Der Fall der MBaer Merchant Bank zieht immer weitere Kreise. Die USA nennen Dmitri Medwedew als Kunde der MBaer, die letzte Woche von der Finma zwangsliquidiert wurde.
Medwedew war Wladimir Putin als Präsident Russlands gefolgt, um nach einer Wahlzeit erneut dem starken Mann den Platz zuoberst im Kreml zu überlassen.
Die USA sprechen von Politically Exposed Persons, die als „Proxy“, also Statthalter, für den in der Schweiz sanktionierten Medwedew die Konten bei der MBaer gehalten haben sollen.
Ein Sprecher der MBaer reagierte nicht auf Fragen.

Bank-Gründer Mike Bär und sein langjähriger Partner Pal von Mérey sollen Medwedew und weitere heikle Kunden aus Russland, Iran und Venezuela zur MBaer gebracht haben.
Die Finma hatte Anfang Februar gegen sie, zwei weitere Bank-Verantwortliche und die MBaer selbst ein Enforcement verfügt.
Kaum lag dieses im Haus, legten Mike Bär, die Geschäftsleitung und der VR ein Veto beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie gewannen gegen die Finma, die von der Aufsicht verordnete Zwangs-Schliessung war abgewendet.
Dann kamen die Amerikaner ins Spiel. Sie drohten mit dem Rausschmiss der MBaer aus dem Dollar-Markt. Letzte Woche streckten die MBaer-Chefs darauf die Waffen.
Mike Bär verschwand, ohne sich von der Crew zu verabschieden. Er hatte seine Schäfchen bereits ins Trockene gebracht.
Als die Finma-Verfügung auf dem Tisch landete, transferierte er laut einem Insider einen Betrag weg von seinem Konto bei der MBaer hin zu einer anderen Bank.
Sein Sprecher wollte auch dazu keine Stellung nehmen.
Der Geld-Abzug war möglich, weil die MBaer-Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat der „Unternehmerbank“ diesen zuliess.
Jene Kunden hingegen, die nichts vom bevorstehenden Untergang wussten, müssen sich jetzt gedulden.
Ihre Konten sind seit Freitag gesperrt.
Unter den Aktionären sollen zahlreiche russische Oligarchen sein, sagt eine Quelle. Diese seien gleichzeitig wichtige Kunden der MBaer gewesen.
Die Finma habe jahrelang nichts gegen sie eingewendet.
„Hat die FINMA relevante Informationen zu qualifiziert Beteiligten Aktionären, prüft sie diese sorgfältig und leitet gegebenenfalls weitere Schritte ein“, antwortet darauf eine Sprecherin.
Die USA seien über bestehende Abmachungen ins Spiel gekommen. „Die Kontakte mit dem FinCEN basieren auf dem Finanzmarktaufsichtsgesetz und stützen sich auf ein zwischen den Behörden bestehendes bilaterales Memorandum of Understanding“.

Trau keinem über 50 (MBaer; IP)
Die entscheidende Figur im Drama ist ein Mann, dessen Name bisher nicht gross zu reden gab. Frank Grundler.
Es handelt sich um den Compliance-Chef der Bank. Als die Finma im Herbst 2024 ihr Enforcement gegen die MBaer startete, musste Grundler von Bord.
Selber sah er sich als Bauernopfer. Er würde die tatsächlich Verantwortlichen „mitreissen“, drohte er Mike Bär und Pal von Mérey.
Bär und seine Helfer versuchten darauf, Grundler für sich zu gewinnen. Sie liessen ihm seinen Lohn – er kassiert diesen bis heute.
Die Finma zeigte grosses Interesse an Grundler. „Er hat der Behörde alles ausgehändigt“, sagt ein Gesprächspartner. „Grundler war der Kronzeuge der Finma.“
Ende 2025 kündigte die Finma der MBaer und ihren Chefs an, dass sie neue Köpfe zuoberst wolle. Die bisherige Geschäftlsleitung habe statt die Risiken zu verkleinern gar neue geschaffen.
Mit noch mehr heiklen Russen-Geldern.
Es war der Beginn eines Showdowns, wie ihn der Schweizer Finanzplatz noch nie gesehen hat. Die MBaer-Spitze beauftragte einen Spitzenanwalt von Niederer Kraft Frey (NKF), der im eigenen VR sass, mit hartem Widerstand gegen die Behörde.
Kein Rücktritt, kein Kompromiss, kein Nachgeben. Venceremos.
Auf den Finma-Lizenzentzug von Februar waren die MBaer-Chefs vorbereitet. Sofort reichten sie superprovisorische Klage gegen die Verfügung der Aufsicht ein.
Das zuständige Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen gab den Bank-Verantwortlichen recht. In den Augen der Richter würde die Finma mit Kanonen auf Spatzen schiessen.
Das liess sich die Finma nicht zweimal sagen. Sie ladete nach, drückte ein zweites Mal ab. Wieder legte die Bank dringende Einsprache in der Gallus-Stadt ein, wieder gaben ihr die Unparteiischen recht.
Diesmal innert weniger Stunden, sagt eine Quelle.
Für die Berner Aufseher ein Debakel. Deren Plan B an die Adresse der Unterstellten lautete: Wir geben Euch die Chance, freiwillig aufzugeben.
Das war ganz nach dem Gusto der bedrängten MBaer-Chefs. Die wussten selbstverständlich auch, dass ihre Wagenburg nur für kurze Zeit Schonung versprach.
