Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keinen singulären, grossen Kostentreiber, es gibt keine einzige grosse Misswirtschaft, die zu den katastrophalen Gesundheitskosten in Form von exorbitant hohen Krankenkassenprämien führen.
Es ist vielmehr die Summe vieler Themenbereiche, die überall ausgemacht werden können:
Bei den Ärzten, allen voran den Spezialisten, bei den Krankenkassen, bei den Spitälern, bei den Kantonen, bei den Behörden im Allgemeinen und (ganz wichtig) vor allem bei den Patienten selbst.
Doch von vorne: Ich habe kürzlich den Beitrag von Prof. Dr. med. Nicolas Diehm in der „Weltwoche“ gelesen. Und erlaube mir, diese Aussagen zum Beginn für meinen Beitrag zu nehmen.
Professor Diehm nimmt vehement Stellung für die nach seiner Auffassung verunglimpfte Ärzteschaft.
So spricht er beispielsweise von einer „Neidkultur“ der Schweizer gegenüber den Gehältern der Ärzte, insbesondere der Spezialisten. (Die Debatte um die Gehälter der Kardiologen ist gerade ist hochaktuell.)
Das stimmt meiner Ansicht nach nicht, lässt sich doch vielmehr ein anderes Phänomen feststellen. Der Schweizer empört sich bei allen Gehältern, die nach seiner Ansicht in einem gewissen Kontext stehen und sehr (zu) hoch sind.
Ich erinnere dabei beispielsweise an Daniel Vasellas 72 Millionen Abgangsentschädigung bei Novartis, die die Abzockerinitiative beflügelt hat.
Ich erinnere an fast jeden CEO einer Grossbank, der wegen seines Gehalts immer wieder in der Kritik stand – und steht.
Es gibt da nur einen grossen Unterscheid: das Betroffenheitsprinzip. Es tangiert mich überhaupt nicht, wenn der UBS-Chef 2025 14,9 Millionen Franken verdient hat.
Sein Gehalt kann mir egal sein, ich habe keine Konti bei der UBS, und meine Steuern dienen auch nicht (mehr) dazu, die UBS zu stützen, sie ist längst rentabel und weist satte Gewinne aus.
Wenn ich aber Krankenkassenprämien zahle, dass mir das Liegen weh tut, dann bin ich ein Direktbetroffener, und der (vermeintliche) Grund sind die hohen Ärztegehälter – so die landläufige Meinung.
Diesen psychologischen Fixpunkt und gedanklichen Schulterschluss scheint Nicolas Diehm nicht erkannt zu haben.
Weiter meint er, dass Ärzte durch ein langes Studium viele Jahre in ihre Karriere investieren, so dass es nicht mehr als recht sei, wenn sie dann später auch gut verdienen würden.
Dazu gibt es zu sagen, dass viele Studenten Stipendien (die von der Allgemeinheit getragen werden) bekommen. Richtig hingegen ist, dass ein Medizinstudium mit einer Regelstudienzeit von 12 Semestern zu einem der längsten Studiengänge gehört.
Allerdings gibt es einige andere Studiengänge, die nicht viel weniger lange dauern und nur einen Bruchteil des Gehaltes eines Arztes einbringen.
Dazu gibt es nüchtern zu sagen, dass ja eigentlich jeder, der das nötige Rüstzeug zum Arzt mitbringt, dieses Studium machen kann – es ist nicht einer exklusiven Elite vorenthalten.
Daher ist die Aufregung meines Erachtens völlig deplatziert. Weiter hat mich seine Aussage gestört, dass ein Arzt arbeite, während „andere mit ihren Familien unter dem Weihnachtsbaum“ sitzen würden.
Nun, da hat Diehm wohl den Kontakt zur Basis verloren. Hunderttausende Arbeitnehmer arbeiten zu diesen Zeiten. Polizisten, Handwerker im Bereitschaftsdienst, Busfahrer, Krankenschwestern, Flughafenangestellte, Flight Attendants und viele, viele mehr.
Was sie verdienen? Einen Bruchteil eines Arztgehaltes. Es ist wenig demütig, alle diese wichtigen Berufsleute, die einen so entscheidenden Dienst an der Allgemeinheit erbringen und dies auch beispielsweise an Weihnachten, nicht zu würdigen.
