Früher, als die Welt der Ärzte noch in Ordnung war (so vor 1985), war der Arztberuf eine Berufung mit ethischem Grundverständnis, hohem persönlichen Einsatz und bescheidenem Wohlstand.
Der Tüchtigste in einer Familie durfte Medizin studieren.
Heute ist der Arzt „Leistungserbringer“.
Die Krankenkassen spielten damals eine untergeordnete Rolle. Dies sollte sich aber ändern, denn die Kassen wollten am Kuchen partizipieren.
Da die Ärzte damals meist 60 und mehr Stunden pro Woche arbeiteten und wenig Zeit hatten, Geld auszugeben, brachten sie es auch zu einem bescheidenen Wohlstand.
Das durfte nicht sein: Irgendwann begann ein wüstes Ärzte-Bashing: Abzocker, Spitzenverdiener zu Lasten der Patienten, etc.
Die Kassen entwickelten einen extremen Einfallsreichtum: „Jeder zusätzliche Arzt verursacht zusätzliche Kosten.“
Dass diese These falsch war, wusste jeder. Trotzdem wurde sie mit gebetsmühlenartigem Fleiss weiter gepredigt.
Irgendwann wollten die Kassen nur noch mit wenigen Ärzten (vermutlich den billigeren) zusammenarbeiten und forderten die Aufhebung des Kontrahierungszwanges, was trotz intensiven Bemühungen zum Glück misslang.
Besseren Erfolg hatte man mit Wirtschaftlichkeitsverfahren, die gegen sehr viele Ärzte angestrengt wurden, aber nur bei sehr wenigen, wirtschaftlich schwarzen Schafen zu einer Verurteilung oder Rückzahlung führten.
Aber die Drohkulisse war perfekt, zumal das Prinzip der Beweislastumkehr herrschte: Nicht die Kassen mussten dem „Angeklagten“ eine Schuld vorwerfen, sondern im Gegensatz zu anderen Rechtsverfahren musste der „Angeklagte“, der Arzt, seine Unschuld beweisen.
1997 wurde durch die Ärzte die Schutzgemeinschaft für Ärzte (SGA) gegründet, bei der ich ab 1998 während 15 Jahren im Vorstand sein durfte. Somit konnte ich die Repressionsmechanismen gegen die Ärzte aus nächster Nähe beobachten.
Mit der Einführung der Tarife TARMED und später TARDOC wurden die Ärzte in Standard-Leistungssysteme gezwängt, die vielerorts den Arztberuf entmenschlichten. Ziel dieser Tarife war und ist es, für möglichst wenig Kosten möglichst viel Medizin zu erhalten (Stichwort Kostenneutralität).
Um alles im Griff zu behalten, wurden die Bürokratie, die Auskunftspflicht und die Dokumentation so stark ausgebaut, dass heute durchschnittlich 20 Prozent der ärztlichen Arbeitszeit im Sumpf der Administration verloren gehen.
Mit der Einführung von TARDOC wurde ein Tarif akzeptiert, der jederzeit ergänzt und verändert werden kann. Hier haben die standespolitischen Organisationen kläglich versagt. Kein normaler Mensch würde einen solchen Vertrag unterschreiben.
Und jetzt ist es geschehen. Man möchte den Ärzten eine Beschränkung der vergütbaren Arbeitszeit (1577 Taxpunkte) verordnen.
Wenn Sie nun wissen möchten, wie das möglich war, gibt KI umfangreich Auskunft, welche Politiker von welchen Kassen Vergütungen erhalten.
Würde diese unsinnige und in den Konsequenzen nicht geprüfte Massnahme eingeführt, so würde dies im Klartext heissen:
Massiv weniger Arztkonsultationen; lange Wartezeiten für Patienten; effiziente und hochfrequente Arztpraxen könnten aus den abrechenbaren Leistungen die Kosten nicht mehr decken; der Patient hat das Anrecht auf eine angemessene medizinische Grundversorgung verloren.
Was würde ich tun, wenn ich heute Arzt wäre?
Ich würde aus meiner Sicht:
Entweder aus der Kassenmedizin austreten und privat abrechnen oder nur noch mit einer Einheitskasse kontrahieren;
aus den Standesorganisationen austreten, da sie meine Interessen nicht vertreten können.
Was müsste die Politik tun? Grundsätzlich alle Fehler der Vergangenheit rückgängig machen, also: Numerus clausus aufheben, Mediziner ausbilden, Einheitskasse einführen, Bürokratie abbauen (zum Beispiel beim BAG, etc.).
Die Unterschiede sind – bis auf einen – relativ gering, weshalb ich die Bauern immer wieder gerne als Vorbild nehme. Beide sind bedeutende Wirtschaftszweige. Beide sorgen für unser Wohlergehen: Gesunde Nahrung, gesunde Medizin.
