Die UBS und der Lobbyverband Economiesuisse erklären, die Vorschläge des Bundesrates würden die „Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes schwächen“.
Marc Chesney: Es ist paradox und deplatziert, dass die Führung einer Grossbank, die über eine Staatsgarantie verfügt, das Argument vorbringt, die Wettbewerbsfähigkeit riskiere geschwächt zu werden.
Das ist ein Scheinargument. In der Schweiz ist der Wettbewerb zwischen Banken verzerrt, weil einzelne über eine solche Staatsgarantie verfügen und andere nicht. International ist der Wettbewerb verzerrt je nach der Finanzkraft des Staates, der den betreffenden Banken eine Garantie gewährt.
Weil das BIP der USA rund 30-mal grösser ist als das der Schweiz, wäre eine Bank wie die UBS in den USA ein Aussenseiter. Sie würde sich auf dünnes Eis begeben, wenn sie sich im Investmentbanking wirklich mit den grossen US-Banken messen wollte. Das hat ihr Quasi-Bankrott 2008 augenfällig gezeigt.
Ausserdem fragt man sich, warum Economiesuisse – wenn ihr Ziel wirklich die „Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes“ wäre – im Credit-Suisse-Debakel so diskret war. Warum hat dieser Lobbyverband die Missstände und Veruntreuungen dieser Bank vor dem Desaster nicht angeprangert?
UBS und Economiesuisse erklären, die Vorgaben des Bundesrates würden „Kredite zu Lasten der Realwirtschaft verteuern“.
Ein schlechter Witz! Warum sollte mehr Eigenkapital weniger oder teurere Kredite bedeuten? Der Kapitalzuwachs kann ganz einfach durch Ausgabe neuer Aktien erfolgen. Wenn das nicht funktioniert, würde es bedeuten, dass die Investoren trotz der Staatsgarantie kein Vertrauen in diese Bank haben. Das wäre ein interessanter Test.
„NZZ“-Redaktor Guido Schätti kritisierte Bundesrätin Keller-Sutter, dass sie von ihrer eigenen Verantwortung beim CS-Debakel ablenken wolle. Vielmehr müsse der Bundesrat der UBS „dankbar für ihre Dienste in der Krise“ sein. Mit seinen strengen Vorgaben gefährde er die „Stabilität der Bank“.
Die Leitung der UBS sollte vielmehr dem Steuerzahler für die Staatsgarantie dankbar sein!
Über die Vorschläge des Bundesrats muss das Parlament entscheiden. Laut „NZZ“ soll das Parlament der UBS erlauben, einen Teil des Eigenkapitals durch Anleihen zu ersetzen, die bei einer Krise in Eigenkapital umgewandelt würden. Wäre das ein problemloses Entgegenkommen?
Ich bin sehr skeptisch. Diese Möglichkeit ist bekannt und wurde bereits erprobt, insbesondere im Fall Credit Suisse, wo es offensichtlich nicht funktioniert hat.
Was halten Sie von der mehr oder weniger expliziten Drohung der Grossbank, den Sitz ins Ausland zu verlegen?
Es gehört zur Taktik der Führung dieser Grossbank, solche Gerüchte zu verbreiten und solche Drohungen auszusprechen, um zu testen, inwieweit die schweizerische Regierung noch in der Geiselhaft der UBS ist.
Ein Sitz in New York würde bedeuten, dass die UBS nicht mehr in der Schweiz „Too Big to Fail“ wäre, sondern in den USA.
Nummer eins in der Schweiz hat viele Vorteile. Es ist fraglich, ob eine UBS, die in den USA eine Aussenseiterin ist, im Falle einer akuten Finanzkrise von US-Steuerzahlern gerettet würde. Es fällt in die Verantwortung der UBS-Leitung, solche Risiken realistisch einzuschätzen.
Als Kunde denkt man, dass eine Bank mit einem stärkeren Eigenkapital sicherer und attraktiver ist.
Als Kunde und als Steuerzahler ist mehr Eigenkapital sicher besser. Um selber beispielsweise einen Hypothekarkredit zu erhalten, müssen Kunden einer Bank mindestens 20 bis 25 Prozent des Wertes der Wohnung als Eigenkapital einbringen.
Die Lage ist damit stabiler als mit beispielsweise nur 3 bis 4 Prozent, was wahrscheinlich die Grössenordnung der Eigenkapitalquote vieler Grossbanken heute ist.
Für den Steuerzahler, der für die Risiken einer Grossbank wie UBS haftet, ist es sicher besser, wenn diese Bank weniger Risiken eingeht, das heisst über mehr Eigenkapital verfügt.
