Über 5’000 Klicks erhielt Klaus Stöhlker am 16. August auf IP, und fast 100 Kommentare, mehrheitlich negative.
Stöhlker lobte NZZ-Chefredaktor Eric Gujer dafür, dass dieser in „zehn Jahren aus der ‚Alten Tante‘ gegen alle Widerstände wieder eine flotte ‚Dame von Welt‘ gemacht habe, die nicht nur in der Schweiz, sondern von Berlin bis Wien eine neue, starke Anhängerschaft gewonnen“ habe.
Da liegt Stöhlker fast ganz richtig. Gujer ist auf Grund seines Studiums und seiner langjährigen journalistischen Tätigkeit in Deutschland (DDR und Bundesrepublik), Russland und Jerusalem ein Experte erster Ordnung für das internationale Geschehen, insbesondere auch für das, was in und um die Ukraine passiert.
Spitzenwerte bei Qualität und Vertrauen erhält die NZZ gemäss dem „Jahrbuch Qualität der Medien 2025“ des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich für die Bereiche Schweiz und Deutschland.
Bereits im Februar 2015, noch vor seiner Zeit als Chefredaktor, schrieb Gujer in der NZZ unter dem Titel „Waffenhilfe ist überfällig“: „Westliche Militärhilfe für die ukrainischen Streitkräfte ist jedoch nötig, um Moskau zu ernsthaften Friedensverhandlungen zu bewegen“.
Damit fand Gujer in Deutschland, das in der Mutti-Merkel’schen Harmonieblase lebte, kein Gehör. Es lässt sich heute trefflich darüber streiten, wie sich die Geschichte entwickelt hätte, wäre Europa dem Rat des Russlandkenners und Putinverstehers Gujer gefolgt.
Vieles spricht dafür, dass sich Europa und insbesondere die Bundesrepublik in einer politisch und strategisch weniger kritischen Lage befinden würden.
Aber das ist Schnee von gestern, geschmolzen.
Am 15. August 2026 hat Chefredaktor Gujer im NZZ-Leitartikel den „ersten militärischen Angriff eines Staates auf Deutschland seit 1945“ beschrieben. Eine Sprengstoffdrohne hatte auf dem Flugplatz Leipzig eine ukrainische Frachtmaschine getroffen, ohne dass die Drohne explodierte.
In der Online-Version der NZZ behauptet Gujer: „Moskau provoziert – zuletzt mit dem Anschlag am Flughafen Leipzig. Doch Europa scheut sich, Putin als Feind zu benennen.“
Gemäss Gujer war die Drohne bestückt mit Sprengstoff „wie ihn Geheimdienste verwenden“. „Eine DNA-Spur führt zu einem anderen Anschlag, den die Ermittler dem russischen Geheimdienst zuschreiben.“
Gujer schliesst daraus: „Nur Russland will den ukrainischen Nachschub unterbinden. Nur Russland hat ein Interesse, Deutschland von der Unterstützung der Ukraine abzubringen.“
Als Querdenker und ehemaliger Infanterist stelle ich mir die Frage: Warum ist die Drohne am ukrainischen Flugzeug nicht explodiert?
Das Einfachste an der komplexen Drohnenoperation ist doch die Zündung der Bombe. Das schafft mit Sicherheit jeder Schweizer Grenadier.
Wenn das „Versagen“ der Drohnenbombe kein Versagen war, sondern Teil des Plans, dann kommt als Urheber primär der ukrainische Geheimdienst in Frage. Mit der vorgespielten russischen Bedrohung würde Deutschland ins Lager der Russlandfeinde getrieben.
Das wäre ziemlich clever und im Sinne der Ukraine. Der russischsprachige Selenskyj ist als Sohn einer ukrainischen, intellektuellen Familie mit Bestimmtheit auch ziemlich clever, und seine militärischen Berater sind das auch.
Aber natürlich ist meine alternative Geschichte eine reine Erfindung, wenn auch eine eher plausible.
Damit komme ich zu meiner Aussage, dass Stöhlker nur „fast ganz richtig“ liegt: Ja, Gujer hat von Berlin bis Wien eine neue, starke Anhängerschaft gewonnen. Nein, in der Schweiz hat er das nicht.
Da hat er eine bedeutende Anhängerschaft verloren. Stöhlker beklagt denn auch, dass „viele im Land und an der Zürcher Goldküste nicht mehr einsehen wollen“, dass die NZZ Pflichtlektüre sein soll.
Der Kommentar auf IP zu Stöhlker’s Artikel mit der höchsten Zustimmung, rund 150 „Daumen rauf“, beginnt wie folgt: „Gujer hasst die SVP, weil sie nicht in die EU will“.