Bauern aber haben einen starken Verband und eine Lobby, Ärzte haben beides nicht.
Abschliessend wünsche ich den Politikern die nötige Vernunft, die Fehlentwicklung TARDOC zu annullieren, und den Ärzten die notwendige Kampfbereitschaft.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wäre ich Arzt, ich wäre so nicht bereit einen Politiker zu behandeln.
Eine Aerztegewerkschaft könnte ein Hilfe sein, die auch Streiks organisiert, indem mit den Kassen nicht mehr direkt abgerechnet wird.
Dem BAG die Zusammenarbeit verweigern
Ich habe Verwandte in der „Gesundheitsbrache“.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Endlich hat das Abzocken ein Ende!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ja, wenn man lieber die Büroangestellten und Mänätscher der Versicherung füttert und dafür eine schlechtere Gesundheitsversorgung will, kann man auf so eine Schnapseinstellung kommen.
Aber nur, bis man selber darauf angewiesen ist.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Der Staat bildet die Ärzte aus, der Staat begrenzt das Mengenwachstum via Numerus clausus und Zulassungsbewilligung, der Staat organisiert die Finanzierung via Krankenkassen und staatliche Zuschüsse usw. usf.
Sozialismus pur!
Ärzte und Landwirte profitieren von diesem sozialistischen System und leiden gleichzeitig je länger je mehr darunter. Der Weg in die Knechtschaft wird einigen offensichtlich erst jetzt offenbar.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ja, das ist ein sozialistisches System. Allerdings hätte man das schon bei der Einführung des KVG erkennen können.
Unterdessen ist es aber nicht „der Staat“, sondern die Kassen, die das System via Parlamentarier Heiri und Fritz im VR steuern.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
…und weil die Heiris und Fritz’s in Bundesbern von den Kassen gutes Bakshish kassieren, verbreiten sie das Mantra der Ärzte als Abzocker, garniert mit dem Patienten, despektierlich als „Konsument“ bezeichnet, als wohlstandsverwahrlostem Tablettenjunkie.
Dabei leisten wir uns 5 Dutzend Kassen mit ebenso vielen Verwaltungen, die alle dasselbe zu Wankelpreisen à la Börse anbieten und nebenbei gut Geld mit Schuldenbewirtschaftung verdienen.
Knebelgesetz KVG sei Dank.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Dazu kommen noch die sinnlosen Werbeprospekte und -Magazine, sowie die Schweinerei, dass mit unseren Prämiengeldern Spnsoring für Ferienplausch und Fitnessstudios betrieben wird.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Krankenkassen möchten das die Ärzte viel weniger als ein normaler Stadtangestellter verdient. Keine Privatpraxen, nur von Krankenkasse erlaubte und kontrollierte Ärzte. Und wieder wird ein Beruf kaputtgemacht. Dafür kassieren die CEO enorme Summen. Sanitas-Chef Andreas Schönenberger verdiente 2024 fast eine Million Franken.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Geht Hand in Hand mit der Zerstörung der IV..
Da beschliessen Heiri und Fritz in Bundesbern, psychische Defizite von Jungen iv-fähig zu machen und verbreiten gleichzeitig das Narrativ der sozialen Hängematte, in die sich Arbeitsfaule gerne legen würden.
Um so jeden Invaliden unter Generalverdacht zu stellen und weitere Mio für einen Schwall in Deutschland domizilierter „Experten“ zu verschleudern, die nur für ihre Pseudo-Expertisen kurz in die Schweiz fliegen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Seien Sie beruhigt: die Jagd auf die Ärzte und ihre Gehälter findet gerade in mehreren europäischen Ländern statt. Sie wurde synchron ausgelöst und daher ist sie als Ablenkungsmanöver zu deuten.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ich sehe keinen zwingenden Zusammenhang zwischen einer konzertierten Aktion in mehreren Ländern und einem Ablenkungsmanöver. Nicht einmal einen naheliegenden.
Im Ernst, wie kommt man zu einer derartigen Ableitung?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wir sollten dankbar für unser Gesundheitssystem sein.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ja, da freu ich mich schon lange drauf, dass die Aerzte privat abrechnen müssen. Wenn nicht mehr die Krankenkasse bezahlt. Sondern der Patient selber.
Zwangsläufig wird da Motivation zurück kehren, sich um das Patientenwohl zu kümmern statt sich scham- und skrupellos am hilflosen Kranken zu bereichern.
Demontage eines Berufsstandes.
Das haben die ganz selber geschafft.
Niemand hat da nachhelfen müssen.