„Spitzenleistungen entstehen nicht zuletzt dank guten Rahmenbedingungen.“ Da gebe ich Diehm recht. Nur – was sind „gute Rahmenbedingungen“?
Ich gebe zu (als medizinisch nicht versierter Bürger kann ich das ja nicht abschliessend beurteilen), dass die Medizin essenzielle Fortschritte gemacht hat. Und damit das durchschnittliche Lebensalter und das Wohlbefinden der Menschen gesteigert hat.
Das ist anerkennenswert und hat durchaus seinen Preis. Doch welchen Preis? Viele Manager (nicht nur im Gesundheitssystem) argumentieren, dass sie gute Leute nicht bekommen würden, wenn sie nicht auch Spitzengehälter zahlen würden.
Das mag sein, ist aber im Grundsatz falsch gedacht. Der Gedankengang geht von einem Arbeitnehmer-Markt aus und nicht von einem Arbeitgeber-Markt.
Würde es einen homogenen Arbeitgebermarkt geben, wären die Spitzengehälter gedeckelt, dann könnte der Spitzenmanager oder Spitzenmediziner sich die bestbezahlten Rosinen gar nicht herauspicken.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will nicht zurück in wurmstichige Kolchose-Zeiten. Aber ich bin ein unbedingter Fan davon, dass sich die Gehälter (nicht nur bei den Ärzten übrigens) nicht in traumwandlerische Höhen bewegen.
Die „Nebenwirkungen“ davon (Neid haben wir schon angesprochen) sind volkswirtschaftlich ein entschiedenes Übel.
Als letztes, bevor ich die von Diehm vorgebrachten Punkte verlasse: „Ärzte tragen eine Verantwortung für Menschenleben. Sie haften persönlich.“
Nun denn, der Volksmund sagt, dass eine Krähe der anderen kein Auge auskratzt. Volkes Mund fusst meist in einer nicht erfundenen Tatsache.
Ich gebe zu, dass Ärzte wohl eine sehr hohe moralische Verantwortung tragen. Wenn ein Patient auf dem Operationstisch stirbt, dann möchte ich nicht in die Träume des operierenden Arztes sehen, die er danach hat.
Doch formal gesehen, kann nicht viel passieren. Wenn, sagen wir mal, ein Chirurg einem Patienten das falsche Bein amputiert, dann ist das ein „Fehler an Leib und Leben“, ergo schwere Körperverletzung.
Und wird genau gleich geahndet, wie wenn ich als (Auto-)Unfallverursacher einen Menschen anfahre, dem dann ein Bein amputiert werden muss. Der Arzt verliert seine Bewilligung nicht.
Ich erinnere an die Debatte um den Herzchirurgen Francesco Maisano, der am Unispital Zürich in leitender Funktion (also mit sehr viel Verantwortung) arbeitete.
Der aktuelle Stand zum Arzt, der ein selbsterfundenes Herzimplantat einsetzte (mit der Folge von „ungewöhnlich vielen Todesfällen“), ist folgender:
„Nun reagierte die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft per Medienmitteilung. Sprecher Erich Wenzinger: ‚Gemäss heutiger Mitteilung hat der Spitalrat entschieden, bei elf von der Kommission überprüften Todesfällen sowie 13 Einsätzen von Medizinprodukten Anzeige oder Meldung bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten’“
„’In drei dieser Fälle waren im März 2026 wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige (schwere) Körperverletzung sowie Urkundenfälschung Anzeigen eingereicht worden.'“
Und Maisano selbst: Er operiert munter und unbehelligt in Italien weiter an Herzen von Patienten.
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Markus Presta:
„Es gibt keinen singulären, grossen Kostentreiber, es gibt keine einzige grosse Misswirtschaft, die zu den katastrophalen Gesundheitskosten in Form von exorbitant hohen Krankenkassenprämien führen.“
doch.
Es ist das Monopol der Sippe die Kranken zu heilen. Konkurrenz wird von den weissen Kitteln nicht geduldet, der Kunde darf keinesfalls die Behandlung wählen. Auch die Medikamente müssen allesamt registriert werden, als ob die Registrierung der Vorsatz der Heilung wäre …
Die Kosten des Gesundwerdens explodieren weil die freie Marktwirtschaft ausser kraft gesetzt wurde.
