Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als ich meine Tochter von der Kita abgeholt habe. Wie so oft hörte ich den inzwischen fast mantraartigen Satz:
„Sie hät en guete Tag gha.“
Auf dem Heimweg sagte sie plötzlich, dass sie ab sofort in der Kita nicht mehr singen dürften. Auf meine Frage nach dem Warum antwortete sie: „Wegen einer Krankheit. Wegen eines Virus.“
An diesem Tag ist mein Vertrauen in die „Wissenschaft“ gestorben. Denn selbst im 21. Jahrhundert kann Wissenschaft je nach politischem oder wirtschaftlichen Bedarf instrumentalisiert werden.
Sechs Jahre später, bei einer weiteren Anhörung im US-Senat, wirkte Dr. Anthony Fauci nicht mehr selbstbewusst oder gar arrogant wie früher.
Er erschien müde, sein Blick war die meiste Zeit nach unten gerichtet.
Nach der Veröffentlichung von Tagebuchaufzeichnungen, zahlreichen neuen Dokumenten und einer Vielzahl weiterer klinischen Studien scheint ihm bewusst zu sein, dass seine Stunde geschlagen hat.
Fauci wurde längst als jemand entlarvt, der die Öffentlichkeit wiederholt falsch informiert sowie eigene Interessen konsequent verfolgt hatte.
Hinzu kommt der Versuch, seine jahrelange Bemühung um die Gain-of-Function-Forschung und den direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch aus dem Wuhan Labor zu vertuschen.
Auch finanzielle Aspekte rückten zunehmend in den Fokus. Während der Corona-Pandemie soll Anthony Fauci Mitarbeiter angewiesen haben, ihn für wissenschaftliche Auszeichnungen zu nominieren.
Berichten zufolge erhielt er Preisgelder in Höhe von fast einer Million US-Dollar – zusätzlich zu seinem bereits sehr hohen Jahresgehalt von über 400’000 US-Dollar.
Besonders brisant waren Aussagen seiner ehemaligen Assistentin. Sie erklärte, Fauci habe sie angewiesen, grosse Mengen an E-Mails und Dokumenten zu löschen.
Das steht im Widerspruch zu Aussagen, die Fauci noch während einer Anhörung im Jahr 2024 gemacht hatte.
Auf entsprechende Nachfragen hatte er nur eine Antwort: Auf Anraten seiner Anwälte berufe er sich auf den fünften Verfassungszusatz der USA.
Mehr als 100 Mal verweigerte Fauci die Aussage mit Verweis auf den „Fifth Amendment“. Dieser schützt Bürger davor, sich durch ihre eigene Aussage selbst zu belasten.
Juristisch ist das ein verbrieftes Recht. Faktisch hinterlässt es jedoch einen faden Beigeschmack – insbesondere für jemanden, der über Jahre hinweg als Gesicht der amerikanischen Pandemiepolitik auftrat.
Vom früheren überzeugten Auftreten war nichts übrig geblieben. Nur bei Fragen demokratischer Senatoren schien sich die Anspannung zeitweise etwas zu lösen.
Kein Wunder, da er vom damaligen Präsidenten Joe Biden prophylaktisch begnadig worden war. Heute wissen wir endlich warum.
Eine weitere Enthüllung sorgte später für Schlagzeilen.
Aus veröffentlichten Tagebuch-Aufzeichnungen geht hervor, dass Fauci wenige Monate nach seiner öffentlichen Covid-Impfung einen Lungeninfarkt erlitt und sich von einigen der renommiertesten Ärzte der USA behandeln liess.
Kritiker werfen ihm vor, diesen Vorfall nicht öffentlich gemacht zu haben, obwohl er gleichzeitig betont habe, es gebe keinen Zusammenhang mit der Impfung beziehungsweise keinen entsprechenden Hinweis auf eine Impfnebenwirkung.
Heute gelten Lungeninfarke als eine der zahlreichen Covid-19 mRNA Impf-Nebenwirkungen.
Unabhängig davon, wie man zu den USA steht: Wenn es um parlamentarische Aufarbeitung und öffentliche Anhörungen geht, zeigen die Amerikaner eine bemerkenswerte Konsequenz.
Ob daraus tatsächlich Lehren gezogen werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und die Schweiz?

