An der Meerenge von Gibraltar gibt es jeweils im Sommer wie im Winter einen plötzlich auftauchenden Nebel namens „Taro“.
Dieses bei den Seefahrern gefürchtete Wetterphänomen scheint sich zumindest figurativ langsam über der Exklave Ceuta aufzulösen.
Was ersichtlich wird ist unschön. Das Militär geht von einer „Lawine“ von 80’000 Menschen aus, die lokale Polizei von 75’000, der Innenminister in Madrid von 60’000.
Die Zentralregierung Spaniens behauptet, nahezu sämtliche Illegalen seien freiwillig nach Marokko zurückgegangen.
Der Präsident der autonomen Stadt Ceuta widerspricht; tausend Minderjährige verblieben in Ceuta.
Über tausend Schwarzafrikaner, Sudanesen und Afghanen schlafen an einem der Strände der Stadt, weitere zweitausend verstecken sich in den Wäldern des Monte Hacho, dem von weitem sichtbaren Festungshügel der Stadt.
Weitere Geflüchtete harren in den kleinen Felsbuchten aus. Sie alle hoffen, bald zum spanischen Festland übersetzen zu können.
Auf der gegenüberliegenden Seite von Ceuta, in der Hafenstadt Algeciras auf der spanischen Halbinsel, kommen bereits die ersten, etwa hundert pro Tag, an.
Die Menschen-Schmuggler kassieren bis 5’000 Euro für die vierzehn Kilometer lange Überfahrt mit Gummischnellbooten und Jetskis.
Spanien drückt beide Augen zu.
Derweilen wurden 81 Leichen auf der spanischen Seite der Seegrenze zu Marokko geborgen, davon eine Frau und zwei Kinder sowie dreissig Schwarzafrikaner, diese können normalerweise nicht schwimmen.
Die behelfsmässigen Schwimmringe nutzten nichts.
Marokko hat elf weitere Leichen geborgen. Die spanische Guardia Civil beklagt, dass es auf marokkanischer Seite viel mehr Leichen gäbe, die nicht geborgen würden, damit die Strömung sie auf die spanische Seite treibe.
Höchstwahrscheinlich aufgrund eines Artikels im „Blick“, der die gefährliche Lage der jungen, gestrandeten Mädchen in Ceuta aufdeckte, wurden seitens der sommerlich trägen Ministerien in Madrid Sofortmassnahmen eingeleitet, um deren Schutz zu verbessern.
Insgesamt wurden 25 Millionen Euro für den sofortigen Schutz und Unterbringung von Minderjährigen nach Ceuta überwiesen.
Auf internationaler Ebene spaltet die Krise in Ceuta die EU. Spaniens ehemaliger Hoher Vertreter der EU für Aussen- und Sicherheitspolitik und Vizepräsident der EU-Kommission, der Sozialist Josep Borrell, meinte: „In Ceuta ist die europäische Solidarität gestorben.“
Die spanische Regierung wirft Italien vor, die Situation in der Exklave für italienische Innenpolitik zu missbrauchen.
Den Dänen wiederum wirft Spanien Undankbarkeit vor, schliesslich hatte Spanien als erstes EU-Land Dänemark angeboten, Streitkräfte nach Grönland zu entsenden, um es gegen eine US-Invasion zu verteidigen.
Auch innerhalb der spanischen Gesellschaft kriselt es heftig. Der iberische Geheimdienst hatte vor der Invasion in Ceuta vorzeitig gewarnt.
Die Regierung bestreitet das und wirft dafür jene Beamtin raus, die den Geheimdienstbericht verfasst und eine Alarmmeldung an sämtliche Ministerien abgesetzt hatte.
Auf marokkanischer Seite herrscht zu all dem mehr oder weniger offizielles Schweigen, während es in den sozialen Medien brodelt.
Den mehrheitlich marokkanischen Bewohnern von Ceuta (mit spanischem Pass) wird gedroht, falls sie nach Marokko zum Einkaufen kämen, würde man den „elenden Verrätern die Beine brechen“.
Die katholische Bevölkerung von Ceuta huldigte, von vielen Tränen gerührt, in einer auf einem Blumenmeer abgehaltenen Prozession der heiligen Jungfrau von Afrika, Schutzpatronin der Stadt. Sie hat das Wunder vollbracht: Ceuta bleibt, zumindest vorerst, Teil des Königreichs Spanien.
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Und was willst du mit dieser unstrukturierten Anhäufung von bereits x-fach verbeiteten „Fakten“ sagen?
Die Qualität hier wird wirklich immer schlechter. Hauptsache 25 Texte mit beinahe identischem Inhalt zum gleichen Thema
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Sehr geehrte Frau Vilalon herzlichen Dank für Ihre Texte zu Marokko und Spanien. Bitte Kassen Sie duch nicht entmutigen von deb Kritijern. Sie sind eine starke Drau.
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IP = Quantität vor Qualität
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Danke für diesen Artikel,der die Situation vor Ort genau beschreibt. Ich bin aus Pakistan und betreibe ein Restaurant in Algeciras, habe jedoch 15 Jahre in Nidau/BE gearbeitet auch in der Gastronomie. Von meiner Terrasse aus sehe ich seit Tagen die Gummiboote ankommen und die Jetskis mit den Migranten aus Ceuta. Die Polizei hier lässt das zu. Die Bevölkerung hat eigentlich Mitleid. Auch wir spenden Mahlzeiten und lassen die Personaldusche benutzen. Es sind meistens arme Teufel.