Leicht erstaunt las ich den Beitrag, dass der ehemalige Armeechef Thomas Süssli in den Verwaltungsrat der Mobiliar eintritt.
Dabei stellte sich mir grundsätzlich die Frage, wie wird man eigentlich Verwaltungsrat und was sind die Qualifikationen die man haben muss um als Kandidat in Frage zu kommen.
Es erinnerte mich an ein E-Mail das ich vor einiger Zeit von einem Headhunter erhielt. Unter anderem enthielt es folgende Passage:
„Die Firma XXX hat sich dazu entschieden, ihren Verwaltungsrat mit einer externen Person zu verstärken, die mit einem relevanten Netzwerk und Zugang zu institutionellen Anlegern, Family Offices und wohlhabenden Privatpersonen der Unternehmung mithelfen kann, das Kundenportfolio zu vergrössern.“
„Gesucht wird somit eine Persönlichkeit, welche die Unternehmung explizit auf strategischer Ebene mit Kontakten, Netzwerken und Tür-öffnen unterstützen kann.“
Im Vordergrund stand hier die Kundenakquisition.
Das Schweizerische Obligationenrecht macht zum Schutz der Gläubiger und Aktionäre grundlegende Vorgaben zur Qualifikation eines Verwaltungsrats.
Neben formalen Kriterien (Art. 707 OR) stehen dabei die Vertretungsfähigkeit, der Wohnsitz sowie die persönliche Eignung und die fachlichen Sorgfaltspflichten (Art. 717 OR) im Vordergrund.
Das OR legt keine spezifischen Diplome oder Ausbildungen gesetzlich fest. Von einem Verwaltungsrat wird jedoch erwartet, dass er die branchenüblichen Kenntnisse für die Unternehmensführung mitbringt.
Kundenakquisition gehört definitiv nicht dazu. Ich lehnte das Angebot des Headhunters dankend ab.
Der Begriff „branchenübliche Kenntnisse“ wird im Allgemeinen sehr locker interpretiert. Wenn man eine Führungsposition und entsprechende Beziehungen nachweisen kann ist dies meist ausreichend.
Im Geschäftsbericht der Mobiliar fällt auf, dass neben dem ehemaligen Armeechef ein „Profi-Verwaltungsrat“ auf der Liste der Verwaltungsräte fungiert.
Beruf: Profi-Verwaltungsrat?! Kenntnisse der Versicherungsbranche? In beiden Fällen mehr als zweifelhaft.
Das Harvard Law School Forum on Corporate Governance macht es klar:
„Of all requisite competencies, industry expertise is perhaps the most important attribute for board members“.
Warren Buffett sagt es noch deutlicher in seinem 2003-Brief an seine Aktionäre:
„Many people who are smart, articulate and admired have no real understanding of the business. That“s no sin; they may shine elsewhere. But they don“t belong on corporate boards.“
Da haben wir es.
Leider ist es so, dass in vielen Schweizer Unternehmen die Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte oft mit Leuten besetzt sind die dank ihrer gesellschaftlichen Stellung, Beziehungen und viel heisser Luft in diese Positionen gewählt wurden.
Man erinnere sich auch an Tidjane Thiam, dem CEO der gescheiterten Credit Suisse, der vor seiner Ernennung nie in einer Bank gearbeitet hatte.
Fazit: Investoren und Aktionäre in solchen Unternehmen sollten vermehrt auf die Zusammensetzung der obersten Gremien achten.
Vielleicht wäre es auch an der Zeit an den Aktionärsversammlungen mehr kritische Fragen zur Qualifikation der Geschäftsleitung und Verwaltungsratsmitglieder zu stellen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Als VR braucht es eine guten Namen. Fachkenntnisse überflüssig.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Branchen Fremde sind die idealen Verwaltungsräte. Diese Schnurren nicht die ganze Zeit rein, da sie keine relevante Ahnung haben.
In den Verwaltungsrat muss man dann, wenn man vom Unternehmen keine Ahnung hat, die Aktionäre es aber dennoch als sinnvoll erachten, diese Person irgendwie zu beschäftigen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
deine Selbsterkenntnisse sind unschlagbar, Paffner!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Neben Thiam, der zumindest eine Versicherungsgesellschaft sanierte, konnte Rohner überhaupt nichts vorweisen. Selbst in seinem Kerngeschäft als Jurist war er bei der CS überfordert. Als VR und VR-Präsident sowieso.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wer genau hat saniert ?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Sie meinen wohl die Prudential? Nun, er war erfolgreich, aber saniert? Antonio Horta-Osorio sanierte die Lloyds Banking Group. Aber bei der CS war er eine komplette Nuss.
