Nach einer langen Pause erlaube ich mir einen Einwurf von der Seitenlinie in eigener Sache.
Man spricht uns Boomern, und das nicht nur im Banking, die Tauglichkeit zur Neuzeit kategorisch ab. Ich möchte dieses Vorurteil gerne einmal kurz geraderücken.
1 Digital is to forget. Analog is to remember.
Digitale Systeme lagern aus. Sie speichern, damit wir vergessen können. Sie navigieren, damit wir den Weg nicht kennen müssen.
Sie übersetzen, damit wir keine Sprache mehr lernen. Sie optimieren, damit wir nicht mehr urteilen müssen.
Das ist kein Vorwurf. Es ist eine Beobachtung.
Analoge Fähigkeiten funktionieren anders. Sie entstehen durch Wiederholung, durch Scheitern, durch körperliche und geistige Anwesenheit.
Sie leben im Menschen – nicht auf einem Server. Man kann sie nicht kopieren, nicht updaten, nicht downloaden.
Man muss sie sich erarbeiten. Und genau deshalb verschwinden sie, wenn die Menschen verschwinden, die sie tragen.
Was einmal selbstverständlich war – ein Gespräch führen, das nicht auf einem Screen stattfindet, eine Entscheidung treffen ohne Datengrundlage, nur mit Erfahrung und Instinkt, einen Konflikt aushalten, ohne ihn zu delegieren – wird zur Rarität.
2 Think organic. Analog wird zum neuen Bio on the Job.
Organisch gewachsen, nicht skalierbar, nicht reproduzierbar. Und genau deshalb von steigendem Wert.
Und überhaupt: Warum sollte Gemüse auf dem Feld ökologischer und nachhaltiger behandelt werden als Menschen bei ihrer täglichen Arbeit?
Seit 1971 haben wir den Unterschied zwischen Regular Food und Organic Food am Markt etabliert. Wir haben Labels geschaffen, Standards definiert, Konsumenten sensibilisiert.
Wir akzeptieren, dass Bio mehr kostet – weil Qualität und Nachhaltigkeit ihren Preis haben.
Im Umgang mit menschlicher Arbeitskraft denken wir bislang aber überhaupt nicht so. Hier dominiert unverändert die industrielle Logik: Effizienz, Auslastung, Output.
Die Generation der Babyboomer kauft im Durchschnitt mehr Bio-Lebensmittel als andere. Ihrer Überzeugung nach wäre ein nachhaltiger Anstieg von Achtsamkeit und Bewusstsein in der Arbeitswelt mindestens genauso gesund.
Wären wir als geborene Protest- und Pioniergeneration nicht geeignet, diesen Status quo für uns und kommende Generationen infrage zu stellen?
3 Was organische Fähigkeiten auszeichnet.
Humane Skills: Analoge Fähigkeiten sind körpergebunden. Sie existieren nur in den Menschen, die sie entwickelt haben.
Ein Handwerker, der Material am Klang erkennt. Eine Führungskraft, die Stimmungen spürt, bevor sie messbar werden.
Ein Verhandler, der Pausen setzt, weil er weiss, dass Schweigen arbeitet.
Das sind keine Soft Skills. Das sind hochentwickelte Werkzeuge, geschliffen über Jahrzehnte – die in keiner Software abgebildet werden können.
Humane Vorteile: Wer über analoge Fähigkeiten verfügt, hat etwas, das nicht automatisiert werden kann.
Das ist keine nostalgische Behauptung, sondern eine ökonomische Realität.
Je mehr digitale Kompetenz zur Grundausstattung wird, desto mehr steigt der Wert dessen, was digital nicht entsteht:
Erfahrungswissen, Kontextverständnis, Ambiguitätstoleranz, menschliche Präsenz und emotionale Kompetenz.
Humane Wirkung: Organische Fähigkeiten schaffen etwas, das digitale Prozesse nicht erzeugen: Vertrauen durch Präsenz. Verbindung durch Reibung. Orientierung durch Urteilskraft statt Datenflut.
In einer Welt, die zunehmend vermittelt, gefiltert und optimiert agiert, wird das Unvermittelte zum Differenzierungsmerkmal – in Führung, in Beratung, in Zusammenarbeit.
4 Das Zeitfenster. Wir Babyboomer als „Last Analog Natives“ sind die letzte Generation, die diese Fähigkeiten in grosser Zahl und hoher Dichte trägt.
Zwischen 2025 und 2035 werden sich diese Menschen für immer vom Arbeitsmarkt verabschieden.
Was bis dahin nicht weitergegeben, nicht dokumentiert, nicht aktiviert wurde, ist weg. Nicht archiviert. Weg.
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sehe ich genau so. Und mache darum 3 mal täglich einen langen Spaziergang mit dem Hund.
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Ich schwöre auf meine Bio Advocado.
Um die halbe Welt geschiffert. Die Bauern werden wie Zitronen ausgedrückt und die Mexican Mafia fleissig finanziert.
Für mein gutes Gewissen.
