Ein Samstagnachmittag im Oktober, ein Quartier am Zürichberg. Hinter der Windschutzscheibe von Dr. House – Name der Redaktion bekannt, Hinken nicht bestätigt – liegt eine Karte.
Darauf steht: „Spezialbewilligung für Arzt im Dienst“. Daneben ein Kreuz, so gross, dass man es aus der Luft erkennen müsste. Darunter die Gültigkeit: 2026. Darunter die Kontrollschilder.
Das Quartier liegt in der Anflugschneise zum Universitätsspital. Mehrmals täglich donnern Rega-Helikopter über die Dächer.
Dr. House erwägt deshalb, die Rega um ein Gutachten zu bitten: Ist das Kreuz auf seiner Parkkarte aus der Luft erkennbar?
Die Chancen stehen gut. Die Crew erkennt aus 300 Metern Höhe einen verletzten Wanderer am Glärnisch. Die Stadtpolizei aus 30 Zentimetern keine Ziffer.
Denn sie hat die Karte fotografiert. Gestochen scharf, mit Zeitstempel. Auf dem Beweisfoto ist alles zu lesen: das Kreuz, „Arzt im Dienst“, die Gültigkeit. Diagnose: Busse.
Im Antwortschreiben auf den Einwand des Arztes heisst es, die Parkkarte habe „nicht ordnungsgemäss“ aufgelegen, der Bewilligungstyp sei nicht sichtbar gewesen.
Gemeint ist: eine einzige Ziffer. Die Arztkarte gibt es als D1 und D2. D1 gilt im normalen Stadtgebiet, D2 zusätzlich in der teuren Innenstadt.
Auf dem Polizeifoto ist alles Wesentliche zu sehen. Nur ob irgendwo eine 1 oder eine 2 steht, liess sich nicht zweifelsfrei erkennen.
Dr. House hat daraufhin getan, was er immer tut: die Wandtafel geholt. Befund A: Es ist eine 1. Karte gültig am Zürichberg. Befund B: Es ist eine 2. Karte gültig am Zürichberg.
Befund C: Es ist Lupus. Es ist nie Lupus.
Bei zwei Diagnosen mit identischer Therapie verzichtet jeder Medizinstudent im dritten Semester auf weitere Abklärungen. Die Stadtpolizei nicht. Sie hat sich für Befund D entschieden: Busse.
Das ist, als würde man einem Patienten die Infusion verweigern, weil unklar ist, ob er Blutgruppe A1 oder A2 hat, obwohl er ohnehin nur Kochsalzlösung bekommt.
Besonders aufschlussreich ist ein Befund im Schreiben selbst. Dort öffnet die Behörde eine Klammer – „(Bewilligungstyp nicht sichtbar.“ – und schliesst sie nie wieder.
Die Stadtpolizei verlangt also, dass jede Ziffer auf einer Parkkarte lesbar ist, bringt aber selbst kein Satzzeichen ordnungsgemäss zu Ende.
Dr. House tippt auf eine chronische Klammerinsuffizienz. Behandlung: keine. Busse: auch keine.
Weiter teilt die Behörde mit, man werde auf weitere Einwendungen „nicht mehr eingehen“. Wer sich wehrt, kommt ins ordentliche Strafverfahren beim Stadtrichteramt, kostenpflichtig.
Für 40 Franken bietet Zürich also das volle Programm: Verzeigung, Einwand, Prüfung, Ablehnung, Aktenüberweisung, Verfahren, Entscheid, Rechtsmittel.
Medizinisch nennt man das Übertherapie.
Die Kosten des Apparats dürften die Busse um ein Vielfaches übersteigen. Kein Krankenversicherer würde das bewilligen.
Das Problem ist nicht der Betrag, sagt Dr. House. Es ist das Krankheitsbild. Die Stadt gibt Ärztinnen und Ärzten eine Spezialbewilligung, weil sie manchmal schnell irgendwo stehen müssen.
Gebüsst wird dann wegen einer Ziffer, die am Einsatzort keinerlei Bedeutung hat.
