Ärzte, Pharma- und Krankenkassen-Manager, Politiker und Journalisten kämpfen um ihre Marktanteile am jährlichen 100-Milliarden Franken-Kuchen, den das Schweizer Gesundheitswesen kostet.
Offiziell ist es privat finanziert, aber ein Viertel der Schweizer Bevölkerung bezahlt ihre Krankenkassen-Prämien nicht mehr, weshalb die besseren Steuerzahler für sie einspringen müssen.
Wer sich nie zu Wort meldet, sind die Patienten. Sie sind in den Augen vieler Mediziner das zu bewirtschaftende „Patientengut“.
Ihre Direktzahlungen, einschliesslich der Steuergutschriften der Kantone an die Kassen, sind die wirtschaftliche Basis der Gesundheitsindustrie.
Diese lebt sehr gut von einem Notstand: dem Kampf von Millionen Menschen für ein gutes Leben bis hinauf in ein hohes Alter.
Der Kampf um eine „gesunde Medizin“ – ich habe den Begriff von Dr. med. Martin Baumgartner, Facharzt für Urologie an der Zürcher Grossklinik Hirslanden entlehnt – ist während Jahren, langsam, aber stetig, verloren gegangen.
Wie ich auf einer gut einjährigen Studienreise durch die medizinische Landschaft der Schweiz erleben durfte, kämpfen die Ärzte, wie das ganze medizinische Personal, ebenso um ihr Überleben wie Spezialisten anderer Industriezweige, die vom Wohlwollen der Politik und des Staates abhängig sind.
Die „gesunde Medizin“ ist dabei, Schritt für Schritt verloren gegangen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar.
Dafür gibt es viele Gründe.
Die Spezialisierung der Ärzte verhindert die ganzheitliche Betrachtung eines Patienten und dessen „Bobos“.
Die Hausärzte sind vielerorts schon ausgestorben. Jede Familie mit Kindern, das ist eine soziale Struktur, wo viel Medizin gebraucht wird, darf glücklich sein, wenn sie wieder Zugang zu einem guten Hausarzt oder -ärztin findet, die ihren Patienten ganzheitlich beobachtet und beurteilt.
Für ältere Menschen über 70 oder 80 Jahre alt, die in den USA die „Super ager“ genannt werden, ist es ganz schwierig, denn die Wartezimmer sind übervoll.
Die Jugend drängt auf den Abschied dieser Generation, die es während Jahrzehnten in jeder Hinsicht sehr gut hatte.
Wer keine langjährigen guten Beziehungen hat, ist immer im Nachteil. Sogar Privatpatienten werden am Zürcher Klinikhügel rund um das Balgrist Wartezeiten von bis zu fünf Monaten zugemutet.
Dafür gibt es zwei Gründe: Die von Fachärzten gesetzten Prioritäten, wo der Umsatz eines jeden Kollegen im Kanton Zürich von den Fachgesellschaften regelmässig gemessen und von den Kollegen beurteilt wird.
Und der grosse Andrang.
Denn im „Gesundheits-Paradies Schweiz“ stehen die Schweizer Patienten im Wettbewerb mit reichen Patienten aus dem Ausland, die wegen ihrer Zahlungsbereitschaft oft vorgezogen werden.
Jeder Medizinprofessor freut sich, wenn er einen oder sogar viele dieser Superreichen als Klienten gewinnt.
Dann locken Prämien und Boni in fünfstelliger Höhe für die Stiftungen von Schweizer Edelärzten, die ihr Patientengut oft über Jahre hingebungsvoll betreuten.
Auch die Zürcher 5-Sterne-Hotels profitieren von dieser Praxis, logieren doch oft ganze Familienclans aus Asien oder den arabischen Golfstaaten in einer Folge teuerster Suiten, ihr eigenes Personal einige Stockwerke tiefer.
Nicht nur die Privatkliniken freuen sich über diese hoch rentablen Klienten, auch das Uni-Spital Zürich geht den gleichen Weg.
Es hat am Flughafen Zürich-Kloten einen eigenen Aussenposten bezogen.
Dort werden in hochmodernen Räumen von einem internationalen Personal Menschen aus aller Welt behandelt, die aus dem, oft eigenen, Flugzeug aussteigen, in zehn Minuten im Spital sind und nach der Behandlung sofort wieder abfliegen.
