St. Gallen hat den Fussball-Cup geholt und bejubelt Matthias Hüppi als Sieger des Machtkampfs im wichtigen Klub.
Ansonsten gehts abwärts in der Gallus-Stadt.
Die Helvetia verramscht ihren Hauptsitz, weil der Campus von Fusionspartnerin Baloise am Rheinknie geeigneter ist.
Auch der Olma-Ausstellung droht das Aus. Und die HSG hat viel von ihrem Glanz verloren.
Jetzt kommt ein Niedergang der Extrasorte dazu. Das St. Katharina-Kloster ist im Nachlass. Ob es noch gerettet werden kann, entscheidet in Kürze der zuständige Richter.

Beim historischen Gebäude mit eindrücklichem Anbau handelt es sich um ein Wahrzeichen der Ostschweizer Metropole. Es liegt an zentralen Citylage, jeder kennt es.
Konrad Hummler und seine damalige Wegelin-Bank hatten das St. Katharina 2007 erworben und dann 2011 für eine tiefe zweistellige Millionensumme restauriert.
Ab da war das St. Katharina ein „Begegnungszentrum und Kongress- und Eventzentrum“. Die Kirche stand allen offen – „als Oase der Ruhe“.

Anfang 2012 ging die Wegelin im Zuge des US-Steuerstreits unter. Hummler und Co. mussten ihre Bank unter höchstem Druck der Raiffeisen verkaufen, es drohte sonst eine Zwangs-Schliessung, verordnet by Uncle Sam.
Der neue Name unter Genossenschafts-Besitz: Notenstein Privatbank.
Nicht Teil des Pakets war zunächst das St. Katharina. Dieses sollte erst ein gutes Jahr später bei der Raiffeisen respektive dere Privatbanken-Tochter Notenstein landen.
Er und sein Partner Otto Bruderer hätten die stolze Liegenschaft“mitsamt einem Riesenabschreiber von mehr als 10 Millionen“ der Raiffeisen-Gruppe verkauft, so Hummler auf Anfrage.

Er habe die Raiffeisen-Leute „mehrfach“ zu überzugen versucht, „daraus ein Geschenk an die Öffentlichkeit zu machen“, so Hummler. „Zum Beispiel an die HSG zum 125-Jahr Jubiläum. Das wäre ideal gewesen für deren Stadtcampus und das Rektorat.“
St. Katharina-Käuferin Raiffeisen wollte nichts davon wissen. Die Bank hatte für das wiederhergestellte Vorzeige-Geviert an prächtigster Lage nur 4 Millionen bezahlt.
Hummler hatte sich nach eigener Aussage 12 Millionen ans Bein streichen müssen – so hoch sei der Abschreiber gewesen. Es vergingen ein paar Jahre.
Bis 2020 eine kaum bekannte Firma namens DCD AG das St. Katharina an der Katharinengasse 15/21 erwarb. Für 7 Millionen.
Gewinn für Veräuferin Raiffeisen: 3 Millionen.
Käuferin DCD wollte mit dem altehwürdigen Geschäft im Event-Business auf Touren kommen.
„Einer der schönsten Veranstaltungsorte St.Gallens, das Forum St.Katharinen, soll reaktiviert werden“, schwelgte das „Tagblatt“ 2020, als die DCD das Kloster, bestehend aus einem Hauptgebäude und einer Kirche, wieder eröffnete.
Es gäbe „künftig eine breite Palette privater und öffentlicher Anlässe“, so die DCD, „von Geburtstagen und freien Taufen über Business-Meetings und Kongressen bis hin zu Feierabendgesprächen oder Theater und Konzerten.
Das Vorhaben ist offenbar missglückt. Gründlich.

Im März musste die DCD AG beim zuständigen Konkursgericht Schutz vor ihren Gläubigern suchen. Drei Monate lang haben diese stillzuhalten, nächste Woche steht der Entscheid an, wie’s weitergeht.
Das Nachlassverfahren kann weitergehen, die Firma kann wieder auf die Beine kommen, oder der Richter verhängt den Konkurs über die DCD.
Dann würde das St. Katharina-Kloster und sein Anbau in die Konkursmasse kommen und später verkauft werden. Je nachdem an einer öffentlichen Gant.
„Die damalige Leitung der Raiffeisen war supertechnokratisch und vor allem am kurzfristigen Gewinn orientiert“, enerviert sich Konkrat Hummler. Es handle sich um eine „verpasste Chance für ein nachhaltig gutes Verhältnis mit St. Gallen“.
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Wenigstens hat (hatte) St. Gallen Pierin Vincenz.
So ein Showmän-Sauberbanker ist einzigartig. Netflix Serie würdig.
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Bro, seit wann bist Du eigentlich wieder draussen?
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Ach, eine dieser klassischen Ostschweizer Immobilien-Odysseen: erst mit viel Pathos restauriert, dann als „Leuchtturmprojekt“ verkauft, danach zum Schnäppchenpreis weitergereicht und am Ende wundert man sich, dass aus einem „Begegnungsort für die Wichtigen“ ein juristischer Nachlass wird.
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Was letzte Preis?
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Und irgendwo zwischen „Riesenabschreiber“ und „Geschenk an die Öffentlichkeit“ liegt dieser typisch helvetische Optimismus begraben: Man nennt es nicht Verlust, sondern Transformation. Klingt einfach besser, wenn das Kloster inzwischen im Nachlass liegt.
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Wo gehts nach dem Komma weiter?
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Erstens: Die nicht rentable OLMA (jetzt eine „AG“) ist noch lange nicht über dem Berg. Da ist der nächste Crash gerade um die Ecke vorprogrammiert… Kein normaler Mensch kaufte OLMA-Aktien.
Zweitens: Der von der undurchsichtigen, neureichen Ostschweizer Immobilien-Mafia nach wie vor beherrschte FC St. Gallen wartet nur auf die nächste Gelegenheit um den in Misskredit geratenen Präsidenten Hüppi (ein finanzmässiges Leichtgewicht) bei nächster Gelegenheit zu entsorgen – da ist nur der erste Plan etwas aufgeschoben.
Drittens: Die jetzige unfähige St. Galler Stadtregierung ist pures Gift.
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Auch ihm (Konrad Hummler) ist seit dem Wegelin-Crash nichts mehr gelungen: Bei seiner „Krone“ in Speicher gaben sich unqualifizierte, wichtiguterische Geschäftsleiter seit der Eröffnung die Türklinke in die Hand. Der Laden kommt einfach nicht echt auf Touren…
Übrigens: Wieso rettet Hummler nun nicht einfach St. Katharina mit seiner offenbar immer noch genügend gefüllten Privatschatulle, wenn ihm das so sehr am Herzen liegt?