andere als ein Erfolg und Swatch x AP wird ein Flop. Am Anfang wird es nach Hype aussehen weil weltweit tausene Schlange stehen werden, dies jedoch nicht um die Uhr zu besitzen sondern in der Hoffnung beim Weiterverkauf Kasse zu machen. Danach werden die Modelle im der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Chronos waren immer cool, Scuba naja, aber Pop… echt jetzt?
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falsch, bei mir wirkt es nur wenn nicht all die Selbstdarsteller und Laubbläser im Blick und all der unterirdischen SocialMedia-Welt eben nicht „Aushängeschild“ sind. Mit Cervelatprominenz mache ich mich niemals gemein, dafür ist mein Selbstwertgefühl noch genügend intakt.
Die Zeiten von Blenderei und Pseudostatus wirkt wohl noch auf dem Balkan und in der UA, aber in dieses Segment lassen sich Hayeks kaum manövrieren. Gut so.
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Absolut treffend! Sehe ich auch so, braucht keine von diesen „Influenzern“.. Die leisten eh nicht viel und kriegen leider zu viel Geld.. Die Moonwatch war extrem erfolgreich und ich bin überzeugt, das wird bei AP genau gleich sein. Schon am Freitagabend werden die ersten vor dem Store übernachten.. Der Hype für solche spannenden Kooperationen ist nicht vorbei und Swatch versteht es durchaus diese immer wieder neu zu entfachen..
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Der Swatch „Hype“ ist spätestens seit der Mitte der 90er Jahre vorbei.
Hype ist heute Omega, Rolex und Audermaus Pigniol oder allenfalls eine Smart Watch (für die coolen eine Apple Watch).
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Omega war früher noch eine vernünftige Marke (wie Mirexal oder ähnliche). Für jedermann erschwinglich. Leider haben auch sie erkannt, dass man mit hohen Preisen die Blender und Hochstapler anziehen kann.
Rolex ist (wie Rado auch) eine emporstilisierte Marke, welche in einem gotteslästerlichen Preis-Leistungssegment positioniert ist (schlechte Uhren zu einem Wucherpreis). Die Show, welche Rolex bei Trump abgeliefert hat, ist unter jeder Kanone.
Ausdiemaus kenne ich nicht.
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Ich feier Hayek Junior und den Senior sowieso.
Was die Hayek Familie für die Schweiz geleistet hat, gehört anerkannt!
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… und sie schauen auch auf die Mitarbeitenden, auch wenn die Zahlen mal nicht stimmen
… sie lassen sich von den gierigen „Bankern, Investoren ect“ nicht dreinreden – gut so!!!
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Was für ein Rohrkrepierer. Statt nochmals einen weltweiten Hype auszulösen, bringt Swatch eine biedere Grossmutter-Taschenuhr fürs Handgelenk. Wer soll für so einen Retro-Unfall noch Schlange stehen? Die MoonSwatch war laut, frech und kultig – das hier wirkt wie ein verstaubtes Vitrinenstück aus den 80ern. Man hatte DIE Chance, den Vorgänger zu pulverisieren und den nächsten Mega-Hype zu lancieren. Stattdessen: ein gigantisches Eigengoal. Null Coolness, null Begehrlichkeit, null Emotionen. Der grosse Run wird komplett ausbleiben. Nur die Cubitus von PP kann diesen Designunfall noch toppen!
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Präambel:
Die Hayeks sind mir etwa so sympathisch wie eine Eiterbeule.
Postambel:
Aber mit ihrem 45%-Stimmenanteil braucht es nun mal 90% der Nicht-Hyek’schen Stimmen um den Familienclan zu überstimmen.
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Ich bin mit Hayek zufrieden. Der Aktienkurs in diesem Jahr plus 72 % Spricht für sich.
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+72% in Venezolanischen Bolívares vielleicht.
Für uns Füdlischweizer sind es nicht ganz so viel, aber immer noch +13% ytd, wenn ich richtig rechne.
Nebst Fast Fashion nun Fast Swatches. Mit der Lebenserwartung der Dauer eines TikTok Videos. Scheideweg für Swatch. Inster Sternchen und C Promi als Werbebotschafter? Billiger monatlich wechselnder, Instant Ramsch oder zurück zu richtigen Uhren.