Kaum hatte er sich auf dem CS-Stuhl hingesetzt, kaufte er für 77 Milliönchen ein Jet. Danach hatte er kein Interesse mehr für seine Bank. Er düste in der Corona-Zeit nach den Malediven usw. Kunststück musste er kurz darauf seinen unbenutzten Stuhl weitergeben.
In der Wohlstandsverdummung heisst es schon wieder – wir brauchen Fachkräfte. Welche, für die Sozial- und Asylindustrie?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Früher waren Reiten, Golfen und grosse Autos fahren die Beschäftigungen für gewisse Kreise. Heute sind es VR-Mandate und Politik. Hauptsache, man bleibt unter sich.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Nicht zu vergessen, Offizier bei der Artillerie
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Verwaltungungsraete bei der Swissair haben jedenfalls völlig und gründlich versagt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Das Bezirks-Gericht Bülach aber auch.
Obwohl das Loch von 6 Milliarden CHF von heute auf morgen entstanden sein soll, hat das Bezirks-Bericht Bülach behauptet, die Buchhaltung sei sauber geführt worden.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die waren wie üblich in solchen Gremien mehr über Wolken.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Erinnert sich noch jemand an die untergegangene Swiss Air ✈️? Im Verwaltungsrat hatte NIEMAND eine Ahnung vom Fluggeschäft.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Hoch-bezahlte dazu mit First-Class Gratis-Tickets für die Familie. Wer denn motzt sich da auf? VP und VR Korruption!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Bei der CS waren die Boni Milliarden höher als die Milliarden für die Dividende. Ein Selbstbedienungsladen so dergleichen. Unglaublich dieser Verwaltungsrat.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Am Schluss entscheiden einzig und alleine die Eigentümer, so what?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In defense of VR à la CH
Man tut gut daran, den Unterschied zwischen dem angloamerikanischen Boardsystem und der rheinischschweizerischen Oberleitungsphilosophie zu beachten.
Sonst entsteht nur unnötige Verwirrung.
Wer in der Schweiz „forstmoserisiert“ wurde, dem läuft wegen der Kundenakquise das Grauen den Rücken runter.
Bei den Amis hingegen leuchten die Äuglein auf.
This time is different. We are not Free to choose.
Eines der grössten Probleme sind die sehr langen Amtszeiten. Ein VR verliert nach spätestens 10 Jahren seine Unabhängigkeit.
Ein weiteres Problem ist die Geschäftsleitung, die bei der Wahl mitmischt. Auch das verunmöglicht Unabhängigkeit.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Und manchmal mischt die GL auch bei der Nichtwiederwahl mit, weil ein VR zu kompetent und unbequem (geworden) ist. Und der VR-Präsident gibt diesem Druck aus welchen Gründen auch immer
nach.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
@Christoph Michel
🎯👏
Excellent article. Thank you very much.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Schöne Bescherung. Da wurde neulich der VR einer innerschweizer Wäschefirma mit 2 Dynastiedamen ergänzt. Die eine aus der Textilwelt die andere aus dem Detailhandel. Ausgewählt vom bisherigen VRP ein paar Stunden vor seinem Abgang …
Oder wer schon nicht so recht wusste wie Outdoor-Sport in Seon geht, darf dann oben am Bodensee mithelfen „Haare zu waschen“. Und vor all den „von Amtes wegen V-Räte“ in den staatsnahen Betrieben drücken wir heute beiden Augen zu.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Es handelt sich um den VR für die Genossenschaft, bei welcher es um die Öffentlichkeitsarbeit etc. geht. Hat nichts mit dem Versicherungsbusiness, der strategischen Ausrichtung etc. zu tun! Zum Glück.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Beim Stromversorger der Stadt Sion, 100% im Besitz der Stadt, fungiert der Stadtrat auch als Verwaltungsrat und Sponsor für den FCS
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
In der Schweiz wird man Verwaltungs-Rat, wenn man die entsprechenden Kontakte hat.
Etwas wissen und/oder können, muss man nicht.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Da das hier eigentlich ein Finanzindustrie-Blog ist: bei Banken und Versicherungen kann man den Beitrag und vorallem viele Kommentare vergessen. Ausser bei Wald-, Wiesen und Raiffeisenbanken vielleicht, läuft es professionell.Die Finma hat den Finger mehr drauf, als es angebracht wäre. Und nutzt die Gewährsprüfung für alle möglichen Manöver. Umso befremdlicher war die Behandlung der CS, wo man über Jahre gesehen hat, wie dysfunktional der VR war. Weil die Finma dort versagt hat (aber nie zugegeben), kippt sie jetzt in das andere Extrem.