Noch eine Frage zu den Geschäften der UBS: Die Grossbank investiert in Fonds von unregulierten Schattenbanken. Letztes Jahr verlor die UBS 500 Millionen Dollar, als der mit Schattenbank-Geldern verschuldete US-Autozulieferer First Brand Group pleiteging. Mit wie vielen Milliarden die UBS via Schattenbanken spekuliert, ist nicht bekannt. Sehen Sie Handlungsbedarf?
Und wie! Es ist auch paradox und deplatziert, dass eine Grossbank, die sich auf ihre Aufgabe beruft, Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben, so aktiv im Schattenbankensektor und bei „Private Credits“ tätig ist.
Dieses Interview erschien zuerst auf Infosperber.ch. Die Fragen stellte Infosperber-Gründer Urs P. Gasche.
Der Fall der UBS bringt auch die Schweiz zu Fall.
Ausser man rettet die UBS mit Milliarden Steuergeldern.
Darum ist die Abwanderung der UBS die einzige Lösung.
Für die Angestellten hat es genügend Stellen in der Pflege, im Service und auf dem Bau.
Für die Angestellten hat es genügend Stellen in der Pflege, im Service und auf dem Bau.
Die Bankmitarbeiter wären in diesen Berufen, die eine echte physische Wirtschaftsleistung erbringen, tatsächlich ungelernte Arbeiter.
In dien Berufen nützen die Blendertitel wie Bachelor und Master, VD, etc., die inzwischen fast jeder herumführt führt, nur minim.
Da wird noch ECHT gearbeitet und nicht nur Geld verdünnt..
Aber die kann man in der Realwirtschaft nicht gebrauchen da sie zwei linke Hände und nur Daumen haben.
Sie sollen nicht drohen den Sitz ins Ausland zu verlegen. Sie sollen es auch machen.
Das wäre der Ideal-Fall.
Wer zahlt, befiehlt!
Stimmt, die UBS zahlt den Zürchern ihre Eskapaden.
Dieses bemitleidenswerte Trauerspiel kennt nur Verlierer! Keller-Sutter will sich als „Iron Lady“ inszenieren und sucht den Boxkampf, nur um ihr Ego in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Mit ihrer masslosen Überregulierungs-Wut treibt sie die UBS mutwillig auf die Schlachtbank. Das Ergebnis dieses kopflosen Übermuts? Ein Scherbenhaufen, der die Bank entweder in die nächste Übernahme oder direkt zur Flucht aus der Schweiz zwingt. Ein brandgefährliches Spiel mit dem Feuer! Die Zeche für diesen Egotrip zahlen am Ende wir alle!
KKS ist in diesen Falle Spitze!
Leider ist sie etwas weich. Als Eigenkapital sollte nur gezählt werden, was sich auch innerhalb von einem Monat monetarisieren lässt. Software etc. gehört da ganz bestimmt nicht dazu. …
Ich verstehe, dass Sie als Zürcher dagegen sind, dass die UBS die Schweiz verlässt. Als normaler Bürger bin ich jedoch stark dafür.
… LOL… der titel wie auch der Text ist falsch… bin ein Bär… LOL…
Wie man lesen konnte, kassiert das Management Milliarden an Boni mehr, als Dividenden an die Aktionäre ausbezahlt werden. Da stimmt doch etwas nicht.
Die UBS hat gar bis 2030 Zeit um das Eigenkapital zu erhöhen und damit genügend Spielraum um die richtigen Schritte einzuleiten bezüglich u.a. Boniverzicht.
Adé merci. Diese Drohungen. Die UBS hat wohl vergessen das sie ebenfalls vom Steuerzahler gerettet wurde. Wir haben nicht vergessen das nach der Rettung fleissig die Boni ausgezahlt wurden. Naja Hochmut kommt vor dem Fall.
1.
Die UBS muss in Länder-Gesellschaften aufgeteilt werden, die es blähen kann, ohne dass wir hier etwas merken.
2.
Das Eigenkapital muss noch mehr erhöht werden.
3.
Der Eigenhandel der Banken an der Börse ist in der CH für alle Banken zu verbieten.
4.
Offenbar gibt es ein Gesetz, das den Banken erlaubt, Verluste mit möglichen künftigen Gewinnen zu verrechnen, um keine Verlust-Vorträge in der Bilanz führen zu müssen. Das muss verboten werden. Verlust-Voträge müssen ausgewiesen werden, brutto!
5.
Trennbanken-System. Casino-Banking wird in eigene Banken ausgelagert.