Sofern „Madame“ an der Zürcher Bahnhofstrasse nicht noch einkaufen möchte.
Seit Jahrzehnten hat die Schweiz aufgrund der nationalen wie globalen Nachfrage davon gelebt, ausländische Ärzte und anderes Fach- und Pflegepersonal aus dem Ausland abzuwerben.
In der Westschweiz dominiert französisches Gesundheitspersonal, in der deutschen Schweiz Personal deutscher Herkunft.
Es ist richtig, dass die Schweizer Spitzenmedizin oft hervorragend ist. Auch ich möchte auf keinen Fall anderswo behandelt werden.
Doch viele Schweizer gehen diesen Weg zur Gesundheit, weil sie die Kosten in der Schweiz, siehe Zahnmedizin, nicht tragen können oder wollen.
Ich habe auf dieser langen Reise durch Spitäler im Kanton Zürich und Thurgau (Reha in Mammern) exzellente Menschen aus aller Welt kennengelernt, die sich oft aufopfernd um ihre Patienten kümmern.
Doch die Grenzen sind gesetzt.
Jede Minute kostet, wer immer die Rechnung bezahlt. Das können die Krankenkassen sein, die oft Zusatzleistungen anbieten, aber auch die Kantone.
Zuletzt ist immer auch Zahltag für die Patienten und den Steuerzahler.
Weitere 100 Millionen Franken verlangt die Grünliberale Partei. Damit sollen zusätzliche 1’000 Ärzte und Ärztinnen ausgebildet werden.
Woher das Pflegepersonal kommen soll, ist klar; aus dem Ausland, aus aller Welt.
Ausländer werden von gegen 50 Prozent aller Schweizer als Ballast empfunden. Sie kosten in deren Augen mehr als sie leisten.
Auch mir ist unklar, wie die Migranten und die Ukrainer als Spezialfall unser Gesundheitssystem belasten.
Um kommende Auseinandersetzungen zu vermeiden, wäre es besser, dies präventiv aufzuklären.
Die boomenden Notfallstationen Schweizer Spitäler sind die Folge einer frühen Selektion der Patienten nach Dringlichkeit.
Oft warten die Patienten dort 4 bis 5 Stunden, ehe sich ein Assistenzarzt um sie kümmert. Das ist nicht zumutbar, aber die tägliche Realität.
Ich würde nicht jede Notfallstation, die ich erlebt habe, empfehlen. Man kann die Leistungen dort nicht generalisieren, weil vieles von Zufällen abhängig ist.
Wer hat Dienst? Ist der Andrang grösser oder geringer?
In einem Zürcher Regionalspital habe ich junges Personal erlebt, wo eine Pflegeperson der anderen aus der Gebrauchsanleitung eines Messgeräts vorlesen musste, ehe dieses von der zweiten Pflegeperson benutzt werden konnte.
Mehrfach bekam ich von Pflegern nützlichere Hinweise auf die Art meiner Erkrankung als von den Ärzten.
Dort spielt ein merkwürdiger Mechanismus. Die meisten, nicht alle, studieren im Voraus das computerisierte Krankheitsprofil des Patienten, nehmen aber nie Stellung zur Leistung eines ihrer Kollegen.
Auch dann nicht, wenn dessen Behandlung in Teilen fragwürdig war.
Hier gilt das eiserne Gesetz, wie bei Bankiers, Anwälten, Treuhändern und Geistlichen: Keine Krähe beisst einer anderen ein Auge aus. Die Angst vor Klagen der Patienten ist zu gross, auch sind rufschädigende Kampagnen, sieh der Fall Maisano, immer zu vermeiden.
Es gibt viele hervorragende Ärzte; sie sind die Basis einer höchst erfolgreichen Milliardenindustrie, die zu den Stützen der Schweizer Wirtschaft gehört.
Unter ihnen befinden sich einige wenige, die auch von ihren Kollegen wegen ihrer komplexen Sicht über mehrere Fachgebiete bewundert werden.
An der Hirslanden-Klinik in Zürich leitet ein Professor die Nephrologie. Er zählt zu diesen Persönlichkeiten.
Im Umgang manchmal etwas herausfordernd, kommt er, unterstützt von seiner Frau und anderen Fachärzten, rasch zu Lösungen, die nicht immer einfach zu finden sind.