Dort ist es in das andere Extrem gekippt. Vielen Banken würden einige gestandene, erfolgreiche KMU-Unternehmer sehr gut tun. Die Finma könnte ja einfach einen Kurs anbieten lassen, damit sich die Leute nach Amtsantritt aufqualifizieren können.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Interessante Aussage: „Vielleicht wäre es auch an der Zeit an den Aktionärsversammlungen mehr kritische Fragen zur Qualifikation der Geschäftsleitung und Verwaltungsratsmitglieder zu stellen.“
Könnte gut möglich sein, dass Pfeifen die Aktionärsversammlungen mit ihren schönen Tönen in eine Stimmung der mentalen Glückseligkeit verzaubern können und so werden nur noch Pfeifen auserwählt einen Konzern leiten und kontrollieren zu können und so bleibt der Ohrgnuss erhalten.
Gunther Kropp, Basel
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Bei Kleinbanken redet auch die FINMA ein Wörtchen mit!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Warren Buffett hat recht: es war noch nie eine Sünde, ein Idiot zu sein. Man muss nur genügend anderen folgen. In der Schweiz ein Kinderspiel!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Zum Thema Seilschaften innerhalb Verwaltungsräte/Wirtschafts-/Finanzinstitutionen (Swissair, Credit Suisse, Migros usw) gibt es das Buch von Arthur Ruthishauer ‚Migros am Abgrund‘ Helvetia Verlag Bern, 2025.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Es geht um Ego und Machtspiele. Das scheint interessant zu sein. Siehe Grün/Weiss SG.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ich kenne jemanden, der jemanden kennt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ich kenne jemanden, der jemanden kennt der VR geworden ist aber nicht weiss was es bedeutet.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Korruption ist im Westen verboten. Sie wird vereinfacht als der Austausch einer Einflussnahme gegen eine Vergütung definiert.
Liegen die Einflussnahme mit der Vergütung zeitlich auseinander ist der Vorwurf des Austausches abgewehrt, eine Korruption findet nicht statt.
In der Praxis: verkauft ein Politiker seinen Einfluss zugunsten eines Anbieters wird er nicht sofort bezahlt, das wäre Korruption.
Stattdessen landet er später in dem Verwaltungsrat des Schmierers und kassiert sein Schmiergeld legal.
Capisce ?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
So ist es. Die VR-Gremien koppeln sich immmer weiter vom Business ab und beschränken sich auf administrative, rechtliche oder Governance Themen. Hauptsache der Gendermix stimmt, alle cool und trendy aber keine Ahnung vom Business … eigentlich müsste doch die Strategie für eine profitable, erfolgreiche Unternehmung Top Down kommen mit ausgewiesenen Industrieexperten im VR, welche die Märkte kennen? Ein bisschen Compliance und ESG reichen nicht, um im heutigen knallharten Konkurrenzkampf zu überleben! Liebe Head Hunter, sucht doch einfach kompetente Profile statt Militärgschpänli etc.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ex-Armeechef Süssli hat ganz sicher mindestens branchenübliche Kenntnisse vom Versicherungswesen. Kein Zweifel. Wenn aber doch nicht, so heisst man ihn schweigen, denn alle anderen VR haben diese Kenntnisse in höchstem Masse. Die Mobiliar ist gerettet. Ironie off.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
geschweige von Schlander CEO und sein verdienst MB an die Wand zu fahren und daraufhin eine Abfimdung einer Mio zu bekommen für seine verlogenen Auftritte an der GV … In China hätte man solche …, ihr wisst schon …
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Und was ist mit der Qualifikation für „Autoren“ hier bei IP?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Aktionnaire haben in der Praxis nichts zu sagen und keiner macht das Maul auf !
Meistens die VR auch nicht, siehe der Fall CS.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Kreti und Pleti kann VR werden.
Grundschulabschluss mit CoiffeurLehre und sie wird VR-P des eigenen Salons.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Laut OR obliegt dem Verwaltungsrat die Geschäftsführung. Nur, Führen ist nicht gleich Verwalten. Die Verwaltung kennt jeder aus der Immobilienbranche. Das Sagen hat aber der Immobilieneigentümer, der jederzeit intervenieren kann. Das Pendant dazu wären bei einer AG die Aktionäre. Diese sind aber nicht in die laufenden Geschäfte involviert und müssen an der GV glauben, was ihnen der VR auftischt. In einer Verwaltung arbeiten Fachkräfte, wo hingegen in einem Verwaltungsrat häufig branchenunkundige Sitzungsgeldbezüger sitzen. Voila.