Jesuiten gelten vielerorts als Übermenschen, durchgeistigte Superstars, denen alles gelingt.
Das stimmt nicht.
Aus dem Kanton Zug wird gemeldet, dass trotz immer noch 70-prozentiger Belegung dem Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn oberhalb von Zug der Boden unter den Füssen weggezogen wurde.
Es ist seit Pfingsten geschlossen.
Damit gehört eines der grossen geistigen Zentren der Schweiz der Vergangenheit an.
Tausende von Schweizern, dazu Gäste aus ganz Europa und darüber hinaus, sind regelmässig nach Bad Schönbrunn gepilgert, um dort mit dem grössten Zen-Mönch der Schweiz, dem Jesuiten Nikolas Brantschen, zu meditieren.
Die Jesuiten, eine Mönchsvereinigung mit weltweit 15’000 Mitgliedern, ist wegen ihrer intellektuellen Weltläufigkeit bekannt.
Sie sagt von sich: „Wir gehen die Herausforderungen der Zukunft mit Energie, Kraft und Gelassenheit an.“
Im Fall von Bad Schönbrunn war es wohl mehr Ratlosigkeit, die das Schicksal dieses religiösen Bildungszentrums bestimmte.
Der deutsche Provinzial des Jesuitenordens, Thomas Hollweck, der, von München kommend, die Schliessung bekanntgab, räumte bei der letzten Danksagung eigene Fehler ein.
Der schlimmste Fehler, wenn auch unausgesprochen, war die katastrophale Personalpoltik in der Führung des Bildungswerkes.
Die Seele des Lassalle-Hauses war während Jahrzehnten der Oberwalliser Jesuitenpater Niklaus Brantschen, der als gläubiger Christ in den Schuhen von Hugo Lassalle stand, nach dem das Lassalle-Haus benannt wurde.
Hugo Lassalle, ein Überlebender des Atombombenangriffs der Amerikaner auf Hiroshima, nannte sich Hugo Enomiya Lassalle. Als Jesuit baute er eine geistige Brücke zwischen dem Christentum und dem Zen-Buddhismus.
Die gerade in der römisch-katholischen Kirche häufigen Spötter und Zyniker fragten oft, ob er Christ geblieben sei oder ganz zum Buddhisten wurde.
In Bad Schönbrunn wurde das klassische, buddhistische Zen gelehrt und geübt, wie es in Japan im 20. Jahrhundert die letzte Blüte erlebte.
Brantschen, der tief in die Wurzeln des Zen eindrang, wurde sogar zum „Roshi“ ernannt, zum in Japan anerkannten Lehrer der dortigen Zen-Meister.
Wer das Lassalle-Haus besuchte, was ich mehrfach tat, dem fiel die Offenheit in tiefer Stille auf, wo viele geistige Impulse vermittelt wurden:
Zen und klassisches Yoga standen im Mittelpunkt, Exerzitien und Kontemplation standen auf dem „Speiseplan“.
Solange Nikolas Brantschens Kräfte dies erlaubten, hauchte er dem Haus die Seele ein. Sein durch Mark und Bein gehender liebevoller Blick auf die Menschen und die Menschheit liessen in Bad Schönbrunn eine Lebensschule entstehen, die erst erlosch, als er die Führung abgeben musste.
Heute 89-jährig, lebt er im Haus der Jesuiten in Zürich. Der Autor von „Als Christ Buddhist“ und vielen anderen Werken wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt.
Bad Schönbrunn, dessen Schicksal ungewiss ist, wäre 2029 hundertjährig geworden.
Es sollte nicht sein.
Der aus Niederuzwil SG stammende Jesuitenmönch Christian Rutishauser hat für einige Jahre den Mönch Nikolas Brantschen als Leiter von Bad Schönbrunn abgelöst. Er wäre imstande gewesen, das Lassalle-Haus zu retten.
Sein lebhafter Geist, der sich mehr der jüdisch-christlichen Tradition verpflichtet fühlt, hat einen längeren Aufenthalt in der kontemplativen Stille des Lassalle-Hauses verhindert.
Heute lehrt er an der Universität Luzern, was ihm am Herzen liegt. Wer die Tiefen der christlichen Religion erleben will, ist gut beraten, seine zum Teil öffentlichen Lesungen und Vorträge zu besuchen.
Zen und Yoga sind in der Schweiz heimisch geworden, aber meist kommerzieller gedacht und praktiziert als „die wahre Schule“ in Bad Schönbrunn es vermittelte. Es war einmal.
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christlich geprägte Gemeinschaften sind mir immer ganz leicht suspekt.
Laut Homepage bot das Lassalle Haus unter anderem Exerzitienforen an? Also ich weiss nicht.
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sollten Jesuiten Superstars, denen alles gelingt sein?
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Alles nur Hokus Pokus…
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Religion sollte wie die sexuelle Orientierung Privatsache sein.
Ausserdem ist Religion so wie ein weisser hetero Mann mit Kindern und ohne gefärbten Haare nicht mehr zeitgemäss.
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Kännsche the wayne? Wayne interessiert‘s?
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Die Jesuiten waren doch die Elite der Gegenreformation? Und nun das! Statt Lassalle nun also die Weihung von neuen Bischöfen des Pius Ordens. Und als nächstes dann wieder der Missbrauch von Kindern. Tja, die katholische Kirche: ein Irrenhaus seit Jahrhunderten.
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Es scheint weiter zu gehen. Einfach anders. Hotellerie- und Gastrobetrieb werden eingestellt. Erneut hin Richtung Kernanliegen dieses Ordens. Ob ZEN, ob Jesuit, sicher nicht sanfte „es sind Alle soo lieb Kätzchen“. 😉
UND Eigentlich ist es unpräzise die Jesuiten als Mönche zu bezeichnen, ein Orden, wohl. Sie sind einzig dem Papst Verpflichtete und daher auch eigenartig, dass ein Jesuit Papst geworden zu sein scheint?
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gerade eben aus der katholischen Kirche ausgetreten. Hängt aber mit einem Kindheitstrauma zusammen.