Russische Angriffe töten Zivilisten, Folter und Kinderverschleppungen sind dokumentiert, Strom- und Wärmeversorgung werden systematisch zerstört.
Millionen Menschen müssen um ihre Sicherheit und die elementaren Voraussetzungen ihres Lebens fürchten.
Für diese Verbrechen findet Vadim Loskutov in seinem Standpunkt keinen Satz. Für Spekulationen über Selenskis Untergang dagegen reichlich Platz. Diese Gewichtung ist empörend.
Wer so über den Krieg schreibt, blendet seine entscheidende Ursache aus: Russland hat die Ukraine überfallen und versucht diese als eigenständigen Staat zu eliminieren.
Die Verantwortung dafür verschwindet nicht durch Korruption in Kiew oder einen anderen Präsidenten.
Auch die historische Belehrung des Autors geht fehl. Wer glaube, Russland werde die weisse Fahne hissen, kenne dessen Geschichte nicht? Dann lohnt ein Blick hinein.
Bereits 1610 besiegten Truppen Polen-Litauens die russisch-schwedische Armee bei Kluschino und rückten während einer schweren Staatskrise in Moskau ein. Der Kreml blieb bis 1612 von einer polnisch-litauischen Garnison besetzt.
1856 verlor Russland den Krimkrieg, es folgten politische Turbulenzen. 1905 folgten auf Niederlagen gegen Japan territoriale Zugeständnisse und politische Konzessionen.
1917 brach die Zarenherrschaft zusammen; 1918 akzeptierte Sowjetrussland unter militärischem Druck gewaltige Gebietsverluste. 1920 wurde die Rote Armee vor Warschau geschlagen.
1989 zog die Sowjetunion aus Afghanistan ab. 1991 zerfiel sie trotz ihres Atomwaffenarsenals.
Das waren unterschiedliche Vorgänge. Sie zeigen aber eindeutig: Russische Macht kennt Niederlagen, Rückzüge und Zusammenbrüche.
Daraus folgt keine Prognose für heute – wohl aber eine Grenze für historische Überheblichkeit.
Bei Selenski genügt dem Autor hingegen ein mögliches Trump-Dossier, für das er selbst keine Beweise hat. Der Trotzki-Vergleich liefert zusätzliche Dramatik.
Doch welche Botschaft soll die Anspielung auf einen politischen Mord vermitteln? Für Selenskis Zukunft beweist sie nichts. Sie stellt lediglich seine mögliche Ermordung in den Raum.
Die gewaltsame Ausschaltung politischer Gegner ist auch in Russlands neuerer Geschichte erschreckend real. Boris Nemzow wurde 2015 nahe dem Kreml ermordet; der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte rügte die unzureichende Untersuchung.
Alexei Nawalny starb in russischer Haft; nach Einschätzung der EU war eine Vergiftung höchstwahrscheinlich die Todesursache.
Anna Politkowskaja wurde am Geburtstag Putins im Lift ihres Wohnhauses erschossen.
Gerade vor diesem Hintergrund ist die süffisante Anspielung auf Selenskis mögliches gewaltsames Ende besonders verachtenswert.
Wer eine solche Assoziation bewusst wählt, muss sich fragen lassen, ob er damit politische Gewalt verharmlost. Ein Mord ist keine Lösung – auch nicht als historische Pointe.
Vor allem fehlt die ukrainische Gesellschaft. Ihr Widerstand lässt sich nicht auf den Machterhalt eines Präsidenten reduzieren.
Menschen verteidigen ihre Heimat, ihre Freiheit, ihr Leben und ihr Recht, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden. Sie können Selenski kritisieren, Korruption bekämpfen und eine europäische Zukunft wollen – und trotzdem jede Unterwerfung unter Moskau ablehnen.
Ein Präsidentenwechsel schafft deshalb nicht automatisch Frieden.
Die Wirkung dieser Polemik ist erkennbar: Russland erscheint unerschütterlich, die Ukraine abhängig und ihr Widerstand zunehmend aussichtslos.
Das begünstigt die Erzählung des Kremls. Eine staatliche Anleitung braucht es dafür nicht.