Ich habe beobachtet, wie er von seinem Team und den Patienten verehrt wird.
Als ich einmal durch das Hirslanden hinkte, um einen Arzt zu finden, der mir meinen grossen Zehen verband, stiess ich auf einen anderen Professor, der Mitleid mit mir hatte.
„Ich habe dies schon 40 Jahre nicht mehr getan“, setzte dann aber den Fussverband so präzise, wie ich mir immer erträumt hatte.
Der Typus des „Herrgotts in Weiss“ ist also noch nicht ausgestorben und sicher noch häufiger anzutreffen, als dies angenommen wird.
Kein „Herrgott“, aber sehr autonom. Diese herausfordernde Variante des Arztes ist mir immer noch lieber als jener ältere Arzt, der nach einer routinemässigen Erstbesprechung kaum noch Interesse zeigte.
Denn er hatte wenige Tage später, wie er sagte, eine Urlaubsreise in den Süden geplant. Ich würde dann von jemand anderem übernommen.
Es sind mir auf dieser Tournee freischaffende Naturheiler, chinesische Fachärzte und viele andere begegnet, die klugerweise einschränkend sagten „Ich kann etwas beitragen zu ihrer Genesung“.
Ich habe auch viele, zu viele für meinen Geschmack, Fehlurteile erlebt.
Ergebnis: Messbar war weniges. Was zählt, ist der Glaube an einen Berufsstand, dem der Patient ausgeliefert ist.
Ich trage nun auch einen Herzschrittmacher, an dessen rasche Aktion ich glauben muss, kommt es einmal zum Ernstfall.
Dankbar bin ich für die Spitex Zollikon. Mit einer immer wechselnden Fülle qualifizierter Mitarbeiter arbeitet sie am Patienten auf, was Spitäler und Reha nicht zu leisten vermögen.
Diese fortlaufend sich verstärkende Arbeitsteilung der medizinischen Dienstleister fördert eine gewisse Verantwortungslosigkeit.
Sehr oft wird man weiter verwiesen an einen noch spezialisierteren Kollegen. So wollte man mir in der Schlafmedizin nach einer Nacht an der Maschine unbedingt für den Rest meines Lebens eine Atemmaske über den Kopf stülpen.
Ich verweigerte die Maske und schlafe jetzt sogar besser, womit die Grenzwertigkeit solcher Analysen und Empfehlungen deutlich wird.
Dies ist nur ein kleiner Querschnitt durch eine grosse Szene, die wohl kaum jemand wirklich überblickt.
Ich habe einige typische Beispiele ausgewählt, um einen Eindruck vom Gesundheitsmarkt Schweiz zu vermitteln, den ich durchwandert und überlebt habe.
Vieles habe ich nicht erwähnt: Die Unterstützung der Familie, den Zuspruch aus dem Freundeskreis, die tröstenden Worte eines römisch-katholischen Diakons im Hirslanden, der zu einer Stütze vieler Patienten und der Ärzteschaft geworden ist.
Mit fast 85 Jahren bin ich, PR-Berater aus Leidenschaft, noch immer beruflich tätig.
Ganz geheilt ist man in diesem Alter wohl nie, aber das Leben macht Spass, auch wenn ich die Begrenztheit und die Beschränktheit allen Wollens immer deutlicher sehe.
Eine „Gesunde Medizin“ werden wir wohl nie haben, aber eine „Kranke Medizin“ gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.
Das betone ich, hoffentlich zum Nutzen aller heutigen und kommenden Patienten, die mehr sein sollen als „Patientengut“.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Schlafen ohne Maske
Wenn ich diesen langatmigen Artikel lese, der nix Neues bringt, schlafe ich auch ohne Maske ein. Und das Mitten im Tag.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Nachsicht, Stöhlker ist 85 und da ist alles etwas schwieriger, immerhin weiss er die KI zu gebrauchen!
55% der Schweizer wollen das so. Also nicht jammern.