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Die Gesundheitsindustrie ist die einzige Branche welche sich die Aufträge selber erteilen kann. Ob Patient oder Dökti. Daran krankt es. Gegenmittel wäre eine heftige Franchise für jedermann von mind. 5’000.- Stutz im Jahr.
Jede Wette der Grossteil der Gesellschaft wäre schlagartig gesünder.
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Was tun die Armen in ihrer Welt?
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Wenn ich jeweils meine KK Prämie überweise, denke ich immer, „was bekomme ich eigentlich dafür“. Wenn ich gesund bin, nichts, rien, nada. Einen grösseren Anreiz um krank zu sein gibt es meiner Meinung nach gar nicht. Was hat man sonst von dieser Prämie. Ist wie Vereins-Lotto spielen wo man garantiert immer nur Trostpreise zieht.
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Lustig ist der sogenannte Leistungskatalog in der Grundversicherung. Wie beim Otto-Versand, nebst Ernstem ist es eine Auflistung wie ein Wunschbüchlein zu X-Mas. Und dann kommt die grosse Frage hinterher: so teuer??
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Ja gut, das Bild des Arztes, der 24 Stunden, 7 Tage für seine Patienten erreichbar ist, dürfte definitiv der Vergangenheit angehören. Bei diesem Bild sehr hohe Entschädigungen ist eines, aber bei der jungen Ärztinnenschaft, die Teilzeit und geregelt arbeiten will und ja nicht zu Unzeiten geht dieser teils absurd hohe Lohn m.E. nicht mehr. Und wenn Ärzte sich über tiefe Löhne beklagen heisst das i.d.R. ~250K+ ausser vielleicht Kinderärzte. Komplett ohne Risiko.
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Der Grund für die hohen Prämien sind nicht die Leistungserbringer, sondern die -nachfrager. Leute, die Alk u.a. Drogen konsumieren, rauchen, sich vollfressen, sich kaum bewegen, dies bei einer lächerlich tiefen Minimalfranchise. Darüber hinaus wird oft noch steuerfinanzierte Prämienverbilligung bezogen. Kurz: fehlende Anreize für Eigenverantwortung. Wer die max. Franchise von 2500 wählt, dazu kommt der Selbstbehalt von 700 = Fr. 3200 PLUS PRÄMIE, wird jährlich durch stärkere Anstiege (bei mir nächstes Jahr +9%) bestraft als die Versicherten mit Minimalfranchise. Das BAG lügt.
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In der Schweiz kostet ein Medizinstudium mehr als 600`000.- Franken. Da ein Studium bei uns fast gratis ist, muss das der Normalarbeiter bezahlen.
Wenn dann ein derartig teures Studium abgeschlossen wird, und man nur 20 oder 30 % arbeitet, stimmt etwas gewaltig nicht. Kommt dazu, dass heute mehr als die Hälfte aller Medizinstudenten Frauen sind.
Mit dem Numerus Clausus sind die Studienplätze beschränkt. Es ist nicht ganz in Ordnung, wenn Leute, die nur so wenig arbeiten, andern die 100% arbeiten würden, den Studienplatz wegnehmen.
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Wenn die Frauen nicht wären (im Studium ca. 70%) würde es gar niemand mehr machen. Und dann? Leute aus dem Kongo holen?
Davon abgesehen arbeiten diese auch mit kleinen Kindern durchaus 50-60 %.
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Sie sagen also, 70 % der begrenzten Studienplätze sind durch Frauen belegt.
Vielleicht sollte man auch hier die Gleichberechtigung einführen, also 50%. Vermutlich würden Männer eher 100 % arbeiten.
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Das Gesundheitssystem ist ein Selbstbedienungsladen. Viele versuchen möglichst viel rauszuholen.
Und diejenigen, die alles verbessern sollen, verdienen selber am System. Wie ein Alkoholiker, der den Weinkeller verwaltet.
Es muss neu aufgegleist werden. Eine neue Anreizkultur. Wer gesund lebt, soll belohnt werden.