Wer Selenskis mögliches Ende ausmalt und Russlands tatsächliche Verbrechen ausblendet, verzerrt den Blick auf diesen Krieg. Die Opfer verdienen mehr als diese zynische Gewichtsverteilung.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Bravo, Danke.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
An diesem Krieg sind beide schuld. Schweiz sollte neutral bleiben und helfen diesen sinnlosen Krieg zu beenden und nicht einseitig einen korrupten Diktator finanzieren.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Endlich mal ein realistischer Blick auf den Krieg. Bravo!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Mainstream-Medien sind sehr einseitig für die Ukraine und gegen Russland, eine konträre Meinung auf Inside Paradeplatz kann den eigenen Horizont erweitern.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Vadim kann mir einen ☝️
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Einseitige Propaganda. Der Autor weint Krokodilstränen über die Ukraine, schweigt aber über die tausenden zivilen Opfer im Donbass seit 2014. Er nennt russische Morde, ignoriert aber, dass der Westen (Nuland, Johnson) den Maidan mitfinanziert und das Friedensabkommen von Istanbul 2022 zerstört hat. Wer die Ursachen dieses Krieges ausblendet und nur eine Seite betrauert, ist kein Journalist, sondern ein Hofnarr der NATO-Propaganda.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Vielleicht hätte es für Selenski in der Zelle neben venezuelas Maduro noch Platz. Dagegen könnte man – im Westen – ja nichts sagen, denn in den USA geht alles geordnet und rechtsstaatlich vor sich. Und eine Giftspritze, die wie ein Rohrkrepierer versagt, wird man den beiden hoffentlich nicht verpassen wollen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Vorstellung eines sauberen Krieges erweist sich als historischer Mythos. Grausamkeiten, Zivilmassaker und Folter sind immanente Bestandteile bewaffneter Konflikte, was die inhärente Barbarei des Krieges bestätigt. Entgegen der manichäischen Darstellung in Filmen oder Videospielen, die vereinfachend Gut und Böse gegenüberstellen, wird die Realität geopolitischer Konflikte primär von strukturellen wirtschaftlichen Interessen diktiert.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Weeernhäääär, die Russe komme, die Russe komme!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Sehr guter Beitrag! Vadim Loskutov hat viel Unsinn geschrieben, wie immer. Drum: @Loskutov, Moskau einfach!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Frage ist immer, ab wann man schaut: 2022 oder 2014. War der von Russland begonnene Krieg eine Aktion aus dem Nichts oder eine Reaktion auf Provokationen der Ukraine seit 2014?
Jedenfalls ist klar, dass sowohl die Ukraine als auch Russland nicht an Frieden interessiert scheinen. Weshalb auch immer. Traurig, aber wahr.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Danke für den Artikel. Vadim Loskutov ist ein Troll von Russland. Wieso er überhaupt hier publizieren darf ist mir ein Rätsel!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Der gute Herr Frey vermischt in seinem historischen Diskurs Rus, Zarenreich, Sowjetunion und das heutige Russland. – Ahnung müsste man haben.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Danke Herr Frey. Leider haben auch hier im Forum die Weltwöcheler übernommen, mit den ewig gleichen Ausdrücken wie Mainstream-Medien und Werte-Westen. Sie können es kaum erwarten bis Putin die Ukraine erobert hat und in Kiew zur Siegesparade einfährt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
„Verleger und CEO der Apa-Gruppe.“
APA = Austria-Presse-Agentur?!?
Felix Austria *war* auch einmal Neutral, sogar auch dank der Russen…
Jetzt wollen die Ö-striicher in die NATO – fast so stark wie einige CH-NATO-Turbos – obwohl die A-Neutralität in der Verfassung verankert ist?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ein CEO eines Käseblatts, der sich in Interviews als Tech-Visionär ausgibt, weil er ein paar Reiseführer digitalisiert hat. ‚Marketplace’, ‚Tech-Company’ – alles nur heiße Luft. Wer so dick aufträgt, hat meistens nichts in der Tasche. Ein Blender auf dem Posten eines Briefkastenverlags.