Diese Aussage ist ein Volltreffer. Man kann noch ergänzen: Gujer hasst auch Blocher, dem er in seinem Leitartikel „Geschichtsklitterung“ oder doch eher „die bewusste Legitimierung russischer Aggression“ vorwirft.
Gujer schliesst seinen Artikel über den „ersten militärischen Angriff eines Staates auf Deutschland seit 1945“ mit dem Aufruf an seine Leserschaft, „sich von einer Diktatur und ihren Claqueuren in AfD oder SVP nicht einschüchtern zu lassen“.
Gemäss SRG-Wahlbarometer vom Oktober 2025 liegen die steigenden Wahlchancen der „Claqueuren-Partei SVP“ mit über 30 Prozent gut doppelt so hoch wie für die FDP, deren Chancen sinken.
Ist die Meinung des Chefredaktors der FDP-nahen NZZ vielleicht nicht etwas gar arrogant?
Eine intellektuelle Überheblichkeit stelle ich bei Eric Gujer beim Thema Neutralität fest. Und um die Neutralitätsinitiative geht es Gujer im Moment wohl primär.
Seit der Rede des NZZ-Chefredaktors an der Generalversammlung der AG für die Neue Zürcher Zeitung von 2024 kennen wir die gujersche Definition der modernen Neutralität:
1. Keine Bündnisverpflichtungen, 2. Keine direkte Beteiligung an Kriegen. 3. Über tagespolitische Fragen entscheidet die Regierung gemäss Staatsräson. 4. „Die Schweiz bekennt sich zur westlichen Gemeinschaft und leistet einen aktiven Beitrag, dass Putin und Konsorten die Welt nicht nach ihrem autoritären Willen umgestalten können“.
Zu Punkt 3 sind die Meinungen geteilt, bei Punkt 4 liegt der Chefredaktor falsch. Das Wort „Neutralität“ bedeutet ganz allgemein Unparteilichkeit, weder auf der einen noch auf der anderen Seite stehend.
In der Chemie weder sauer noch basisch. In der Physik weder positiv noch negativ geladen. In der Justiz weder für die eine noch die andere Seite eingenommen.
Völkerrechtlich ist das Neutralitätsrecht seit 1907 in den Haager Konventionen kodifiziert. Zu den Grundpflichten des neutralen Staates gehört die Unparteilichkeit, die Gleichbehandlung der Konfliktparteien, beispielsweise beim Export von Rüstungsgütern.
So gesehen ist die gujersche Forderung nach einem aktiven Beitrag der Schweiz gegen „Putin und Konsorten“ ein Verstoss gegen die internationalen Regeln.
Vielleicht liegt hinter der Distanzierung des NZZ-Chefredaktors von der SVP und der schweizerischen Neutralität mehr als nur seine persönliche Abneigung. Vielleicht ist sie zusätzlich Ausdruck der von Klaus Stöhlker diagnostizierten Entwicklung zur „Dame von Welt“.
Zur Hinwendung zum Grossen und eher Abwendung von der kleinen Schweiz, der „Alten Tante“. Dies stünde allerdings im Widerspruch zum Anspruch der Muttergesellschaft der NZZ, der AG für die Neue Zürcher Zeitung.
Diese bevorzugt gemäss ihrem Statut für ihr Aktionariat Schweizer Bürger, „Mitglieder der FDP.Die Liberalen oder – ohne einer anderen Partei anzugehören – die von den Gesellschaftsstatuten geforderte freisinnig-demokratische Grundhaltung“.
Ein Blick auf das Impressum der Zeitung könnte die Interpretation „Abwendung“ stärken: Die NZZ hat 15 Redaktorinnen und Redaktoren für die Schweiz (inklusiv Bundeshaus und Westschweiz), das sind etwa gleich viele wie für den Sport oder in Deutschland. Für den ganzen Bereich „International“ sind es gut 50 Redaktoren, inklusive die im Ausland tätigen Korrespondenten.
Die Zukunft der Zeitung dürfte sich mit dem Rücktritt von Eric Gujer als Chefredaktor und Mitglied der Geschäftsleitung per 1. Februar 2027 etwas klären. Sicher wird das Standbein Deutschland, wo Gujer als Herausgeber Deutschland das Zepter übernimmt, weiter gestärkt werden.
Der Nachfolgeprozess ist eingeleitet. Die NZZ verfügt über ausgezeichnete interne Kandidatinnen und Kandidaten, wird aber auch externe Kandidaturen prüfen.
Dem oder der Neuen obliegt es, die Zeitung im Spannungsfeld von „Dame von Welt“, „Alte Tante“, „Digitalisierung“ und „Künstlicher Intelligenz“ in die Zukunft zu führen.