Es begann ein Feilschen um Worte für das offizielle Communiqué.
Im Lead; Die Zürcher Agentur IRF mit Sitz am Bellevue, über der legendären Kronenhalle. Der zuständige Partner, der auch als Sprecher der MBaer agierte, verfasste einen ersten Textvorschlag.
Von schweren Mängeln oder gar eigenem Versagen fand sich darin keine Spur. Das war dann der Finma wiederum zu wenig. Der Watchdog beharrte auf explizitem Eingeständnis von Fehlern.
Der Deal platzte. Da griff die Finma zum nuklearen Sprengsatz.
Sie setzte die US-Kavallerie in Marsch. Diese machte dem widerspenstigen Anführer Mike Bär und dessen MBaer-Offizieren mit einem einzigen, gezielten Schlag den Garaus.
Dass Bern die Amerikaner zum Abschuss der kleinen Bank bewegen konnte, hängt vielleicht mit der CS-Geschichte zusammen.
Vor 3 Jahren gehorchten die Schweizer Behörden der Aufforderung aus Übersee, das Problem mit der maroden Grossbank rasch zu lösen.
Man kennt sich, man hilft sich. Dann hat man auch immer noch etwas zu gut in der „Favour Bank“.
Der Gefallen, den die Schweiz den USA bei der CS gemacht hatte, ist allerdings ungleich grösser als jener von Uncle Sam im aktuellen Case namens MBaer. Nichts Neues im Westen.
Mbaer hat nichts ausgelassen 🤣👍
den gesamten Sektor scheint langsam die Luft auszugehen. USA dein Freund und Helfer ( lol) … Rettet euer hart verdientes Geld indem ihr Gold und Silber kauft.
Bei den Privatebankern ist der Bonustrieb genbedingt. Wie ist die edle Bär-Dynastie so mächtig geworden?
Hoffe für die Mbaer, dass sie nie ins Ausland reisen. Stichwort: Auslieferung an die USA & US Gefängnisse.
Der kann in jedem Fall nach Israel und einen amerikanischen Pass hat er auch😉
Leider erläutert der Artikel die Schlagzeile „Mike Bär zog Millionen ab.“ nicht. Was gibt es da noch zu berichten?
Klar zeiht der Mike Millionen ab. Dafür hat er ja die Bank gegründet. Dumm ist nicht gleich blöd.
Das mit den Auslandsreisen, ausser Russland und Venezuela, dürfte bald schwierig werden. Wobei beides schöne Länder sind. Und Iran ist im Moment nicht soooo wirklich interessant.
,,,,,wird aber interessant werden
Es gibt nur einen der für diesen Scherbenhaufen verantwortlich ist: MIKE BAER
Alle anderen sind dumme, naive Mitläufer
Wenn das alles stimmt, was hier steht, dann macht das fassungslos. Die MBaer hat dutzende von Youtube-Image-Filme gedreht und in diesen jeweils den einmaligen Geist, die Geschäftsphilosophie und den Unternehmergeist der Bank beschworen. Aber nie wurde es konkret. Das sind klassische Verdachtsmomente. Sobald nachgehakt wurde wie im CEO-Talk bei Martin Spieler, blieben die Aussagen erstaunlich flach, dünn und beliebig. Das ist fast immer so, wenn hinter der Fassade Giftmüll steckt.
MBaer – Finma 2:0
Ich kenne beruflich bedingt natürlich die Hintergründe, aber M, was mein Chef ist, hat gesagt, ich solle es nicht in die Öffentlichkeit bringen.
Schade.
…aha… und wieso kannst du dann nicht einfach den Latz halten?
„Sie ladete nach“
Kreative Wortschöpfung 🙂
Etwas hat die Finma noch nicht geschnallt: bei gröberen Problemen im Risikobereich (egal ob Credit, Compliance oder Operational) ist selten der CRO oder der Compliance Officer der Ursprung, sondern die gierigen Chefs oder Eigentümer der Bank. Die Finma schaut eigentlich immer am falschen Ort hin und ist deshalb oft behind the curve. Zu viel Formalismus und Bürokratie, anstatt realistische Risk Assessments an den kritischen Hebeln (Incentives, Führungskultur, Business Modell).
@ Barth
Es gibt keine Zufälle.
Ewig locken russische Gelder. Eine Schande, dass immer erst durch die Amis richtig gehandelt wird. Wann wird die Finma endlich konsequent tun, was sie zu tun hätte?
Das interessiert doch jetzt keinen Menschen mehr. Die Bank ist Toast und damit können wir die Berichterstattung abschliessen.
Ich suche noch eine Praktikumsstelle bei den Bären, da bald ausgesteuert!
Wer kann helfen?
Findet dein Eingliederungsberater nichts?
Interessanter Artikel, gute Infos. Danke, LH.
Mit dieser Führungscrew war das absehbar.
Die haben wieder mal die Amis/DOJ unterschätzt und sich selbst überschätzt.
Analog wie bei Wegelin.
Da nützen auch Staranwälte nichts.
Ich staune einmal mehr wegen unserem Bundesverwaltungsgericht. Die bewegen sich in der reinen juristischen Le(h)ere, und schützen m.E. oftmals die Falschen. Siehe auch die AT1-Anleihen bei der CS. Nach Aussen macht die Schweiz hier einmal mehr keine gute Falle.