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Genau, das System ist so gebaut, dass kein Entscheidungsträger einen Anreiz hat, dass die Kosten senken.
Bei hohen Löhnen von einzelnen Ärzten und CEOs von Spitälern und Krankenkassen ist zu bedenken, dass diese das gesamte Lohnniveau erhöhen. Würden sie weniger verdienen, würden viele Löhne in der ganzen Organisation sinken, da sie relativ gesehen in der Organisation immer noch gleich viel verdienen wollen.
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Apotheken kriegen seit Anfangs Jahr rund 70 Stutz für den Aufkleber und ein paar Worte zum Medikament . Das System ist zudem komplett mit Nachfrage aus dem Asyl, Migranten und Flüchtlingsektor ausgelastet. Geht ein Einheimischer 1x zum Arzt so sind es bei den Fremden 14x …
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Seit so viele nicht mehr an Gott glauben, haben sie solche Angst vor dem Sterben und dem Tod, dass sie alles tun um es noch einen Tag hinauszuschieben. Und bei den tiefen Franchisen können sie sich die teuersten Behandlungen für 300 Franken leisten. Punkt zwei sind die vielen Psychisch geschädigten. Auch hier wenn sie es selber bezahlen müssten, würden sie nach 4 Sitzungen aussteigen und das Gelernte umsetzen. Aber für 300 Franken Franchise wird eine wöchentliche Behandlung für den Rest des Lebens draus. Franchisen für alle erhöhen, dann hört das alles auf.
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Gibt es persönliche Gründe auf den Kranken rum zu trampeln?
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Man sollte unbedingt aus der Krankenkasse austreten können, so wie es bis 1996 war. Man heilt dann was man bezahlen kann. Und sonst wars das halt etwas früher als gedacht. Spoileralarm: Wir werden alle sterben. Jeder! Wer will, kann sich Vollkasko versichern, aber man muss es nicht mehr. Wie das bei anderen Versicherungen ja auch ist.
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Für einen Millionär sind die 500 Franken Monatsprämie ein Klacks. Entsprechend einem Nachtessen. Für den Büezer mit Familie ist es unglaublich viel Geld, das er kaum zusammenbringt. Das ist völlig unfair. Krankenkassenprämie nach Steuererklärung bemessen ist die Lösung. Dann können alle Büezer aufatmen, und für die Reichen ist es immer noch gut zahlbar. Wir hätten das beste Krankenwesen der Welt. Aber die heutige Zwangsversicherung mit jährlich steigenden Prämien ist ein Irrsinn.
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Kopfsteuern nehmen nun mal ganz ihrem Sinn nach keinerlei Rücksicht auf die sozialen Umstände. Deshalb sind diese bei Reichen auch so beliebt
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Dem Büezer werden doch die KK Prämien subventioniert. Die Belastung ist also gar nicht so hoch.
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Die KK Prämien sind eine Kopfsteuer die per se kein soziales Gewissen haben. Nur deshalb werden hier im Land die Armen geplagt so das die Reichen in Ruhe schlafen können. Immer hübsch ist Finanzierung von Service Public et al nach ökonomischer Leistungsfähigkeit so wie das unsere Vorfahren bestens wussten.
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Es ist zu ergänzen, dass ein Lohndeckel bei den Löhnen von Chefärzten und CEOs von Spitälern und Krankenkassen viel mehr bringen würde als immer gesagt wird.
Wenn die obersten der Organisation weniger verdienen, werden praktisch alle hohen Löhne in der Organisation sinken. Schliesslich will der CEO ja immer noch mehr verdienen als die anderen in der Geschäftsleitung und auch diese wollen weiterhin mehr verdienen als ihre Unterstellten.
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Ein Kuchen wird immer aufgeteilt, egal wie gross er ist. Und er wächst jedes Jahr um fünf Prozent. Garantiert, denn der Versicherte hat nichts dazu zu sagen. Das Obligatorium muss fallen. Danach bestimmen die Versicherten wieder selbst, wie viel Kuchen verteilt wird.
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Warum wird nirgends offengelegt, wieviel uns die Versorgung der Asylbewerber im Gesundheitswesen kostet und wie gross dieser Impact ist?