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Ich hab am liebsten die Bio Advocados von Homburger, wenn Sie Millionenteure Berichtchen für die Amherds und Beamten verfassen, die uns dann wiederum Milliarden an Steuergelder kosten!
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Jeder Generation seine eigene Spinnereien.
In Thailand kennen sie nicht mal Bio und die Leute lächeln immer. Vielleich weil sie nicht mit Bio verseucht sind sind sie fröhlicher im Land des Lächelns (LoS).
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„Seit 1971“ ?
Demeter ist über 100 Jahre alt und das einzige Bio-Label das seinen Preis wert ist.
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Ja genau, besonders wegen des ganzen Hokuspokus, der da auch drin steckt!
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@Gringo: Ob der Hokuspokus sich positiv auswirkt, weiss ich nicht. Ich weiss aber mit Sicherheit, dass er sich weniger negativ auswirkt als Glyphosat und anderer Dreck, mit dem „konventionelle“ Bauern Natur und Menschheit vergiften – von uns Steuerzahlern zwangssubventioniert, versteht sich.
Fun Fact: Der einzige CH-Wein mit 100 Parker-Punkten ist ein Demeter-Wein. Trotz oder wegen Hokuspokus?
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Wahrlich wahr.
Jetzt müsste nur noch die soziale Dreigliederung auf ebensolchen fruchtbaren Boden fallen und es gäbe anstatt lauter Empörungsartikel (und -kommentare) viel mehr erfreuliches und menschenwürdigeres zu lesen auf Portalen wie diesem.
Solch ein Kommentar stimmt mich gleich viel zuversichtlicher, danke!
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ist ganz rot-grün Züri.
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Das ist ein sehr guter Bericht. Ich stimme voll zu. – Das schlechteste daran, und das ist unfair, sind die bisherigen Kommentare, fünf an der Zahl, unter jeder Sau, mit Verlaub. Nicht richtig lesen, einfach einen Stuss hinschmieren, nicht zu glauben. Geradezu hyperdigital.
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Dem sagt man übrigens Profilneurose. 🤭😂
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Das Beste ist noch, dass genau wir Boomer das alles erfunden, entwickelt, gebaut und gewartet haben. Also die Männer natürlich.
Wenn wir bald in der Pension sind, kreischen diese heutigen Generationen hysterisch wie Teenies, denen man das WLAN abgeschaltet hat.
Mir soll’s recht sein.
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Ach, jetzt sind eben die Jungen am Drücker. Die stehen heute in einem ganz anderen Wettbewerb als wir damals – Begriffe wie ‚Ich-AG‘ waren uns als Angestellten ja ohnehin eher suspekt. Seit Beginn der Digitalisierung waren wir dabei und haben uns gefühlt ein Dutzend Mal neu erfunden. Meistens hieß es: Kurse buchen und Bücher wälzen, oft auf eigene Rechnung, um am Ball zu bleiben. Nach der zehnten ‚Revolution‘ lernt man, entspannt mit den Schultern zu zucken. Und wenn die Jüngeren heute mal die Augen rollen, lächelt man das einfach weg. Früher war die Rente für mich kein Thema, aber heute…:-)
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Zur Einordnung: Ich bin weiterhin als Unternehmer aktiv. Dennoch bleibe ich dabei: Zur Erfahrung gehört für mich die Einsicht, nicht mehr an jedem Innovationsdrücker sitzen zu müssen. Vieles, was heute unter Bio, KI oder Digitalisierung firmiert, wirkt oft wie ein bloßes Narrativ. Meine Erfahrung erlaubt mir die Freiheit, den Fokus auf den Kern der Sache zu richten, statt jedem Trend zu folgen. Das ist kein Stillstand, sondern das Privileg, Wesentliches von Modischem zu unterscheiden.
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Richtig. Ich, Boomer UND Digital Native (kein Witz, 70+ Jahre IT in der Familie) sehe heute Dinge, die ein 30jähriger ETH-Absolvent nicht sieht. Warum? Weil ihm die „Trainingsdaten“ fehlen, wie einer AI. Das ist nicht seine Schuld, ich hätte es in dem Alter auch nicht gesehen. Ich kann nicht mal erklären, warum und wie genau ich das sehe. Erfahrung, Intuition, etc. Und genau das wird man auf absehbare Zeit der AI nicht beibringen können, weil es nicht als AI-verwertbares Medium vorliegt. Mag sein, dass sich das ändert. In 10, 20 Jahren vielleicht. Heute haben Leute mit Erfahrung, neue Chancen
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nicht. Die Digitalisierung wird der Menschheit letztlich mehr Nachteile wie Vorteile bringen und zusammen mit der Satelliten-Überwachung und -.Beschallung den Menschen die letzten verbliebenen Freiheiten komplett klauen. Mit der Digitalisierung kommt das digitale Gefängnis mit kompletter, schrecklicher Abhängigkeit und Einschränkungen von korrupten Regierenden.
Wenn die Jungen auf die verlogenen Verherrlichungen der Digitalisierung hereinfallen, sind sie letztlich selber schuld, wenn sie in einem digitalen Gefängnis mit totaler Unfreiheit und programmierbaren Währungen leben müssen.
