In „Der grosse Crash – Margin Call“ gibt es diesen Moment mit Zachary Quinto, in dem aus Zahlen plötzlich Realität wird.
Man sitzt vor dem Bildschirm, betrachtet Modelle und Risikokennzahlen und erkennt plötzlich, was hinter diesen Zahlen steckt.
Der Kopfhörer ist weg, die Musik verstummt. Übrig bleiben die Fakten.
Daran musste ich denken, als ich auf die aktuellen Renditen französischer Staatsanleihen blickte.
Die zehnjährige französische Staatsanleihe rentiert inzwischen höher als die zehnjährige griechische. Frankreich liegt über 4,4 Prozent, Griechenland bei gut 4,2 Prozent.

2012 lagen die griechischen Renditen zeitweise bei mehr als 30 Prozent. Aber die heutige Rangfolge ist trotzdem krass.
Ich kenne diese Zeit noch aus meiner Arbeit als Private Banker. Während der Eurokrise bestand ein grosser Teil der Kommunikation mit Privatkunden darin, Ruhe zu bewahren.
Griechenland werde gerettet. Für die PIIGS werde es Lösungen geben.
Die Europäische Zentralbank könne eingreifen. Wenn nötig, werde zusätzliches Geld „gedruckt“. Brrr.
Gold wurde vielfach als Anlage ohne laufenden Ertrag betrachtet. Bitcoin war für die klassische Finanzwelt kaum ein Thema.
2012 begann ich trotzdem, mich ernsthaft mit Bitcoin zu beschäftigen. Nicht als Religion und nicht als Spekulationsobjekt – der Gedanke dahinter war für mich ein anderer.
Was passiert mit einem Vermögen, wenn es auf einer Bank liegt und der Zugriff darauf plötzlich eingeschränkt wird?
Dann kam Zypern.
Im März 2013 wurde die Rettung des zypriotischen Bankensystems beschlossen. Grosse Einlagen wurden eingefroren und zur Rekapitalisierung der Banken herangezogen.
Der damalige Präsident der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, sorgte mit seinen Aussagen über Zypern als Modell für zusätzliche Aufmerksamkeit. Weitere Zypern seien möglich.
Das war für mich ein prägender Moment. Ein Bankguthaben ist nicht einfach dasselbe wie Bargeld, das man selbst verwahrt.
Der Zugriff auf ein Konto hängt von einem funktionierenden Bankensystem und den geltenden Regeln ab.
Bitcoin kostete zu dieser Zeit 80 Dollar. Einen etablierten Bitcoin-Kurs auf Bloomberg, wie man ihn von klassischen Finanzanlagen kannte, gab es damals noch nicht.
Bitcoin wurde dadurch als technisches Gegenmodell zum traditionellen Bankkonto interessant.
Wichtig ist die zeitliche Einordnung. Zypern hatte nichts mit dem späteren Ukraine-Krieg zu tun. Der Maidan begann im November 2013.
Die Zypern-Krise war eine europäische Banken- und Schuldenkrise. Heute schaue ich wieder auf die Märkte. Und was auffällt, ist die Ruhe.
Die französische Zehnjahres-Rendite liegt über jener Griechenlands. Zugleich weist Frankreich eine hohe Staatsverschuldung und ein erhebliches Haushaltsdefizit auf.
Die gestiegenen Renditen verteuern die Refinanzierung des französischen Staates. Darüber wird kaum gesprochen.
Jedenfalls nicht mit jener Aufmerksamkeit, die solche Zahlen während der Eurokrise ausgelöst hätten.
Auch der Ölmarkt liefert auffällige Zahlen. Brent liegt wieder über 100 Dollar je Barrel, in Kalifornien melden Tankstellen Dieselpreise von 9,99 Dollar pro Gallone.
Keine Prognosen, keine Szenarien. Marktpreise.
Das bringt mir „Margin Call“ zurück. Frankreich ist nicht Griechenland von 2012. Noch nicht.
Aber manchmal sollte man aufhören, einzelne Zahlen zu betrachten und das Gesamtbild zu sehen.
Französische Staatsanleihen. Griechenland. Öl. Diesel. Staatsverschuldung. Und Ursula von der Leyen lässt 90 Milliarden Euro für Kiew mobilisieren, als gäbe es kein Morgen.