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Faszinierend: „Putin-Phobie“… Greift Putler nicht gerade ein Europäisches Land an und killt dort Kindergartenkinder und schwangere Frauen und deportiert Jugendliche in Ruzzifizierungslager? Habe ich etwas verpasst? Soll man ihm zum Krieg in Syrien gratulieren? Oder Erdgaskraftwerke bauen (wie Oelberg Roeschti das vorschlägt) und dann mit einem neuen „Neutralitätsgebot“ widerlich still halten und mit unserem sauberen Geld dessen Massaker finanzieren. ähh. Das ist alles eklig. Bähh SVP.
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Stöhlker ist ein Schreibapparat ohne Denkprozessor! Jedes Thema ist ihm recht, Voraussetzung ist das er nichts davon versteht!
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Heutzutage gehört es zum guten Ton gegen Putin und für Selenski zu sein.
Wenn mich die Ukraine so für dumm verkauft hätte mit ihrem NATO Beitritt, hätte auch ich sie angegriffen.
Was hätte Putin machen sollen (ernsthafte Frage)?
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Die grösste Enttäuschung während den Coronamassnahmen war für mich die NZZ. Keinerlei Distanz, keine Objektivität, sondern einfach mitmarschieren im Mainstream. Das Blick und Watson das machen okay, aber nicht die NZZ. Seither lese ich sie nicht mehr. Sie hat jede Glaubwürdigkeit verloren.
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„Stöhlker beklagt denn auch, dass „viele im Land und an der Zürcher Goldküste nicht mehr einsehen wollen“, dass die NZZ Pflichtlektüre sein soll.“
Pflichtlektüre ist, dass man von Quatsch bis Qualität oder umgekehrt sich durchliest. Ich habe kein Interesse mit monotonen Langweiler meine Zeit zu vergeuden.
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Stöhlker ist nur ein Warmluftgebläse, an welches jeder ernste Gedanke verschwendet ist.
Ein selbstverliebter, bezahlter Propagandist, der seit Jahrzehnten den ewig gleichen, inhaltslosen Mist verbreitet. Und das journalistisch noch völlig talentfrei
Für mich eines der grössten Armutszeugnisse, das IP hier abgibt, aber offenbar Clicks genereriert und somit seinen – offenbar einzigen – Zweck erfüllt
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Zur Aussage im Artikel: „Sicher wird das Standbein Deutschland, wo Gujer als Herausgeber Deutschland das Zepter übernimmt, weiter gestärkt werden.“ Herr Gujer könnte wohl ein eiskalter Rechner sein, der erkannt hat, Deutschland hat über 80 und die deutschsprachige Schweiz hat nur 6 Millionen Einwohner. Je grösser der Absatzmarkt, desto mehr Kohle. Clausewitz: „Ökonomie der Kräfte“ könnte er wohl studiert haben. Das könnte heissen: Herr Gujer will einen plublizitischen Eroberungsfeldzug starten. David gegen Goliath.
Gunther Kropp, Basel
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Gujer hat bei der Leipziger Drohne Präsident Putin’s Personalausweis gefunden – das ist mittlerweile stadtbekannt. Deshalb weiss Gujer auch, dass die Russen diese Drohne losgeschickt hatten. Gujer’s Welt ist einfach: Wir sind die Guten, die Russen – und natürlich die Iraner – sind die Bösen. Bei Mini-Qualitäts-Massenmedien wie NZZ und Konsorten gibt es nur eine Haltung: Konsequente Vermeidung. Alles andere endet in der absoluten Verblödung.
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Das über Jahrzehnte geprägte, mehrheitlich zweidimensionale West-Ost-Denken steckt noch in vielen meinungsbeeinflussenden Köpfen. Weil gewohnt bekannt und teils miterlebt. Aktuell findet weltweit aber gerade eine massive Umgestaltung von biporal auf multiporal statt. Ausmass und Auswirkungen sind absolut unklar, was krass verunsichert und irritiert. Zukunft völlig offen und unbekannt. Alt gewohnte Lösungsversuche verpuffen im Leeren. Stochern und wühlen im Ungewissen ist weder zielführend noch angemessen. Niemand weiss genau was für wen wie kommen wird, was schwer erträglich ist.
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Mit fortgeschrittenem Alter sieht auch ein Geiger längst nicht mehr klar. Dass die Schweiz seit Napoleon ungeschoren davon kam, hat nichts mit Neutralität zu tun, sondern vor allem mit Riesenglück. Es hätte ganz anders kommen können, aber sowohl im 1. wie im 2. Weltkrieg hat Deutschland von einer unversehrten Schweiz mehr profitiert, als von einer kaputten. Der Adolf wollte den Igel zuletzt, so quasi im Vorbeigehen, einsacken. Es kam anders, weil andere für die Schweiz die heissen Kastanien aus dem Feuer holten. Einfach mal ehrlich sein und korrekt analysieren.
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Der NZZ ist Blocher und Stöhlker egal und über Hans Geiger macht sich die NZZ auch keine Sorgen.