Alejandro Betancourt López ist die wohl schillerndste Figur der venezolanischen „Boliburguesía“.
Der Spottbegriff für die bolivarische Bourgeoisie, gross und reich geworden unter der Herrschaft von Hugo Chávez und dann Nicolás Maduro.
Betancourt wurde mit staatlichen Aufträgen zum Multimillionär und ist seit Jahren Gegenstand von Geldwäsche- und Korruptionsermittlungen.
Bis Mai dieses Jahres war es ihm untersagt, Grossbritannien zu verlassen. Die Schweiz hatte ein Auslieferungsbegehren wegen des Verdachts auf Geldwäscherei gestellt.
Die Financial Times (FT) berichtete heute darüber.
Drei Monate später ist Betancourt Geschäftspartner der US-Regierung. Sein Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) übernimmt zusammen mit Donald Trump die Kontrolle über 65 Milliarden Barrel venezolanische Ölreserven.
Ab 2009 hatte Betancourts damalige Firma Derwick Associates milliardenschwere Aufträge für Kraftwerke vom Regime erhalten. Ohne Ausschreibung und ohne grosse Erfahrung im Kraftwerkbau.
Laut Transparency Venezuela kostete das den Staat 5 Milliarden Dollar, fast drei Milliarden mehr als in Wirklichkeit investiert wurden.
Später untersuchten US-Ermittler ein System, mit dem über fingierte Geschäfte rund 1,2 Milliarden US-Dollar aus dem staatlichen Ölkoloss PDVSA herausgeschleust worden sein sollen.
Betancourt figuriert in den Gerichtsunterlagen als „Conspirator 2“, aber es gab nicht genügend Beweise für eine Anklage.
In Spanien und in der Schweiz laufen aber entsprechende Untersuchungen und Ermittlungen wegen neuer Verdachtsfälle weiter.
Um bei den US-Ermittlungen davonzukommen, engagierte Betancourt im Jahr 2019 Rudy Giulani, damals persönlicher Anwalt von Trump. Der intervenierte dann beim US-Justizministerium.
Er sei „ein geschickter Geschäftsmann ohne Skrupel“, zitiert die FT den venezolanischen Journalisten César Batiz, der viel über Betancourt recherchiert hat.
Dieser kontrolliert NABEP, eine Gesellschaft, die nach jüngsten Berichten bereits rund 200’000 Barrel pro Tag produziert und damit zu den wichtigsten privaten Ölproduzenten Venezuelas gehört.
Betancourt verfügt gleichzeitig über ausgezeichnete Beziehungen zur Regierung von Delcy Rodríguez, zu PDVSA und zu internationalen Ölhändlern wie Vitol.
Zur Rekapitulation: Betancourt wurde unter dem Caudillo Chávez durch milliardenschwere Staatsaufträge reich. Danach tauchte er als Mitverschwörer in einem PDVSA-Geldwäschereiskandal auf.
Er engagierte Trumps persönlichen Anwalt, um beim US-Justizministerium erfolgreich zu intervenieren, verlegte seinen Wohnsitz nach London, während er in der Schweiz und in Spanien ins Visier der Justiz geriet.
Er konnte England erst verlassen, als die Schweiz ihr Auslieferungsgesuch zurückzog. Warum?
„Nach einem Bericht der Washington Post hatten hochrangige amerikanische Regierungsvertreter – darunter die damalige Justizministerin Pam Bondi und ihr damaliger Stellvertreter Todd Blanche – Anfang dieses Jahres wegen der Ermittlungen gegen Betancourt bei Schweizer Staatsanwälten angerufen“, so die FT.
Und jetzt wird er zum Geschäftspartner der US-Regierung. Sie soll eine Beteiligung von 35 Prozent an Betancourts Firma NABEP erhalten. Und zudem das Recht, 20 Prozent der geförderten Menge zum Selbstkostenpreis zu kaufen.
Besonders untersuchenswert ist die Frage, wie genau Betancourt NABEP kontrolliert, wer die übrigen wirtschaftlich Berechtigten und Geldgeber sind und wie er überhaupt an die Ölrechte gelangte.
Denn wenn die US-Regierung tatsächlich 35 Prozent dieser Gesellschaft übernimmt, entscheidet diese Eigentümer- und Vertragsgeschichte darüber, wer durch Trumps Deal Milliarden verdienen kann.