Und plötzlich ist die Musik weg. Der Kopfhörer ist vom Ohr gerissen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Das Parlament hat die dafür notwenigen Gesetzte schon legiferiert: Es wird kein Mail-Out mehr geben, dafür aber ein Bail-In mit den Kontoguthaben der Bankkunden, der jeweiligen Bank; das Bankkonto Guthaben des Kunden wird in Aktien der jeweiligen Bank umgewandelt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Griechenland wurde gerettet. Wahrscheinlich vor allem von Deutschland. Leider ist Deutschland dazu heute nicht mehr in der Lage. Etwas Bargeld vom Konto abheben ist sicher eine gute Option.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Griechenland wurde sicher nicht für Deutschland gerettet, sondern für Frankreich, Spanien und Italien. Mit einer massiven Abwertung.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ich kaufe ein Goldvreneli
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Ach die Lösung ist doch bereits parat. Zitat Weltwoche:
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Pläne angekündigt, private Ersparnisse stärker für Investitionen zu nutzen. Dies sei ein zentrales Element der geplanten «Spar- und Investitionsunion» der Europäischen Union.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Spargelder für Investitionen zu nutzen gehört zum Bankgeschäft. Ed werden damit beispielsweise Hypotheken und Firmenkredite finanziert, die zu Investitionen führen. Derzeit werden viele Investitionen in den USA finanziert, z.B. US-Treasuries oder Anleihen für KI-Giganten (auch auf dem CH-Bondmarkt). Das ist der Kontext für die zitierte Aussage.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Börse Inside Martin Wagner 10. 09, 11:59: „Die Renditen von Staatsanleihen steigen. Das verteuert Kapital, erhöht den Bewertungsdruck und könnte ausgerechnet für hoch bewertete Aktien zum nächsten Belastungstest werden.“
Beachtenswerte Aussage im Artikel: „Französische Staatsanleihen. Griechenland. Öl. Diesel. Staatsverschuldung. Und Ursula von der Leyen lässt 90 Milliarden Euro für Kiew mobilisieren, als gäbe es kein Morgen.“ oder die Dame hat die kommenden Realitäten noch nicht erkannt, oder hat den Glauben, eine Macht-Wohltäterin beherrscht alle Krisen.
Gunther Kropp, Basel
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Crashwarnungen werden heute inflationär herausposaunt. Genau das wird nicht passieren, auch nicht eine Fortsetzung der Hausse. Am Wahrscheinlichsten ist eine ca. 60-jährige Phase mit sinkenden Aktienrenditen, volatilem Auf und Ab, ohne dass dabei wirklich etwas am Ende des Jahres herausschaut, ausser viel Risiko. Am Ende der Phase wird kaum jemand mehr den Begriff „Aktiensparplan“ verwenden, ohne ein leichtes Würgen. PS: 25 der 60 Jahre haben wir schon hinter uns aus realer Sicht, wenn wir Aktien in etwas messen, das nicht jeden Tag an Kaufkraftverliert wie die Papierwährungen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Der Westen geht unter – das ist die Hoffung aller Putinfreunde und von Loskutov besonders. Aber es wird viel eher anders kommen – Russland geht unter.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Es geht immer weiter, einfach vielleicht in einer anderen Form. Wobei die Russen ein Vorteil haben, nicht nur wegen der Größe von Russland oder den Bodenschätzen, sie haben gelernt während der Zeit des Kommunismus sich auch nur mit Kartoffeln zu ernähren, was wir im Westen noch lernen müssten. Der Zusammenhalt in den Familien in den ehemaligen GUS-Staaten ist auch nicht zu unterschätzen. Bei uns konzentrierte sich das Leben vielmehr darum, wieviele Geschlechter wir eigentlich haben dürfen…. Wir leben lieber alleine als in Generationen, das fällt uns dann mal auf die Füsse…
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Mind. 80 % aller Menschen sind Schafe und die werden wieder mal ausgenommen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Wenn die Zinsen auf (einigermassen sicheren) Obligationen steigen, schichten grosse Anleger wie PKs ihre Gelder teilweise von Aktien in Oblis um. Eine PK will ja vor allem eine langfristige sichere Rendite. Auch sehr wohlhabende Privatpersonen könnten das gleiche tun. Dies führt zu tendenziell sinkenden Aktienkursen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Alexander Fordyce hatte erfolgreich spekuliert und es geschafft, seine Partner für eine Weile zu täuschen; laut einem Biographen „ist es ihm gelungen, ihre Ängste durch das einfache Mittel zu beruhigen, ihnen einen Haufen Banknoten zu zeigen, die er für einige Stunden zu diesem Zweck geliehen hatte“.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Um das Geldangebot zu erhöhen, ist die Bank der Douglas, Heron & Company, bekannt als die „Ayr Bank“, wurde in Ayr, Schottland. 1769, nachdem die ursprüngliche Hauptstadt erschöpft war, sammelte das Unternehmen Geld durch eine Kette von Rechnungen auf London. Diese Methode konnte nur vorübergehend die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen, aber sie förderte falschen Optimismus auf dem Markt.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Schon mal ueberlegt, dass der btc-Kurs zur Makulatur wird, wenn gem. Ihrem Szenario wegen gesperrtem Zugriff auf Bankkonten ein Verkauf von btc nicht mehr moeglich ist, weil kein pot. Kaeufer (in Geld/Waehrung) bezahlen kann? Man kann btc. ja nicht physisch halten und z.B. gegen Goldunzen oder Bargeld tauschen…
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Doch, btc kann man physisch, in Form eines digitalen Tokens auf einem Datenträger, halten. Es braucht keine Bank.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Bundesgericht
Urteil
29.01.2008
BGer 4A_438/2007
5.1:
„L’argent figurant sur un compte bancaire ouvert au nom d’un client est la propriété de la banque, envers laquelle le client n’a qu’une créance. En versant ou virant de l’argent depuis ce compte à un tiers, la banque transfère son propre argent.“
oder:
Das Geld auf einem Bankkonto, das im Namen eines Kunden eröffnet wurde, ist Eigentum der Bank, auf die der Kunde nur einen Anspruch hat. Durch die Einzahlung oder Überweisung von Geld von diesem Konto an einen Dritten überweist die Bank ihr eigenes Geld.
Die Musik ist seit 2008 in CH weg.