Ich bin kein Investment-Banker aber ich weiss dass wir früher einen Finanzplatz Schweiz hatten, weltweit respektiert mit Namen wie Schweizerische Bankgesellschaft, Schweizerischer Bankverein, Schweizerische Kreditanstalt und Schweizerische Volksbank. Das war vor den Boni-Zeiten. Heute geben die Boni-Haie den Ton an, auf der einen Seite Business as usual und auf der andern Seite Deals, Deals, Deals. KKS hat mit ihrer Forderung recht, vor 25 Jahren hätte man eine solche Massnahme spielend weglächeln können. Haie bleiben in den Meeren wie auch in den Banken nach wie vor gefährlich.
Und wer hat’s erfunden Ebner und Blocher mit der Probagierung des Shorholders Value in den späten 90 er Jahren.
When state guarantees exacerbate the effects of „moral hazard.“ Indeed, „moral hazard“ is an important economic and financial concept! It occurs when a party to a transaction takes excessive risks because it knows it will not bear the full consequences of its actions.
Die Bank ist potenziell brandgefährlich. Viel Eigenmittel werden für die Investmentbank benötigt, aber gerade dort lauern die grössten Gefahren, und es handelt sich um einen Geschäftsbereich, in dem es keiner der Grossbanken je gelungen ist, erfolgreich Fuss zu fassen. Dort bestimmen die grossen US-Institute die Regeln, die auch über viel mehr Finanzkraft verfügen. Richtigerweise hat die Bank nach dem eigenen Debakel diesen Bereich strategisch zurückgefahren. Inzwischen aber ist sie bereits wieder dran, diesen Weg zu verlassen. Zurück in die Gefahrenzone …
Früher war die Schweiz ein sicherer und respektierter Finanzplatz. Sichere Banken, die verwalten das Geld der ganzen Welt. Heute ist das Ganze in eine Plasmaschicht gerutscht. ist das unsichere Banken, die im eigenen Interesse wirtschaften, kein Finanzplatz mehr. Die Leute müssen andere Banken im Ausland suchen, damit sie nicht von Schweizer Banken ausgesaugt werden. Die Piranhas und Haie in der Banken sind eine Fressmaschine und das Volk sollte bezahlen. die schon beim Ausladen einkaufen müssen, damit bis Ende des Monats das Geld reicht.
„Toute Nation a le gouvernement qu’elle mérite“ n’est-ce pas?
L’Etat n’est-il pas sensé être le garant de l’Intérêt général et du bien commun? Qui élit les représentants du peuple en démocratie (représentative) ou qui vote les objets soumis au peuple en démocratie directe? Que signifie „Dêmos/Kratos“? L’ignorance n’est pas une vertue contrairement à la connaissance, tandis que l’appartenance inconditionnelle à un groupe influent (politique ou religieux) est un comportement pavlovien (irrationnel) au service des idéologies et dogmes.
Die UBS ging Konkurs. Sie gäbe es heute nicht mehr, wäre der Staat/Steuerzahler nicht gewesen. Also UBS: Gehorchen und Demut sind angesagt.
What is the weight of UBS’s balance sheet relative to Swiss GDP? ☠️⚠️ In the event of a future bailout, Switzerland will no longer be able to count on the active support of the Fed as it did in 2008. The US Federal Reserve (Fed) had printed trillions of dollars to buy up all the bad debts listed on banks‘ balance sheets. Few people know this, but this is precisely what saved Switzerland during the UBS bailout: the Swiss National Bank (SNB) was then able to sell its bad debts on the market, a market that had only one buyer: the Fed.
Dankbarkeit und Verständnis gegenüber der offiziellen Schweiz – geschweige denn Respekt für die Bürgerinnen und Bürger, die im Ernstfall haften – sind offensichtlich Fremdwörter für die UBS-Führung und für ihre devoten Unterstützer in den Medien. Die Arroganz der obersten Banker der UBS ist unerträglich. Könnte die UBS auf den Mehrwert und das weltweit gute Image unseres Landes verzichten – sie wären schon längst abgewandert. KKS und dem Bundesrat wünscht man Standfestigkeit!
Warum immer diese Radikalisierungen.
UBS kann bleiben, aber nicht die Spielregeln bestimmen. Wenn ihr dies nicht passt kann sie gehen. Bis jetzt nur motzen und kritisieren, aber keinerlei pragmatisch konstruktive Vorschläge. Also braucht es klare Vorgaben oder eine saubere Trennung von Geschäftsbanken (Einlagengeschäft) und Investmentbanking (Wertpapierhandel).