Man könnte zynisch sagen, dass es fast unmöglich ist, mit Venezuela ins Geschäft zu kommen, ohne sich in unappetitliche Nähe eines der vielen korrupten Geschäftsleute zu begeben, die unter dem bolivarischen Regime stinkreich wurden, das einen neuen Sozialismus propagierte, aber in tiefer Korruption versank, während Millionen verarmter Venezolaner die Flucht ergriffen.
Betancourt ist allerdings ein besonders abschreckendes Beispiel eines „Bolichicos“, einer dieser Jungs, die ab 2010 aus dem Nichts zu Multimillionären wurden und einen demonstrativ luxuriösen Lebensstil demonstrierten.
Privatjets, Yachten, Luxusimmobilien. Während des Auslieferungsverfahrens an die Schweiz gab Betoncourt zwei mehrere Millionen Pfund teure Wohnsitze an – einen in Chelsea und einen bei den Cotswolds.
Die ansonsten angelsächsisch zurückhaltende FT zitiert zur Charakterisierung Betancourts ein harsches Verdikt:
„Thor Halvorssen, der aus Venezuela stammende Aktivist, langjährige Kritiker Betancourts und Leiter der in den USA ansässigen Human Rights Foundation, äussert sich weit weniger schmeichelhaft: ‚So ein Stück Sch… kommt nur einmal pro Generation vor‘.“
Dass dieser Deal Venezuela zu „gewaltigem Erfolg und grossem Wohlstand“ führe, glaubt vermutlich niemand, nicht mal Trump selbst.
Dass er allerdings den Wohlstand des Trump-Clans, des korrupten Maduro/Rodríguez-Regimes und vor allem Betancourts befördern wird, das ist sonnenklar.
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Herr Dr. Zeyer, mir gefallen Ihre Artikel immer besser: Sie sind faktenbasiert und „stgraightforward“ – mit fundierter Analyse und konzisen Schlussfolgerungen. Chapeau!
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Venezuela ist auf dem Korruptionsindex an an Stelle 180 von 180 Stellen.
Noch massiv weiter hinten wie die Ukraine. Und das heisst etwas.
Bei beiden Ländern profitieren nur wenige vom Geldstrom.
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Warum schreibt der Autor nicht darüber, dass Putin 50% des Reichtums der Oligarchen sich angeignet hat? Experten schätzen sein Vermögen auf 36 bis zu 200 Milliarden US-Dollar. Damit könnte er zu den reichsten Menschen der Welt gehören. Beweise im klassischen Sinne (wie Bankkonten auf seinen Namen) gibt es kaum, da alles verschleiert ist. Das ist kein Thema, sondern er schreibt nur was Trump macht. Der macht alles falsch. Wissen wir ja und ist auch kein Geheimnis, aber was Putin macht, ist für den eingebildetetn Journalisten kein Artikel wert.
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Lieber Herr René Zeyer Betreiber von http://www.zackbum.ch eine Seite von Wirtschaft Medien Kultur (auch Liechtenstein) bitte immer so bieten aufhören (sie anderen willen…Neid?) Auch hier gibt es viel Kritiker(aber Sie machen weiter danke nie auf die abderwn hören (mit ist nixhzrs für schwache Journalisten…
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Ein Artikel für die nicht-Kunden des „Financial Times“. Gehört fast zur Gattung der Schleichwerbung.
Es sei dem InsideParadeplatz gegönnt mit solcher Offenheit und mit vergleichbarer Stärke über die Clans zu berichten die die Schweiz kontrollieren.
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Soweit ich mich erinnere wurde stets behauptet, dass die Förderung des venzuelanischen „Schweröls“ und Verarbeitung viel zu teuer wäre.
Das sei der Grund, weshalb Venezuela große Mengen des Öls nicht gefördert hat, weil es damit kein Geld verdienen könnte.
Und nun soll Venezuela einen wertvollen Ölschatz haben, obwohl in den USA Öl billig gefrackt werden kann?
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Der Autor sollte auch schreiben, was Trump mit Putin macht. Die Muttergesellschaft hinter Truth Social, die Trump Media & Technology Group (TMTG), hat im Dezember 2025 eine Fusion mit dem Fusionsenergie-Unternehmen TAE vereinbart. Russisches Geld floss über das staatliche Technologieunternehmen Rusnano in das US-Kernfusions-Startup TAE Technologies. Das erklärt Trumps Verhalten. Russland hat Donald Trump gekauft. Deshalb schicken sie ihre Propagandisten los um Trump zu diskreditieren und um davon abzulenken, dass sie Trump besitzen.
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Guter Artikel, sehr interessant. Vielen Dank Herr Zeyer. Warum schreiben andere Medien nicht darüber?