Form schlägt Funktion. In der Medizin heisst das: Operation gelungen, Patient tot. In der Verwaltung: Karte gültig, Busse trotzdem.
Dr. House wird die 40 Franken bezahlen. Nicht aus Einsicht, sondern aus Zeitmangel.
Draussen warten Patienten. Die ahnen zum Glück nicht, wie lebensgefährlich eine undeutliche Ziffer sein kann. Prognose: rezidivierend.


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Soweit sind wir schon. Weil sie nicht lesen können, müssen sie 1:1 vergleichen. Ich wette beim Weiterziehen kämen die Richter zu derselben Diagnose…
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Wo ist die Stellungnahmen zu den negativen Artikeln zu Bundesratskandidat Aeschi?
Die Artikel waren ja offensichtlich falsch. Siehe Weltwoche.
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Man erkennt das rezidivierende Fehlverhalten des BR-Aspiranten.
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Der Arzt soll nicht lamentieren und von jetzt an seine Parkkarte so anbringen, dass alle Details lesbar sind.
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Wie wär’s mit Scherztabletten!
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Man sieht nicht ob der Arzt berechtigter weise Parkiert hat oder eben nicht.
Und darum ist die Politesse Pfui und nicht der Arzt Pfui?
Momol. Macht Sinn.
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Da steht ganz klar in der Stellungnahme zum Einwand, dass bereits einmal darauf hingewiesen und offenbar die erste Busse annuliert wurde. Das sollte selbst für einen Egomanen, der sich selber als Dr. House vom Zürichberg sieht, nachvollziehbar und klar sein. Oder bist du etwas besseres? Du willst ein Superarzt sein und schaffst es nicht einmal, eine einfach Parkkarte richtig hinzulegen? Und sich hier noch anonym ausweinen? Oberpeinlich!
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Dachte ich mir ebenfalls. Der ach so smarte „Dr. House“ hat „vergessen“ zu erwähnen, dass er Wiederholungstäter ist und dass die Polizei schon min. einmal in der Vergangenheit kulanterweise die Busse storniert hat. Aber mit diesem Fakt lässt sich halt nicht so gut Stimmung machen gegen die „rotgrüne“ Polizei.
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parkiert bestimmt einfach so mit seiner Karte, dabei ist die für Notfall-Hausbesuche reserviert
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Stadt Tsüri, wer hat nicht schon solche Erlebnisse gehabt mit einem der VoPo‘s. Aber wenn unten in Downtown gesprayt und zerstört wird, dann ist keiner von den VoPo‘s gewillt seinen Job so wie beim Parkieren zu machen. Oder es ist eben Anweisung. Ich tippe auf Letzteres.
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Die Polizei hat nicht zu wenig Personal, sondern zu viel Personal am falschen Ort. Anders kann man diesen blödsinnigen bürokratischen Leerlauf nicht bewerten.
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Im Prinzip ist am Züriberg D1 wie D2 gültig, daher spielt es doch keine rolle ob sichtbar. Beim DAV, die Argumentieren aus einer Blase heraus!
Selber schon Erfahrungen gesammelt, Kopie des DAV Antwortschreiben ist bei mir immer im Auto, an das halte ich mich, und werde es mit Genuss das nächste mal der Polizei zeigen.
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Und wo wohnt der Arzt?
Eventuell 30m vom parkierten Fahrzeug? Oder war er auf Besuch bei Freunden? War das wirklich ein Notfall, oder einfach Faulheit?
Ich kann diesen Fall nicht beurteilen, aber ganz generell wird mit dieser Parkkarte viel Missbrauch getrieben.
Ja, viele Ärzte treiben Schindluder mit der Parkkarte, sind in der Praxis gemütlich am arbeiten, im Opernhaus oder im Schauspielhaus, in der Kronenhalle am Essen: parkiert wird irgendwo wild, weils so bequem ist und nichts kostet. Wer kann schon ihren´Notfalleinsatz, überprüfen?
Nur Notfllärzte sollen diese Parkkarte erhalten!