Beides ist möglich. Aber nicht zur gleichen Zeit und nicht unter der gleichen Marke.
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Was Hype ist sieht man an der Stückzahl, nicht am Umsatz.
Audemars Piguet (AP) ist lediglich ein unbekannter Nischenanbieter, den man lediglich in der Uhrenszene kennt.
Deshalb wird anscheinend die Kooperation mit Swatch durchgeführt, damit AP von der breiten Masse als Marke wahrgenommen wird.
Wer nimmt in Deutschland die „drei Wohnzimmer“ als Verkaufsräume z. B. in München und Hamburg versteckt in der ersten/zweiten Etage eines Hauses überhaupt wahr?
Rolex ist dagegen in den TOP-Lagen präsent und zwar mit Uhren in den Schaufenstern des Erdgeschosses, für die breite Masse unübersehbar.
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Was für ein Müll. AP ist eine zur Haut-Orlogerie zu zählenden
Marken. Rolex dagegen produziert wohl gute Uhren, mehr nicht.
Das Rolex-Marketing ist hervorragend, die Rolex-Aushängeschilder er allerdings höchstens abgehalfterte Sportler oder C-Promis.
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Keine Ahnung von Luxusuhren! Ferrari oder Bentley bolzen nicht Stückzahlen. Patek Philippe kennt auch nicht jeder Tiktok Proll …
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Warten wir’s doch einmal ab … Die AP Royal Oak ist sowohl unter Uhrenliebhabern als auch unter Insta-Protzern Kult. International wird der Launch seit Tagen auch in Medien als auch auf Insta diskutiert. Da werden sich genug Liebhaber finden, die sich die Uhr leisten wollen. Und die Stückzahlen dürfen ja ohnehin nicht zu hoch sein, sondern fehlt der für einen Hype nötige Verknappungseffekt …
Swatch-Aktien sind Papiere für Masochisten. Die Hayeks haben mir schon immer gefallen. Nur schon das Bank-Anal-ysten-Bashing löst bei mir die kleine Freude des Masochisten aus. Das kompensiert die Verluste.
So gesehen bin ich ein Masochist. Ich weiss: Aus Bankensicht ein unverstandener Vogel.
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Wieso einer der letzten großen Unternehmer derart schlecht geredet wird, wenn einmal etwas nicht klappt, ist mir ein Rätsel. Hayek ist massiv wertvoller für die Schweiz, als all diese Managerlis bei UBS, Novartis und Co.
@Meier: Das ist die Schweiz. Erfolgreiche muss man schlechtreden und über Gescheiterte soll man sich dann freuen.
Scheint tief in der Schweizer Psyche verankert zu sein. Den Fachbegriff dazu kenn ich jetzt aber nicht.
Es gibt Kulturen da freut man sich wenn Jemand etwas schafft und wünscht den Gescheiterten Erfolg beim nächsten Versuch.
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@Meier: wer sagt das da etwas nicht klappt? Es seien bereits Leute am Campen vor Swatch stores – 6 Tage vor dem Launch
@palfner: Selbstverzwergung ist der Fachbegriff. Passend dazu:
„Die Berge wären nur halb so hoch, wenn die Schweizer sie selbst gebaut hätten“ – Carl Spitteler
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Haben die auch eine lukrative Praktikumsstelle für mich? Kann aber nur von
10:00 Uhr bis 14:00 Uhr da danach obligate Therapie-Doppelstunde, wenn ihr wisst was ich meine.
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Swatch löst keine Emotionen mehr aus. Die Luxusmarken sind langweilig. Wann wird Swatch übernommen?
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Stundenlanges anstehen für eine billige Plastikuhr. Das Gleiche wie bei der Omega Collab. Ich werde an dem Tag lachend mit der Rolex am Arm an der Menschenmenge vorbeiziehen.
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Audemars Piguet hat sich hier eindeutig selbst ins Bein geschossen.
Und genau deshalb besitze ich keine AP.
Also… abgesehen davon, dass ich sie mir eh nicht leisten kann. LG. Kurt Isenegger arm, aber mein Handgelenk ist frei.