Without the initial bailout of UBS by the Swiss National Bank (SNB) (via Bern-based SNB StabFund and StabFund (USA) Inc., registered in Delaware and itself owned by SNB StabFund Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen, also based in Bern), UBS would have gone bankrupt. Switzerland was subsequently „saved“ by the Federal Reserve (Fed), which created a „single market“ for the purchase of StabFund’s toxic assets from the SNB. A risky and utterly reckless gamble, from which very few lessons have been learned.
Der Glass-Steagall Act (Bankengesetz von 1933) war ein US-Bundesgesetz, das als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise eine strikte Trennung von Geschäftsbanken (Einlagengeschäft) und Investmentbanking (Wertpapierhandel) vorschrieb. Es sollte Spekulationen mit Kundengeldern verhindern und schuf zudem die Einlagensicherung FDIC. Das Gesetz wurde 1999 leider weitgehend aufgehoben.
Die Fusion SBG/SBV von 1998 mit neuen Führungskräften und dem 10-Jahresjubiläum führte zur Krise 2008. Eine erneute Auflage braucht es nicht. Also sind unmissverständlich klare Vorgaben unumgänglich.
3)
Natürlich verstehe ich die Notwendigkeit der Banken für den ZV und auch der Kreditbeschaffung. Nur sollte ein anderes System der Kreditbeschaffung eingeführt werden. Die Bank darf kein Geld aus dem Nichts schöpfen sondern nur die Zentralbank so wie diese auch nur Banknoten drucken und in Umlauf geben darf. Die Bank leiht sich dann bei der ZB und gibt das Geld + ein paar % Aufschlag weiter. Oder sie verleigt ihr eigenes Geld das sie erwirtschaftet hat. Dann würde vieles anders aussehen heute. Die Bank Manager hätten mehr Anstand und würden sich nicht wie Götter aufführen.
, nicht wettbewerbsfähig!
Währungen die beliebig durch Verschuldung erzeugt werden, bewirken nicht Wettbewerbsfähigkeit, sondern unendliche Aufschuldung von Kredit gegen Bankzins, mit späterer Schulden-Implosion des gesamten Systems.
UBS ist für die Schweiz zu gross. Also, wie macht man die Bank kleiner und vor allem sicherer? Indem man das Investmentbanking vom Rest der Bank abtrennt. Dann könnte UBS als quasi Inlandbank genauso sicher und stabil werden wie die damalige SBG, aus der sie ja entstanden ist.
Mehr Eigenkapital schwächt zwar ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ihre amerikanische Konkurrenz. Aus Schweizer Sicht muss UBS aber gar nicht mit diesen konkurrieren.
Weniger Eigenkapital erhöht das Gewinnpotenzial und die Boni. Für den Finanzplatz Schweiz ist das aber nicht zwingend ein Vorteil.
Mit „quasi Inlandbank“ ist hier eine Schweizer Universalbank mit einer globalen Vermögensverwaltung, aber ohne einer riskanten globalen Investmentbank gemeint.
Bekanntlich haben im globalen Investmentbanking weder die CS noch die UBS nachhaltig profitabel gearbeitet. Genauso wie die ZKB kann UBS ein rein Schweizer Investmentbanking betreiben, das sich z. B. auf Schweizer Börsengänge und sonstige Beratung konzentriert.
UBS sollte alles darauf setzten, eine global dominante Rolle als Vermögensverwalter für Privatpersonen zu spielen. Dazu auch das inländische Unternehmensgeschäft pflegen.
UBS – a major player in derivatives trading – let’s not forget that!
More generally: „In Switzerland, according to the SIX Group, which manages the stock exchange and publishes statistics on the subject, these amounts vary weekly between 10,000 and 250,000 times Switzerland’s GDP*. This gives you an idea of the influence of finance on the economy.“ dixit M. Chesney (blog).
*Weekly transaction database statistics – SIX Group, July 1, 2024
Mit Interesse habe ich den Beitrag von Marc Chesney gelesen. Seine kritische Haltung gegenüber der UBS ist bekannt und gleichzeitig ein wichtiger Teil der öffentlichen Debatte. Dennoch scheint mir, dass gewisse Zusammenhänge etwas verkürzt dargestellt werden.
Die Diskussion rund um die Erhöhung des Tier1 Kapitals greift meines zu kurz, wenn ausschliesslich unter dem Aspekt der Stabilität geführt wird. Ebenso relevant ist die Frage, welche Auswirkungen, auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Wachstumsfähigkeit der Niederlassungen, einer global tätigen Bank haben.
UBS ist dem Steuerzahler ja dankbar für die Staatsgarantie.
Ansonsten könnten sie ja ihre
Exzesse Finanzpolitik nicht weiterführen. Dann müssten sie ja mal ernsthaft über die Bücher. Und spätestens da würde es scheitern.