Der heutige Zustand des Gesundheitswesens ist der beste, den wir je sehen werden.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Endlich abdanken
Der Umwelt zuliebe
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Also wenn ich schon eine KK-Prämie von monatlich über 500.- bezahlen muss (Grüsse an die SP und Dreyfuss), dann will ich auch immer ein wenig krank sein um etwas von dieser Prämie zu haben. So einfach ist das.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Danke. Genau Frau Dreyfuss mit ihrer Partei und andere mit linkem Gedankengut, brockten uns das ein. Die damaligen Gegner der Abstimmung sagten, was weiss ich vieviel Mal während der Abstimungsperiode, was kommen wird. Es kam aber schlimmer, da wir ja kein Schweizer Personal in der Gesundheitsbranche wollen. Die Tochter eines Bekannten musste die Schule als Arzthelferin in Wien absolvieren. Zu wenig Ausbildungsplätze für Schweizer in der Schweiz.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Und weshalb schlafen sie jetzt besser, aus reiner Neugier gefragt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In der NZZ erklärt uns heute ein Loepfe, das es mindestens 30 Jahre brauche, um ein neues AKW zu bauen.
Und so einer ist Direktor des EWZ. Er wäre besser Chef der SP oder Grünen.
In China baut man im Moment neue AKW in weniger als 5 Jahren. Weltweit sind etwa 60 AKWs im Bau.
Mit Notrecht,das hier für die sichere Stromversorgung richtig ist, kann man Einsprachen abwehren. Wie haben wir solche Verhinderer verdient ???
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In deinem Garten, Schwätzer?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Loepfe ist offenbar ein linker Euroturbo. Er will unsere Stromversorgung vermutlich abhängig machen von der EU.
Das passt der NZZ.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Das letzte Mal das Verhinderer Loepfe etwas gebaut hat war mit 8 Jahren ein LEGO Häuschen! Gamals hatte er noch einen Namen, heute wo er nichts mehr kann nur ein Anonym.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Tja, Euroturbo. Bisher ist unsere Energieversorgung von Diktatoren, Autokraten, Kriegstreibern und islamistischen Regimes abhängig. Das gefällt dir als souveräner Schweizer natürlich besser.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ein Herzartikel Loepfe/ NZZ gegen Rösti
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wo bleibt die Gesundheit?
Wenn kranke Politik sich mit Finanzgeiern idealen wird das System krank, in Konsequenz wird auch der Mensch krank, krank im Kopf und krank im Herzen.
Also müssen wir das System gesunden, denn dort haben diese parasitären Dealer nichts verloren.
Dann gesunden auch due Menschen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
„Für den Rest meines Lebens wollte man mir eine Atemmaske überstülpen“, dummes Bashing von Stöhlker. Wahrscheinlich wurde bei ihm eine Schlafapnoe festgestellt, eine Maske empfohlen die ihn im Schlaf regelmässig mit Sauerstoff versorgt! Aber so ist Stöhlker, zurecht biegen bis es ihm passt auch wenn es nicht mehr den Fakten entspricht!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wir bezahlen viel mehr ins Gesundheitswesen als viele annehmen.
Nebst der obligaten Krankenkassenprämie:
– Selbstbehalt
– Unfallversicherung (Lohnabzug)
– Durch Steuern: Krankenkassen Vergünstigungen von Mitbürgern, Beiträge an kantonalen Bauten Spitälern etc…
Durch Bundessteuern Subvention an Forschung für Pharmaindustrie.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Krankenkasse muss weg! Sonst reicht mir die AHV bald nur noch um die Prämie zu zahlen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In defense of Maske
Herr Stöhlker, diese dient lediglich dazu, Sie zum Schweigen zu bringen.
Man kann auch im hohen Alter noch einsichtig und vernünftig werden.
IP scheint mir jedoch nicht das geeignetste Umfeld zu sein.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Meine Erfahrung:
Wenn der Chirurg dich ins MRI schicken würde, wüsstest du danach, ob du tatsächlich das Plica-Syndrom oder eine muskuläre Dysbalance im Oberschenkel hast. Das Plica-Syndrom zu operieren würde ca. 5’000.– kosten, die muskuläre Dysbalance zu beseitigen vielleicht 1’000.–.
Er schickt dich aber nicht ins MRI, weil er in 3 Jahren das zerstörte Knie durch eine Prothese ersetzen will, was ca. 25’000.– kosten wird.
Alles klar?
Haben die Anzahl verbauten Knie-Prothesen in den letzten Jahren zugenommen, oder habe nur ich das Problem?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Lassen Sie sich doch in Moskau behandeln.