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Genau so wird es leider: Technokratie und Digitales Zentralbankgeld. 😉🤮
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können auch sehr schmerzhaft sein.
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Ja genau ! 😂😂😂
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Bio, das Stichwort. In der Schweiz sind invasive Neophyten verboten, weil sie die heimische Flora verdrängen. Um die Biodiversität zu schützen, wird empfohlen Neophyten zu entfernen. Dies die „grüne“, doppelzüngige Ideologie. Denn bei der Zuwanderung haben die Grünen noch kein Wort über invasive Neophyten noch zu schützende Biodiversität verloren. Im Gegenteil, die Zuwanderung lässt, gemäss den Links-Grünen, gar die Verdrängung zu und soll gefördert werden. Heimische Kultur und Werte sind offensichtlich nicht schützenswert. Das soll einer noch verstehen.
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Tja, Argus. Röschti besteht aus geraffelten Neophyten.
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Genau, Hannes Loderer …. und diese spalteten über die Zeit die Schweiz mit einem Graben.
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Sie sprechen mir aus der Seele! In der analogen Welt darf auch einmal über etwas nachgedacht werden, einmal darüber schlafen, hinterfragen, verwerfen oder sich auch einmal irren. Es ist manchmal auch einfach ein Gespür, eine Ahnung, Intuition. Es hat Tiefgang, eine Seele.
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Hoffentlich ist die persönliche Grünabfuhr mit dem Lastenfahrrad durch die Stadtzürcher in Tsüri damit gemeint. 🤭😂
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Ich bin da voll einverstanden. Vermutlich weil ich auch ein Last Analog Native bin. Mir ist auch aufgefallen, dass Gespräche mit vielen Digital Natives irgendwie alle flach und langweilig sind. So als hätten sie sich gedanklich mit gar nichts richtig selbst befasst, sondern einfach alle Informationen zu einem Thema heruntergeladen. Entweder von Google oder von Influenzern. Keine Originalität, kein eigenes Denken. Einfach alle gleich langweilig. So sind natürlich auch keine echten Diskussionen mehr möglich
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Das mag stimmen. Aber das war in der Gen Y im selben Alter genauso. Bei den Boomern dem Vernehmen nach auch.
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Sehr gut zusammen gefasst. Kompetenzen verändern sich im Lauf der Zeit. Das müssen sie auch, damit man nicht zum Dino wird. Analoge Kompetenzen lassen uns weiterarbeiten, wenn Systeme nicht zur Verfügungen stehen. Das formt Arbeits- und Denkweisen. Die heute ca. 20jährigen beneide ich nicht: sie haben die analoge Welt nie kennen gelernt und werden nie vergleichen können.
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Ach Boomer
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Wir Boomer verstehen unter Lebenskunst, nicht die Natur allein biovoll zu beglücken, sondern gemeinsam der Kultur sinnvoll eine Zukunft zu ermöglichen.
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Ton Koper, danke für diesen Artikel.
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Erfahrung kann man nicht dokumentieren und archivieren, man kann sie nur weitergeben.
Deshalb ist (war) das System der Lehre so wichtig und erfolgreich. Der Meister gibt seinen handverlesenen Lehrlingen seine Berufserfahrung weiter und verkürzt somit deren Lehrzeit im Vergleich dazu, wenn sie alles selbst ohne Anleitung neu erlernen müssten.
Heute wird die Qualifikation immer mehr zu ‚wie befrage ich die KI richtig‘, ob das Resultat dann auch stimmt weiß keiner mehr. In ein paar Jahren sind wir dann alle Cretins, die überzeugt sind, recht zu haben.
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Kommentar wegen Telegramkanalwerbung gemeldet
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Richtig, bis zum Abschnitt
„hochentwickelte Werkzeuge, geschliffen über Jahrzehnte – die in keiner Software abgebildet werden können.
Humane Vorteile: Wer über analoge Fähigkeiten verfügt, hat etwas, das nicht automatisiert werden kann.“
Korrekt wäre: „noch nicht, oder nur unvollständig“.
Die daraus abgeleiteten Thesen sind darum ebenfalls falsch bzw. nur sehr befristet gültig.
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Es ist sicher löblich, vor allem Bioprodukte zu konsumieren (muss man sich aber auch leisten können).
Nachhaltigkeit ist allerdings ein Thema, wo diese Generation nicht so brilliert hat – siehe Flächenverbrauch fürs Wohnen, Energie- und Flächenverbrauch für Mobilität.
Und natürlich sind die erwähnten Skills Soft Skills – genau so werden sie genannt, auch wenn das der Autor nicht mag. Diese steigen oft mit dem Alter, von daher bezweifle ich, dass dies ein besonderes Feature dieser Generation ist.
Nur weil die Generation vom Arbeitsmarkt verschwindet, verstummt sie ja nicht (siehe Autor).
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Aber Achtung: Künstliche Intelligenz gaukelt uns auch analoge Fähigkeit vor, bis zur Ununterscheidbarkeit von digitaler Kompetenz